„Gib mir Kraft durch deine Gerechtigkeit!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 119 (118),2.10.20.30.40.131.

Wohl denen, die Gottes Gebote befolgen
und ihn suchen von ganzem Herzen.
Ich suche dich von ganzem Herzen.
Laß mich nicht abirren von deinen Geboten!

In Sehnsucht nach deinem Urteil
verzehrt sich allzeit meine Seele.
Ich wählte den Weg der Wahrheit;
nach deinen Urteilen hab‘ ich Verlangen.

Nach deinen Befehlen sehne ich  mich.
Gib mir neue Kraft durch deine Gerechtigkeit!
Weit öffne ich meinen Mund
und lechze nach deinen Geboten;
denn nach ihnen hab‘ ich Verlangen.


CIVITAS DEI: Die Herrschaft des HERRN und seiner Gebote

Leben unter dem Blick des Ewigen

Der katholische Priester und Professor Dr. Andreas Wollbold hielt bei der Karlsmesse in Aachen (zelebriert im klassischen Ritus) am 28. Juni 2014 eine aufschlußreiche und gehaltvolle Predigt, deren ersten Teil wir hier dokumentieren:
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„Unter den Schulheften der hl. Therese von Lisieux (1873 – 1897) findet sich eines mit einem illustrierten Deckblatt. Darauf erkennt man den hl. Karl den Großen inmitten einer Schar von Schülern.
„Charlemagne visitant les écoles. – Karl der Große beim Besuch der Schulen“ lautet die Bildunterschrift. head_carlomagno
In einem begleitenden Text wird der historische Hintergrund erläutert:
Karl der Große gründete viele Schulen, u.a. in seinem eigenen Palast hier in Aachen. Er besuchte sie häufig und befragte die Schüler. Dabei mahnte er sie stets zur rechten Einstellung:
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„Ihr seid reich und die Ersten des Reiches. Aus diesem Grund meint ihr, Geburt und Wohlstand reichen aus, und diese Schule habt ihr nicht nötig, die euch doch so sehr zur Ehre gereichen würde. Nur äußeren Schmuck, Spiele und Vergnügungen habt ihr im Sinn.
Doch das eine schwöre ich euch: Ich werde eurem Adel und eurem Reichtum keinerlei Beachtung schenken, die euch doch so viel Ansehen einbringen.
Und wenn ihr nicht schleunigst die in Dummheiten vergeudete Zeit wieder durch eifriges Lernen wettmacht, so werdet ihr niemals überhaupt irgendetwas von Kaiser Karl erhalten!“
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Eine kaiserliche Standpauke erster Güte also! christus
Im Heiligen römischen Reich deutscher Nation dient Adel nicht der Einbildung, Reichtum nicht der Macht und Dünkel nicht der Karriere mit Hilfe von „Vitamin B“.
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Dieses Reich ist nicht gegründet zur Verteidigung von Privilegien, sondern zur Verbreitung des Reiches Gottes. Dieses Reich ist nicht groß durch die äußere Macht eines Staatsgebietes, in dem die Sonne nicht untergeht. Es ist groß in dem Maß, wie es sich der „civitas Dei“, der Herrschaft Gottes und seines Gesetzes, annähert.
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Dies zu kennen und sich von ihm formen zu lassen, darum wurde Bildung unter Karl dem Großen groß geschrieben. Nur wer die Lehre Christi kennt, kann auch danach streben, nach ihr zu leben. Darum sind die Großen des Reiches nicht die Einflußreichen, sondern die Frommen und die Gebildeten.
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DIEU PREMIER SERVI: Gott zuerst gedient!

Nun lassen sich auf dem Bild in Thereses Schulheft drei handschriftlich eingetragene Worte erkennen, und zwar an einer Steinwand im Hintergrund: „Dieu nous voit. – Gott sieht uns.“
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Sie stammen zweifelsfrei von Therese selbst. Vielleicht hat sie dabei an ihren Vater gedacht, der noch als Junggeselle an der Wand zuhause den Spruch anbrachte: „Dieu premier servi. – Gott zuerst gedient.“
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Dabei hat sie die tiefste Intuition von Kaiser Karl erfaßt, den Aufbau einer Kultur unter den Augen Gottes. Gott sieht uns. Wir leben unter Gottes Blick. Alles, was wir tun, ja was wir denken, fühlen und planen, es steht ihm vor Augen.
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Aus ihm zu leben, sich vor ihm zu verantworten, das allein zeichnet ein christliches Reich aus. Bildung ist conversio ad Deum und aversio a creaturis  –  Bekehrung zu Gott und Abkehr von den Geschöpfen.
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Denn der Aufbau des Reiches Gottes beginnt mit der Herrschaft Gottes im eigenen Herzen. Was bedeuten dagegen Adel der Geburt oder Reichtum der Familie? Äußere Güter, die zur Abkehr von Gott und zur Vergötzung der Geschöpfe führen können.
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Tempi passati [diese Zeiten sind vorbei], möchte man vor einer solchen Reichsidee ausrufen. Mittelalter-Nostalgie, ein Zurück hinter die Aufklärung!
Doch wortlos schreibt Therese von Lisieux auch unserer Zeit ihr Menetekel an die Wand: „Dieu nous voit. – Gott sieht uns.“
Hat das, was die Gegenwart prägt, Bestand vor Gottes Augen?
„Beatus vir – selig der Mann – qui […] in sensu cogitabit circumspectionem Dei  –  der mit Verstand bedenkt, daß Gott auf ihn schaut,“ heißt es in der Lesung (Sir 14,2. 15,3f.6). Und der HERR selbst warnt im Evangelium aus Lk 11,33-36: „Gib also acht, daß das Licht in dir keine Finsternis ist.“
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Sind also die Glanzpunkte unserer Zeit nichts anderes als schwarze Löcher? Finsternis, die selbst das Licht noch schluckt? Weil sie „das Licht, das jeden Menschen erleuchtet, […] nicht erkannte“ (Joh 1,9f.), ja nicht erkennen will?
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Schauen wir also auf unsere Zeit – stets mit dem Blick auf das „Dieu nous voit. – Gott sieht uns“.
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QUELLE und FORTSETZUNG der Predigt HIER: http://www.pro-missa-tridentina.org/news/images/hv2014-predigt_karlsmesse_aachen.pdf
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Weitere INFOS über diese „Karlsmesse“ und die katholische Laienvereinigung PRO MISSA TRIDENTINA: http://www.pro-missa-tridentina.org/news/news_336.htm

