Unionsfraktion protestiert gegen Befehl zur Genitalverstümmelung aller Frauen im Irak

Die sunnitischen Islamführer im Irak haben den Vereinten Nationen zufolge angekündigt, alle Frauen genital zu verstümmeln.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto): Foto_(2)

„Der Befehl, alle irakischen Frauen im Alter zwischen elf und 46 Jahren der Genitalverstümmelung zu unterziehen, entsetzt uns zutiefst. Damit zeigt die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ihr menschenverachtendes Gesicht einmal mehr.

Wir fordern die sofortige Rücknahme der Fatwa, mit der eine Menschenrechtsverletzung ungeahnten Ausmaßes angeordnet wird. Die internationale Staatengemeinschaft ist dringend aufgefordert, sich geschlossen dagegen zu positionieren.

Betroffen sind neuesten Meldungen entsprechend rund vier Millionen Frauen. Viele von ihnen sind noch Kinder. Die IS-Terroristen hatten in den vergangenen Tagen weite Gebiete des Irak unter ihre Kontrolle gebracht, um dort ein ‚Kalifat‘, also einen Gottesstaat, zu errichten.

Die Anordnung eines so schwerwiegenden Verbrechens, wie es die Genitalverstümmelung darstellt, ist eine der ersten Amtshandlungen der Islamisten.

Die erlassene Fatwa lässt Menschenrechtsverletzungen ungeheuren Ausmaßes erwarten. Nach der Vertreibung der Christen aus dem Land geraten nun gezielt und systematisch die Frauen ins Visier der islamistischen Terroristen. Deren Ziel ist es, Todesangst unter der irakischen Bevölkerung zu verbreiten – ein Mittel, das Terroristen eine ungeahnte Macht verleiht. Angst und Schrecken soll ihre Befehlsgewalt garantieren.“

Hintergrund:

Eine Fatwa ist ein Rechtsgutachten islamischer Gelehrter, die damit in eigener Sache oder im Auftrag eines Herrschers eine Einschätzung zu einer bestimmten Frage des islamischen Religionsgesetzes abgeben. Mit diesem Gutachten, das sich auf die Scharia bezieht, wird eine bestimmte Handlung entweder verboten oder für unbedenklich erklärt.


8 Kommentare on “Unionsfraktion protestiert gegen Befehl zur Genitalverstümmelung aller Frauen im Irak”

  1. Bernhard sagt:

    Warum so dünnhäutig? Ich hatte nur gefragt, wo man das sonst noch nachlesen kann, außer in der Erklärung der CDU. Es wäre schön gewesen, wenn Sie ein paar Links hinzugefügt hätten.

    Ich habe einmal selbst nachgeschaut und unter anderem das gefunden:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/irak-un-pruefen-hinweise-auf-genitalvestuemmelungs-fatwa-13062537.html
    http://www.heute.de/irak-isis-extremisten-befehlen-genitalverstuemmelung-aller-frauen-34207896.html

    Wie aus den Artikeln hervorgeht, war aber gar nicht klar, ob dieser Aufruf überhaupt echt war. Und tatsächlich hat er sich anscheinend als falsch herausgestellt:
    http://www.focus.de/politik/ausland/irak-islamisten-befehlen-genitalverstuemmelung-von-frauen_id_4013903.html

    Wenigstens gibt es in dieser Hinsicht Entwarnung…

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    • Guten Tag,
      warum so unlogisch? – Wenn wir die offizielle Pressemitteilung einer Bundestagsfraktion veröffentlichen, besteht durchaus kein Anlaß, den dort thematisierten Inhalt mit weiteren Links zu ergänzen. Oder sollen wir dies etwa grundsätzlich bei allen Pressemitteilungen einführen? Auf Ihren speziellen Wunsch hin? Weil es nicht genügt, daß ich ohnehin schon die ganze Arbeit an dieser Webseite bis in die Nacht ehrenamtlich betreibe?
      Sodann: Wenn die UNO ein „Dokument“ nicht zuerst gründlich prüft, bevor sie ein lautes Thema draus macht, ist das weder unser Problem noch das der CDU/CSU-Fraktion, sondern einzig das der UNO. Natürlich erfreulich, daß sich die Schreckensmeldung offenbar als Fälschung herauskristalliert.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  2. Bernhard sagt:

