Deutsche Milliarden-Haftung für „Rettungsmaßnahmen“ in der Eurozone

Beatrix von Storch

Das Ifo-Institut liefert schockierende Zahlen:  Auf 322 Mrd. Euro beläuft sich derzeit die deutsche Haftung für bereits ausgezahlte Rettungsmaßnahmen (EFSF, ESM, Target, Anleihekäufe durch Notenbanken). Beatrix v.Storch.PR

Das sind 20 Mrd. mehr als der ganze Bundeshaushalt 2013.

Doch ifo-Chef Hans-Werner Sinn warnt vor einem bedrohlichen Eskalationspotenzial weiterer, noch nicht ausgezahlter, aber bereits in Aussicht gestellter „Rettungs“-Gelder. Für diese würde Deutschlands Haftung derzeit 513 Mrd. Euro betragen.

Sehen Sie hier die ständig aktualisierten Berechnungen des ifo-Instituts. Sinn erklärt hierzu: „Wenn das schiefgeht, dann haben wir Lasten, und die werden wir nicht aus dem Portemonnaie bezahlen, sondern das wird zu neuen Schulden führen.“ 

Dabei ist Deutschland bereits jetzt extrem hoch verschuldet:

Neben die „offiziellen“ Schulden, die knapp 78 Prozent des BIP ausmachen, treten noch die versteckten Schulden, die aufgrund der Zahlungsverpflichtungen des Staates in den sozialen Sicherungssystemen entstehen. Beides zusammen beläuft sich laut Sinn bereits auf 283 Prozent des Bruttoinlandsproduktes oder etwa 7,7 Billionen Euro.

Wer wird diese Billionen-Schulden bei unseren Kindern eintreiben?

Beatrix von Storch ist Europa-Abgeordnete der AfD und führend in der euro-kritischen Bürgerbewegung „Zivile Koalition“ in Berlin: www.zivilekoalition.de 

 


Humanistische Kritik an Äußerungen des Evolutionsbiologen Richard Dawkins

Von Dennis Riehle

Die Humanistische Alternative Bodensee (HABO) hat empört auf den Aufruf des Atheisten Richard Dawkins reagiert, der sich in einer Diskussion im Nachrichtendienst „Twitter“ dafür ausgesprochen hat, ungeborene Kinder mit „Trisomie 21“ („Down-Syndrom“) abzutreibenRiehle, Dennis_5.

Nach Ansicht des Professors könnten von diesen Kindern „keine gesteigerten Fähigkeiten“ erwartet werden.

„Treiben Sie ab und machen Sie einen neuen Versuch. Es wäre unmoralisch, es zur Welt zu bringen, wenn Sie die Wahl haben“, wird Dawkins zitiert.

Der Sprecher der HABO, Dennis Riehle, kritisiert diese Aussage massiv:

„Bei viel Verständnis für so manch kluge Forderung und weise Position des Richard Dawkins, diese Ausführungen sind für mich inakzeptabel – und diese Definition von ‚Moral‘ oder ‚Ethik‘ kann und darf kein Konsens werden“, appelliert Riehle auch an andere säkulare Kreise.

„Derartige Meinungen entsprechen nicht dem humanistischen Weltbild, das ich als zweifelnder oder gar atheistischer Mensch vertrete. Und ich bin überzeugt, dass ich damit auch unter Kollegen nicht alleine bin“.  

Der Evolutionsbiologe Dawkins sieht in seiner „Forderung“, wie er sie bezeichnet, keine Ausnahme, sondern „die Norm“.

Immerhin würden bereits die meisten Föten in Europa und Amerika abgetrieben, wenn ein „Down-Syndrom‘ festgestellt werde.

Dawkins beharrt in diesem Zusammenhang darauf, dass er mit seiner Wortwahl den „Fötus“ anspreche. Er wende sich hingegen ab von einem Standpunkt, wonach „ein Mensch“ mit diesem Syndrom „vor Jahren hätte abgetrieben werden sollen“. baby

Dawkins erinnerte auch an die Möglichkeit, mit diversen Tests heutzutage bereits in der frühen Schwangerschaft das Vorliegen der Behinderung „Trisomie 21“ feststellen zu können.

Zuletzt hatte in Deutschland die Konstanzer Firma „LifeCodexx“ für Aufsehen gesorgt, deren neuartiges Untersuchungsverfahren genau dieses „Down-Syndrom“ pränatal erkennen kann.

