Eine gefährliche Verkehrung von Opfern und Tätern: „Wir klagen an“

Pressemitteilung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit:

Die Bilder der Zerstörung in Gaza sind erschütternd. Die Bilder trauernder Mütter und Väter, die über den Tod ihrer Kinder weinen, die Verzweiflung von Kindern, die den Tod ihrer Eltern beklagen, lassen kein menschliches Herz unberührt.   israeltag2

Die grausame Fratze von Krieg und Gewalt treffen ins Mark eines jeden Menschen, der noch über einen Funken Mitgefühl verfügt. Die menschliche Klage über Leid und Kummer, Verlust und Tod muss in eine politische Anklage münden, die jene haftbar macht, die dem grausamen Spiel von Tod und Vernichtung den Weg ebnen.

Deshalb klagen wir an
den religiös kaschierten Vernichtungswillen der islamistischen Hamas, die seit Jahren den Weg der Gewalt geht und mit unaufhörlichem Raketenbeschuß die Bevölkerung Israels in Angst und Schrecken versetzt und mit dem Tod bedroht; die Haß und Verachtung gegenüber einer ganzen Volksgruppe, dem Volk der Juden, als religiöse Tugend verkauft und die gewaltsame Vernichtung eines ganzen Volkes, des Volks der Juden, als Ausdruck gottgewollter Frömmigkeit predigt.

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die menschenverachtende Strategie der Hamas, die eigene Bevölkerung in Schutzhaft zu nehmen und deren Tod aus politischem Kalkül billigend in Kauf zu nehmen und zur Propaganda zu mißbrauchen.

Wir klagen an
jene politischen Kräfte in der freien, pluralen und demokratischen Welt, die der menschenverachtenden Politik und Hetze der Hamas und anderer islamistischer Fundamentalisten nicht mit aller Entschiedenheit entgegentreten und stattdessen das freie, plurale und demokratische Israel in seinem Überlebens- und Abwehrkampf sich selbst überlassen.

Wir klagen an
die gefährliche Naivität all jener, die glauben, Raketen allein mit Dialog, Gewalt allein mit Willfährigkeit, Terror allein mit Friedensparolen abwehren zu können.DSC_0335

Wir klagen an
die ideologische und politische Willfährigkeit all jener im freien Westen, die Freiheit für die Feinde der Freiheit fordern, die Recht für die Gegner des Rechts einklagen, die Toleranz gegenüber den Predigern der Intoleranz fordern und mithin die Brandstifter zu Biedermännern verklären.

Wir klagen an
die geschichtsvergessene Ideologie in Teilen der politischen Linken und bei all jenen auf den Straßen Europas, die in gefährlicher Verkehrung von Opfer und Täter die terroristische Hamas zum Opfer und das demokratische Israel zum Täter erklärt, die den Angreifer auf Freiheit, Pluralität und Menschenwürde zum Opfer und Rebellen verbrämt und den Angegriffenen in seiner Verteidigung von Freiheit, Pluralität und Menschenwürde zum Täter stigmatisiert.

Wir klagen an
all jene Bürger in Deutschland, die sich mit diesen Verbalterroristen solidarisieren und auf der Straße antisemitische Hassparolen mitgrölen und offenbar vergessen haben, dass schon einmal auf diesem Boden und in unserem Land Judenhass und Judenfeindschaft zum Tod von Millionen von Menschen geführt haben. be0bebf8b6

Wir klagen an
uns alle, die wir in gespenstischer Fixierung auf Israel und Palästina taten- und gefühlslos zusehen, wie in einem religiös verbrämten Bürgerkrieg in Syrien Hunderttausende Menschen sterben, die uns offenbar keine Demonstration wert sind – und wir klagen an uns alle, die wir taten- und gefühllos zusehen, wie Abertausende Christen von islamistischen Terroristen aus dem Irak und Syrien vertrieben werden, was uns offenbar ebenfalls keine Demonstration wert ist.

Dr. Eva Schulz-Jander
Landesrabbiner em. Dr. Henry G. Brandt (Präsidium)

sowie der Vorstand des Deutschen Koordinierungsrates
der Gesellschaften für christlich jüdische Zusammenarbeit

Quelle: http://www.deutscher-koordinierungsrat.de/dkr-home-Pressemitteilung-Juli-29-2014


8 Kommentare on “Eine gefährliche Verkehrung von Opfern und Tätern: „Wir klagen an“”

  1. Anonym sagt:

    Notwehr ? Wenn Unschuldige und Kinder getötet werden ?

    Beim besten Willen, das fällt nicht annähernd unter den Tatbestand der Notwehr.

    Es gibt außerdem noch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel.