    Das wundert mich, dass die ISIS-Leute Frauen genital verstümmeln wollen, denn dieser Brauch stammt ursprünglich aus Nordost-Afrika und ist ursprünglich auch nicht religiös begründet (tatsächlich ist er Tausende Jahre älter als der Islam oder das Christentum). Und in den früheren Kalifaten (Damaskus, Bagdad, Cordoba, etc.) wurden die Frauen m.W. nicht oder nur sehr milde „beschnitten“.
    Noch mehr wundert mich diese Meldung, weil islamische (und auch christliche) Geistliche schon vor einigen Jahren festgestellt haben, dass dies vom Koran nicht gefordert und kein religiös begründeter Brauch ist.

    Gibt es weitere Quellen und mehr Informationen, warum ausgerechnet die ISIS-Kämpfer die weibliche Beschneidung einführen wollen?

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    • Guten Tag,
      die Genitalverstümmelung steht zwar nicht im Koran, aber mehrfach in der Hadithe, immerhin die zweite Quelle der islamischen Lehre, welche die Aussprüche und Handlungsweisen Mohammeds überliefert. Die Auslegung der betr. Verse ist im Islam unterschiedlich, ein Teil der sunnitischen Rechtsgelehrten vertritt zumindest die leichte Beschneidung von Mädchen bzw. Frauen. Es gab diesen menschenrechtswidrigen „Brauch“ zwar teils auch unter ägyptischen Christen, doch die koptische Kirche hat ihn schon längst als „unchristlich“ verurteilt.
      Es besteht also durchaus ein gewisser Zusammenhang zwischen Islam und Genitalverstümmelung – und so kommt es nicht von ungefähr, daß diese Praktik heute am meisten in islamischen Staaten vorkommt. Die christliche Lehre lehnt Selbstverstümmelung grundsätzlich ab, das katholische Kirchenrecht, der CIC, verbietet sie ausdrücklich (ob selbst oder von anderen ausgeübt) und zwar seit jeher. Körperverstümmelung wird mit Kirchenstrafen belegt (vgl. can. 1397 CIC).
      Der Grund hierfür: Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut – auch der gesamte Körper von Mann und Frau einschließlich aller Sexualorgane.

      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Bernhard sagt:

        Die ägyptisch-koptische Kirche mag ihn schon längst verurteilt haben (wie lange, weiß ich allerdings nicht), aber unter äthiopischen-orthodoxen Christen in Äthiopien, Eritrea und noch mehr Somalia wird die weibliche Beschneidung m.W. heute noch vereinzelt praktiziert.

        Gibt es weitere Quellen, dass die ISIS-Kämpfer das fordern? Und wenn ja, welche Form der weiblichen Beschneidung? Und warum, wenn sie doch in Syrien und dem Irak nicht oder höchstens sehr milde praktiziert worden ist?

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      • Guten Tag,
        es kommt nicht darauf an, ob einzelne Christen trotz kirchlicher Ablehnung eine Genitalverstümmelung praktizieren, sondern es geht darum, daß die Christenheit dies einhellig ABLEHNT, übrigens auch eine sog. „leichte“ Beschneidung.
        Reicht die Quelle etwa nicht, wonach die UNO von diesem Befehl der IS/ISIS berichtet?! Ist Ihnen das noch nicht amtlich genug?!
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  3. Bernd.L.Mueller sagt:

    Frau Erika Steinbach ist wie Fels in der Brandung die nicht müde wird, für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten, ihre Stimme erhebt, nicht nur für geknechtete Frauen.

    Allein, sie ist fast isoliert als Frau im Chor der Links / Grünen / Roten Geschlechtsgenossinen, die aus ideologischen Gründen ihr niemals zustimmen werden.

    Was ein Drama in Nahost fast vor unserer Haustür, wir holen uns aus humanitären Gründen Pest ins Haus, man sieht es an Demonstrationen gegen Israel, Judenhass kann wieder öffentlich gelebt werden.

    Terrororganisation IS wird als Bedrohung hier nicht wahrgenommen, abstrakt gleichwohl es Christen betrifft.

    Wann endlich kommt das Thema in den Bundestag, da müssen Linke, Grüne, Rote Farbe bekennen. Es ist so brisant daß eineSondersitzung gerechtfertigt ist.

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