CDU/CSU: „Damen in weiß“ aus Kuba berichten über Menschenrechtsverletzungen

Vertreterinnen der kubanischen Gefangenenhilfsorganisation „Damen in Weiß“ haben auf Einladung der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag über die miserable Lage der Menschenrechte auf der kommunistischen Insel Kuba berichtet.

Dazu erklären der stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz, und die menschenrechtspolitische Sprecherin, Erika Steinbach (siehe Foto): Foto_(2)

„Die Menschenrechte werden auf Kuba immer wieder deutlich verletzt. Das Regime hat zwar in den vergangenen vier Jahren die Taktik gewechselt und verurteilt politische Gegner nicht mehr zu langen Haftstrafen. Aber immer wieder kommt es zu kurzfristigen Verhaftungen und Einschüchterungen, wie uns berichtet wird.

Vor diesem Hintergrund haben wir nungemeinsam mit dem Vorsitzenden des Stephanus-Kreises, Heribert Hirte, einen Brief an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier formuliert, in dem wir die Bundesregierung um Unterstützung für verfolgte Oppositionelle in Kuba bitten. Die Freiheitsrechte der Kubaner müssen auch bei Verhandlungen der EU mit Kuba eine gewichtige Rolle spielen, ja noch mehr: Eine wirksame Menschenrechtsklausel muss die Mindestbedingung für jedes Abkommen sein.

Von der kubanischen Regierung fordern wir die uneingeschränkte Einhaltung der Menschenrechte und die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen. Der Tod des im Juli 2012 unter fragwürdigen Umständen ums Leben gekommenen Vordenkers der kubanischen Demokratiebewegung, Oswaldo Payá, muss von unabhängigen internationalen Experten untersucht werden.

Außerdem muss die seit 1992 gesetzlich garantierte Religionsfreiheit endlich auch faktisch gewährt werden. Denn Religionsfreiheit ist ein elementares Menschenrecht. Das zeigt sich besonders dann, wenn Priester und Pastoren ihre Kirchen als Versammlungsort für Menschenrechtler öffnen und die Kirche – wie schon in der DDR – zu einem Schutzraum für Oppositionelle wird.“

Hintergrund:

Die Sprecherin der kubanischen Oppositionsgruppe und Menschenrechtsorganisation „Damas de Blanco“, Berta Soler Fernández, und ein Mitglied der Gruppe, Yaqulin Boni Echevarría, berichteten in Berlin über die aktuelle Menschenrechtslage in Kuba. Sie waren auf Einladung der Arbeitsgruppe Menschenrechte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag zu Gast.

Die „Damen in Weiß“ gründeten sich nach der Verhaftung von 75 kubanischen Menschenrechtsverteidigern, Journalisten und Oppositionellen im März 2003. Die Frauen, Töchter und Schwestern der politischen Gefangenen setzen sich seitdem für mehr Bürgerrechte in Kuba ein.


Sudan: Christin Meriam Ibrahim war bei der Geburt im Gefängnis angekettet

Die christliche Familienmutter Meriam Ibrahim (siehe Foto: mit ihrem Ehemann), die wegen Abfall vom Islam mit dem Tode bedroht im Gefängnis war, ist am Abend des 26. Juni zum zweiten Mal aus der Haft entlassen worden. 

Die Sprecherin des US-Departments, Marie Harf, möchte aber aus Sicherheitsgründen nichts über den derzeitigen Aufenthaltsort der Familie Ibrahim mitteilen.

