Kunst-Ausstellung „Faszination Weltraum“ ab 3. Oktober 2014 in Bonn

Seit Menschengedenken ist der Weltraum Sehnsuchtsort und Projektionsfläche  der forschenden Neugier. Wie ist das Universum entstanden? Woher kommen wir? Gibt es intelligente Zivilisationen auf anderen Planeten? Der Astronaut Ed White bei dem ersten Weltraumspaziergang eines Amerikaners, während der Gemini 4 Mission am 3. Juni, 1965.  Foto: NASA

Diese Fragen beschäftigen Philosophen und Naturwissenschaftler, Schriftsteller, Filmemacher und Künstler, Spinner und Visionäre gleichermaßen.

Stets hat ein intensiver Austausch zwischen Kultur und Wissenschaft stattgefunden, naturwissenschaftliche und technologische Erkenntnisse sind in künstlerische Produktionen eingeflossen  –  und umgekehrt haben visionäre Ideen und Entwürfe den Wissenschaften wichtige Impulse gegeben. 

In der Tradition der großen interdisziplinären Ausstellungen untersucht die umfangreiche Schau diese Schnittstellen in 12 assoziativ gestalteten Kapiteln und schlägt einen Bogen von Objekten aus der Raumfahrt, wissenschaftlichen Exponaten und Science-Fiction bis hin zu Positionen der Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart.

Eine Schau der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zur Ausstellung OUTER SPACE. FASZINATION WELTRAUM

