Beckingen: Pfarrei-Gremien setzen sich für den Verbleib von Pfarrer Eckert ein

Kürzlich haben wir in unserem CHRISTLICHEN FORUM über aktuelle Vorgänge in der saarländischen Pfarreiengemeinschaft Beckingen im Bistum Trier berichtet.

Bischof Stephan Ackermann möchte den  – offenbar eher konservativ orientierten  –  Pfarrer Christoph Eckert gegen dessen Willen versetzen, also zwangsversetzen.

Zugleich will der Bischof den kanonisch (kirchenrechtlich) installierten Pfarrer quasi seiner Leitungsvollmachten berauben und ihnborMedia1742201 zum Hilfsgeistlichen degradieren, obgleich seitens des Priesters keinerlei Verstöße gegen kirchliches oder weltliches Recht vorliegen.

Da Pfr. Eckert einer Versetzung widersprach, leitete der Bischof ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn ein.

Das rabiate Vorgehen des Trierer Oberhirten wirkt umso befremdlicher, als der Geistliche in seinen Pfarreien ebenso erfolgreich wie beliebt ist  –  und zudem noch im Dezember 2013 in sein Amt als leitender Pfarrer eines Verbunds mehrerer Kirchengemeinden eingesetzt wurde.

Auf einer Gemeindeversammlung in Beckingen wurden am 14. August diverse Solidaritätsaktionen für Pastor Eckert beschlossen – siehe hier: http://www.pg-beckingen.de/2014/08/14/unser-pfarrer-soll-bleiben-gemeinde-wird-aktiv/

Auch der Saarländische Rundfunk berichtete darüber: http://www.sr-online.de/sronline/nachrichten/panorama/zuspruch_fuer_beckinger_pfarrer100.html

Hier sprechen Gemeindemitglieder sich öffentlich per Video für den Verbleib ihres Pfarrers aus: https://www.youtube.com/watch?v=OEs1zwC96tY

Die Vertreter der Pfarrei-Gremien haben inzwischen zudem folgende Erklärung für ihren Pfarrer veröffentlicht:

STELLUNGNAHME zugunsten von Pfr. Christoph Eckert:

„Der Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann, hat gegen unseren Pfarrer ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Logo Christustag

Nach offiziellen Verlautbarungen des Bistums wird dieses Verfahren damit begründet, dass Pfarrer Eckert dem Wunsch des Bischofs, die Pfarrstelle zu wechseln nicht nachkommt.

Der Wechsel, so das Bistum, sei aus pastoralen Gründen erforderlich. Zudem sei es ein normaler Vorgang, da Pfarrer Eckert schon länger als 10 Jahre in Beckingen seinen Dienst verrichte.

„Kirchenrecht: Kein Wechsel nach 10 Jahren“

Dieser Aussage widersprechen wir. Eine solche Regel, Wechsel nach 10 Jahren, ist im allgemeinen Kirchenrecht nicht vorgesehen. Pfarrer werden auf unbestimmte Zeit ernannt. Auch im Bistum Trier ist eine solche Praxis nicht grundsätzlich üblich.

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

Noch im Dezember 2013 wurde Pfarrer Eckert, im Zuge des Ausbaus der Pfarreigemeinschaft Beckingen, in den Pfarreien St. Mauritius Haustadt und St.Andreas/Himmelfahrt Reimsbach als Pfarrer eingeführt.

Diesen Gemeinden steht jetzt nach wenigen Monaten ein neuer Wechsel bevor, wenn der Bischof seinen harten Kurs beibehält. Das ist für die Gläubigen vor Ort inakzeptabel.

„Keine Gespräche mit den Gremien geführt“

Das Bistum führt pastorale Gründe für die Versetzung an. Man hat diesen ungewöhnlich harten Weg des Amtsenthebungsverfahrens eingeschlagen ohne auch nur einmal mit den gewählten Vertretern in den Gremien der Pfarreigemeinschaft über die Situation vor Ort zu reden.

„Die Ehrenamtsförderung ist ein Feld, in das wir besonders investieren wollen. Ohne die Ehrenamtlichen hat die Kirche keine Zukunft“, betont unser Bischof auf der Internetseite des Bistums Trier.

Angesichts dieser Vorgehensweise klingen diese Worte in unseren Ohren wie Hohn.

„Pfarrer ist kooperativ und kompetent“

In allen Gremien der Pfarreien, im pastoralen Alltag und insbesondere im Umgang mit der Jugend haben wir den Pfarrer als kooperativen und kompetenten Seelsorger kennen und schätzen gelernt.

Er ist den Menschen zugewandt und stets für unsere Sorgen und Fragen ansprechbar. Die schwierigen Aufgaben des kirchlichen Strukturwandels können und wollen wir mit diesem Pfarrer gerne angehen.

Als ehrenamtlich Tätige aus allen Gemeinden der Pfarreigemienschaft Beckingen sprechen uns im Auftrag der Gläubigen unserer Pfarreien dafür aus, dass unser Pfarrer Christof Eckert weiterhin in Beckingen seinen Dienst verrichten darf.

„Nicht über unsere Köpfe hinweg entscheiden“

Wir wehren uns dagegen, dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird und uns jeglicher Dialog vom Bischof verweigert werden soll.

Zur Klärung der Situation sind wir gerne bereit, nach Trier zu reisen, um mit unserem Bischof ins Gespräch zu kommen.

Wir sind der Überzeugung, dass er ein offenes Ohr für die Anliegen der Ehrenamtlichen haben sollte, die ihm nach eigenen Worten so wichtig sind.“

Quelle hinsichtlich der Gremien-Erklärung: http://katholon.de/?p=7210


3 Kommentare on “Beckingen: Pfarrei-Gremien setzen sich für den Verbleib von Pfarrer Eckert ein”

  1. Sind das noch „Katholiken“, die ihr „Hirten-Amt“ so ausüben?
    Dem „versetzten“ Pfarrer würde ich jetzt vorschlagen, zur Priesterbruderschaft St.Pius X zu gehen!
    Da wird noch echte Seel-Sorge geleistet: gültig geweihte Priester (und Bischöfe), aber halt ohne den „Segen“ von Rom. Auf den können wir derzeit verzichten!

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  2. Marienzweig sagt:

    Der Pfarrer einer Gemeinde in unserer SE war volle 25 Jahre an seinem Ort.
    Da war nie die Rede von Pfarreiwechsel nach 10 Jahren.
    Wie kommt das?
    Gäbe es eine solche Verpflichtung zum Wechsel, müsste sie für alle gelten und nicht nur selektiv.

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