Warum die Kirche seit jeher mit Erscheinungen und Visionen vorsichtig ist

Alle großen Heiligen warnen vor Erscheinungen. Sie wissen, dass die gefallenen Geister dem Menschen um ein Vielfaches überlegen sind, und ihnen ohne jede Schwierigkeit etwas vorgaukeln können.

Eine gewichtige Stelle findet sich im 2. Korintherbrief des hl. Apostels Paulus: „Denn diese Leute sind Lügenapostel, hinterlistige Arbeiter, die sich als Apostel Christi ausgeben. Und das ist kein Wunder  –   selbst der Satan erscheint als Engel des Lichtes.“ slider3-640x360

Auf diese Stelle nimmt der hl. Ignatius Bezug, wenn er vom Teufel in der Lichtgestalt spricht:

„Dem bösen Engel, der sich in einen Engel des Lichtes umwandelt, ist es eigen, mit der frommen Seele einzutreten und mit sich selbst wieder auszutreten, das heißt, er pflegt erst gute und heilige Gedanken, die einer solchen gerechten Seele entsprechen, einzuflößen, und dann versucht er langsam beim Weggehen, die Seele in seine versteckten Trügereien und schlechten Absichten hineinzuziehen.“ (Zweite Woche, Regel 4).

Hier ist die ganze Diabolität des teuflischen Wirkens noch einmal zusammengefasst:

Der Teufel tritt mit der frommen Seele ein, das heißt er sagt und bekennt das, was auch der frommen Seele zusagt und sie anzunehmen bereit ist, er tritt aber mit sich selbst wieder aus. Wenn er geht, hat er das Augenmerk der Seele ganz auf sich gerichtet und zwar so, dass es der Mensch in der ganzen Zeit nicht gemerkt hat.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Zur Frage, ob es sich nur um Phantasie oder um dämonisches Einwirken handelt, soll M. E. Grialou zur Sprache kommen:

„Meistens handelt es sich (…) nur um ein gewisses Einwirken des Satans auf die überreizte Phantasie, auf die durch Krankheit geschwächten Sinne oder auf Personen mit Veranlagung zur Schwermut. In diesen Fällen bemüht sich der Satan, Phantasiegebilde vorzugaukeln.

Anfangs nutzt er die körperliche Schwäche der betreffenden Personen oder ihr Verlangen nach außerordentlichen Gnaden aus und verleitet sie zu Abtötungen, die sie total erschöpfen.

Durch zunehmende physische Schwäche findet er in den Sinneskräften eine größere Empfänglichkeit für die von ihm bewirkten Vorspiegelungen und Sinneseindrücke. Der Teufel kann seine Macht umso besser ausüben, je weniger sich diese Menschen von der Vernunft leiten lassen.“

Theresia von Avila äußert sich in derselben Weise:

„Manchmal, ja oft kann es Einbildung sein, besonders bei Leuten mit kranker Phantasie oder bei Melancholikern – ich meine solche, die an besonders starker Schwermut leiden. Bei Menschen dieser beiden Gruppen darf man dem meiner Meinung nach kein Gewicht beimessen, auch wenn sie sagen, dass sie es sehen und hören und verstehen.

Man sollte sie aber nicht dadurch beunruhigen, dass man sagt, es sei der Satan; sondern sie anhören, wie man Kranke anhört. (…) Es ist freilich unumgänglich, die Sache insofern zu beachten, als man der betreffenden Person das innere Gebet untersagt und mit allen Kräften darauf hinwirkt, dass sie dem ganzen kein Gewicht beimisst; denn der Satan pflegt kranke Seelen dieser Art zu seinem Vorteil zu gebrauchen  –  wenn nicht zu ihrem eigenen Schaden, so doch zu dem von anderen.“ media-375643-2

Es stellt sich die Frage, wie weit der Teufel himmlische Erscheinungen nachäffen darf. Grialou gibt hier klare Antwort:

„Die übernatürlichen Gnadenerweise Gottes nachzuahmen, ist ein schwierigeres Kunststück. Doch auch daran wagt sich der Satan. Es gibt nicht viele außerordentliche Gnaden, die nicht ihr trügerisches Gegenbild fänden. Sobald sie der Satan beobachtet, scheut er keine Mühe, deren fühlbare Wirkungen zu reproduzieren.

