Kardinal Müllers Vorstoß zur Familiensynode: Schreibt der „Spiegel“ naiv oder gezielt am Thema vorbei?

Von Felizitas Küble

Auch „Spiegel“-online veröffentlichte am heutigen Nachmittag (17. September) die Sensationsmeldung, wonach Glaubenspräfekt Gerhard Müller nebst weiteren Kardinälen und hochrangigen Würdenträgern ein Buch zur kirchlichen Ehelehre AL-0005herausbringen wird, das noch rechtzeitig vor der vatikanischen Familiensynode erscheint.

Der Sammelband wird von modernistischer und linkskatholischer Seite bereits jetzt als eine Art Kampfansage verstanden, obwohl er noch gar nicht auf dem Markt ist. 

(Das CHRISTLICHE FORUM hat ebenfalls  –  schon vor dem „Spiegel“  –  über diese „heiße“ Causa berichtet.)

Allerdings fällt bei Müller-Gegnern nicht zum ersten Mal ein grundlegender „Denkfehler“ auf, wobei offen bleiben mag, ob es sich um mangelnde Sachkenntnis oder um einen gezielten Versuch handelt, den Standpunkt des Kardinals verzerrt darzustellen, um damit seiner inhaltlichen Position und seinem Ansehen zu schaden.

Bereits jetzt wird der vatikanische Glaubenspräfekt vielfach als „erzkonservativer Panzerkardinal“ bezeichnet  –  für ihn vermutlich eine Ehre, ebenso wie seinerzeit für seinen Vor-Vorgänger im Amte: Joseph Kardinal Ratzinger, der ähnliche Titulierungen gewohnt war.

Nun zu jenem erwähnten „Zerrbild“, das der „Spiegel“ bereits in seinem Titel präsentiert: „Kardinäle gegen Öffnung der Kirche für Geschiedene„.

Thema verfehlt, denn die Forderung nach einer „Öffnung für Geschiedene“ erinnert an das Einrennen offener Türen. Warum?  – Weil eine Trennung als solche, selbst wenn sie dauerhaft ist und zivilrechtlich als Scheidung durchgezogen wird, niemanden vom Tisch des HERRDSC05485N ausschließt.

Die hl. Kommunion ist erst bei einer „Wiederheirat“ nicht mehr erlaubt, denn auch im Falle einer Trennung/Scheidung bleibt das unauflösliche Eheband bestehen (es sei denn, die Ehe erweist sich als ungültig, somit kirchlich betrachtet als nicht existent).

Daher ist bei einer gültigen und vollzogenen Ehe zu Lebzeiten beider Partner keine weitere kirchliche H0chzeit möglich.

Eine zivilrechtliche Heirat von Partnern, bei denen einer oder beide geschieden sind, ist hingegen keine Ehe auf christlicher Basis. Diese „Wiederverheirateten“ dürfen nur bei sexueller Enthaltsamkeit zu den Sakramenten gehen.

Alles andere würde der von Christus verkündeten Unauflöslichkeit der Ehe widersprechen, die in der katholischen Kirche als ein heiliges Sakrament angesehen wird.

Dies bedeutet, daß die Ehe nicht „nur“ als Stiftung Gottes zur Schöpfungsordnung gehört, sondern sogar zur Heilsordnung, zum Erlösungswerk des HERRN selbst.

Die Ehe unter Getauften ist ein wirksames Abbild der Liebe Christi zu seiner Kirche; sie schenkt den Vermählten die helfende Kraft von oben bzw. die besonderen Gnaden des Ehesakramentes.

Eine noch höhere Würdigung der Ehe ist religiös und kulturell nicht denkbar.

Bereits nach wenigen Sätzen heißt es in dem erwähnten „Spiegel“-Artikel übrigens erneut über das demnächst erscheinende Müller-Buch:

„In ihren Beiträgen wenden sich die Kardinäle sowie weitere Theologen dagegen, die Kommunion in der katholischen Meßfeier an Geschiedene zu verteilen.“

Falsch, setzen!  – Richtig müßte es heißen: „…an geschieden Wiederverheiratete zu verteilen.“

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

1. Foto: Bistum Regensburg

 


Rotherham: Polizeichef zurückgetreten / Labour-Partei in Mißbrauchsskandal verstrickt

Der Polizeichef von South Yorkshire, Shaun Wright, ist am Dienstag zurückgetreten. Er war als Stadtverordneter zwischen 2005 und 2010 für die Kinder- und Jugendhilfe im englischen Rotherham verantwortlich. DSC00254

Pakistanische Männer hatten damals über einen Zeitraum von 16 Jahren mindestens 1.400 weiße Kinder und Jugendliche, vor allem Mädchen, systematisch vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen.

