Unionsfraktion kritisiert Ignoranz über deutsche Bildung im OECD-Bericht

Heute hat die OECD ihren jährlichen Bericht „Bildung auf einen Blick“ vorgelegt. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Albert Rupprecht: 42252-3x2-teaser190x127

„Die Welt beneidet uns um unser Berufsbildungssystem und für die OECD ist ein Elektromeister ein Absteiger, wenn sein Vater Lehrer war. Die OECD hat immer noch nicht begriffen, dass das Bildungsniveau nicht allein vom Lernort Universität abhängt.

Es ist einfach nicht schlüssig, dass eine Arbeitertochter in Frankreich als Hebamme zu den Aufsteigern zählt, in Deutschland aber nicht, weil in Frankreich Hebammen an Einrichtungen ausgebildet werden, die Hochschulen heißen.

Entscheidend für das erreichte Bildungsniveau können nur nachgewiesene Kenntnisse und Fertigkeiten sein. Deswegen haben wir dafür gesorgt, dass im deutschen Qualifikationsrahmen Meister und Bachelor auf derselben Niveaustufe angesiedelt sind.

Es wird Zeit, dass die OECD dies zur Kenntnis nimmt.“

Hintergrund:
Im Ergebnis wird von der OECD festgehalten, dass in Deutschland eine unterdurchschnittliche Aufwärtsmobilität (nur 24 % der jungen Erwachsenen erreichen einen höheren Bildungsstand als ihre Eltern, während es im Durchschnitt der an PIAAC beteiligten Länder 39 % sind) und eine überdurchschnittliche Abwärtsmobilität (18 % der jungen Erwachsenen erreichen einen niedrigeren Bildungsstand als ihre Eltern, im PIAAC OECD-Schnitt nur 12 %) besteht.


2 Kommentare on “Unionsfraktion kritisiert Ignoranz über deutsche Bildung im OECD-Bericht”

  1. Bernhard sagt:

    Na ja, ein Elektromeister ist, was den Bildungsgrad anbelangt, schon niedriger als ein Lehrer anzusiedeln.

    Dass aber die OECD die sich von Namen blenden lässt, hätte ich nicht gedacht. In Frankreich werden Berufe wie Hebammen wohl tatsächlich an IUTs gelehrt (zumindest zu meiner Zeit war es so). Das sind zweijährige Schulen (entsprechend etwa unseren Berufsfachschulen), die Universäten angegliedert sind. Wenn man an so einer Schule seine Ausbildung gemacht hat, hat man folglich „studiert“. In Deutschland hat ein Fachschulabsolvent aber „nur“ eine Ausbildung. Die gelehrten Inhalte dürften sich aber nicht sehr unterscheiden. Dass die OECD das nicht sieht, verstehe ich nicht.

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