„Ansichten jenseits des Humanismus“

Für Riehle spielt die Frage nach der Formulierung keine Rolle:

„Ich verstehe, dass Dawkins den Fötus noch nicht als lebensfähiges Individuum anerkennen will. Mit seiner Forderung urteilt er aber in besonderer Weise über die Position der Behinderung. Sie ist für ihn offenkundig ausreichend, um über Wertigkeit von Leben zu urteilen.

Und natürlich kommt er dabei dann auch nicht umhin, die Folgerung zuzulassen, wonach für ihn Menschen mit ‚Down-Syndrom‘ nicht ‚gesteigert fähig‘ sind. Mit Humanismus hat solch eine Ansicht für mich überhaupt nichts zu tun“.

Der HABO-Sprecher, der selbst an einer genetisch bedingten Erkrankung leidet, schreibt weiter: media-389705-4

„Selbst wenn Dawkins das nicht hören möchte, aber aus seiner Haltung wird für mich unweigerlich klar, dass er behinderte Menschen nicht als lebenswert anerkennt.

Denn selbstverständlich ist es keine hypothetische Frage, was mit denjenigen Behinderten wäre, die heute auf der Welt sind, wenn man schon vor Jahrzehnten das ‚Down-Syndrom‘ oder Anderes hätte vorgeburtlich diagnostizieren können  –  und die Eltern auf Aussagen wie die von Dawkins eingegangen wären. Es ist eine Frage, die heute wohl gleich beantwortet würde, wie damals auch – und sie führt letztlich zur Selektion“.

„Abtreibung behinderter Kinder inakzeptabel“

Der Evolutionsbiologe könne nach Riehles Einschätzung nicht erwarten, dass Eltern oder ihre behinderten Kinder die komplexe philosophische Abstraktion verstehen könnten, die der Professor mit seinen feinsinnigen Differenzierungen in der Formulierung bezwecke.

„Dawkins darf selbstredend seine Überzeugung kundtun. Es ist für mich aber unverantwortlich, Eltern derart ins Gewissen zu reden. Für sie muss es ein Schlag ins Gesicht sein, das Absprechen von jeglicher Würde“. PICT0133

Nach Einschätzung des HABO-Sprechers ist das schon länger bekannte, aber selten so deutlich wie jetzt zutage getretene Verständnis der Evolution nach Dawkins in sich nur schwer nachvollziehbar:

„Bedeutet Evolution für den Forscher, dass er in die Machenschaften der Natur  –  wenn es schon kein Gott ist, der erschafft und lenkt  –  nach Belieben eingreifen kann? Und sind Behinderungen damit lediglich ein ‚Unfall‘, dessen Folgen der Mensch mittlerweile zu verhindern imstande ist?.

Mit seinen Einlassungen bedient Dawkins in wunderbarer Weise Vorurteile, mit denen Lebensrechtler die Ideologie verschiedener Atheisten, die in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht haben, verurteilen. Ich weiß nicht, ob er seiner eigenen Klientel damit einen Gefallen getan hat.

Denn das Leben allein im Hinblick auf ‚gesteigerte Fähigkeiten‘ zu bewerten, mag evolutionsbiologisch richtig sein. Letztendlich führt eine solche Argumentation aber direkt zur gefürchteten Perfektion des Menschen, die zumindest ist nicht will“, erklärt Riehle.

„Denn während viele der Ideen Dawkins‘ mittlerweile mehrheitsfähig sind, dürfte es solch eine Forderung hoffentlich nie werden“, so der HABO-Sprecher abschließend.

Dennis Riehle, Sprecher
Humanistische Alternative Bodensee (HABO)
Martin-Schleyer-Str. 27 in 78465 Konstanz
www.humanisten-bodensee.de
sprecher@humanisten-bodensee.de 

 

 


Kardinal Fernando Filoni reiste als Sondergesandter des Papstes in den Irak

Kardinal Fernando Filoni (siehe Foto), Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, traf sich am Tag nach seiner Rückkehr aus dem Irak, den er als Sondergesandter im Auftrag von Papst Franziskus besucht hatte, mit dem Papst, um über die ihm anvertraute Mission zu berichten. filoni_kardinal_fernando_sz_contentimage

Im Interview mit dem vatikanischen Fidesdienst spricht der Präfekt der Missionskongregation über Einzelheiten der Mission und persönliche Eindrücke während seines Aufenthalts in dem gemarterten Land.

