IGFM klagt chinesische Regierung an, Nordkoreas Verbrechen zu unterstützen

Der stellv. Vorsitzende der CDU/CSU Fraktion, Arnold Vaatz, und die Internationale Gesellschaf für Menschenrechte (IGFM) haben auf einer Protestaktion vor der Botschaft Nordkoreas am Donnerstag schwere Vorwürfe gegen die chinesische Regierung erhoben.   
IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Durch sein Verhalten gegenüber Nordkorea unterstützte das Politbüro in Peking aktiv und nachhaltig die Verbrechen von Kim Jong-un und dessen Regime. Dessen weltweit beispiellose Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden von einer Untersuchungskommission der Vereinten Nationen dokumentiert.

Die UN-Untersuchungskommission hatte am 17. Februar 2014 festgestellt, dass Nordkorea systematisch „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen die eigene Bevölkerung einsetzt und „dringend“ zum sofortigen Handeln aufgerufen.

Doch sowohl von der nordkoreanischen Regierung als auch von seiner Schutzmacht China und von der Europäischen Union seien bisher Konsequenzen ausgeblieben, beklagt die IGFM.

Kommunistische Diktatur mit brutalem Lagersystem

In einem Schreiben an den nordkoreanischen Botschafter wies die IGFM darauf hin, dass die „Demokratische Volksrepublik Korea“ völkerrechtlich bindenden Menschenrechtsverträge breche, zu deren Vertragsstaaten auch Deutschland gehöre. Nachrichten_Gebetsmail_Kopfbalken.indd

Die Vereinten Nationen hatten Beweise über das Lagersystem, Versklavung, Folter, Mord, systematische Vergewaltigung, Zwangsabtreibungen, den planmäßigen Einsatz von Mangelernährung, „Verschwinden lassen“, Verfolgung aus politischen Gründen und andere Menschenrechtsverletzungen zusammengetragen.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin unterstrich:

„Heute vor 25 Jahren, am 25. September 1989, fand die erste Montagsdemonstration auf dem Ring in Leipzig statt. In Nordkorea ist etwas ähnliches derzeit ausgeschlossen. Das Regime hat die Nordkoreaner zu Sklaven in ihrer eigenen Heimat gemacht. Das die chinesische Regierung dieses System aktiv unterstützt ist unerträglich.“

Die IGFM fordert ausdrücklich auch die Freilassung der in Nordkorea gefangen gehaltenen US-Amerikaner. Sie würden von der nordkoreanischen Regierung als Spielball in der diplomatischen Auseinandersetzung missbraucht.

Zu ihnen gehört Kenneth Bae, der am 3. November 2012 in der Sonderwirtschaftszone Rason, auf Grund angeblicher „feindlicher Aktivitäten gegen die Republik“ festgenommen und zu 15 Jahren schwerer Zwangsarbeit verurteilt wurde  –  er hatte Fotos hungernder Kinder bei sich. Die Behörden werfen ihm vor, er habe den christlichen Glauben in Nordkorea verbreiten wollen.

Nordkorea: Verfolgung von „Volksfeinden“ und Christen

Schätzungen gehen von über 150.000 bis deutlich über 200.000 Häftlingen im nordkoreanischen Lagersystem aus. Die IGFM weist auf Sattelitenbilder hin, die zeigen, dass die Lager noch immer wachsen. China-Flagge-gr_02

In absolut unmenschlichen Lebensbedingungen würden die Menschen dort als Arbeitssklaven ausgebeutet.

„Die Häftlinge in den Lagern sind vom Regime zur willkürlichen Erniedrigung und Ermordung freigegeben. Überläufer des Wachpersonals berichten von Folter, Mord und unvorstellbaren Grausamkeiten“, berichtet IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Die Herrscherfamilie des Landes lässt sich nach Angaben der IGFM in einem beispiellosen „quasi-religiösen“ Personenkult verherrlichen. Vor allem dem Staatsgründer Kim Il-sung, aber auch seinem Sohn und seinem Enkel, dem aktuellen „Führer“ und Chef der kommunistischen Partei, werden übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben.

Der Staatsgründer wird Gott-ähnlich verehrt. Nordkorea hat sogar eine eigene Zeitrechnung eingeführt, die mit der Zeugung des „Großen Führers“ beginnt, so die IGFM. Aktuell befindet sich Nordkorea im Jahr 102 dieser „Juche“-Zeitrechnung.

Angehörige anderer Religionen, insbesondere Christen, werden nach Informationen der IGFM in diesem System als Konkurrenz und vermeintliche Bedrohung erbarmungslos verfolgt. Wie viele von Ihnen in Nordkorea noch leben und die Einweisung in eines der zum Teil riesigen Arbeitslager überlebt haben, ist unbekannt.

Online demonstrieren – auch in Pjöngjang

Diktaturen überleben nur, wenn ihre Verbrechen unbeachtet bleiben. Jeder kann mithelfen, das Schweigen zu brechen. Auf der Internetplattform UnS!lence der IGFM kann man als Demonstrant (virtuell) an Protesten in aller Welt teilnehmen – selbst da, wo es normalerweise unmöglich ist, z.B. in Pjöngjang.

Mitmachen ist ganz einfach: Unter der Adresse www.unsilence.de erscheint nach einem kurzen Intro-Videoclip ein Globus auf dem Bildschirm. Mithilfe der Maus kann er gedreht werden, um nach Protesten in verschiedenen Ländern zu suchen. Kurzinformationen an entsprechenden Markierungen geben an, wo gerade eine Demonstration stattfindet.

Eine kleine Anleitung, wie’s geht, findet sich unter: www.igfm.de/unsilence

Weitere Info zu Nordkorea: www.igfm.de/nordkorea/


One Comment on “IGFM klagt chinesische Regierung an, Nordkoreas Verbrechen zu unterstützen”

  1. Bernhard sagt:

    Alles richtig, was da steht, aber man muss auch die gesamtpolitische Situation berücksichtigen: China unterstützt Nordkorea, weil es amerikanische Truppen an der eigenen Staatsgrenze und einen Kollaps Nordkoreas mit nachfolgendem Bürgerkrieg verhindern will.

    Gefällt mir


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s