Polizei und Behörden sollen die Täter aus Gründen der „politischen Korrektheit“ gedeckt haben.

Die sozialdemokratische Arbeiterpartei (Labour), welche zur Zeit der Mißbrauchsfälle den Stadtrat von Rotherham fest im Griff hatte, dürfte angesichts ihrer Verstrickung in die Mißbrauchsaffäre mit Bangen auf die Nachwahl des Postens blicken.

Es wurde außerdem bekannt, daß der Rotherhamer Labour-Abgeordnete John Healy noch vor zwei Jahren Forderungen nach der Untersuchung des Mißbrauchsskandals ablehnte, „insbesondere wenn er sich nur auf Rotherham und auf pakistanische („asian“) Männer konzentriert, die weiße Mädchen mißbrauchen“. Das hatte er einem besorgten Wähler geantwortet, der aufgrund von Medienberichten an ihn herangetreten war.

Am Freitag hatte die Polizei eine 28 Jahre alte Frau wegen des Verdachts auf „schwere rassistische Beleidigung“ verhaftet. Wie sich erst danach herausstellte, handelte es sich um eines der Opfer, das ihren mutmaßlichen Peiniger auf offener Straße zur Rede gestellt hatte.

Anhänger der English Defence League (EDL) demonstrierten am Samstag gegen die Vertuschung des Kindesmißbrauchs im mittelenglischen Rotherham. Auf ihrer Facebook-Seite bezeichnete die EDL die Stadt als „moslemische Pädophilen-Hauptstadt Großbritanniens“. 

Quelle: http://www.jungefreiheit.de

Bild: Evita Gründler


Die USA wachen auf: Der Genozid an den Christen im Mittleren Osten

Von Dr. Edith Breburda

Vor einem Jahr hat sich die amerikanische Bevölkerung noch entschieden gegen einen militärischen Einsatz in Syrien ausgesprochen. Diese öffentliche Meinung war eine Überraschung nicht nur für Washington, sondern auch für die Republikaner im Kongreß.  Dr. Breburda
 .
Warum existierte eine solche Oppositionswelle?
 .
Teilweise weil die Amerikaner nicht überzeugt waren, dass ihre Führer die Komplikationen, Geschichte und Realitäten im Mittleren Osten verstehen. Die amerikanische Auslandspolitik der vergangenen 12 Jahre war für viele US-Bürger enttäuschend; sie hatten das Gefühl, dass inneramerikanische Probleme mehr Aufmerksamkeit verdienen.
.
2013 gab es einen neuen Tiefpunkt bezüglich der Führungsqualitäten von Präsident Obama.
.
Aber es gab noch einen anderen gewichtigen Grund für diese Opposition in den USA:
.
Evangelische Christen und konservative Katholiken, die normalerweise für starke Militäraktionen sind, waren relativ still im Jahr 2013. Warum?
 .
Weil ihnen zum ersten Mal eindrucksvoll bewusst wurde, was mit den Christen im Mittleren Osten geschah: sie wurden wegen ihres Glaubens ermordet, gequält, vergewaltigt und aus der Region vertrieben.
.
Wobei Syriens Präsident Assad nicht die Absicht verfolgte, die Christen in seinem Land zu ermorden. Seine Feinde waren die „Rebellen“, die Jihadisten und der IS bzw. „Islamische Staat“.
Durch die zunehmende Brutalität der Islamisten im Mittleren Osten wurden die Christen weltweit alarmiert.
 gebet_irak
Jihadisten entchristianisieren den Mittleren Osten, wo das Christentum seine Ursprünge hat.
 .
Seit der U.S.-Invasion im Jahr 2003 sind Zweidrittel der irakischen Christen aus ihrem Land geflüchtet. Sie wurden durch Terror verfolgt und hingerichtet. Auch in Syrien wurden Christen exekutiert, weil sie sich weigerten, zum Islam zu konvertieren.
.
In den letzten 18 Monaten ist die Berichterstattung hierüber in den USA angewachsen. Papst Franziskus hat auf die Greueltaten der Islamisten hingewiesen. Der Vatikan diskutiert über die Theorie des gerechten Krieges.
.
Der republikanische US-Kongreßabgeordnete Chris Smith aus New-Jersey hat vor wenigen Tagen die Geschehnisse im Irak und in Syrien als „Genozid“  – und damit als Völkermord –  bezeichnet.
 .
Die Christen in Amerika sind vor allem durch die Exekution von zwei amerikanischen Journalisten auf die Krise hingewiesen worden. Die Entrüstung der amerikanischen Christen über die unvorstellbaren Grausamkeiten, die vom Islamischen Staat an ihren Glaubensgeschwistern verübt werden, ist sicher für die amerikanischen Entscheidung zugunsten militärischer Aktionen gegen die Terror-Gruppe mitverantwortlich.
.
Im „The Wall Street Journal“ vom 13./14 September 2014 wird betont, dass es sich bei den militärischen Aktionen nicht um eine Invasion oder Okkupation handelt, sonder vielmehr um die Antwort an eine Gruppe, die selbst für Verhältnisse im Mittleren Osten ungewöhnlich brutal agiert.
 .
Die US-Regierung bemüht sich gemeinsam und mit der vereinten Kraft der zivilisierten Welt, den Genozid unschuldiger Menschen im Mittleren Osten zu stoppen.
.
Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Buchautorin, Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
 