Ihr Besuch fand im Zeichen der humanitären Notlage der Christen und anderer Minderheiten des Nord-Iraks statt. Was haben Sie dort gesehen?

Es war eine Mission unter notleidenden Menschen, insbesondere unter den Christen, die aus Mossul und der Ninive-Ebene fliehen mussten. Sie mussten ihre Häuser und ihr einfaches alltägliches Leben verlassen und wurden in eine unvorhersehbare Situation hineinkatapultiert.

Von einem Tag auf den anderen hatten sie keine Wohnung und keine Kleider mehr, ohne all das, was im allgemeinen selbstverständlich ist und dort auf einmal nicht mehr existiert.

Es gibt dort zum Beispiel bei 47 Grad kein Wasser, um sich zu waschen. Die Menschen schlafen auf den Straßen oder in Gärten, unter einem Baum oder unter einer Plastikplane. Frauen, die sonst einen Haushalt führen, fühlen sich nutzlos und scheinen verwirrt.

Kinder sind vielleicht die einzigen, die das dramatische Ausmaß der Lage nicht erfassen, und laufen spielend umher. Alte Menschen liegen in einer Ecke und Kranke wissen nicht, ob es je wieder einen Arzt oder Medikamente geben wird.  1_0_809751

Wie wurden Sie aufgenommen?

Dass der Papst, da er persönlich nicht kommen konnte, umgehende einen Sondergesandten  –  keinen Diplomaten, sondern einen persönlichen Gesandten – geschickt hat, war für die Menschen ein bedeutendes Signal dafür, dass er ganz nahe bei ihnen sein wollte. 

Und ich habe in den Tagen meines Besuchs bei diesen Menschen gelebt. Ich fühlte mich privilegiert, weil ich ein kleines Zimmer für mich hatte und etwas Wasser, um die Hände zu waschen. Aber ich war ganz in ihrer Nähe.

Ich war dabei nicht in eigener Mission, sondern im Auftrag des Papstes vor Ort. Und mein Zusammensein mit diesen Menschen war ein Zeichen der Verbundenheit des Papstes.

Ich habe christliche und jesidische Siedlungen besucht  – und ich habe am Leben der Ortskirche teilgenommen. Auch Bischöfe, Priester und Ordensleute mussten fliehen und einen Platz zum Schlafen finden.  4077304320

Durch seinen Gesandten wollte der Papst diesen Menschen Mut machen und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind.

Bei seiner Rückkehr aus Korea bekräftigte der Papst, dass ein Weg, um den ungerechten Aggressor aufzuhalten, im Schoß der internationalen Organisationen gesucht werden muss.

Die Kirche wird als solche immer gegen einen Krieg sein. Doch diese armen Menschen haben auch ein Recht darauf, dass man sie schützt.

Sie haben keine Waffen und wurden auf feige Art und Weise aus ihren Häusern vertrieben, sie haben nicht gekämpft. Wie kann man das Recht dieser Menschen auf ein würdiges Leben in der eigenen Heimat garantieren? Bestimmt nicht, indem man Gewalt zulässt, sondern in dem man versucht, diese Gewalt unbedingt zu verhindern.

Doch wir können den Aufschrei dieser Menschen nicht ignorieren, die uns anflehen: helft uns, schützt uns!

Wäre es zu diesem Zweck nicht nützlich, zu erfahren, wer die Dschihadisten mit Waffen und Geld versorgt, um zu versuchen, diese Zufuhr zu stoppen?

Diese Apparate und Gruppen sind bestens mit Waffen und Geld ausgerüstet und man fragt sich tatsächlich, wie es möglich sein kann, dass die Zufuhr von Waffen und Ressourcen denjenigen entgangen sind, die solche tragischen Entwicklungen kontrollieren und verhindern sollen.

Oft habe ich gehört, dass man sich die Frage nach der “remote control” stellt, danach, wer die Fäden aus der Ferne zieht. Doch ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht einfach, darauf eine Antwort zu geben.

Quelle: Fidesdienst / 2. Foto: Radio Vatikan  /  3. Foto: frz. Civitas-Institut


Befolgt das, was die Schriftgelehrten sagen, doch ahmt nicht nach, was sie tun…

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Mt 23,1 ff.:

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sprach: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Moses gesetzt. jesus in der synagoge von nazareth

Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.

Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen.