Die Familien-Synode in Rom ist mit den Folgen der „Sexuellen Revolution“ konfrontiert

Mathias von Gersdorff

Vom 5. bis zum 19. Oktober 2014 wird im Vatikan eine Bischofssynode unter dem Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ stattfinden. Solche Synoden sind nicht ganz außergewöhnlich, und so nimmt die große Öffentlichkeit meist wenig Notiz von ihnen. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Diesmal ist es anders: Der deutsche Kardinal Walter Kasper hielt vor der Versammlung der Kardinäle (Konsistorium) am 20. und 21. Februar 2014 in Rom eine Ansprache, die den Diskussionsrahmen abstecken sollte.

Er regte an, darüber nachzudenken, ob man wiederverheiratete Geschiedene zum Empfang der Kommunion zulassen sollte. Seitdem ist eine hitzige Diskussion im Gange. Es haben sich mehrere Meinungsströmungen gebildet, die völlig konträre Ansichten vertreten.

Für einen Nicht-Katholiken mag diese Debatte schwer verständlich sein, doch für Katholiken geht es um einen essentiellen und seit vielen Jahrhunderten und in vielen gewichtigen kirchlichen Dokumenten eigentlich geklärten Punkt der katholischen Lehre.

Wiederverheiratete Geschiedene leben nämlich entsprechend der katholischen Morallehre in fortlaufendem Ehebruch und somit in einem öffentlichen Zustand der schweren Sünde. Dieser Umstand schließt sie vom Empfang der Kommunion aus. Eine Änderung dieser Praxis würde einen schwerwiegenden Bruch mit der traditionellen Lehre bedeuten.

Nicht Kirche, sondern Popkultur ist bestimmend

In der Synode geht es aber nicht nur um die Frage der Kommunion. In diesem Aspekt verdichtet sich im Grunde eine viel umfassendere Problemstellung: Wie soll die katholische Kirche mit der Tatsache umgehen, daß eine große Zahl der Gläubigen die Ehe- und Familienlehre der Kirche nicht kennt oder zumindest nicht verinnerlicht hat? DSC05485

In kaum einem anderen Bereich läßt sich so deutlich feststellen, wie stark der Einfluß, die moralische Autorität und die Gestaltungskraft der katholischen Kirche abgenommen haben.

Selbst viele Katholiken lassen sich nicht mehr von der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie orientieren, sondern vom Ehebild, das Spielfilme, Fernsehserien, Pop-Stars usw. vermitteln. Kurz: Sie lassen sich von einem Zeitgeist orientieren, der stark von der „Sexuellen Revolution“ der 1960er Jahre geprägt ist.

Mit der Folge, daß immer weniger Ehen überhaupt zustande kommen und viele der geschlossenen nicht mehr christlich geführt werden und zerbrechen. Die Synode soll sich nun Gedanken machen, wie man mit diesem Riesenproblem fertig wird.

Prophetische Sorge der Päpste des 20. Jahrhunderts

Im Oktober dieses Jahres wird sich die Kirche natürlich nicht zum ersten Mal mit diesem so wichtigen Thema beschäftigen. Die Krise der Familie, wie wir sie heute sehen, begann allerspätestens nach dem 1. Weltkrieg mit dem definitiven Ende der Agrargesellschaft und dem Anbruch einer säkularen Kultur, die die christlichen Werte immer mehr in Frage stellte.

Auf diese Situation machte Papst Pius XI. im Jahr 1930 in seiner Enzyklika „Casti connubi“ aufmerksam und schilderte die vielen Angriffe auf die moralischen Grundlagen für die Existenz stabiler Ehen: Pornographie, sittenlose Schauspiele und Spielfilme, unzüchtige literarische Werke, aber auch Abtreibung und Euthanasie.

Im Jahr 1968 erschien die Enzyklika „Humanae Vitae“ von Papst Paul VI. Diese ist insbesondere für die Verurteilung der künstlichen Empfängnisregelung bekannt, doch ihr inhaltlicher Gegenstand sind Ehe und Familie und die Angriffe auf sie.

Angriffe auf Ehe und Familie

Papst Johannes Paul II. befaßte sich mehrmals mit den Schwierigkeiten der Familie in der modernen Welt. Sein wichtigstes Dokument ist „Familiaris Consortio“ aus dem Jahr 1981. Auch das Oberhaupt aus Polen schilderte die Gefahren, die von der modernen Kultur auf die Familie ausgehen:

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: E.Gründler

„Es gibt Anzeichen einer besorgniserregenden Verkümmerung fundamentaler Werte: eine irrige theoretische und praktische Auffassung von der gegenseitigen Unabhängigkeit der Eheleute; die schwerwiegenden Mißverständnisse hinsichtlich der Autoritätsbeziehung zwischen Eltern und Kindern; die häufigen konkreten Schwierigkeiten der Familie in der Vermittlung der Werte; die steigende Zahl der Ehescheidungen; das weit verbreitete Übel der Abtreibung; die immer häufigere Sterilisierung; das Aufkommen einer regelrechten empfängnisfeindlichen Mentalität.“

Die päpstlichen Texte stießen nicht auf ungeteilte Zustimmung. Insbesondere in Deutschland versuchte man immer, einen „Sonderweg“ zu finden, der im Grunde daraus bestand, zu resignieren und vor der „Sexuellen Revolution“ einzuknicken.

So gab der deutsche Episkopat als Reaktion auf „Humane Vitae“ am 30. August 1968 die „Königsteiner Erklärung“ heraus, in der man den Gläubigen die Entscheidung überließ, ob sie künstliche Verhütungsmittel verwenden wollen oder nicht. Das österreichische Pendant zur „Königsteiner Erklärung“ ist die „Maria Troster Erklärung“.

Um liberale Positionen nicht verlegen

Am 10. Juli 1993 erschien ein vielbeachteter Hirtenbrief der Bischöfe von Freiburg (Oskar Saier), Stuttgart-Rottenburg (Walter Kasper) und Mainz (Karl Lehmann), in welchem ein geänderter Umgang mit den geschiedenen Wiederverheirateten gefordert wurde, auch hinsichtlich des Empfangs der Kommunion.

Der Präfekt der Glaubenskongregation und spätere Papst Benedikt XVI., Joseph Kardinal Ratzinger, lehnte jeden Kompromiß in dieser Hinsicht ab.