Selbst wenn der Betrug sofort entdeckt wird, hinterlässt er bei seinem Opfer das Gefühl des Unbehagens. (…) Wird der Trug nicht bemerkt, kann er den Menschen in Irrtümer stürzen, die für ihn und seine ganze Umgebung gravierende Auswirkungen haben!“

Dies bestätigt auch Johannes vom Kreuz, der die Meinung vertritt, dass es keine außerordentliche Gnade gibt, die der Satan nicht nachahmen dürfte:

Wenn (die Seele) etwa durch einen guten Engel echte Visionen erhält (…), so gibt Gott doch auch dem bösen Geist Erlaubnis, ihr entsprechende falsche Visionen vorzuspiegeln, die, wie es häufig geschieht, eine unvorsichtige Seele zu täuschen vermögen.“ (Nacht, II 23,7)

Wer immer also von irgendwelchen Erscheinungen hört, muss um dieses Wirken des Satans Bescheid wissen, sonst wird er Opfer der größten Leichtgläubigkeit. (…)

Man muss man immer wieder an die Worte Christi denken: „Es werden falsche Messiasse und falsche Propheten auftreten und Scheinwunder wirken!“

Auszüge aus einem Beitrag von Pater Andreas Steiner FSSPX im „Mitteilungsblatt“ der Piusbruderschaft vom April 2008  – Pius-Webseite: http://pius.info/

 


One Comment on “Warum die Kirche seit jeher mit Erscheinungen und Visionen vorsichtig ist”

  1. Hermann sagt:

    Liebe Freunde!

    Hier wird meines Erachtens das Problem richtig erkannt, auch wenn der Bericht FSSPX lastig und bezüglich Medjugorje falsch ist (Die Tradition mag den Volksaltar nicht…)
    Und zudem gilt das, was er schreibt, für JEDEN Gläubigen, nicht nur für FSSPXler, die sich gern des wahren Glaubens rühmen…

    Früher hatte ich auch geglaubt, wenn Botschaften Wahres vermitteln und zu einem intensiveren Glaubensleben aufgerufen wird usw. also Richtiges dann kann nicht der Teufel dahinterstecken!
    Das muss ich HEUTE revidieren und dazu sagen „JA, es ist möglich“.

    Gerade letzthin wollte ich wieder zu MDM Stellung nehmen und siehe da, da lese ich diesen Vortrag von Pater Steiner und ich muss sagen, er hat in vielem Recht!
    Das Problem an der Sache ist genau die Vermischung von Wahrheit und Lüge! Denn diese ist sehr gefährlich und kann Menschen in die Irre führen, ohne es zu merken!

    Hier kurz was Steiner sagt und unten meine Erfahrungen bezüglich MDM wo ja die Sachlage dieselbe zu sein scheint. Anzumerken ist, dass Anne Botschaften behaupten, das Messopfer sei nur im Alten Ritus gültig was aber nicht der Fall sein kann!

    Steiner: „…Ja, er wird sogar alles daran setzen, dass die Privatoffenbarungen, den Katechismus ersetzen, dass die Seele viel lieber und eifriger Schauungen und Visionen (am besten jeden Tag eine neue, als quasi tägliche Nahrung der Seele) liest, als die Kirchenväter, als die heilige Schrift, als einen guten Katechismus, als Lebensbeschreibungen und Werke der Heiligen. Damit rückt die Seele mehr und mehr von einem Glauben an die Sache auf einen Glauben an diese Person. Wenn der Teufel die Seele soweit hat, dass sie deshalb glaubt, weil diese Person es sagt, dann ist die letzte und unter Umständen tödliche Phase seines Planes eingeleitet. Hat diese Person plötzlich in der Seele eine Autorität, so wie sie ein Bischof oder der Papst hätte, dann besteht höchste Gefahr. Denn von nun an kann diese Person auch etwas sagen, was nicht mehr katholisch ist: es wird ihr geglaubt. „Aber die Seherin Anne hat es gesagt, und der glaube ich!“

    Hiti: Hier fängt die Hörigkeit, der blinde Gehorsam an!

    Weiter: „Alle großen Heiligen warnen vor Erscheinungen! Sie wissen, dass die gefallenen Geister dem Menschen um ein Vielfaches überlegen sind, und ihnen ohne jede Schwierigkeit etwas vorgaukeln können. Eine gewichtige Stelle findet sich im 2. Korintherbrief des hl. Apostels Paulus: „Denn diese Leute sind Lügenapostel, hinterlistige Arbeiter, die sich als Apostel Christi ausgeben. Und das ist kein Wunder – selbst der Satan gibt sich als Engel des Lichtes aus.“ Auf diese Stelle nimmt Meister Ignatius Bezug, wenn er vom Teufel in der Lichtgestalt spricht: „Dem bösen Engel, der sich in einen Engel des Lichtes umwandelt, ist es eigen, mit der frommen Seele einzutreten und mit sich selbst wieder auszutreten, das heißt, er pflegt erst gute und heilige Gedanken, die einer solchen gerechten Seele entsprechen, einzuflößen, und dann versucht er langsam beim Weggehen, die Seele in seine versteckten Trügereien und schlechten Absichten hineinzuziehen.“

    Hiti: Wer diesem Sog trotz falscher Aussagen und unerfüllter Prophetien nicht entflieht, also hörig wird und taub für jedes Gegenargument, der wird mehr und mehr „weggezogen“, wie oben gesagt wird, er konzentriert sich nur mehr auf diese Sache, kapselt sich ab, bekämpft Andersdenkende, er kämpft mehr und mehr mit Mitteln die der christlichen Lehre total entgegengesetzt sind bis hin zu Vorurteilen und Verleugnungen…
    Und herauskommen wird immer schwieriger, ich kann ein Lied davon singen…
    Schade um solche Personen, man sollte sie unbedingt ins Gebet einschließen damit sie den Irrtum erkennen!