„Um die Familie zu schützen, werden wir zum genauen Aufenthaltsort nichts sagen“, so Marie Harf. „Nur soviel: Wir stehen in Verbindung mit dem sudanesischen Außenministerium, um sicherzustellen, dass ihre Familie so schnell wie möglich ausreisen kann.“ 

Meriam und ihre Familie versuchten zunächst, das Land mit von der südsudanesischen Regierung ausgestellten Reisedokumenten zu verlassen. Daraufhin kam es erneut zu einer Festnahme durch den sudanesischen Geheimdienst mit der Anklage, Meriam habe gefälschte Dokumente.

Auch die Regierung selbst wurde beschuldigt, sie habe mit dem US-Botschaftspersonal zusammengearbeitet, damit Meriam und ihre Familie illegal das Land verlassen können. Die Lage bleibt unübersichtlich.

Aus Sicht von Marie Harf hat die Familie alle Dokumente, um den Sudan verlassen und in die USA ausreisen zu können. „Es liegt nun an der Regierung des Sudan, ihr zu erlauben, endlich zu gehen.“weltverfolgungsindex_2014

Neben dem Nervenkrieg um die Freilassung belastet die junge Familie von Daniel und Meriam eine weitere Sorge. Meriam berichtete nun, dass ihre Tochter eventuell bleibende körperliche Schäden bei der Geburt erlitten hat, weil Meriam bei der Geburt angekettet war.

Die Behinderung der Tochter sorgt für eine zusätzliche Traumatisierung der Familie. Meriam trägt schwer an ihrer Situation: „Um ehrlich zu sein, bin ich wirklich unglücklich. Es ist nicht einfach für mich und uns. In den Straßen wird gegen mich demonstriert.

Die Familie wünscht sich, dass ihre Tortur bald ein Ende hat und sie vereint und in Freiheit leben kann und endlich zur Ruhe kommt. Zu BBC Arabic sagte Frau Ibrahim, dass ihre ‚Zukunft in Gottes Händen ist‘ und sie einfach Zeit mit ihrer jungen Familie verbringen möchte.

Auf dem Open-Doors-Weltverfolgungsindex, einer jährlichen Rangliste der 50 Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, belegt der Sudan derzeit Rang 11. 

Quelle: Hilfwerk Open Doors


ARD und ZDF: Der juristische Sieg für Bischof TvE wird weiter komplett unterschlagen

Am gestrigen Donnerstag (3.7.) berichteten wir im CHRISTLICHEN FORUM darüber, daß die Hauptnachrichten von ARD und ZDF am 2. Juli ihre Zuschauer nicht darüber informiert haben, daß die Staatsanwaltschaft nach monatelangen Vor-Ermittlungen kein Ermittlungsverfahren gegen den ehem. Limburger Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst eröffnet, weil erwiesenermaßen „kein Anfangsverdacht“ auf Untreue vorliegt (von einem Strafverfahren also ganz zu schweigen).

Foto: PRO

Foto: PRO

Nun stellen wir fest, daß diese Meldung von der ARD auch nicht einen Tag später nachgeholt wurde  – siehe „Tagesschau“ von gestern: http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-3254.html

Darüber hinaus findet man im gesamten ARD-Internetportal bei Eingabe des betreffenden Namens nichts Neues, sondern lediglich die alten Anti-Bischofs-Meldungen: http://www.ard.de/home/ard/23116/index.html?q=Bischof+Tebartz-van+Elst

Nicht besser sieht es beim ZDF aus: gestern kam wieder keine Nachricht über den juristischen Sieg des ehem. Limburger Oberhirten in der HEUTE-Sendung um 19 Uhr:  http://www.heute.de/zdfheute-nachrichten-startseite-3998.html

Wenn man das gesamte Webportal des Senders nach dem  Stichwort „Bischof Tebartz-van Elst“ absucht, kommen ebenfalls  – wie bei ARD  – nur die früheren Meldungen zu TvE zum Vorschein: http://www.zdf.de/form/globale-suche-10.html?text=Bischof+Tebartz-van+Elst&Suchen=&action=search

Ergebnis:

In den öffentlich-rechtlichen Zwangsgebühren-Anstalten ARD und ZDF wird der juristische Sieg des monatelang von TV-Sendern und Medien attackierten und verunglimpften Bischofs komplett unterschlagen.

 


HUNGER nach einem Wort des HERRN

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Buch Amos 8,4-6.9-12:

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. Ihr sagt: DSC00254

Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.

An jenem Tag  –  Spruch Gottes, des HERRN  –  lasse ich am Mittag die Sonne untergehen und breite am helllichten Tag über die Erde Finsternis aus.  Ich verwandle eure Feste in Trauer und all eure Lieder in Totenklage. Ich lege allen ein Trauergewand um und schere alle Köpfe kahl. Ich bringe Trauer über das Land wie die Trauer um den einzigen Sohn  –  und das Ende wird sein wie der bittere Tag (des Todes).

Seht, es kommen Tage  –  Spruch Gottes, des HERRN  – , da schicke ich den Hunger ins Land, nicht den Hunger nach Brot, nicht den Durst nach Wasser, sondern nach einem Wort des HERRN.

Dann wanken die Menschen von Meer zu Meer, sie ziehen von Norden nach Osten, um das Wort des HERRN zu suchen; doch sie finden es nicht.

Bild: Evita Gründler