Quelle: http://www.bundeskunsthalle.de/ausstellungen/outer-space.html


Schöpfungsordnung aus biochemischer Sicht: Es gibt ein Monogamie-Hormon

Von Dr. med. Edith Breburda

Der US-amerikanische Psychologe Seth Pollak von der Universität in Wisconsin/Madison vermutet, dass Kinder, die sehr früh in ihrem Leben zurückgewiesen oder missbraucht wurden bzw. die in Armut aufwuchsen, als Erwachsene häufiger unter Depressionen, Herzkrankheiten und Ängstlichkeit leiden. Er sieht sogar einen Zusammenhang mit Krebserkrankungen.  Dr. Breburda
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Stress kann einige Stellen des Gehirns schrumpfen lassen, und bei Mädchen eine abnormale Ausschüttung von einigen Hormonen bewirken, erklärt der Experte. Das sexuelle Verhalten der Mädchen verändert sich:
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„Unsere Erziehung beeinflusst unsere Biologie. Dadurch können wir langfristig soziale Verhaltensprobleme erklären. Es ist eine ganz neuartige Sicht, die Entwicklung des Kindes zu verstehen. Aus der tierexperimentellen Forschung wissen wir, wie eine normale Pflege diese Verhaltensdefizite restaurieren kann. Wir versuchen, eine entsprechende Therapie und Medikamente anzuwenden, um die Schäden rückgängig zu machen“, erläutert Pollak.
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Der Forscher untersuchte das sogenannte „Stress-Regulator-Gen“ bei 56 Kindern. Ein Drittel der Probanden wurde physisch missbraucht. Bei ihnen zeigte die Blutprobe eine geringere Aktivität des Glucocorticoid-Rezeptors, der das Stress-Hormon Cortison reguliert.  Zu viel Cortison schwächt das Immunsystem und erregt den Menschen.
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Pollak erkannte bei 12-jährigen misshandelten Kindern, dass die Hirnregionen, die für Emotionen (Amygdala) und das Gedächtnis (Hippocampus) verantwortlich sind, kleiner ausgebildet waren.
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Vierjährige Kinder aus armen Familien hatten weniger „graue Substanz“. Dort werden Informationen verarbeitet und Handlungen geplant.
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Acht- bis 11-jährige Mädchen, die misshandelt wurden, schütteten anstatt Cortison das Liebes-Hormon Oxytocin aus. Oxytocin konnte ihnen helfen, unbekümmerter mit Fremden umzugehen. Damit hatten sie weniger Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen. Diese Freundschaften erwiesen sich allerdings als instabil.
Edith-Breburda-Fotos.
Teenagerschwangerschaften treten häufiger bei Kindern auf, die aus armen Familien kommen. Ihre schulischen Leistungen und ihr späterer Beruf werden dadurch beeinflusst: „Sie öffnen sich, anstatt sich selbst zu schützen. Das könnte erklären, warum diese Mädchen später in schwierige Lebensumstände verwickelt sind“, behauptet der Wissenschaftler [i].
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Oxytocin gilt heute als eine Substanz, welche das „Belohnungszentrum“ des Gehirns aktiviert. Männer finden wegen des Oxytocins ihre Partnerin attraktiver, was der Monogamie zugute kommt.
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Wissenschaftler der Universität in Bonn weisen darauf hin, dass es im Tierreich nicht so ist. Hier gibt es die Monogamie äusserst selten. Somit handelt es sich um eine rein menschliche Angelegenheit, dass Oxytocin dafür mitverantwortlich ist, einander treu zu bleiben.
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Dr. Hurlemann von der Ruhr-Universität in Bochum arbeitete mit der Universität von Chengdu in China zusammen, um die Wirkung des Monogamie-Hormons Oxytocin genauer zu testen:
40 heterosexuellen Männern, die sich in einer permanenten Partnerschaft befinden, zeigten sie Fotos von ihren Frauen. Danach konnten die Männer Bilder von anderen Frauen sehen.
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Nasal applizierte man den Probanden entweder Oxytocin oder ein Placebo. Mit einem Magnetresonanz-Tomogramm wurde die Gehirnaktivität überprüft. Dirk Scheele sagte, wenn die Männer Oxytocin erhielten, bewerteten sie ihren eigenen Partner attraktiver als andere Frauen. Durch Fotos von Mitarbeiterinnen oder anderen bekannten Frauen liess sich die Gehirntätigkeit der Männer nicht anregen. Nur der eigene Ehepartner löste den Reiz im Gehirn aus.
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Die Ergebnisse lassen erklären, wie es nach dem Tod des Ehepartners zu tiefen Depressionen kommen kann. Eine fehlende Oxytocin-Ausschüttung wird als Grund angesehen.
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Man kann – hormonell betrachtet  –   davon ausgehen, dass Oxytocin der Grund für eine Monogamie beim Menschen ist. Die klassische evolutionsbiologische Sicht, wonach männliche Wesen danach drängen, ihre Gene so viel wie möglich „in Umlauf zu bringen“, wurde durch die Hurlemann-Studie beim Menschen widerlegt.
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Monogamie hat auch seine Vorteile, betont Dr. Hurlemann:
„Wenn Oxytocin eine Partnerschaft tiefer zusammenschweißt, wird auch die Ernährung der Nachkommen sicher gestellt. Männliche und weibliche Gene werden an Kinder weiter gegeben. Biologisch wird damit auch eine monogame Ehe der Kinder gefördert“, erläutert er.