Der Glaubenspräfekt ist Co-Autor eines neuen Kardinals-Buches / Müller würdigt den Berliner Lebensrechtsmarsch

Von Felizitas Küble

Der vatikanische Glaubenspräfekt Gerhard Müller bedankt sich bei den Organisatoren und Teilnehmern des Marsches für das Leben in Berlin „für Ihr mutiges Zeugnis“, wie der BVL (Bundesverband Lebensrecht) heute meldet.
019_16 - Kopie

Der Kardinal und frühere Oberhirte von Regensburg betont: „Das Maß effektiven Lebensschutzes ist zugleich der Gradmesser authentischer Humanität einer Gesellschaft.“

Zugleich berichtet die österreichische Tageszeitung „Kurier“ online am heutigen Mittwoch, den 17. September, darüber, daß der oberste Glaubenshüter der katholischen Weltkirche demnächst gemeinsam mit vier weiteren Kardinälen bzw. führenden Kirchenvertretern ein Buch herausbringt, das die Unauflöslichkeit der Ehe erläutert und als verbindlich für die Kirche hervorhebt.

FOTO: Gerhard Kardinal Müller begrüßt die Teilnehmer des Kongresses „Freude am Glauben“ Ende Juli 2014 im Dom zu Fulda

Dabei soll auch die anhaltende Debatte zur Sprache kommen, ob geschieden „Wiederverheiratete“ zum Tisch des HERRN zugelassen sind. Bislang war die kirchliche Antwort über zweitausend Jahre hindurch ein klares „NEIN“.

Dennoch wollen sich namhafte Kirchenmänner wie der seit Jahrzehnten als liberal bekannte Kardinal Walter Kasper oder auch Bischof Bonny aus Belgien lieber dem Zeitgeist unterwerfen, statt sich konsequent an der zeitlosen Botschaft Christi zu orientieren.

Zu den Autoren des Werkes gehört auch der aus den USA stammende Kurien-Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto), der als Präfekt des höchsten vatikanischen Gerichts (Apostolische Signatur) amtiert, außerdem z.B. der Erzbischof von Bologna, Carlo Caffarra.
220px-Archbishop_Raymond_Leo_Burke

Der Titel des Buches, das am 1. Oktober 2014 in Italien und den Vereinigten Staaten erscheinen soll, lautet nach Angaben der österreichischen Zeitung: „In der Wahrheit Christi bleiben: Ehe und Kommunion in der katholischen Kirche.“ 

Es handelt sich zweifellos auch um den Versuch, im Vorfeld der für Anfang Oktober im Vatikan geplanten Familiensynode durch biblisch, theologisch und kirchlich fundierte Argumente zu einem Ergebnis beizutragen, das dem Evangelium und der klassischen Lehre der Kirche entspricht.

In den Medien wird oft der Eindruck erweckt, als ob die Mehrheit des Weltepiskopats (katholische Bischöfe weltweit) sich für eine Lockerung der katholischen Ehe-Moral ausspreche.