Auch bei der laufenden, von Kardinal Kasper angestoßenen Diskussion sind die Deutschen nicht um liberale Positionen verlegen. Herder, immerhin der größte katholische Verlag hierzulande, veröffentlichte das Buch „Keine Christen zweiter Klasse“ des Theologen Hermann Häring.

Dieser hält die katholische Lehre über die Ehe schlicht für mittelalterlich und überholt. Die katholische Kirche solle sich endlich an die geänderten Ansichten des Kirchenvolkes anpassen und den heutigen Wissenstand über Natur, Mensch und zwischenmenschliche Beziehungen zur Kenntnis nehmen. 120505184_B_July und Mike draussen

Nicht viel anders denkt die reformkatholische Initiative „Wir sind Kirche“, die eine „katastrophale Weltferne und Unbeweglichkeit der kirchlichen Lehre“ bedauert.

Eines der wichtigsten Presseorgane des liberalen Lagers  –  sie selber nennen sich Reformkatholiken  –  ist erstaunlicherweise die FAZ. Vor allem Daniel Deckers ergreift offen Position und weiß schon jetzt, wie Papst Franziskus zum Thema „Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete“ steht. Am 4. September 2014 schrieb er: „Der Kampf um Rom hat begonnen: Wie Papst Franziskus und einige Gleichgesinnte die Irrwege der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie nach dem II. Vatikanischen Konzil korrigieren wollen.“

Kardinäle veröffentlichen Buch über die Ehe

Die Verteidiger der traditionellen Lehre über Ehe und Familie sind unterdessen nicht untätig geblieben. So wird unmittelbar vor der Synode das Buch „Remaining in the Truth of Christ“ (Verbleiben in der Wahrheit Christi) der Kardinäle Walter Brandmüller, Raymond Leo Burke, Carlo Caffarra, Velasio De Paolis und Gerhard L. Müller auf englisch und italienisch erscheinen.

Auf deutsch wird am 3. Oktober „Das wahre Evangelium der Familie: Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“ des Professors für Pastoraltheologie in Rom, Juan José Pérez-Soba, herauskommen. Das Buch mit einem Vorwort von George Kardinal Pell wurde aus dem Spanischen übersetzt und wird im Verlag Media Maria erscheinen. Es zeigt akribisch die Unhaltbarkeit von Kaspers Vorschlag.

Das Thema wird uns noch länger begleiten, denn die außerordentliche Synode, die nächste Woche beginnt, ist nur eine Vorbereitung für eine größere Synode, die im Oktober 2015 stattfinden soll.

Jedoch ist schon jetzt abzusehen, daß die „Reformkatholiken“ alles in ihrer Macht stehende nutzen werden, um die katholische Ehe- und Sexualmoral zu demolieren.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und betreibt das Webmagazin „Kultur und Medien online“

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Y. B. Alniak: Terroristen-„Karriere“ von der Gaza-Flottille zum IS-Kampf in Syrien

Ein prominentes Mitglied der Organisation „İnsan Hak ve Hürriyetleri ve İnsani Yardım Vakfı“ (IHH) ist am vergangenen Dienstag bei US-Luftschlägen gegen die islamistische Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien getötet worden, wie nun bekannt wurde.  zj4fwkX15H8Bzl5NS6_ujg

Ya’akov Bolinet Alniak war 2010 an Bord jener bekannten Gaza-Flottille gewesen, durch die Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) von Aktivisten angegriffen wurden, wobei schließlich neun der Aktivisten getötet wurden. Die IHH organisierte diese Flottille und wird in Israel als Terrororganisation eingestuft.

FOTO: Waffen, welche israelische Soldaten auf der Gaza-Flottille sicherstellten

Türkischen Presseberichten zufolge hatte Alniak, der 2010 direkt an den Angriffen auf israelische Soldaten beteiligt war, sich erst vor kurzem der Terrororganisation IS angeschlossen und war unmittelbar in die Kämpfe in Syrien involviert.

Der ehem.  Gesandte der israelischen Botschaft in Berlin und jetzige Sprecher des Außenministeriums, Emanuel Nahshon, erklärte, die Berichte belegen „eine direkte Verbindung zwischen den Extremisten der IHH und den Mördern des IS. Dieser Mann, der versucht hat, Soldaten von ZAHAL zu verletzen, machte später Karriere als Henker im Dienst des extremistischen Islam.“

Quellen: Ynet, israelische Botschaft in Berlin


Verhängnisvolle Auswirkungen des Genderismus in der Kindererziehung

Von Christa Meves

Unverdrossen schreitet der Genderismus nun auch in den Unterrichtsplänen der Schule hierzulande voran. Zwar ist mittlerweile in der Bevölkerung ein ratloses Staunen darüber aufgekeimt; aber bei meinen Fachvorträgen in der letzten Zeit lässt sich immer wieder der Eindruck feststellen, dass die Gefahr für unsere Kinder und Jugendlichen unterschätzt wird. Christa Meves

Das ist verständlich, ist es doch eine absurde Idee, in die Gehirne bereits der Kleinen im Vor- und Grundschulalter einpflanzen zu wollen, dass sie es aufgeben mögen, ein Junge oder ein Mädchen zu sein und zu einem Mann bzw. einer Frau heranzuwachsen.

„So eine blöde Mode wird sich schon bald wieder verflüchtigen“, schallt es mir dann entgegen. „So eine verrückte Idee ist doch einfach viel zu unnatürlich.“  –  Das ist zwar richtig, wird aber der Gefahr zu seiner Realisierung als „Mainstream“   –  dieses zur Hauptsache gemachten Umerziehungsplans  – nicht gerecht.

Es ist für den Laien in der Tat auch nicht einfach, die Raffinesse dieses Eingriffs in die Elternrechte sogleich zu erkennen. Hier ist mit diesem internationalen Großprogramm mehr beabsichtigt als ein ideologisches Spielchen; denn warum soll nun ausgerechnet schon bei den Kleinen eine „Offenheit in der geschlechtlichen Identität“ erwirkt werden?

Hier liegt eine Strategie vor, die auf entwicklungspsychologisches Fachwissen der Initiatoren schließen lässt; denn in der 4 bis 7-Jährigkeit vollzieht das seelisch gesunde Kind einen bedeutsamen Entfaltungsschritt: die Bejahung der geschlechtlichen Identität. IMG_4228

In diesem Zeitfenster keimt, erst noch halb bewusst, die Frage auf (z. B. bei den Jungen): „Okay, ich bin ein Junge – und wie geht das nun weiter? Na klar, ich werde ein Mann wie Papa!“ (Vice versa bei den Mädchen).