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Bei gleichgeschlechtlichen Paaren wurde der Versuch bisher nicht durchgeführt. Allerdings zeigten andere Studien einen ziemlichen Unterschied, ja sogar ein gegensätzliches Verhalten einer Oxytocin-Wirkung bei Männern und Frauen auf.
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Die Hormone sind bei den Geschlechtern anders verteilt. Es könnten auch weniger Oxytocinrezeptoren im männlichen Gehirn vorhanden sein, vermutet Hurlemann [ii].
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Oxytocin steht im Fokus der wissenschaftlichen Tätigkeiten von Paul Zak. Es handelt sich dabei eigentlich um ein uraltes Molekül, das man nur bei Säugetieren findet. Bei Nagetieren hilft es, den Mutterinstinkt aufrecht zu erhalten.
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Die Etruskerspitzmaus, die von der Nasenspitze bis zum Schwanzansatz nur etwa 40 Millimeter lang ist, lebt monogam. Eigentlich ist sie keine Maus, da Mäuse Nagetiere sind und damit Vegetarier. Die Spitzmaus frisst Insekten, Würmer, Maden, Ameisen, Grillen, Spinnen und Heuschrecken. Sie ist mit der Maus so verwandt wie der Fuchs mit dem Hirsch, sagt der emeritierte Professor Peter Vogel aus Lausanne. IMG_2852
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Bei Rindern sorgt Oxytocin für den Milchfluss. Kälber stossen vor dem Säugen mit ihrem Kopf in das Euter, um damit die Ausschüttung zu aktivieren. Bei allen Nutztieren kann Oxytocin verabreicht werden, um eine Geburt einzuleiten.
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Oxytocin wird bei der Paarung freigesetzt. Es wird im Gehirn (Nucleus paraventricularis) in einer Vorform gebildet und über den Hypophysenhinterlappen abgegeben. Ausser seiner Funktion als Sexualhormon wirkt es auch als Neurotransmitter im Gehirn. Es fördert prosoziales Verhalten und das Vertrauen in andere Menschen [iii].
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Professor Paul Zak, Gründungsdirektor des Claremont-Universitäts-Zentrums für Neuroökonomische Studien in Kalifornien, stellte sich die Frage, ob unsere Moral, auf die sich gläubige wie nichtgläubige Menschen beziehen, nicht doch mit Chemie zu tun hat?
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Er wollte beweisen, dass Oxytocin gleichsam das Moralmolekül ist, welches sich hinter unserem sittlichen Handeln verbirgt. In seinen Versuchen konnte er nachweisen, wie eine Veränderung der Oxytocingehalte im Blut unser Mitgefühl beeinflusst. 
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Bei Frauen, die missbraucht wurden, wird die Oxytocin-Sekretion unterdrückt:
„Man muss pfleglich behandelt werden, damit sich das System richtig entwickeln kann. Viel Stress hemmt Oxytocin. Wir wissen alle, dass wir unter Stress nicht bestmöglich handeln können“, sagt Zak.
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Auch das hauptsächlich männliche Hormon Testosteron hemmt die Oxytocin- Ausschüttung. Bei einer Hochzeit in England, zu der 200 Leute geladen waren, fand Paul Zak heraus, dass die Braut den höchsten Oxytocinwert aufwies. Ihr folgten die Brautmutter, der Vater des Bräutigams und dann erst der Bräutigam.
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Der Wissenschaftler ist der Meinung, eine Hochzeit ist ein Ritual, um sich mit dem neuen Brautpaar emotional zu verbinden. Ein neuvermähltes Paar ist uns für die Arterhaltung bei der Fortpflanzung wichtig und wir wollen seinen Erfolg.
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Wir kennen unzählige Möglichkeiten, um mit anderen in Verbindung zu treten. Soziale Medien erleichtern uns dieses Vorhaben. Man twittert, stellt seine Videos auf Youtube. Mitglied eines sozialen Netzwerkes zu sein führt auch zu einem Anstieg des Oxytocinwertes.
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Am Ende werden unsere Empfindungen belohnt. Wir sind glücklicher, wenn wir Oxytocin freisetzten, erklärt Paul Zak. Sein Rezept ist, täglich acht Mitmenschen zu umarmen. Dann wird man glücklicher werden  –  und die Welt wird ein besserer Ort [iv].
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Wir alle kennen das Gefühl, wenn es in unserem Bauch kribbelt und die Angst vor etwas spürbar im Raum steht. Oxytocin kann aber neben leidenschaftlichen Liebes-Anwandlungen auch emotionalen Schmerz verursachen, sagen die Wissenschaftler der Northwest-Universität in Chicago.
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Es werden nicht nur unsere sozialen positiven Erinnerungen gestärkt, sondern auch stressige soziale Situationen graben sich in unser Gedächtnis ein. Wenn wir später wieder in eine ähnliche Situation kommen,  reagieren wir von vornherein sehr ängstlich. Dies ist eine neue Erkenntnis.
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Forscher erhofften sich, mit Hilfe der Substanz eine Anti-Angst-Droge entwickeln zu können, da man annahm, mit ihr positive Emotionen wecken zu können, wenn man sich in einer stressbezogenen Situation befindet.
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Sich wiederholende Stress-Erlebnisse fördern Angst und Depression: „Basierend auf jahrelanger Forschung wurde Oxytocin als Stress reduzierende Substanz betrachtet. Durch die neue Studie konnte gezeigt werden, dass durch Oxytocin Angst eher gefördert wird“, erläutert der Studienleiter Yomarya Guzman.

