Sachbuch entlarvt „neue Zugänge“ zu Gott als alte Methoden der Verführung

Von Andreas Späth

Buch-Daten: Thorsten Brenscheidt. „Spürst du Gott schon oder liest du noch die Bibel? – Neue Trends unter Evangelikalen. Lichtzeichen-Verlag 2014, 334 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-869541-53-2

Seit einiger Zeit gibt es eine Reihe regelrechter Stars in der christlichen Szene, deren Bücher rasenden Absatz finden, deren Veranstaltungen bestens besucht sind. Ihre Verkündigung wird viel gelobt. Aber  –  ist diese Verkündigung biblisch fundiert? 548153

Dieser Frage ist der Autor, dessen Buchtitel an den Werbeslogan einer bekannten Möbelkette erinnert, akribisch nachgegangen.

Er vergleicht Aussagen von Joyce Meyer, Max Lucado und Anselm Grün – um nur einige zu nennen, mit den Aussagen der Heiligen Schrift.

Weiter noch, Brenscheidt vergleicht die Stellung dieser Autoren zur Hl. Schrift. Mit erschütternder Klarheit legt er die alten Schwärmereien bei den neuen „Stars“ der christlichen Szene frei und entlarvt neue Zugänge zu Gott als alte Methode der Verführung.

Mit Luther stellt er fest: „Diejenigen, welche Offenbarungen und Träume im Munde führen und suchen, sind Gottes Verächter, da sie mit seinem Wort nicht zufrieden sind. Ich erwarte in geistlichen Dingen weder eine Offenbarung, noch Träume; ich habe das klare Wort; deshalb mahnt Paulus (Gal. 1,8), man solle sich daran hängen, auch wenn ein Engel vom Himmel anders lehrte.“

Diese anderen Lehren klingen indes so menschenfreundlich, verständnisvoll und kommen unseren Bedürfnissen so sehr entgegen.

„Das Leben genießen“ wird als Schwerpunkt christlicher Existenz verkauft. Was dazu wohl die Geschwister in der Verfolgung zu sagen hätten?

Bei Joyce Meyer dreht sich z.B. vieles um das ‚Selbst‘: „Selbstliebe, Selbstfürsorge, Selbstbewusstsein, Selbstverwirklichung“  –  von Selbstverleugnung und Kreuzesnachfolge liest man da wenig. 0018

Ebenso deckt Brennscheidt die Parallelen mancher „christlicher“ Autoren zur Esoterik auf und belegt mit zahlreichen Zitaten, wie versucht wird, aus Gott mitunter eine Art „Wunschautomat“ zu machen.

Leider muss man nach der Lektüre des Buches feststellen, dass offenbar auf nicht wenige Christen zutrifft, wovon Paulus mahnend und warnend im 2. Timotheusbrief (4,3ff.) schrieb:

„Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.“

Und er nennt auch gleich das notwendige Antidot: „Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre.“

Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit, dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist.
 
Unser Autor Andreas Späth ist Leiter der evangelikalen „Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis“ (KSBB) in Bayern, Postfach 1131 in 91502 Ansbach, Tel.:09871-444-956, Fax: 09871-444-954, E-Mail: ksbb-bayern@gmx.net

Dieses fundierte und lesenswerte Buch kann hier direkt bestellt werden: http://lichtzeichen-shop.com/Neuheiten/Spuerst-du-Gott-schon-oder-liest-du-noch-die-Bibel.html

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Zeitschrift „Diakrisis“ (Nr. 5/2014), herausgegeben von der Internationalen Konferenz bekennender Gemeinschaften

 

 


10 Kommentare on “Sachbuch entlarvt „neue Zugänge“ zu Gott als alte Methoden der Verführung”

  1. Anonym sagt:

    Ich kenne von Jesus keinen Ausspruch, dass wir Christen uns über Fürsprecher an ihn oder Gott Vater wenden sollen. Gibt es eine solche Empfehlung in den Briefen von Petrus, Paulus oder Johannes ? Wenn es wichtig wäre, würde dort eine solche Empfehlung stehen. Mir ist nichts bekannt.

    Jesus Christus allein ist der Weg zum Vater.

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    • Guten Tag,
      die Bitte um Fürsprache an Heilige findet sich schon in frühchristlicher Zeit auf den Inschriften an Gräbern vieler Märtyrer in den Katakomben. Somit ist bewiesen, daß schon die Christen zur Verfolgungszeit eine Anrufung der Heiligen kannten, damals vor allem Märtyrer. Es ist daher sehr naheliegend, daß diese Praxis aus der apostolischen Zeit stammt (mündliche Überlieferung), sonst wäre diese Sitte nicht allgemein verbreitet gewesen.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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    • Osterglocke sagt:

      WIE kann man Gott denn ohne Bibel spüren?

      ICH lasse mir aus der Bibel vorlesen (im Gottesdienst) und höre bei der Predigt zu.

      Auf diese Weise lernt man Sonntag für Sonntag Gott etwas näher kennen.

      Warum hat Jesus selbst keine Schrift hinterlassen? Warum hat er den Evangelisten nicht einfach was diktiert?

      Momentan interessierts mich, hat man für Jesus ein Leichentuch verwendet oder lag es ordentlich zusammengefaltet da?

      Ich denke, die verschiedenen Interpretationen gabs schon damals.

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  2. Bernhard sagt:

    Im Grundsatz stimme ich dem Artikel zu. allerdings bin ich der Ansicht, Anselm Grün hier zu nennen, ist nicht gerechtfertigt (Joyce Meyer und Max Lucado kenne ich nicht).
    Anselm Grüns Bücher sind sicherlich nicht das tiefsinnigste und inhaltsreichste, was die „Erbauungsliteratur“ zu bieten hat. Jedoch muss man berücksichtigen, dass er wohl mehr für Leute mit Problemen schreibt. Wenn es einem schlecht geht, braucht man andere Ansprache als wenn man im Vollbesitz seiner (auch geistlichen) Kräfte ist.

    Allgemein braucht der Mensch meiner Meinung nach auch ein „gelingendes“ Leben, zumindest in einem gewissen Maße. Auch wenn der Christ zur Selbstverleugnung und Christusnachfolge berufen ist, gibt es wohl nur wenige, die in ihrem Leben durchgehend NUR das praktizieren können. Erst wenn man Glaube und „weltliches“ Glück miteinander verknüpft („Gott steht auf deiner Seite“, „bete, und werde reich“), wird es m.E. bedenklich.

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  3. Anonym sagt:

    Nun ja. Ein Wohlstandsevangelium, wie es von Joyce Meyer gepredigt wird, ist nicht biblisch. Jedenfalls werden für das Wohlstandsevangelium nur punktuell genehme Bibelstellen zitiert. Das gezielte aufgreifen der Bibelstellen während solcher Vorträge erinnert mich oft an das Spiel „Schiffe versenken“.

    Jesus hat einen bescheidenen Lebensstil gewählt und anstelle von Selbstverwirklichung Nächstenliebe gepredigt. Daran sollten sich Christen schon orientieren. Nur gilt dieses Gebot auch für den Lebensstil von Kardinälen und Bischöfen.

    Das Weihwasser hat für einige Christen eine magische Funktion. Der Rosenkranz ist beispielsweise auch nicht biblisch fundiert. Jesus und die Apostel haben keinen Rosenkranz gebetet. Die Rosenkranzperlen haben auch etwas Magisches. Ich hatte selbst einen Rosenkranz im Auto hängen.

    Was würde Herr Brenscheidt hierüber schreiben?

