Jüdischer Weltkongreß-Präsident lobt „breites Bündnis“ gegen Judenhaß in Deutschland

„Das Wiederaufblühen des Judentums hierzulande ist ein Wunder“

Die Tageszeitung „Die Welt“ veröffentlichte am 14. September online ein Interview, das deren stellv. Chefredakteurin Andrea Seibel mit Ronald Lauder führte.

Der Titel des Gesprächs mit dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses lautet: „Die Heftigkeit der Attacken hat uns lauderüberrascht.“ 

Gemeint sind amit jene antijüdischen und israelfeindlichen Parolen und Entgleisungen bei Demonstrationen der letzten Monate, die vor allem von islamischer Seite und arabischen Einwanderern ausgegangen sind.

Der 70-jährige US-Amerikaner Ronald S. Lauder war am Sonntag, den 14.9., als Redner bei der zentralen Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin aufgetreten.

Dabei beklagte er vor 8000 Teilnehmer einen zunehmenden Judenhaß, der aus dem Nahen Osten nach Europa und Deutschland herübergeschwappt sei.

Aus Besorgnis darüber hielt der Jüdische Weltkongreß ergänzend zur Demonstration am Brandenburger Tor kürzlich eine viertägige Versammlung in Berlin ab.

Im Interview mit der WELT zeigte sich Lauder beeindruckt,  weil „viele Führungspersönlichkeiten aus Regierung, Parteien und Zivilgesellschaft“ an der Berliner Kundgebung teilgenommen haben: „Das war wirklich ein breites Bündnis“, sagte er und fügte hinzu:

„In vielen anderen Ländern hätte es solch ein Zeichen der Entschlossenheit, den Kampf gegen den Antisemitismus gemeinsam zu führen, nicht gegeben.“

Er lobte zudem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel dafür, daß sie „klar und deutlich“ gesprochen habe: „Sie wird ihrer Führungsrolle damit gerecht und genießt nicht nur in der jüdischen Welt großen Respekt, ja Bewunderung.“

„Deutschland wird auch diese Herausforderung meistern“

Auf die Frage, wie er sich die „massive Zunahme der antisemitischen Ausfälle in Europa“ erkläre, antwortete Lauder, es habe immer schon „einen Bodensatz an Antisemiten“ gebeben, welcher nur auf eine Gelegenheit zu Anti-Israel-Demonstationen warten Davidsternwürde.

Allerdings habe ihn diesmal die „Heftigkeit der Attacken verwundert, wie wir sie zum Beispiel in Frankreich gesehen haben. Das hatte eine neue Dimension, das hat uns aufgeschreckt.“

In seinem Interview betont der Präsident des Jüdischen Weltkongresses erneut, was er bereits in seiner Berliner Rede gesagt hatte: „Deutschland ist ein starkes, ein verantwortungsvolles Land, und es wird auch diese Herausforderung meistern, da bin ich ganz sicher.“

Er fügte hinzu, der Weltkongreß habe seine viertägige Sitzung auch deshalb in Berlin abgehalten, um die Bedeutung Deutschlands zu verdeutlichen:
„Wir wollten damit vor allem würdigen, wie wichtig Deutschland für die jüdische Gemeinschaft weltweit geworden ist, wie wichtig Deutschlands Unterstützung auch für Israel ist, trotz aller gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten.
 .
Das Wiederaufblühen des Judentums hier in den vergangenen beiden Jahrzehnten ist ein Wunder  –  und es soll weitergehen.“


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