Aber wenn dieser Papa nun kein nachahmenswertes Mannsbild ist, weil er seinen kleinen Sohn lieblos behandelt, weil er säuft und Mama schlägt, weil er so oft weg ist, oder so viel rumschreit; einer, von dem Mama sagt, dass Papa ein „Waschlappen“ oder ein „Schlappschwanz“ sei, dann kann leicht mal die Vorstellung auftauchen, dass man so nicht werden will  –  und das ist bei unserer hohen Scheidungsrate gar nicht so selten.

Dann kann etwa folgende Stimmung in dem Kind einsetzen, wie ich mir das als Kinderpsychotherapeutin manchmal sogar von einem Buben habe direkt erzählen lassen: „Wie Papa werden? Bäh, dann lieber wie Mama!

Kleine Jungen grübeln nicht. Sie fassen handelnd Entschlüsse, jedenfalls solange sie klein sind. Später, im Jugendalter, wenn sie sich noch einmal sehr bewusst –  in den Spiegel schauend  –  fragen „Wer bin ich eigentlich?“, meinen einige dann oft, lieber eine Frau werden zu wollen, sei immer schon angeboren in ihnen vorhanden gewesen.

Aber objektiv stimmt das nicht (von seltenen pathologischen Fällen abgesehen). Erst im Kleinkindalter hat sich diese Wendung vollzogen!

So also kann  –  durch Enttäuschung hervorgerufen – der Entfaltungsschritt in dieser frühen Prägungsphase für geschlechtliche Identität in eine andere Richtung gehen. Und deshalb gibt es an der Schwelle zum Erwachsensein bei einigen Kindern die Vorstellung, „andersrum zu sein“.

Genderismus als Unterrichtsprogramm in der Schule kann deshalb die neue Vielfalt (LSBTTIQ) bei manchen Jugendlichen mit einer solchen oder ähnlichen Vorgeschichte schmackhaft machen. Und zwar als etwas Besonderes, in unserer Gesellschaft Hervorgehobenes, ja sogar als etwas Super-Anerkanntes. Und manchmal keimt dann sogar eine innere Hoffnung auf: dadurch eine bedrückende Unsicherheit im eigenen Selbstwertgefühl durch Outen zu beseitigen.  BILD0222

Warum dann also auch nicht? Schließlich sind wir doch alle zu Toleranz erzogen und auch dazu, jeden Menschen in seinem Eigenwert anzunehmen.

Dennoch sollten Eltern sich fragen: Gehört dergleichen wirklich zu ihrem Erziehungsziel? Das muss im Hinblick auf die Erziehung heute sehr allgemein und vorab gefragt werden; denn mit der Hoffnung auf das Entstehen von Familien in der jungen Generation kann es dann immer öfter vorbei sein. Wenn die „Vielfalt“ erst einmal zur praktizierten Realität geworden ist, gibt es kaum einmal einen Weg zurück….

Aber 80 % der Menschen hierzulande wünschen sich, in Familien zu leben, und ein Großteil der Älteren wünscht sich Enkel und Großelternschaft.

Es muss vermutet werden – und die hohe Scheidungsrate kann hier als Gradmesser dienen, dass einer nicht geringen Zahl von Kindern schon im Kleinkindalter solche Änderungswünsche anfliegen können, so dass sie damit für Gender Mainstreaming in der Tat aufgeschlossen gemacht werden können.

Wenn man diese Zusammenhänge für unsere brüchige Gesellschaft heute durchschaut, wird es dringlich, in später Stunde den Anfängen zu wehren!

Jetzt ist es geboten, dass verantwortungsbewusste, gut informierte Väter den Entschluss fassen, sich um ihre kleinen Buben so zu kümmern, dass sie ihnen durch liebevolle männliche Zuwendung als erstrebenswerte Vorbilder erscheinen.

Spätestens im Vor-und Grundschulalter muss in der einzelnen Familie heute Vorbeugung beginnen; denn die Wissenschaft kann nun eindeutig die Aussage machen:

Das Geschlecht, als Mann oder als Frau durchs Leben zu gehen, wird bereits im Fötus installiert. Im Kleinkindalter wird diese Gewissheit dann durch das positive Erleben des Kindes mit erwachsenen Vorbildern in seinem Gehirn noch einmal verfestigt, es sei denn, eine dekadente, den Mann ins Out gesetzte Umwelt treibt das Kind auf einen erschwerten Lebensweg.


Der schicksalsgeplagte Hiob beklagt sein Los und sehnt sich nach dem Tod

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Buch Hiob 3,1-3.11-17.20-23:

Hiob tat seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag. Er ergriff das Wort und sprach: polskaweb

Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist empfangen.
Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?
Weshalb nur kamen Knie mir entgegen, wozu Brüste, daß ich daran trank?

Still läge ich jetzt und könnte rasten, entschlafen wäre ich und hätte Ruhe bei Königen, bei Ratsherren im Land, die Grabkammern für sich erbauten, oder bei Fürsten, reich an Gold, die ihre Häuser mit Silber gefüllt.

Wie die verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht mehr am Leben, Kindern gleich, die das Licht nie geschaut. Dort hören Frevler auf zu toben, dort ruhen aus, deren Kraft erschöpft ist.

Warum schenkt ER dem Elenden Licht und Leben denen, die verbittert sind?
Sie warten auf den Tod, der nicht kommt, sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze.
Sie würden sich freuen über einen Hügel; fänden sie ein Grab, sie würden frohlocken.

Wozu Licht für den Mann auf verborgenem Weg, den Gott von allen Seiten einschließt?

 


Sechs israelische Schülerinnen holten erstmals Silber bei der Gymnastik-WM

Während kürzlich in Berlin die Marathon-Läufer schwitzten, holte Rußland Gold und Israel Silber im türkischen Izmir bei der Gymnastik-Weltmeisterschaft:

Die Auszeichnung bekam das israelische Mädchenteam für seine Performance mit Keulen (siehe Foto) bei einem End-Punktestand von 16.983.
Israelische Gymnastinnen holen WM-Silber
Die aus den Turnerinnen Alona Kushewtzki, Ida Meirin, Yuval Pilo, Katia Levín, Karina Lichber und Lihi Shuchtowitz bestehende Mannschaft bzw. „Frauschaft“ stieg in die Finalrunde auf, nachdem sie in der Vorrunde einen gekonnten Auftritt vorgeführt hatte.

