Baden-Württemberg und der Eiertanz des CDU-Landesvorsitzenden Strobl

Mathias von Gersdorff

„Grün-Rot steht vor einem Scherbenhaufen, den sie selbst angerichtet hat“  – so lautet die Überschrift der neuesten Pressemitteilung Thomas Strobls, Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg und Kandidat für die CDU-Spitzenkandidatur für die Landtagswahl im Frühjahr 2016.

Er wirft Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor, einen Kulturkampf angezettelt zu haben. t_go.php

Diese Stellungnahme geschieht zu einem Zeitpunkt, als alle Augen auf die CDU gerichtet sind und sich jeder fragt, wann die Landes-CDU endlich ein deutliches Wort zum grün-roten Bildungsplan abgeben würde.

Nach der unverfrorenen Ablehnung von Stängles Petition durch den Petitionsausschuss, nach der Demonstration gegen den Bildungsplan in Stuttgart am 19. Oktober 2014 und nach den deutlichen Worten Bernd Sauers zur Frühsexualisierung der Kinder in den Schulen, konnte die CDU nicht länger schweigen, wenn sie nicht völlig planlos erscheinen wollte.

Zuvor hatte es zwar Stellungnahmen gegeben, doch von eher untergeordneten Stellen. Am Gewichtigsten war das Grußwort des Fraktionsvorsitzenden Peter Hauck zur Demonstration gegen den Bildungsplan am 28. April 2014.

Ein zweites Schreiben, auf der Demo am 19. Oktober verlesen, war schon wesentlich schwächer. Hauck kritisierte darin zwar den Bildungsplan als solchen, ging aber kaum auf die Inhalte ein.
Leipzig2014f
Strobl spricht nun von einem „Scherbenhaufen“. Das klingt zwar drastisch, von einer „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ hat er sich aber nicht ausdrücklich distanziert.

Strobl ist einer der CDU-Politiker, die sich mehr Gleichstellung zwischen Ehe und homosexuellen Partnerschaften wünschen.

FOTO: Mathias v. Gersdorff auf der Leipziger Buchmesse

Um seinen Standpunkt zu bekräftigen, zitiert er einen führenden Homo-Aktivisten: „Selbst der Organisator des Christopher Street Days in Stuttgart, Christoph Michl, hatte gemahnt, dass Grün-Rot bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben über das Ziel hinausschieße.“

Damit hält sich Strobl also alle Möglichkeiten offen.

Ganz wollte er die Tür für „Sexuelle Vielfalt“ an den Schulen nicht schließen. Ebenso wenig wollte er Winfried Kretschmann allzu sehr anrempeln. Strobl strebt nämlich eine schwarz-grüne Koalition nach der Landtagswahl an.

Inzwischen müsste es auch Winfried Kretschamnn dämmern, dass der Bildungsplan seines SPD-Bildungsministers Andreas Stoch ein Klotz am Bein ist, vor allem im Hinblick auf den bald beginnenden Wahlkampf. Auch Kretschmann dürfte gegenüber Schwarz-Grün nicht abgeneigt sein.

Zudem ist wohl inzwischen jedem klar, dass Stoch ein kopfloser Radikalinski ist, der sich mit seinem verkorksten Bildungsplan auf ein Himmelsfahrtkommando bis zur nächsten Landtagswahl begeben hat. Mit seiner Hybris befördert er den Niedergang der Regierungskoalition.

Festzuhalten bleibt: Strobls Presseerklärung kann mitnichten als eindeutige Stellungnahme der CDU-BW gegen die kritischen Elemente im Bildungsplan angesehen werden. Elternverbände und sonstige Gegner des Bildungsplanes sollten weiter auf der Hut bleiben.

Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter „Aktion Kinder in Gefahr“ und das Webmagazin „Kultur und Medien online“


3 Kommentare on “Baden-Württemberg und der Eiertanz des CDU-Landesvorsitzenden Strobl”

  1. Gassenreh sagt:

    Es ist interessant, dass alle Parteien (FDP, Grüne, SPD), welche besonders lautstark für übertriebenen Genderismus plädierten bzw. auch gegen das familienfördernde Betreuungsgeld waren, in der Bundestagswahl und den Länderwahlen verloren haben oder untergegangen sind. Die Menschen merken, dass bei weiterem Vorgehen gegen das Generationengedächtnis „Mutter“ und bei weiterer gender-ideologischer Gleichmacherei zu erwarten ist, dass die Hauptleidtragenden die Frauen sein werden. Denn wenn die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten, die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows, Sexting usw.) [Kommunikationswissenschaftlerin Petra Grimm, 2010: Mädchen ziehen zunehmend Selbstbewusstsein daraus, Jungen als Sexobjekte zu dienen].
    Die Überredungs-Ideologie, dass Gleichberechtigung nur durch Aufhebung der Geschlechtrollenunterschiede möglich sei, kann bei Frauen mit den anderen selbst erlebten motivationalen Grundlagen zu inneren Konflikten und damit zu Depression und anderen ernsthaften psychischen Problemen führen [Moulton, 1977]
    Siehe auch in den hierzulande weitgehend unbekannten Studien z. B. von Prof. Annica Dahlström, Uni Göteborg: Innerhalb der letzten 15 – 20 Jahre einen Anstieg psychischer Erkrankungen bei schwedischen Mädchen um 1000 Prozent, Depressionen um 500 Prozent; Suizidrate finnischer Mädchen ist die höchste in Europa
    Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweitere Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4)

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  2. Was in diesem Land unter Familie verstanden wird, schlägt dem Fass den Boden aus. Es ist ein Kulturkampf. Nämlich der Kampf gegen die Kultur Familie. Dazu wird die Sexualität instrumentalisiert. Kinder sollen lernen, was Sex ist, nicht was Liebe und Zuneigung ist. Diese würde es in der Familie erfahren, Sex in der Gesellschaft. Kinder sollen lernen, wie Analverkehr durchgeführt wird und wie man Spermaschlucken schreibt. Die Familie und ihre Werte sind ein Auslaufmodell, die Bezeichnung Mutter oder Hausfrau ein Schimpfwort. Warum erdreisten wir uns eigentlich, mit dem Finger auf undemokratische Länder zu zeigen, obwohl es doch bei uns alles andere als demokratisch zugeht.

    Vielleicht sollten wir die Kinder nur noch produzieren lassen und dann schon mit 9 Monaten fremdbetreuen, mit 3 Jahren schon 2 Fremdsprachen lernen lassen, mit 12 das Abitur und mit 14 dann ein Studium beenden. Den Führerschein kann das Kind ja erst ab 18 machen. Bitte alle Spielsachen für Kinder entsorgen, weg mit den Kinderspielplätezen, denn wir haben bald nur noch minderjähre und unselbständige Menschen, die für die Politik und die Wirtschaft funktionieren.

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  3. OStR Peter Rösch sagt:

    Die Marschrichtung war doch bereits unter der CDU-Regentschaft bis 2011 klar! Da wurde in einer fast nur von Mädchen belegten Schulklasse bei der sozialkundlichen Lehrplaneinheit „Familie“ unter dem wohlwollenden Blick der behördlichen VorgesetztInnen der familien- und mütterdiffamierende Unterrichtsschwerpunkt „Mutterkreuz“ gesetzt. Als sei Familie und Kinderwunsch ein Relikt der Nazis! Nach Beschwerde bei der CDU-geführten Behördenleitung – null Reaktion!

    Meines Erachtens sollte die Führung der „DEMO FÜR ALLE“ Redner von der CDU ausschließen. Sie sind unredlich.

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