Aktive „Sterbehilfe“ ist das Ende der liebenden menschlichen Solidarität

Von Mechthild Löhr

Was Noch-EKD-Chef Schneider seiner Kirche zum Abschied als ethisches Vermächtnis in seinem Statement zur „Sterbehilfe“ mitgegeben hat, könnte sich noch zum Danaergeschenk für seine Kirche entwickeln: _DSC4662
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Hat sich die EKD bisher gemeinsame mit der kath. Kirche und z.B. der Bundesärztekammer ungewohnt klar gegen jede „aktive Sterbehilfe“ ausgesprochen, so will nun Herr Schneider seine Frau sogar dorthin fahren, wo ihr gegen Honorar ein Schierlingstodesbecher gereicht wird.
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Daß er uns seine höchstpersönliche Mitwirkungsbereitschaft an der Tötung seiner Frau in der Schweiz via Öffentlichkeit mitteilen muss, ist traurig genug.
Aber er ist auch Medienprofi genug, um zu wissen, daß er damit ein Signal setzt, das weit über sein Privatleben hinaus geht und das daher doppelt unmoralisch ist.
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So verwundert es nicht, daß manche Medien schnell seinen Beitrag beipflichtend aufgreifen –  und dies doch vor allem aus einem Grund:
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Aus diesem zweifelhaften vermeintlichen „Ausdruck hoher ethischer Intelligenz“ Schneiders soll hier ganz offensichtlich ein neuer kategorischer Imperativ gemacht werden: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.”
In logischer Konsequenz wird aus dem traurigen Irrweg Schneiders die politische Forderung nach einem neuen Gesetz (StGB §217) aufgestellt, damit endlich hier im Lande die Ärzte aktiv mit Beihilfe zum Suizid beauftragt werden können.

Britische Religionsvertreter gegen Beihilfe zur Selbsttötung

Ganz andere Schlussfolgerungen als Schneider ziehen mit ihrer sicher ebenfalls hohen ethische Intelligenz zeitgleich die 20 wichtigsten Religionsführer Englands. images
Alle hochrangigen Vertreter christlicher Seite, des Judentums, Islams, Hinduismus, Sikhismus, Buddhismus u.a. haben sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen jede Erlaubnis aktiver „Sterbehilfe“ ausgesprochen. Sie warnen davor, deren Legalisierung hätte schwerwiegende negative Folgen für das Wohlergehen der Menschen sowie der Gesellschaft.
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Alternativ fordern die Unterzeichner eine bessere Hospiz- und Palliativversorgung sowie Hilfen für Pflegende. Erlaubnis der Beihilfe zum Suizid würde „Druck auf besonders verletzbare Menschen in dem Moment erhöhen, in dem sie vor allem Liebe und Unterstützung brauchen“
Wer es Menschen möglich macht, aktiv zur Beendigung des Lebens anderer beizutragen, übertragt ihnen auch die Beurteilung, ob deren Leben wertlos sei. Die Sorge und der Schutz des Lebens müssten soweit gehen, dass sie unter Umständen auch von anderen Opfer abverlangten, so die Unterzeichner.

Sind schwerkranke Menschen nur eine „Last“?

Für ältere und verletzliche Menschen sei es eine schreckliche Bedrängnis, von anderen nur als Last oder als Kostenfaktor angesehen zu werden, was oft zu Passivität, Depression und Abscheu gegenüber der eigenen Person führe.
Sei der Wunsch, das eigene Leben zu beenden, meist durch Depression oder äußeren Druck ausgelöst, so könne man keineswegs von einer rationalen Entscheidung sprechen. Sie stellen fest: „Entweder in einer, in der das Leben und Einzelpersonen vor allem nach der Nützlichkeit beurteilt wird, oder in einer, in der jeder Mensch unterstützt, geschützt und wertgeschätzt wird  –  auch wenn er sich selbst manchmal nicht wertschätzen kann.“
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Denn eines ist klar in einer alternden Gesellschaft:
Würde ärztliche Suizidbeihilfe erlaubt, dann würden wichtige und über die Zukunft entscheidende Werte wie Respekt und Fürsorge für alle schnell erodieren.
Aktive Sterbehilfe ist nicht der große „Liebesdienst“ zum Schluss, sondern unerbittlicher Ausdruck des letzten Versagens aller Ethik: sie bedeutet das schnelle, sichere, tödliche Ende aller liebenden Solidarität.
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Mechthild Löhr ist Bundesvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben)

 

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One Comment on “Aktive „Sterbehilfe“ ist das Ende der liebenden menschlichen Solidarität”

  1. Sehr guter Beitrag zur Diskussion. Danke für die klaren, richtungsweisenden Worte, Frau Löhr!

    Mir ist – als Apothekerin und in der Seniorenarbeit ehrenamtlich tätiger Person – die Problematik bewusst, die mit länger „dahinsiechenden“ Personen verbunden ist, denen man nicht mehr so recht helfen kann. Das führt uns – trotz aller „modernen Zeit“ – an die Grenzen unseres Vermögens und ist schwer auszuhalten.

    Ich habe an Herrn Schneider nach den Veröffentlichungen geschrieben mit Anfragen – es ging ja auch um seine Tochter Meike, die bereits vor 9 Jahren an Krebs gestorben ist, nun ist seine Frau erkrankt. Vor einigen Monaten gaben die Schneiders in PRO Medienmagazin – oder war es Idea – ein Interview über ihre Ehe und das Zusammenleben, das ich mit Interesse gelesen habe.

    Reicht das Vertrauen in GOTT, der Glaube an IHN, nicht bis in den Tod hinein –
    und dann über den Tod hinaus?

    Ich hoffe und wünsche, dass Frau Schneider die Fahrt in die Schweiz nicht nötig haben wird.
    Dass sie in Frieden die letzten Jahre, Monate oder Wochen ihres Lebens wird verbringen können. Ohne viel Schmerzen. Als geliebtes KIND GOTTES.
    Geborgen auch in der LIEBE ihres Mannes und ihrer Mitmenschen. http://www.sueddeutsche.de/panorama/ekd-ratsvorsitzender-schneider-traurige-nachricht-mit-kirchenpolitischem-sprengstoff-1.2049164

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