Der hierbei erreichte fünfte Platz sicherte den Aufstieg der Gymnasiastinnen in die Runde der besten Acht und damit die Silbermedaille. Auch Weißrußland und Italien schafften ein Silber-Resultat.

Es handelt sich um das beste Ergebnis, das Israel je bei einer Gymnastik-WM erreicht hat.

Quellen: Ynet, israelische Botschaft in Berlin


Neue Studie zur Weltbevölkerungszunahme bis 2100 ist fragwürdig

Von Dr. Edith Breburda

Die neueste Projektion zur Bevölkerungsentwicklung, die soeben in der renommierten Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Meinung von Experten, wonach sich die Weltbevölkerung im kommenden Jahrhundert stabilisieren wird, falsch ist.  Dr. Breburda
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Unter Anwendung von eleganten und innovativen demographischen Techniken kommt  die Studie zu folgender Schlußfolgerung: Mit 80% Wahrscheinlichkeit wird die Bevölkerung von jetzt 7,2 Milliarden im Jahr 2100 auf 9,6 bis 12, 3 Milliarden Menschen zunehmen.
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Es besteht kein Zweifel, dass die Science-Studie auch die Klimaänderungsdebatte beeinflussen wird, denn Milliarden mehr Konsumenten bedeuten auch mehr Treibhausgas-Emissionen.
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Aber etwas Skepsis ist bei dieser Prognose angebracht. Konventionelle Bevölkerungsprojektionen, auch jene, die von der UN-Bevölkerungsabteilung durchgeführt werden, bieten hohe, mittlere oder niedrige  Szenarien. Aber damit sollen lediglich die plausiblen Zukunftsmodelle illustriert werden, ohne exakte Werte auszusagen.

Foto: E. Breburda

Foto: E. Breburda

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In der Science-Studie liegt der hauptsächliche Grund für die schnelle Zunahme der Weltbevölkerung im südlich der Sahara gelegenen Afrika.
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Die durchschnittliche Geburtenrate einer Frau liegt dort bei fünf Kindern und mehr; sie ist damit zweimal höher als in der restlichen Welt.
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Zwischen 1950 und heute ist die Bevölkerungszahl in dieser Region um eine Milliarde Menschen gestiegen. Beim Anhalten dieser raschen Bevölkerungsvermehrung in Afrika könnte die weltweite Bevölkerung bis 2100 um 5 Milliarden Menschen zunehmen.
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Die Schlüsselfrage hierbei lautet, ob die benutzten Methoden für eine langfristige Vorhersage über die Bevölkerungsentwicklungen fehlerfrei sind. Die kurze Antwort lautet: Nein.
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Die grundlegenden Schwierigkeiten für alle Berechnungen über langfristige Bevölkerungsentwicklungen hängen mit den Geburtenzahlen zusammen. Denn es gibt bis heute noch keine  vertrauenswürdige Methode, um die Geburtenrate der nächsten Generation vorauszusagen, geschweige denn für ein ganzes Jahrhundert.
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Vor einem halben Jahrhundert, in den frühen 1960er Jahren, betrug die Geburtenrate in Ostasien 5,5 Geburten pro Frau. Heute liegt sie gemäß der UN-Bevölkerungsabteilung statistisch bei 1,6 Geburten pro Frau –   das sind 70% weniger.
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In der gesamten Geschichte der Menschheit gab es keinen derartigen schnellen Rückgang der Fertilitätsraten.
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Überall in der Welt können wir heute eine hohe Lebenserwartung, eine niedrige Geburtenrate und eine wesentliche Verbesserung der Gesundheitskonditionen feststellen.
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Unter solchen Umständen ist eine Vorhersage der demographischen Zukunft schwieriger als je zuvor. Zur Zeit ist die Geburtenrate in Afrika, südlich der Sahara, doppelt so hoch als notwendig, um die langfristige Stabilität der Bevölkerungsanzahl aufrecht zu erhalten.
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Die Autoren der Science-Studie gehen davon aus, dass diese Region eine demographische Ausnahme auch für weitere Generationen bleiben wird. Es kann sein, dass diese Annahme korrekt ist  –  oder auch nicht. m
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Einige Gegebenheiten sollten berücksichtigt werden: Im Jahr 2000 hatte ein Drittel der afrikanischen Frauen im gebärfähigem Alter (15 – 49 J.) eine höhere Schulbildung. 2050 werden nach Berechnungen des Internationalen Institutes für angewandte Systemanalysen in Wien 70% der Frauen in Afrika eine höhere Bildung aufweisen  –  und die Lebenserwartungen werden bei durchschnittlich 70 Jahren liegen.
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Wird unter diesen Umständen Afrika resistent bleiben gegen eine Geburtsratenabnahme?  – Einige werden antworten, dass kulturelle Traditionen und ähnliche Faktoren die hohe Fertilitätsrate fortsetzen werden.
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Die gleichen Argumente wurden vor nicht allzulanger Zeit auch über den Mittleren Osten benutzt. Jetzt weiß man, wie falsch diese Annahmen über die unveränderbaren Familienwerte dort waren.
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Die globale Fruchtbarkeit ist eine Angelegenheit des menschlichen Willens  –  und keine Berechnung kann diese grundlegenden Gegebenheiten ändern.
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Plausible Voraussagen über die Fertilität von Ungeborenen oder deren Nachkommen sind offensichtlich mangelhaft. (Siehe hierzu: THE  WALL STREET JOURNAL, 23.9.2014)
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Buchautorin, Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
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Pakistan: Junge Muslime filmen dreist ihre Vergewaltigung eines christlichen Mädchens

Vier junge Muslime vergewaltigen in Sialkot die 15-jährige Christin Monaza Bibi und filmten ihre Untat.

Wie der christliche Anwalt Mushtaq Gill mitteilt, wurden zwei der Täter festgenommen, nachdem der Vater des Mädchens Anzeige erstattete. Nach den beiden anderen Verbrechern werde gesucht. Fussmatte__

Wie der Vater berichtet, wurde ihm davon abgeraten, Anzeige zu erstatten, doch er ließ sich von den Drohungen nicht abschrecken. Die Polizei bestätigte die Existenz eines Tatvideos, das als Beweis gegen die Schuldigen herangezogen werden soll.

“Es kommt weiterhin zu Vergewaltigungen von christlichen Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt durch muslimische Jugendliche werden, die dafür oft nicht bestraft werden”, erklärt Gill, der darauf hinweist, dass „es in diesem Film auch ein Video gibt, das ursprünglich eine Trophäe sein sollte“.

Nach Schätzungen werden in Pakistan jedes Jahr ca. tausend Mädchen und junge Frauen, die hinduistischen und christlichen Minderheiten angehören, vergewaltigt.

Quelle: Fidesdienst  –  Foto: IGFM


Natanaëls Bekenntnis: „Du bist der Sohn Gottes, Du bist der König von Israel“

Heutige Evangelienlesung der kath. Kirche: Joh 1,47-51:

In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.  Herz-Jesu_01

Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich?   –  Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.  –   Natanaël antwortete ihm: Meister, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!

Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, daß ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.

Und ER sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

 


Bewegende Lesung von Ulrike Draesner: „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“

Von Susanne Habel

Derzeit stellt Ulrike Draesner (siehe Foto) ihr viel gerühmtes literarisches Werk „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ bei Lesungen im ganzen deutschen Sprachraum vor. Der Roman schildert das Schicksal zweier Familien aus Schlesien, woher auch die Autorin stammt. Ulrike_Draesner_Habel

Die Autorin verbindet die Geschichte der schlesischen Familie Grolmann mit dem Schicksal der nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ostpolen nach Breslau vertriebenen Familie Nienaltowski. Vier Generationen kommen zu Wort Dabei springt die Autorin souverän von Figur zu Figur, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt.

Gleich eingangs sinniert die gegenwärtige „Heldin“ Simone Grolmann, eine erfolgreiche Professorin für Verhaltensforschung bei Primaten, über das Verhalten ihres Vaters Eustachius.

Dieser, ebenfalls ein Primatenforscher und mittlerweile „82 dreiviertel“ Jahre alt, ist ein Kriegskind. Aufgewachsen im niederschlesischen Oels, mußte der dreizehnjährige „Stach“, wie er genannt wurde, im Januar 1945 mit seiner Mutter Lilly und dem behinderten Bruder Emil aus Schlesien in den Westen fliehen.

Noch immer wird er von den Erinnerungen an die Flucht und den Tod seines Bruders heimgesucht. Eustachius ist schon fast klischeehaft traumatisiert, woran auch seine Ehe mit der Bayerin Ines gescheitert ist.

Um die Seelennöte ihres Vaters zu erforschen, der plötzlich auch noch unerklärlicher Weise Schulden macht, heuert Simone einen Psychologen an:

Boris Nienaltowski, selbst deutsch-polnisch-schlesischer Herkunft, hält u.a. Seminare für Kriegsfolgenopfer unter deutschen Vertriebenen und deren Nachkommen im niederschlesischen Kreisau ab.

Boris ist ebenfalls geprägt von dem Heimatverlust seiner Vorfahren, die nach Kriegsende aus dem Osten nach Westpolen vertrieben wurden, von verdrängtem Verlust und unterdrückten Erinnerungen. In inneren Monologen erfährt man von den Bindungs- und Beziehungsproblemen dieser Protagonisten, welche die Angst ihrer Vorfahren quasi internalisiert haben.

Vertriebene: Leidenswege im seelischen Gepäck

Wieweit die Traumatisierung über die Generationen wirkt, deutet die Autorin immer wieder in verschiedenen Szenerien an: Titel-siebenspruenge

So beschreibt sie packend und authentisch eines der Psycho-Seminare ein Kreisau: Jeder der anwesenden 32 Teilnehmer denkt an etwa vier Tote, die er verloren hat; jeder hat das Leiden der verstorbenen Vertreibungs- und Fluchtopfer im seelischen Gepäck.

Denn die Erinnerungen an diesen Horror wirken nach bis in das dritte und vierte Glied: Von der Urgroßmutter, der schlesischen Lehrerin Lilly Grolmann und deren Mann Hannes, über den Sohn Eustachius und seine Tochter Simone („Sima“) bis hin zur Enkelin Esther. 

Das Gleiche trifft auf die polnisch-schlesische Parallel-Familie Nienaltowski zu, von der Lemberger Urgroßmutter Grazyna über deren Tochter Halka, die von einem namenlosen Deutschen den Sohn Boris bekommt, bis hin zu dessen Tochter Jennifer.

Tragischer Heimatverlust bleibt nicht folgenlos

So spiegelt sich das Vertreibungs- und Heimatverlusterlebnis beider Familien, bis sie über das erzählte Erleben zu einer Verbindung finden. Menschliches Verhalten spiegelt wiederum das der Affen; denn auch hochentwickelte Primaten greifen sich gegenseitig an und löschen andere Gruppen aus.

Zur Entstehung des Buches erläuterte Ulrike Draesner bei einer Lesung in München:

„Das Thema fühlte sich nach mehr an als nach einer kurzen Erzählung: so begann meine Motivation zu einem ganzen Buch über Flucht und Vertreibung“. vertriebene_d-Kopie

Nach der Lektüre zahlreicher historiografischer Fachliteratur und der Recherche in polnischen Archiven im vergangenen Jahr begann sie so, einen Roman zu schreiben.

Das Buch weist allerdings auch viele autobiografische Züge auf:

Die väterliche Familie von Ulrike Draesner musste ebenfalls aus Schlesien fliehen: Sie spüre selbst die „Prägung durch die Seelenlandschaft“ der Eltern, wie sie erläuterte: „Eine Atmosphäre der Angst, als Kind übernommen, und ein Lebensgefühl wie auf Abruf und nirgends einheimisch“.

In München, wo sie 1962 geboren wurde, war das Flüchtlingskind Ulrike Draesner auch nicht wirklich heimisch; sie lebt nach einem Jura-, Anglistik- und Germanistikstudium seit 1996 als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Sie fühle sich sicher nicht bayerisch, meinte Draesner, sondern habe sich eher den reichen kulturellen Raum Ostmitteleuropas als Heimat „angeeignet“.

Das ganze Buch der großartigen Lyrikerin und an Übersetzungen geschulten Autorin ist ein stilistisches Meisterstück. In vieler Hinsicht wirkt es wie eine Sonate in mehreren Sätzen; sanft erklingt mal die eine, mal die andere Stimme der erzählenden Personen, und selbst die Primaten kommen in der von Forschern erdachten Affensprache Yerkish zu Wort.

