Neonatizid: Kommt die Tötung behinderter Kinder nach der Geburt?

Mathias von Gersdorff

Über Facebook erhielt ich den Link zu einem Artikel, der jedem Lebensrechtler einen Schrecken einjagt: „Steigende Anzahl von College-Studenten befürworten post-natale Abtreibung“Leipzig2014f

Dieser Beitrag, der in der US-amerikanischen Studenten-Internetzeitschrift „The college fix“ am 29. Oktober 2014 erschien, hat keine repräsentativen Statistiken zur Grundlage, sondern Berichte von Lebensrechtlern, die in Universitäten aktiv sind.

Foto: Mathias v. Gersdorff bei der Leipziger Buchmesse

Diese Form des Einsatzes für das Leben der ungeborenen Kinder ist in den Vereinigten Staaten üblich. Es kommt regelmäßig zu heftigen Diskussionen. Kaum ein anderes Thema schlägt im Land so hohe Wellen.

Den Artikel von „The Fix“ postete ich in die Facebook-Seite der Aktion „SOS Leben“ und war neugierig auf die Reaktionen. Diese reichten dann von blankem Entsetzen und Wut bis zu Skepsis: Viele Menschen halten es nicht für möglich, daß man auf solche Gedanken überhaupt kommen kann. „Neugeborene töten zu wollen!“ – „Wie ist so was möglich?“  –  Andere Kommentare hielten den Artikel schlichtweg für unseriös und reißerisch.

Neugeborenen-Tötung: logische Konsequenz der Abtreibung

Doch so abwegig ist das eigentlich nicht. Die Tötung neugeborener Babys ist im Grunde die logische Konsequenz der heutigen Abtreibungspraxis und der vielfach geforderten Liberalisierung der Euthanasie.

In den Vereinigten Staaten ist es völlig legal, bis unmittelbar vor der Geburt abzutreiben. Die Methoden, die hierfür verwendet werden, sind schlichtweg barbarisch. Die Zahl dieser Abtreibungen ist zwar gering, doch die Tatsache, daß sie völlig legal sind, führt zwangsläufig zu der Frage, wieso man das Kind nicht auch eine Minute nach der Geburt töten darf. Baby (2)

Etliche Studenten, die im Bewußtsein aufgewachsen sind, man könnte, wann immer man es will, das Kind im Mutterlieb töten, sagen sich wohl: „Ja, wieso nicht?“

Im Artikel von „The college fix“ wird genau auf diese Situation eingegangen. Der Beitrag verlinkt zu einem Video, in welchem eine Diskussion zwischen einem Lebensrechtler und einer Abtreibungsaktivistin gezeigt wird.

Auf die Frage, wieso man eine Minute VOR der Geburt das Kind töten darf, aber eine Minute NACH der Geburt nicht mehr, verwies die Abtreibungsaktivistin auf gesundheitsmedizinische Notwendigkeiten. Eine klare Ablehnung des Neonatizids, der Neugeborenentötung, konnte sie nicht aussprechen. Diese Haltung ist nichts anderes als die logische Konsequenz der heutigen Abtreibungspraxis.

Mit der Selektion abwarten bis nach der Geburt

Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, daß es in Deutschland nicht zu solchen Fällen kommen wird. Auch in Deutschland sind Abtreibungen bis unmittelbar vor der Geburt erlaubt, falls die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter in Gefahr ist. 

Diese Abtreibungen sind eigentlich nur bei Vorliegen einer sogenannten „medizinischen Indikation“ erlaubt. Doch in dieser Indikation ist beispielsweise enthalten, daß die Frau aufgrund der Austragung des Kindes psychische Probleme bekommen könnte.PICT0133

In Deutschland gibt es wenige Spätabtreibungen. Dennoch haben diese nicht unerheblichen Einfluß auf die Einstellung der Gesellschaft in bezug auf das Leben der ungeborenen Kinder, wenn man diese bis zur letzten Minute vor der natürlichen Geburt vernichten darf.

Und wie kommt es dazu: Meist handelt es sich um Kinder, die eine schwere Krankheit haben. Angesichts der Tatsache, daß man eine solche Krankheit nie mit völliger Sicherheit diagnostizieren kann, stellt sich die Frage, wieso man nicht die Geburt abwartet, um die Gesundheit des Kindes zu prüfen? Dann entscheidet man erst, ob das Kind leben soll oder nicht.

Peter Singer: „Nicht leiden lassen, sondern gleich töten“

Wendet man pränatale Diagnostik an, um zu entscheiden, ob man das Kind haben möchte oder nicht, begeht man  –  moralisch gesehen  –  eine dem Neonatizid gleichwertige Untat. Nur die gesetzliche Lage hindert diese Person, auf die natürliche Geburt zu warten, um zu dieser Entscheidung zu kommen.

Aufgrund des enormen technologischen Fortschritts der vorgeburtlichen Diagnostik ist die begriffliche Unterscheidung zwischen Spätabtreibung und Neonatizid überholt. Es würde nicht überraschen, wenn bald jemand die Legalisierung des Neonatizids fordert, um so die hohen Kosten der vorgeburtlichen Diagnostik sparen zu können, um nicht von den gigantischen Forschungskosten zu sprechen. All das würde wegfallen, wenn man die Tötung von Neugeborenen legalisierte.

Am radikalsten hat sich der australische Philosoph Peter Singer für die Euthanasie von Kindern eingesetzt. Sein Buch „Muß dieses Kind am Leben bleiben? Das Problem schwerstgeschädigter Neugeborener“ provozierte Wellen der Empörung.

Das bedeutete keineswegs, daß sich Singer dadurch ins Abseits gestellt hatte. Im Jahr 1999 wurde sein Buch „Wie sollen wir leben – Ethik in einer egoistischen Zeit“ von DTV herausgegeben. Am 8. Juni 2011 erhielt er den „Ethik-Preis“ der Giordano-Bruno-Stiftung.vaccine_2_360_250_s_c1

Am 24. Juli 2011 wurde er von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung interviewt, wo er beispielsweise folgendes von sich geben konnte: „Wenn die Prognosen schlecht sind, das Baby sehr leidet und vielleicht in ein paar Wochen sowieso sterben würde, halte ich es für besser, dieses Kind nicht länger leiden zu lassen, sondern es gleich zu töten.“   –  Mitnichten wird Singer von der großen Presse ausgegrenzt.

Jede Frist zur Abtreibung ist willkürlich gewählt

Peter Singer steht nicht alleine da. Im Jahr 2012 haben die Bioethiker Alberto Giubilini und Francesca Minerva in einem Aufsatz für das Journal of medical ethics erneut die Frage aufgeworfen, ob Kinder mit schweren körperlichen oder geistigen Schäden nicht getötet werden dürften.

Es gab eine Welle der Empörung. Die Ärzte Zeitung veröffentlichte am 5. März 2012 einen Kommentar zur Debatte zu den Aussagen der beiden Bioethiker, der sie als „langweilig“ bezeichnete:

„Auch Skandale können langweilen. Um einen solchen Skandal handelt es sich bei dem jüngst veranstalteten Theater rund um eine Veröffentlichung im Journal of Medical Ethics. Unter dem Titel ‘Abtreibung nach der Geburt: Warum sollte das Baby leben?’ legen die australischen Philosophen Dr. Francesca Minerva und Dr. Alberto Giubilini darin die Gründe dar, unter denen sie die Tötung von Neugeborenen für erlaubt halten. Diese Gründe sind, kurz gesagt, all jene, unter denen noch während der Schwangerschaft eine Abtreibung statthaft gewesen wäre.“

Grund für Empörung gibt es also nicht, so der Autor des Kommentars. Ist sein moralisches Empfinden abgestumpft? Ist er einfach zynisch? Das will ich nicht beurteilen. baby

Jedenfalls hat er Recht, wenn er behauptet, die Aufregung über die Aussagen von Giubilini und Minerva sei aufgrund der hohen Zahl von Abtreibungen nicht frei von Heuchelei: „Allerdings wird man dann der Frage nicht ausweichen können, weshalb allein in Deutschland Jahr für Jahr mehr als 100.000 Feten ganz legal abgetrieben werden dürfen – die meisten davon, so wird man annehmen müssen, ganz gesund.“

Zumindest dieses Verdienst kann man Minerva und Giubilini also zurechnen: ein Gespür für die Willkür geweckt zu haben, die jeder Fristsetzung für eine Abtreibung anhaftet. „Die Zumutung solcher Willkür muß jede Gesellschaft aushalten, die eine Fristenlösung akzeptiert. Ist ein solcher Kompromiß nach langem Ringen gefunden, sollte man ihn nicht ohne Not in Frage stellen.“

Legalisierung von „Sterbehilfe“ führt zur Gewöhnung

Die Bemerkung ist nicht deplaziert und trifft den Kern der Sache: Das Recht auf Leben kann nicht irgendwie aufgeteilt werden. Man hat es oder man hat es nicht.

Das Alter, der Schwangerschaftsmonat, ist eigentlich irrelevant. Wieso darf man in Deutschland gemäß Paragraph 218 StGB bis zum dritten Monat einschließlich straffrei abtreiben, am Tag danach nicht mehr?  –  Die Gründe für diesen Stichtag sind schon seit langem wissenschaftlich und moraltheologisch widerlegt.

Auch die schrittweise Legalisierung der „Sterbehilfe“ fördert die Gewöhnung an die Idee, in bestimmten Fällen sollte die Neugeborenentötung doch erlaubt sein: In Belgien ist die Euthanasie von Kindern schon möglich. Das Gesetz in seiner jetzigen Fassung erlaubt es jedoch nicht, Säuglinge zu töten, denn die Person muß die Tötung bei vollem Bewußtsein verlangen. Doch solche Entwicklungen gewöhnen an die Idee, auch Säuglinge in bestimmten Situationen töten zu dürfen.