[i] Wahlberg D.: Childhood stress can reconfigure biology, UW-Madison research says. Wisconsin State Journal. 24. 7.2014
[ii] Ellis M.: Oxytocin: the monogamy hormone? Medical News Today, 26. Nov. 2013
[iii] Kosfeld M. et al.: Oxytocin increases trust in humans. Nature: 435 (7042): 673-6, June 2 2005
[iv] Zak P.: Vertrauen, Moral-und Oxytocin. Technology, Entertainment and Design, http://www.ted.com/talks/paul_zak_trust_morality_and_oxy tocin/ transcript?language=de, Nov. 2011
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda (von ihr stammen auch die Fotos) ist Buchautorin, Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Deutsche Polizei hilft IGFM gegen Anfeindungen aus dem iranischen Konsulat

Aggression und Anfeindungen schlugen am heutigen Mittwoch den Frankfurter Aktiven der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) vor dem iranischen Generalkonsulat in der Raimundstraße entgegen.
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Die Menschenrechtsorganisation will auf die drohende Hinrichtung eines hochrangigen islamischen Geistlichen hinweisen und zeigte dabei auch eine Karikatur des iranischen „Führers“ Ajatollah Ali Khamenei. 

Das Konsulat sah in dem Protest eine „Beleidigung“ des iranischen Staatsoberhauptes und versuchte, die Menschenrechtler zum Abbruch der Aktion zu zwingen.

Die Polizei musste zum Schutz der IGFM Kräfte von der Frankfurter Buchmesse abziehen. Durch das besonnene Eingreifen der Beamten konnte die Mahnwache schließlich weitergeführt werden.

Das Konsulat drohte mit Strafverfahren wegen Beleidigung. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin erklärte:

„Irans ‚Führer’ Khamenei ist der eigentliche Machthaber eines Regimes, dass Andersdenkende systematisch einschüchtert, foltert un033_30d sie durch Hinrichtung zum Schweigen bringt. Er bräuchte Kritik nicht zu fürchten, wenn er diese Verbrechen beenden würde.“

Die IGFM will den Protest fortsetzen und berief sich auf die Meinungs- und die künstlerische Freiheit.

Der Anlass der Protestaktion ist die bevorstehende Hinrichtung des im Iran sehr bekannten islamischen Geistlichen Ajatollah Borudscherdi. Er kämpft seit Jahren friedlich für die Trennung von Staat und Religion und gegen die radikal-islamische Herrschaft.

Für seine Kritik an der Islamischen Republik ist Borudscherdi seit Jahren in Haft und vielfach gefoltert worden. Ein Sondergericht für Geistliche verurteilte ihn 2007 zum Tod, der in Kürze vollstreckt werden soll.

Zur Lage der Menschenrechte im Iran: www.igfm.de/iran


Kardinal Kasper: Heiligt der Zweck die Mittel?

Von Felizitas Küble

Unter der bezeichnenden Überschrift „Kardinal Kasper „Keine in Stein gemeißelte Ideologie“ führte Tilman Kleinjung vom ARD-Hörfunkstudio in Rom am Sonntag, den 5. Oktober, ein längeres Gespräch mit Kardinal Walter Kasper, das auch online veröffentlicht wurde.

Der Interview-Titel ergibt sich aus einer grundsätzlichen Aussage dieses Kirchenmannes, der seit Jahrzehnten als Vorzeigefigur katholisch-„reformerischer“ Kräfte fungiert.

Kardinal Kasper erklärt nämlich: IMG_1183„Die katholische Lehre ist kein ideologisches System, das in Stein gemeißelt ist. Sie ist ein lebendiges Evangelium, das vor allem zum Heil und zum Wohl der Menschen ausgelegt werden muss.“

Schon zuvor hatte der im Ruhestand befindliche Würdenträger gesagt, das Evangelium sei „kein Strafgesetzbuch“ (als ob das jemals behauptet worden wäre)  – und es sei auch „kein ehernes Gesetz“, weshalb er vor „Fundamentalismus“ bei der Auslegung warnte etc.

Dient es nun etwa dem „Heil“ des Menschen, wenn man die Gebote Gottes, die sehr wohl „in Stein gemeißelt sind“, indirekt infrage stellt, indem man sich tendenziell der sog „Lebenswirklichkeit“ der Menschen anpaßt? 

Es wird dann zwar noch wortreich beteuert, man wolle die biblischen Wahrheiten keineswegs „in Frage stellen“, aber de facto   –  von den Tatsachen und der Auswirkung her  –  geschieht genau dies.

Ist die Kirche eine Glücksvermittlungsinstanz?

So erklärte Kasper in diesem ARD-Interview, die derzeit tagende Familiensynode solle den Menschen dabei helfen, „das Glück des Lebens zu finden“

Frage: Ist die Kirche etwa in erster Linie ein Glücksvermittlungs-Service – oder ist es nicht vielmehr ihre vorrangige Aufgabe, den Willen Gottes zu verkünden, wie er in den Zehn Geboten und in der Botschaft Christi sichtbar wird?!

Darf also diese übernatürliche Sendung der Kirche dem vermeintlichen  irdischen „Glück“ der Menschen untergeordnet werden? PICT0152

Passend zu dieser theologisch flachen Glücks-Ideologie erklärt der Kardinal hinsichtlich homosexueller Partnerschaften: „Man soll das respektieren, wenn einer aus Überzeugung meint, so leben zu wollen. Aber das ist nicht das Ideal der Kirche.“

Er ergänzte, es gehöre zu diesem „Respekt“ dazu, „dass man die positiven Elemente anerkennt“, die in solchen Beziehungen gelebt würden.