Davon kann in Wirklichkeit keine Rede sein. Im vatikanischen Konsistorium vom Februar 2014 ist nach der Rede von Kurien-Kardinal Walter Kasper (pro „Reformen“) darüber abgestimmt worden:  lediglich 15 Kardinäle befürworteten seine Thesen,  85 lehnten sie ab – also eine super-satte Mehrheit für die klare Linie der Kardinäle Müller und Burke!

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Infos und Lebenslauf von Kardinal Müller auf der Homepage des Bistums Regensburg: http://www.bistum-regensburg.de/bistum/bischof-regensburg/bischof-em-gerhard-kardinal-mueller/


Marsch für das Leben in Berlin: Abtreibungsbefürworter in Panik

Mathias von Gersdorff

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Lebensrechts“, so etwa scheinen sich Politiker aus Linke, SPD und Grünen angesichts des „Marsches für das Leben“ am 20. September zu fühlen.   Leipzig2014f

Die liberale Abtreibungspraxis in Deutschland und in Europa sei durch die „Agitation christlicher FundamentalistInnen“ dermaßen bedroht, daß die Abtreibungslobby sich genötigt sieht, alle Reserven zur Abwendung einer Schleifung des „Sexuellen Selbstbestimmungsrechts der Frau“ zu mobilisieren.

FOTO: M. von Gersdorff bei der Leipziger Buchmesse

Gisela Notz, ehem. Bundesvorsitzende von „Pro Familia“, schrieb in einem Aufruf zu einer Veranstaltung der Linkspartei mit dem Namen „Dein Bauch gehört Dir! Stoppt die ‘Lebensschützer’“ folgendes:

„Überall in Europa erleben wir Angriffe auf das Recht von Frauen auf selbstbestimmte Schwangerschaft und ein Aufwind von konservativ-reaktionären Familienideologien.“

Notz fürchtet eine rechte Allianz, welche die aktuelle Krise des Kapitalismus ausnutzt, um die „Rechte der Frauen zurückzudrängen“.

Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert ist nicht minder erschüttert über das Erstarken der „selbsternannten ‘Lebensschützer’“.

Denn: „Sie wollen, daß jede Schwangere die Schwangerschaft austrägt. Mehrfach haben die sogenannten Lebensschützer vor ärztlichen Praxen und Kliniken gelauert, in denen Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden und jede Patientin, die versuchte, die Einrichtung zu erreichen, als Mörderin tituliert.“PICT0132

Das Bündnis „Selbstbestimmung“  –  ein großes Sammelsurium von Organisationen wie etwa „Pro-Familia“, die Giordano-Bruno-Stiftung, Grüne, die SPD-Frauen und andere  –  nimmt den „Marsch für das Leben“ zum Anlaß, gleich mehrere Veranstaltungen zu organisieren.

Foto: Junge Lebensrechtlerinnen auf dem Kirchplatz St. Ägidii in Münster

Die wichtigste davon ist die Kundgebung „Leben und lieben ohne Bevormundung“, die zum gleichen Zeitpunkt und unweit der Lebensrechtler-Kundgebung stattfindet.

Es ist so gut wie unvermeidlich, daß hiervon Störaktionen gegen den Marsch ausgehen werden. Eine Erklärung des Bündnisses gegen den „Marsch für das Leben“ wird von etlichen MdBs und sonstigen Funktionsträger der Linken, SPD und Grünen unterstützt.

Aktionen gegen Lebensrechtler nehmen zu

Als ob das alles nicht reichen würde, rufen „Feminist*innen und Antifaschist*innen“ zum „Kreativen Protest gegen den ‘Marsch für das Leben’“ auf, also zu Störaktionen und einer Verletzung des Versammlungsrechts.

Diese Art der Auseinandersetzung ist natürlich nicht ganz neu. Seit einigen Jahren sind die Lebensrechtler Ziel von linksradikaler Hetze und Haß, Störungen und handgreiflichen Angriffen.

Die Straßendemonstrationen und Kundgebungen der Lebensrechtler können nur mithilfe massiven Polizeieinsatzes durchgeführt werden.