Buch-Daten: Ulrike Draesner: „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“. Luchterhand-Verlag, München 2014; 303 Seiten, 21,99 Euro. (ISBN: 978-3-630-87372-5)

Unsere Autorin Susanne Habel  –  von ihr stammen auch die ersten beiden Bilder  –   ist Redakteurin und Journalistin in München


„Sohn der Hamas“: Ein palästinensischer Steinewerfer wird israelischer TOP-Agent und findet zu Christus

Die folgende Rezension von Felizitas Küble über die spannende Biographie des „grünen Prinzen“ Mosab Hassan Yousef wurde in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 9-10/2014) veröffentlicht:

Buch-Daten: Sohn der Hamas: Mein Leben als Terrorist. Mosab Hassan Yousef, SCM Hänssler-Verlag Holzgerlingen 2000, gebunden, 272 Seiten, 22,95 Euro, ISBN 3775152237

Als die Autobiographie „Sohn der Hamas“ von Mosab Hassan Yousef vor vier Jahren in deutscher Übersetzung erschien, wurde sie von einem Teil der Linkspresse hierzulande schon deshalb bespöttelt, weil sie in einem evangelikalen Verlagshaus herauskam, was bei manchen Zeitgeistbeflissenen sogleich Reflexe in Richtung „Missionierung“ und „Fundamentalismus“ erweckt.  
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„Erschwerend“ kam hinzu, daß der arabischstämmige Autor und älteste Sohn eines hochrangigen Hamas-Führers einst zehn Jahre lang als Spion des israelischen Inlandsgeheimdienstes arbeitete  – und diese Tätigkeit zwar auf eigenen Wunsch hin beendete, aber durchaus nicht bedauerte, sondern vielmehr eine moralisch-psychologische Genugtuung darüber empfindet, auf diese Weise viele Anschläge und Selbstmordattentate verhindert zu haben.

Zu allem „Elend“ nahm dieser „grüne Prinz“ (so lautete einst sein geheimdienstlicher Deckname) auch noch eindeutig Abschied vom Islam und ließ sich taufen, was noch weniger ins gewünschte Weltbild vieler Medien paßte.

Wirklich zuviel der „Provokation“, weshalb man sich über abschätzige Kommentare von links nicht zu wundern braucht. Da half es offenbar auch wenig, daß der Buchautor den jüdischen Staat beileibe nicht in ein rosa Licht taucht – weit gefehlt.

Das spannende und faktenstarke Werk ist vor allem im ersten Teil betont israelkritisch gehalten, so daß manche Israeleuphoriker es vielleicht vorschnell aus der Hand legen. Für Antizionisten von links und rechts ist die Biographie freilich erst recht ein „rotes Tuch“, denn sowohl die Hamas wie die PLO bzw. Fatah von Arafat und Abbas kommen in diesem inhaltsreichen Buch noch schlechter weg als die Israelis.

Mit dem Unterschied freilich, daß die Regierung des jüdischen Staates die z.T. scharfe und mitunter auch überzogen wirkende Kritik des Verfassers offenbar nicht verübelt, sondern damit umzugehen weiß. Immerhin wurde der Autor im Juni 2012 – er lebte inzwischen längst in den USA – offiziell dazu eingeladen, vor dem israelischen Parlament zu sprechen. Tatsächlich erläuterte er dann in der Knesset seine Sicht der Nahost-Situation.

Doku-Thriller über den „grünen Prinzen“

Inzwischen entstand außerdem mit israelischer Unterstützung ein Kino-Thriller unter dem Titel „The Green Prince“ (Der grüne Prinz140731_Yousef), der von der Hessischen Filmförderung mitfinanziert wurde.

Mit dieser fesselnden Dokumentation von Regisseur Nadav Schirman wurde das Sudance-Festival am 16. Januar 2014 in Uta (USA) eröffnet. Damals feierte diese deutsch-britisch-israelische Co-Produktion ihre Weltpremiere. Der Oscar-prämierte Simon Chinn fungiert als Produzent des Kino-Streifes; der Bayerische Rundfunk ist an dem Filmwerk über den „Sohn der Hamas“ mitbeteiligt.

Die aufschlußreiche Memoiren Yousefs, die dem Film als Grundlage dienten, sind spannend von der ersten bis zur letzten Seite – und politisch teils hochbrisant. Wer es aus der Hand legt, stellt sich bei aller denkbaren Zustimmung und Geneigtheit aber vielleicht ein paar grundsätzliche Fragen, zB. folgende:

War der Verfasser wirklich ein solch hochrangiger Agent des israelischen Inlands-Geheimdienstes Shin Bet? – Konnte er denn wohl diese zahlreichen, teils geradezu atemberaubenden Abenteuer und Waghalsigkeiten erlebt haben? – Lieferte er tatsächlich oftmals TOP-Informationen – und verhinderte er dadurch (wie von ihm detailreich geschildert) zahlreiche Attentate? – Mit anderen Worten: Ist in diesem Buch vielleicht nicht einiges entschieden zu dick aufgetragen?

Sodann überlegt sich nicht nur Lieschen Müller: Was mag Mosab Yousefs ehemaliger „Dienstherr“ wohl dazu sagen, daß der Ex-Agent derart offenherzig aus dem Nähkästchen plaudert und raffinierte Strategien sowie nicht wenige Tricks aus seiner Geheimdiensttätigkeit schildert? – Erscheint es nicht naheliegend, daß sich hochrangige Israelis über diese „Enthüllungen“ nunmehr grün und schwarz ärgern?

Doch angesichts seines Knesset-Auftritts und der israelischen Beteiligung an dem erwähnten „Prinzen-Film“ ist anscheinend prinzipiell alles in Butter. Man wird davon ausgehen können, daß der Autor – jedenfalls im wesentlichen – nicht mehr „verraten“ hat, als seinem einstigen Auftraggeber recht ist – und das würde wohl bedeuten, daß er selbstverständlich in seiner Biographie nicht über alles Erlebte berichten konnte.

„Zahlreiche Menschen verdanken Yousef ihr Leben“

Bevor das Buch in den USA und per Übersetzung in Deutschland erschien, wurde es in der israelischen Presse bereits angekündigt. Die „Neue Zürcher Zeitung“ vom 25.2.2010 meldete unter dem Titel „Spion aus Überzeugung“ Folgendes aus Israel:israeltag2

„Offenbar besass der Geheimdienst während Jahren eine hochplacierte Persönlichkeit, die den Israelis Informationen über die Aktivitäten der Hamas lieferte. Die Tageszeitung «Haaretz» berichtete am Mittwoch über die bevorstehende Veröffentlichung der Memoiren des Mannes, der heute in Kalifornien lebt. Musab Hassan Jussef ist der Sohn von Scheich Hassan Jussef, einem der Gründer der Terrororganisation Hamas.

Bemerkenswert ist, dass der Mann seine Spionagetätigkeit offenbar nicht beging, weil er erpresst worden war oder für seine Informationen Geld erhielt, sondern diese aus Überzeugung ausübte. (…)

Yousefs Informationen erlaubten es den Israelis, während der zweiten Intifada, die von 2000 bis 2004 andauerte, Attentate zu verhindern. Zahlreiche israelische Bürger verdanken ihr Leben dem Informanten.

Sein unterdessen pensionierter Führungsoffizier bestätigt den Wert des unter dem Decknamen „Grüner Prinz“ geführten Informanten. (Grün ist die Farbe der Hamas, Prinz weist auf seine Herkunft als Sohn des prominenten Hamas-Führers.)“

Damit dürfte klar sein, daß der Autor seine Spionage-Tätigkeit zwar spannend geschildert, aber in der Sache nicht unnötig dramatisiert und aufgebauscht hat, wie dies von einem Teil der bundesdeutschen Presse gemutmaßt wurde.

Allerdings gab es nach dem Erscheinen der deutschen Ausgabe vereinzelt auch positive Rezensionen von Kennerseite, zB. von Ulrich W. Sahm im Fernsehsender „N-tv“ am 7.8.2010. In der ausführlichen Besprechung unter dem Titel „Ein Agent des Mossad redet“ heißt es zum Beispiel:

„Manche Details mögen nicht ganz korrekt sein, doch vieles lässt sich nachprüfen und erklärt im Nachhinein so manche Ungereimtheite

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n, wer dahinter steckte und wie sie zustande kamen. Palästinenser wie Israelis gehen in ihrem gegenseitigen Kampf mit vielen Tricks vor. Yousef beweist, dass es da keine Schwarz-Weiß-Malerei gibt.“

Zugleich widerlegt der „grüne Prinz“ laut dem bekannten Nahost-Korrespondenten Sahm einige gängige Verschwörungstheorien, die gegen Israel im Umlauf sind, etwa die folgende:

„Auch für vermeintliche Kenner des Nahen Ostens ist das Buch von Wert. So berichtet Yousef von der Gründung der Hamas bei einem Geheimtreffen in Hebron 1986, an dem auch sein Vater teilgenommen hatte. Der Mythos, dass Israel die Hamas gegründet habe, um einen Teil der Palästinenser gegen Arafats PLO auszuspielen, wird von Yousef nicht einmal erwähnt, ist aber aufgrund seiner Darstellungen auszuschließen.“

Damit dürfte geklärt sein, daß Yousefs Biographie kein modernes Agentenmärchen darstellt, sondern in seinen Grundlinien zutreffend berichtet, was freilich nicht ausschließt, daß dem Verfasser bzw. seinem Co-Autor Ron Brackin vereinzelte Fehler unterlaufen sind. So wird in dem Buch z.B. einmal die Jerusalemer Felsendom-Moschee mit der Al-Aqsa-Moschee verwechselt – und der libanesische Bürgerkrieg wird auf die Zeit vor dem sog. „Schwarzen September“ 1970 (dem Datum des jordanisches Massakers an Palästinensern) verlegt statt danach.

Zudem klingt der Untertitel der deutschen Ausgabe „Mein Leben als Terrorist“ zwar verkaufsträchtig-reißerisch, wirkt aber bei Kenntnis des Buchinhalts wenig überzeugend, denn der Autor war zwar jugendlicher Steinewerfer, wie es solche in palästinensischen Gebieten tausendfach gibt, aber kein eigentlicher „Terrorist“ im landläufigen Sinne.

Das Vater-Dilemma des Autors

Das 272 Seiten starke Buch bietet freilich manche Überraschungen, die zumindest auf den ersten Blick verblüffen. So schildert Mosab Yousef, wie sehr er seinen Vater – einen der sieben Mitbegründer der radikal-islamischen Kampforganisation Hamas – bis zuletzt liebt und hochschätzt.

Seine Bewunderung ist allerdings nicht nur durch eine natürliche Kindesliebe des ältesten Sohnes bedingt, sondern liegt darin begründet, daß der nicht nur in seiner Familie, sondern auch bei den Palästinensern so beliebte Scheich Hassan Yousef als mitfühlender und hilfsbereiter Mensch geschildert wird, der bescheiden lebt und überdies seine islamische Religion zwar mit großer Überzeugung, aber (jedenfalls innerhalb seiner Sippe) ohne Fanatismus ausübt.

Seine Frau behandelt er freundlich und fair, die Kinder liebevoll und fürsorglich. Dem Autor war schon vor seiner Konversion zum Christentum klar, daß der Vater insofern positiv aus dem Rahmen der im Islam üblichen Verhaltensweisen fällt.

Doch auch für den Verfasser bleibt es letztlich ein schmerzliches Rätsel, warum der von ihm so wertgeschätzte Vater sich nichsderotdestroyedhomet spätestens dann von der Hamas lossagte, als diese sich immer fataler in die Strategie der sog. „Märtyrer-Brigaden“ verstrickte, also Selbstmordattentäter gegen israelische Zivilisten in Aktion setzte, wodurch übrigens auch eigene Landsleute als Tote und Verletzte in Kauf genommen wurden, denn etwa jeder fünfte israelische Staatsbürger ist arabischer Herkunft und muslimischen Glaubens (sog. „Israelo-Araber“).

FOTO: israelische Wohnung nach einem Anschlag der Hamas

Auch wenn Scheich Hassan Yousef laut Angaben seines Sohnes selber nicht direkt in blutige Aktionen verwickelt war, geschweige diese selber ausübte, so trägt er als führender Kopf und einstiger Mitbegründer der Hamas eine schwere Mitverantwortung für den systematischen Terror dieser Organisation, wenngleich die Hamas in ihren Anfangszeiten weitaus weniger gewalttätig war als später.

Der von diesem Problem existentiell umgetriebene Sohn ringt mit der Frage, wie denn sein sonst herzensguter Vater, der keinem Insekt etwas zuleide tun kann, geschweige persönlich Gewalt gegen Menschen anwendet, die sich radikalisierende Hamas weiter mittragen kann. Er findet die Lösung in der islamischen Überzeugung des Scheichs, gleichsam die Kehrseite dieser sonst vom Sohn vielfach bewunderten muslimischen Frömmigkeit.

Dieses Dilemma dürfte zumindest unterschwellig einer der Gründe für die schließliche Hinwendung des Autors zum christlichen Glauben sein, die zwar in Damaskus beginnt, aber im Unterschied zu Paulus kein plötzliches Bekehrungserlebnis darstellt, sondern eine allmähliche Entwicklung von der Wertschätzung biblischer Lebensweisheiten über die Bewunderung vorbildlicher Christen bis hin zur Erkenntnis der Göttlichkeit Christi.

Warum wurde der „Sohn der Hamas“ ein Spion der Israelis?

Natürlich fragt man sich überdies, wie ausgerechnet der Sohn eines islamischen Scheichs auf die Idee kommen konnte, sich ein ganzes Jahrzehnt in den Dienst des israelischen Shin Bet zu stellen und als TOP-Agent ein höchst nervenzerreibendes und zudem lebensgefährliches Doppelleben zu führen, einmal abgesehen davon, daß der „grüne Prinz“ selber bereits mit 18 Jahren im israelischen Gefängnis saß, nachdem seine palästinensische Steinewerfer-„Karriere“ damit geendet hatte, daß er sich zwei Gewehre beschaffte, was die israelische Seite durch ihre weitgespannten Abhörmethoden herausbekam.100714052333-b1-

Der Aufenthalt im Jerusalemer Untersuchungsknast war zunächst geeignet, Yousefs Aversion gegen die Israelis noch zu steigern, denn schon auf dem Weg dorthin wurde er von Soldaten wüst geprügelt, zudem später vom Wachpersonal mißhandelt. Auch die hygienischen Verhältnisse beschreibt er als äußerst abstoßend.

Was jedoch einen allmählichen Sinneswandel in ihm auslöste, war u. a. die Tatsache, daß machtbewußte Hamas-Häftlinge andere Hamas-Mitglieder in den israelischen Gefängnissen systematisch folterten und nicht selten auch ermordeten, weil sie diese (meist völlig zu Unrecht) als „Kolloborateure“ des jüdischen Staates verdächtigten.

Häufig war diese Anschuldigung ohnehin nur ein Vorwand, handelte es sich in Wirklichkeit um „alte Rechnungen“, die auf diese grausame Weise beglichen wurden, um Rachsucht, Neid, Konkurrenzdenken und wildes Austoben von Machtgelüsten. Wer sich in der internen Knast-Hierarchie des Hamas-Sektors (der sich im Gefängnis weitgehend selbst verwalten konnte) „unten“ befand, hatte kaum eine Chance, dem fürchterlichen Terror der eigenen Landsleute zu entkommen.

Für den „Sohn der Hamas“, dessen Vater ebenfalls mehrfach in israelischen Gefängnissen inhaftiert wurde, waren diese Beobachtungen nicht nur erschütternd, sondern niederschmetternd. Nie hätte er es zuvor für möglich gehalten, daß zynische Hamasleute aus schwächeren Mitgliedern durch brutale Foltermethoden die unsinnigsten „Geständnisse“ herauspressen (etwa mit allen Frauen des Dorfes geschlafen zu haben, mit der eigenen Mutter oder Schwester sexuellen Umgang gepflegt zu haben etc). RTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg

Diese falschen „Bekenntnisse“ wurden sodann den Angehörigen bzw. Freunden der Folteropfer zugeschickt, so daß der Betreffende, wenn er die Mißhandlungen überhaupt überlebte, später in seinem heimatlichen Umfeld komplett „erledigt“ war.

Mosab Yousef selbst war allein schon deshalb vor solch unmenschlichen Torturen geschützt, weil sein Vater im Jahre 1986 in Hebron an der internen Gründung der Hamasbewegung teilnahm.

Die Ernüchterung blieb nicht ohne innere und äußere Folgen. Als Yousefs Haftzeit beendet war, erkannte er zunehmend, daß der schlimmste Feind seines Volkes nicht die Israelis waren, sondern der innerpalästinensische Terror durch die islamistische Hamas, aber auch durch radikale Kräfte innerhalb der „Fatah“ von Yassir Arafat, wobei die PLO zwar von ihren Ursprüngen her eher kommunistisch als islamisch motiviert war, aber grundsätzlich ebenso von Korruption und Fanatismus geprägt, wozu auch die organisatorische und finanzielle Unterstützung von Selbstmordattentätern gehörte, die keineswegs allein der Hamas anzulasten sind.

So kam es, daß der einstige Steinewerfer ausgerechnet im israelischen Knast das wahre Gesicht der Hamas kennenlernte und danach immer deutlicher erkannte, auch durch seine Beschäftigung mit dem Neuen Testament, daß Haß, Verbitterung und Gewalt seine ohnehin schon benachteiligten Landsleute immer tiefer ins Unglück stürzten.

Um diesen tragischen Irrweg im Rahmen des Möglichen zu stoppen und Menschenleben zu retten, ließ er sich 1996 vom israelischen Inlands-Geheimdienst einspannen. Angesichts seiner Kontakte zur palästinensischen Führung, die er durch seinen Vater (als dessen Assistent er zeitweise fungierte) wahrnehmen konnte, erhielt er Zugang zu internen Drahtziehern, Verbindungsleuten und Selbstmordattentätern. Vielfach konnte er die israelische Seite rechtzeitig vor Anschlägen warnen; dazu gehörte auch ein geplantes Attentat auf den damaligen Außenminister Shimon Peres im Rahmen der zweiten „Intifada“.

Nach zehn Jahren war der Top-Agent, der sich auch gegenüber seiner Familie und seinem nach wie vor geliebten Vater stets komplett „bedeckt“ halten mußte, des Doppelspiels müde. Er quittierte seinen Dienst, wenngleich der Dienstherr dies höchst ungern sah, und gelangte mit Hilfe „seines“ Geheimdienstes in die USA, wo er heute in Kalifornien lebt, nachdem er dort politisches Asyl erhalten hatte.

Die Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses Webmagazin CHRISTLICHES FORUM betreibt.