BILD: In Münster spiegeln sich zwei Kirchen an einer großen Einkaufshalle aus Glas

Laut biblischer und kirchlicher Lehre  ist praktizierte Homosexualität eine schwere Sünde. Folglich verstößt eine solche Lebensweise nicht nur gegen ein „Ideal“ der Kirche, sondern gegen die Schöpfungsordnung Gottes und seine Gebote.

Zudem wirkt es äußerst mißverständlich bis irreführend, in bezug auf eine sündhafte Lebensform von „positiven Elementen“ zu sprechen, die man „anerkennen“ und „respektieren“ wolle, wenn jemand „aus Überzeugung meint, so leben zu wollen“.

Dies kann man aus christlicher Sicht zwar tolerieren, aber keineswegs „respektieren“ und „anerkennen“.

Während der Kardinal auf der einen Seite dafür eintritt, geschieden „Wiederverheiratete“ ggf. zu den Sakramenten zuzulassen, erklärt er gleichzeitig:

„Aber wenn die erste Ehe gescheitert ist und eine zweite Ehe da ist, die zivil geschlossen wird, und die ja nicht wieder aufgelöst werden kann, dann muss man da einen Weg finden. Man soll das Gute, was in einer zivilen Ehe da ist, anerkennen und den Menschen, die das wünschen, den Zugang zur Kommunion ermöglichen.“

Was soll hier die Bemerkung, eine Zivilehe könne „ja nicht wieder aufgelöst werden“? – Das ist eine ganz neue Information!  Mindestens jede dritte standesamtliche Ehe wird bekanntlich geschieden.

Warum diese Leichtfertigkeit des Kardinals im Umgang mit der sakramentalen (ersten) Ehe  – und gleichzeitig diese offensichtlich unrichtige Aussage hinsichtlich des staatlichen Trauscheins?

Ist die Eucharistie ein Sakrament zum Schleuderpreis?

Betreff der Zulassung jener zivil-verheirateten Katholiken zum Tisch des HERRN erklärt Kardinal Kasper zudem: ????????????????????????????????????????????

„Ein Argument ist auch: Wenn die Eltern nicht zur Kommunion, zum Gottesdienst gehen, dann gehen die Kinder auch nicht. Wir verlieren die nächste und übernächste Generation.“

Hier stellen sich zwei grundlegende Fragen:

1. Für alle, auch für geschieden-wiederverheiratete Katholiken, gilt das „Sonntagsgebot“, was bedeutet, daß sie nicht nur zur hl. Messe eingeladen sind, sondern dazu verpflichtet sind. Was hat das nun mit der hl. Kommunion zu tun?  – An sich rein gar nichts. Schließlich gibt es betr. Sonntag zwar ein kirchliches Meßgebot, aber kein Kommuniongebot. Zudem besteht für alle Gläubigen die Möglichkeit einer „geistigen“ bzw. geistlichen Kommunion, wenn der Zugang zum Tisch des HERRN nicht möglich ist.

2. Soll die Kirche bei der Unauflöslichkeit der Ehe, der Sakramentenlehre und -pastoral aus taktischen Gründen „beweglich“ werden, nämlich damit die betroffenen Personen und deren Kinder weiterhin am Sonntag zur Kirche gehen? Ist die Eucharistie etwa ein „Sakrament zum Ausverkauf“?

Heiligt hier plötzlich der Zweck die Mittel? – Was bleibt am Schluß noch übrig von der Heiligen Schrift und der kirchlichen Lehre, wenn dieses taktische Denken vermehrt Einzug hält?

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Fotos: Konrad Ruprecht, Felizitas Küble, Evita Gründler

 

 


Paulus wird von Petrus in die Gemeinschaft der Apostel aufgenommen

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Gal 2,1 ff.:

Brüder! Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit. 012_9

Ich ging hinauf aufgrund einer Offenbarung, legte der Gemeinde und im besonderen den „Angesehenen“ das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige; ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin.

Im Gegenteil, sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut ist wie dem Petrus für die Beschnittenen (Juden)  – denn Gott, der Petrus die Kraft zum Aposteldienst unter den Beschnittenen gegeben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Heiden.

Und sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist. Deshalb gaben Jakobus, Kephas und Johannes, die als die „Säulen“ Ansehen genießen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen.