Kardinäle und Bischöfe kritisieren den Zwischenbericht zur Familiensynode

Kardinal Burke erwartet vom Papst eine Stellungnahme

Der US-amerikanische Kardinal Raymond Burke, der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz sowie weitere hochrangige Würdenträger haben Teile des „Zwischenberichts“ zur vatikanischen Familiensynode beanstandet.

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Es handelt sich bei dem umstrittenen Arbeitspapier um die sog. Relatio bzw. Zusammenfassung der Synodenbeiträge seitens des ungarischen Kardinals Erdö.

Kardinal George Pell bezeichnete das Dokument als „tendenziös und unvollständig“. Es müsse daher überarbeitet werden. Drei Viertel der Synodenväter hätten sich skeptisch über den Zwischenbericht geäußert.

Der schwarzafrikanische Erzbischof Wilfrid Fox Napier von Durban erklärte, das Dokument sei „wenig hilfreich“ für die kirchliche Verkündigung.

Der polnische Erzbischof Stanisław Gądecki kritisierte „zweideutige“ Formulierungen und moniert sogar Spuren einer „ehefeindlichen Ideologie“ in dem umstrittenen Synodenbericht.

Laut dem US-amerikanischen Lebensrechtler-Nachrichtenportal „Lifesitenews“ gehören zu den Gegnern des Zwischenberichts neben Pell und Burke auch die Kardinäle Marc Ouellet, Angelo Scola, Andre Vingt-Trois, Carlo Caffara, Timothy Dolan, Fernando Filoni und Stanislaw Rylko.

Stärkung der Familien statt „unnütze Diskussionen“

Kurien-Kardinal Raymond Burke warf dem Text unfaire „Manipulation“ vor, weil darin der wirkliche Debattenverlauf in der Synode nicht zutreffend aufgezeigt werde; Burke forderte daher den Papst zu einer Stellungnahme bzw. Klarstellung auf. 

Der Präfekt des obersten vatikanischen Gerichts (Apostolische Signatur) stellte erneut fest, daß die Zulassung von geschieden „Wiederverheirateten“ zum Tisch des HERRN mit der Unauflöslichkeit der Ehe unvereinbar sei. polskaweb

Statt also „unnütze Diskussionen“ zu führen, möge die Kirche lieber katholischen Familien in aller Welt helfen, „die sich trotz aller Schwierigkeiten nicht von dem lösen wollen, was das Evangelium sie lehrt.“

Sogar „Radio Vatikan“ berichtet über die Beschwerde von Synodenvätern, wonach die Bedeutung einer „unauflöslichen, glücklichen und treuen Ehe“ in dem Dokument klarer hätte herausgestellt werden müssen. Die Diskussion dürfe sich – so heißt es weiter –  keineswegs auf „ungeordnete familiäre Situationen verengen“.

Auch den Schutz der Familie und die Förderung der Frau wollen einige Synodenväter laut „Radio Vatikan“ besser behandelt wissen. Sie wünschen sich eine Betonung der weiblichen Bedeutung in der Familie als christlicher „Hauskirche“, in welcher das menschliche Leben geschenkt und der Glaube von Anfang an weitergegeben wird. 

Hinweis: Kardinal Müller bestreitet, daß er den Zwischenbericht als „unwürdig, beschämend und komplett falsch“ bezeichnet habe; die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ hatte diese unzutreffende Meldung zuvor verbreitet.

 
 

3 Kommentare on “Kardinäle und Bischöfe kritisieren den Zwischenbericht zur Familiensynode”

  1. Heribert Spiegel sagt:

    Autor Felizitas schreibt: „Es handelt sich bei dem umstrittenen Arbeitspapier um die sog. Relatio bzw. bisherige Zusammenfassung der Synodenbeiträge durch den ungarischen Kardinal Erdö“. Was soll „bisherige Zusammenfassung“ heißen? Das ergibt doch keinen Sinn! Warum schreiben sie nicht, „Zusammenfassung bisheriger Beiträge“? Die Zusammenfassung „durch … Erdö“: Hier sollte es besser heißen „seitens Erdö“, denn „durch“ bedeutet instrumental – Erdö als Werkzeug! Darüber hinaus hätten Sie sich die Attribuierung des Arbeitspapiers als umstritten schenken können.

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    • Guten Tag,
      mit dem Ausdruck „bisherige“ Zusammenfassung sollte gerade im Sinne journalistischer Fairneß verdeutlicht werden, daß es sich um keinen (lehr)amtlichen und endgültigen Bericht handelt. Trotzdem streiche ich den Ausdruck nun, obwohl an sich kein Anlaß dazu besteht. Daß es um „bisherige“ Synodenbeiträge geht, versteht sich am Rande (um welche sonst?).
      Was das Wort „durch“ betrifft, so wird es mit dem Wort „seitens“ ersetzt, was damit ohnehin auch gemeint war.
      Daß diese Relatio „umstritten“ ist, dürfte angesichts der Kritik vieler Kardinäle offensichtlich sein.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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