Auffällig ist dennoch, daß der Widerstand aus linken Parteien und Organisationen gegen die Lebensrechtler nach vielen Jahren wieder wächst. Nach der letzten Novelle des Paragraphen 218 StGB im Jahr 1995, durch welche die Fristenregelung eingeführt wurde, fand das Thema kaum noch Interesse im linken Milieu.PICT0171

Seit etwa fünf Jahren ist das Desinteresse verflogen. Im Jahr 2009 wurde zum ersten Mal die 1000-Kreuze-Aktion in Münster (siehe Foto) stundenlang blockiert, was einen Großeinsatz der Bereitschaftspolizei nötig machte.

Mit der Zeit wurden auch die Straßendemonstrationen der Lebensrechtler in Berlin, München, Frankfurt und weiteren Städte gestört. Zudem wuchs die mediale Hetze gegen die Lebensrechtler in den letzten fünf Jahren. Offensichtlich werden die Lebensrechtler als eine wahre „Bedrohung“ seitens der Abtreibungslobby angesehen.

Großartiger Erfolg mit „One of us“ (Einer von uns)

Das hat wohl mehrere Gründe: Obwohl das Thema Abtreibung in der Tagespolitik seit 1995 kaum noch eine Rolle spielt, haben es viele Organisationen geschafft, zu überleben und öffentlich sichtbar zu bleiben. Manche entfalteten sogar eine erhebliche Kreativität, wenn es darum ging, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Logo EINER VON UNS

Geringere Auflagenzahlen von Publikationen konnten durch die zunehmende Präsenz im Internet aufgefangen werden.

Auch die Zahl der Straßendemonstrationen steigt: So findet beispielsweise seit 2008 jährlich (davor seit 2002 zweijährlich) der Berliner „Marsch für das Leben“ statt, und seit 2010 gibt es einen „Schweigemarsch für das Leben“ in Annaberg-Buchholz in Sachsen.

Der bei weitem größte Erfolg der Lebensrechtler in letzter Zeit war die Sammlung von fast zwei Millionen Unterschriften in ganz Europa für die Bürgerinitiative „One of Us“ (= Einer von uns) im Jahr 2013, davon 174.137 Unterschriften in Deutschland.

Bald nach diesem Erfolg konnten die Lebensrechtler in ganz Europa, inklusive Deutschland, eine gewaltige Protestwelle gegen den „Estrela-Report“ erzeugen, der das Vorhaben der „Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten“ im Europa-Parlament, ein europaweites „Recht auf Abtreibung“ einzuführen, zu Fall brachte  –  ein gewaltiger Erfolg.

Lebensrechtler sind zivilgesellschaftlich präsenter

Es wird folgendes deutlich: Die Befürworter einer liberalen Abtreibungspraxis sind zwar in der Politik und in den Medien präsent, doch in der „Zivilgesellschaft“ dominieren inzwischen die Lebensrechtler.

Dadurch wird selbst in Deutschland fast 40 Jahre nach Einführung der Indikationsregelung und fast 20 nach Einführung der Fristenregelung mit Beratungspflicht die öffentliche Diskussion rund um das Thema Abtreibung immer mehr von den Lebensrechtlern bestimmt.

Das Recht auf Leben auch für Ungeborene wird wieder auf die politische Agenda kommen

Deutschland und Europa bewegen sich in Richtung US-amerikanischer Verhältnisse, wo das Volk mehrheitlich „Pro-Life“, doch das politische und mediale Establishment mehrheitlich „Pro Choice“ denkt.

Diese Entwicklung versuchen die linken und linksradikalen Pro-Abtreibungsorganisationen nun zu wenden. Sie wollen den „christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen“ nicht die Straße überlassen.

Ihre Basis scheint allerdings fast nur aus Linksradikalen zu bestehen. Doch das ist Wasser auf die Mühlen der Lebensrechtler, denn eine Verschärfung der öffentlichen Auseinandersetzung erleichtert erheblich die Mobilisierung der eigenen Anhänger und öffnet die Perspektive, daß das Thema eines Tages wieder die politische Bühne betritt.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und betreibt das Webmagazin „Kultur und Medien online“

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


„Laß deine Güte über uns walten, o HERR“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 33 (32),2-3.4-5.12.22.

Preist den HERRN mit der Zither,
spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!
Singt ihm ein neues Lied,
greift voll in die Saiten und jubelt laut!

Denn das Wort des HERRN ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verläßlich.
ER liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des HERRN.

Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist,
der Nation, die ER sich zum Erbteil erwählt hat.
Laß deine Güte über uns walten, o HERR,
denn wir schauen aus nach dir.