    Frau Küble, Sie denken schwarz-weiß und in sehr einfachen Bahnen. Unrecht mit Unrecht vergelten, bleibt Unrecht und kann auch nicht mit Notwehr verharmlost werden.

    Unser Meister Jesus hat gesagt:

    Mt. 5,43-5,45: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.“

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  2. Anonymous sagt:

    Wer klagt diejenigen an, die nach dem 6-Tage-Krieg begonnen haben, auf annektiertes Gebiet neue, immer wieder neue Siedlungen zu bauen und damit die Palästinenser immer weiter zurückzudrängen, herauszufordern, zu demütigen? Das ist für mich die Hauptursache für diesen wohl nie endenden Krieg, und das wird wohl stets eine Kriegsursache bleiben, wenn die Israelis nicht auf frühere Grenzen zurückgehen. Israel sollte m.E. mit einer großen, großzügigen Aktion des Guten Willens einen deutlichen Schritt zurücktreten. Dieser Schritt müßte theoretisch so groß sein, daß der Haß der palästinensichen Othodoxen besegt wird, und dann müßte man mit irgendwie mit den israelischen Othodoxen und ihrem dann neuen Haß gegen die eigene Regierung fertig werden.
    Sollte es jetzt tatsächlich gelingen, die Hamas kaputtzubomben und auch die Tunnel zu zerstören, wird der Haß gegen Israel immer größer, und es wird eine neue Hamas nachwachsen, unterstützt vom weltweiten Islamismus. Oder?

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    • Guten Tag,
      Sie vergessen wohl, daß Israel auf dem Nahostgipfel in Camp David unter Ministerpräsident Barak im Juli 2000 dem PLO-Chef Arafat 90% des Westjordandlands, den ganzen Gazastreifen und Ostjerusalem als Hauptstadt eines Palästina-Staates angeboten hat, dazu noch einen internationaler Fond, um die Palästinenser für das Land zu entschädigen, das sie verloren hatten (sooo weit war Israel noch nie mit seinen Zugeständnissen gegangen) – und daß Arafat dieses „Super-Angebot“ dennoch ablehnte und auf einem vollständigen Rückkehrrecht der Palästinenser bestand, was Israel nicht akzeptieren konnte, was Arafat natürlich klar war. Damit scheiterte der von den USA eingeleitete Friedensprozeß einzig und allein an der bewußten Sturheit der PLO.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  3. Anonym sagt:

    °Bei Luftschlägen der israelischen Armee gegen die Stadt Rafah im Gaza-Streifen sind Dutzende Menschen gestorben. Das Uno-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) erklärte, die Geschosse seien in einer Schule mit 3000 Schutzsuchenden eingeschlagen. Allein in dieser Schule starben zehn Menschen.“ Spiegel-Online

    Werden solche menschenverachtenden Taten auch angeklagt?

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      • Anonym sagt:

        Es sterben Unschuldige bei derartigem Raketenbeschuss! Ich kann Ihnen, Frau Küble, nur wünschen, dass Sie das ebenfalls so sehen.

        Denn die Rechtfertigung eines solchen Verhaltens wäre satanisch!

        Satan freut sich sowohl über Hamas als auch über die israelischen Kriegstreiber und jeden Menschen, der diese Gewalt noch zu rechtfertigen versucht.

        Die Gewaltspirale wird sich nach solchen Aktionen (bei denen vor allem auch Unschuldige sterben) durch die nächsten Generationen fortsetzen.

        Mt 26,52: „Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen“.

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      • Guten Tag,
        nehmen Sie doch die Fakten zur Kenntnis, z.B. daß nicht Israel als „Kriegstreiber“ tätig war, sondern die Hamas, weil sie, bevor Israels Militäroffensive begonnen hat, bereits wochenlang fast dreihundert Raketen auf israelisches Gebiet abschoß. Dies würde sich keine Nation der Welt gefallen lassen, auch Deutschland nicht, sondern seine Bürger schützen – verstanden?!
        Es gibt selbstverständlich aus christlicher Sicht ein Recht auf Notwehr sowohl für den einzelnen wie auch für jedes Volk.
        Sodann zeigt das Wort von Christus an Petrus, daß die Apostel offenbar bewaffnet waren, vermutlich zur Verteidigung bzw. Abschreckung von Räubern und sonstigem lichtscheuem Gesindel. Wo sollte Petrus sonst sein Schwert herhaben? Es fiel bestimmt nicht ein paar Sekunden vorher vom Himmel. Christus wollte schon deshalb keine gewaltsame verteidigung seiner Person, weil er den Weg des Leidens bewußt zu unserem Heil angetreten hat.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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