    Und hier meine Erfahrungen die bestätigen wie sehr sich dann solche Menschen vom Wort und Beispiel Jesu entfernen, weil sie nur mehr „ihren Glauben“ im Hinblick auf diese Person gegen jede Vernunft verteidigen! Am Beispiel der MDM Botschaften.
    – WAS mich zum Umdenken bewogen hat ist den „hörigen Anhängern“ selbst zu verdanken als ich mich entschied auf facebook zu gehen und prompt Einblick erhielt und sah, wie Franziskus regelrecht gerichtet wird!
    Da steuerte ich dagegen und musste sehen gegen eine Mauer zu rennen. Das Gute am Papst wollte man gar nicht hören! Und so schloss man mich aus und ich erachtete es als notwendig auf meiner HP vor diesen Botschaften zu warnen. Und prompt waren meine „Freunde“ weg, obwohl ich weiterhin versuche als Katholik zu leben und trotz jahrelanger Freundschaft! Doch wenn es nur das gewesen wäre. Man entfernte mich als Moderator eines katholischen Forums(!), ein Betreiber einer kath. Webseite, der meine HP verlinkt, sagte mir dass sich Leser über meine HP beklagen (weshalb wohl?). Zuschriften erhielt ich wo unter anderem mein Glaube angegriffen wurde bis hin zur Aufforderung das Bild von MDM zu entfernen (für mich esoterische Züge, denn nur von Gott sollen wir kein Abbild machen), Beiträge im obigen Forum wurden ausgebremst zum Beispiel die Meldung, dass Papst Benedikt FREIWILLIG zurücktrat wurde zurückgewiesen mit der späteren Begründung: unseriöse Quelle(!). Ich konnte also teilweise meine früheren Beiträge als Befürworter der Warnung nicht mehr zurechtbiegen, es wurde schlichtweg VERHINDERT! Aber nicht nur das. Ich habe auch schriftlich vorliegen: Wenn ich Franziskus als Papst bezeichne – für mich ist er der Papst, der Fels, von dem Jesus sprach – können meine ansonsten guten(!) Beiträge nicht veröffentlicht werden. Diese Botschaften sehen ja in Franziskus den falschen Propheten!
    Inwieweit das alles noch im Sinne der Kirche und der Worte Jesu ist, beurteile ein jeder selbst!
    Man sieht hier wie weit das ganze gehen kann, wenn man – wie Steiner schrieb – einer Person zuviel Autorität einräumt bis zum blinden Gehorsam, bis zur Hörigkeit! Es geht hier gar nicht mehr um den Glauben, es geht nur mehr um die SACHE! Die Hl. Schrift rückt in den Hintergrund, das Leben und Beispiel Jesu sowieso! Doch das ganze endet hier noch nicht. Wehe wenn ich heute in einem Forum irgendwie gegen MDM hinweise oder so, dann kommt sofort Verstärkung und man versucht mit „allen Mitteln“ mich mundtot zu machen wobei man nicht zurückscheut, anderes herzuziehen, das gar nichts mit dem Thema zu tun hat. Man möchte mich einfach mundtot machen nur weil ich im Grunde dem Papst und der Kirche treu bleibe…

    So, das reicht jetzt! Aber ich musste oft mit mir ringen um nicht gleiches mit gleichem zu vergelten und um auch diese Personen zu lieben, was mir ja der christliche Glaube aufträgt.
    Ich kämpfe nicht gegen diese Personen, aber niemand kann mir verbieten im Sinne der Wahrheitsfindung meine Erfahrung zu vermitteln.

    Jeder kann sich hier selbst ein Bild machen. Dass wir mit Riesenschritten den Ereignissen der Offenbarung zueilen, daran habe ich nach wie vor keine Zweifel. Zu groß der Glaubensabfall dieser Tage. Dass es viele echte Offenbarungen gibt darunter eben Medjugorje – was ich bezeugen kann – ist ebenfalls wahr. Aber wahr ist eben auch dass viel Unfug betrieben wird, dass viel mit der Neugier und Angst der Menschen gespielt wird. Freilich gibt es auch Verschwörungen und das Freimaurertum, aber ich möchte davor warnen, sich zu viel mit diesen Dingen zu beschäftigen! Das führt zur VERHERRLICH UNG des Bösen!
    Gott aber ist es, der Allmächtig ist, Er ist unser liebender Vater auf den wir bauen sollen! Wir sind ZUM LOB DES HERRN berufen und sollen uns gegenseitig helfen und nicht bekämpfen trotz aller Gegensätze und all unser Tun wird nichts nützen wenn wir die Liebe nicht hätten, wie Paulus sagt! Und so oft fehlt heute genau diese Liebe im Umgang unter uns Katholiken (und nicht nur)…

    herzliche Grüße
    Hermann
    (http://www.gottliebtuns.com)

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