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    • Guten Tag,
      den ersten beiden Abschnitten Ihres Leserkommentars stimme ich zu.
      Hinsichtlich „magischer“ Funktionen von Rosenkranz und Weihwasser bedenken Sie bitte, daß der Mißbrauch einer Sache nicht gegen diese selber spricht. Eine magische Vorstellung entspräche nämlich nicht der kirchlich-katholischen Lehre.
      Sie schreiben: „Jesus und die Apostel haben keinen Rosenkranz gebetet.“ – Jesus und die Apostel haben viele Gebete nicht gesprochen (auch nicht die schönen Lieder von Paul Gerhardt oder z.B. weitverbreitete geistliche Hymnen), welche heute von Christen gerne gebetet werden. Dies ist also kein ernsthaftes Argument.
      Übrigens ist das „Ave Maria“ (und damit der Rosenkranz) nach dem Vaterunser wohl das am stärksten vom NT geprägte Gebet. Warum?
      Weil die erste Hälfte des „Ave Maria“-Gebets wörtlich aus der Bibel stammt, die zweite Hälfte teils ebenfalls.
      Der Engel sprach zu Maria:
      „Gegrüßt seist Du, Maria, voll der Gnade, der HERR ist mit Dir.“
      Und Elisabeth sagte – „vom Heiligen Geist erfüllt“ – zu Maria:
      „Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebeneideit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.“
      („Gebenedeit“ ist eine Mischung aus altem Deutsch und Latein – und bedeutet „gesegnet“.)
      Dann geht es weiter:
      „Heilige Maria, Mutter Gottes…“
      Daß Maria heilig ist, wird wohl kein Christ ernsthaft bestreiten wollen, heißt es doch beim Engelsgruß: „Der HERR ist mir Dir…Du Gnadenvolle!“
      Sodann spricht Elisabeth: „Wie wird mir die Gnade zuteil, daß die Mutter meines HERRN zu mir kommt?“
      HERR ist in der Hl. SChrift bekanntlich identisch mit Gott selber – also heißt „Mutter des HERRN“ zugleich Gottesmutter, weil Christus GOTT ist.
      „Bitte für uns Sünder…“
      Worin soll hier ein theologisches Problem liegen? – Bitten wir nicht immer wieder unsere Freunde und Bekannte um ihr fürbittendes Gebet bei Gott bzw. um ihre Segenswünsche? Warum sollten wir dann nicht jenes Geschöpf, das Christus zweifellos am nächsten stand, auch um Fürsprache anrufen dürfen?
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Judith sagt:

        Volle Zustimmung, sehr geehrte Frau Küble.
        Leider wird in den meisten Gemeinden der “Fatima-Rosenkranz” gebetet. Und das hat mit Magie zu tun.

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      • Guten Tag,
        hier im Münsterland weiß ich von mehreren Gemeinden, wo die Pfarrer dafür sorgen, daß der Fatima-Zusatz beim Rosenkranz in der Pfarrkirche nicht gebetet wird, denn er gehört ja gar nicht zum überlieferten Rosenkranz.
        Zudem haben wir die theologischen Bedenken schon vor Monaten ausführlich begründet:
        https://charismatismus.wordpress.com/2014/03/06/warum-der-fatima-zusatz-nicht-zum-eigentlichen-rosenkranzgebet-gehort/
        Allerdings würde ich trotz dieser Einwände den Fatima-Zusatz nicht als „Magie“ ansehen. Dieser Vorwurf bedarf schon einer Begründung.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Judith sagt:

        Diese Zusätze haben für viele Katholiken eine magische – manchmal auch eine ideologische – Funktion. Aber auch die schlichten Gläubigen trauen sie sich nicht mehr, „nur“ den schlichten Rosenkranz zu beten…Mit dem überlieferten Rosenkranz sind sie nicht mehr „zufrieden“… Es würde ihnen etwas „fehlen“…. In diesem Fall kann man sagen, dass der „Fatima Rosenkranz“ ein „Wohlstandsrosenkranz“ ist (Kreativität, Emotion, Fantasie…).

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      • Guten Tag,
        grundsätzlich gebe ich Ihnen recht, doch scheint mir, daß Sie den klar definierten Begriff der „Magie“ zu weit ausdehnen. Nicht alles Mögliche, was einem nicht gefällt, ist deshalb gleich „magisch“. Klar ist aber, daß der klassische, bewährte Rosenkranz so am besten ist und daß er keine „Zusätze“ bedarf, keiner kreativen und auch keiner erscheinungsbewegten.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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