In „Muß dieses Kind am Leben bleiben?“ beschreibt Peter Singer genau diesen Umstand:

„Wäre aktive Euthanasie ganz allgemein für jeden Menschen verfügbar“ (damit meint er auch Säuglinge, obwohl sie nicht einwilligen können),“ in dessen Interesse es ist, zu sterben, würde sich die Unterscheidung zwischen Neugeborenen und anderen  –  und damit die Notwendigkeit einer Altersgrenzziehung  –  in der Tat weitgehend erübrigen.“

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und das Internetmagazin „Kultur und Medien online“

Erstveröffentlichung dieses Artikels in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Pakistan: Christen fordern Täter-Bestrafung und Abschaffung des Blasphemie-Gesetzes

Hunderte Christen nahmen kürzlich an einer Protestkundgebung in Kasur teil, wo am 4. November das christliche Ehepaar Shahzad Masih und Shama Bibi wegen „Blasphemie“ (Islam-Kritik) bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Kundgebung Irak-Syrien in Frankfurt 2014

Die Demonstranten fordern Schutz vor religiöser Verfolgung, Gerechtigkeit und die umgehende Abschaffung des Blasphemieparagraphen.

“Die Regierung muss das Recht der Bürger auf Leben und Eigentum schützen”, forderte der Anwalt und Menschenrechtsaktivist Sadar Mushtaq Gill. “Die Polizei konnte den beiden Eheleuten angeblich nicht helfen: dies wird oft behauptet, wenn es sich um christliche Blasphemie-Opfer handelt”, so Gill. “Christen werden nie in Sicherheit sein, so lange es dieses Gesetz gibt. Dieses Gesetz verstößt gegen die Menschenrechte und muss umgehend abgeschafft werden”, sagte Gill weiter. 

Im Zusammenhang mit dem jüngsten Delikt erinnern die Christen auch an die “moderne Sklaverei” in Pakistan: Christen werden oft als Arbeiter in Ziegelfabriken beschäftigt und dort “wie Sklaven” behandelt.

Dies galt auch für die beiden Eheleute Shahzad und Shama, die Schulden bei ihrem Arbeitgeber hatten und diese mit ihrer unbezahlten Arbeitsleistung ausgleichen. Oft werden solche Schulden auch von Elgern auf ihre Kinder übertragen, wodurch die Sklaverei sich über Generationen hinweg fortsetzt.

Christliche Organisationen fordern eine Beendigung dieser illegalen und unmenschlichen Praxis.

Quelle: Fidesdienst


AfD: Benachteiligung von Müttern beenden

Die Alternative für Deutschland (AfD) kritisiert, dass Zeiten des Mutterschutzes nicht für die Rente mit 63 angerechnet werden. „Das ist ein ganz falsches Signal“, sagte AfD-Bundessprecherin Frauke Petry (siehe Foto). AfD-Petry

„Die explizite Benachteiligung von Müttern muss umgehend beendet werden! Die Kinder von heute sind die Beitragszahler von morgen“, erklärte Petry weiter.

Ausgerechnet den Mutterschutz nicht anzurechnen, sei nicht nur ungerecht, sondern auch ein deutliches Symbol für die familienfeindliche Politik der Großen Koalition:

„Dieser handwerkliche Fehler zeigt einmal mehr, dass im Arbeitsministerium offenbar Schnelligkeit wichtiger ist als Gründlichkeit.“

Die AfD fordert eine umfassende Rentenreform und kritisiert die Rente mit 63, gerade weil Eltern unter der erhöhten Beitragslast leiden werden.

Die Partei unterstützt die Vorschläge des ifo-Instituts, die Kinderkomponente der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Kinderrente auszubauen und im Gegenzug die Rentenansprüche für Kinderlose zu verringern. Insgesamt dürfen die Beitragslasten von Eltern dabei nicht steigen.


Unionsfraktion setzt besseren Schutz vor Kinderpornographie durch

Am heutigen Vormittag hat der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages den „Gesetzesentwurf zur Änderung des Strafgesetzbuches – Umsetzung europäischer Vorgaben zum Sexualstrafrecht“ abschließend beraten.

Der Gesetzentwurf soll am Freitag dieser Woche in 2./3. Lesung beschlossen werden. Wesentlicher Inhalt ist ein besserer Schutz von Kindern vor Kinderpornografie und sexuellen Übergriffen. m

Hierzu erklärt die rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Elisabeth Winkelmeier-Becker:

„Der Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas ist im parlamentarischen Verfahren auf Initiative der Union erheblich verändert worden. Das Gesetz dient nun wesentlich besser dem Schutz der Kinder vor Kinderpornografie und sexuellen Übergriffen.

Vor allem dem Handel mit Kinderfotos wird ein Riegel vorgeschoben und die Würde der Kinder geschützt. Gleichzeitig werden Fotos für das private Album nicht mehr – wie ursprünglich vorgesehen – von Paragraph 201a StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) erfasst. Nur Bildaufnahmen von nackten Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen eines Tausches bzw. gegen Entgelt hergestellt, angeboten oder verschafft werden, sollen strafbar sein.

Neu ist, dass das Herstellen und Gebrauchen von Bildern, die die Hilflosigkeit von Personen zur Schau stellen, nunmehr unter Strafe gestellt wird. Die Entwicklung, dass beispielsweise vermehrt unbefugte Bilder von Unfallopfern gemacht werden, kann nicht hingenommen werden.

Dagegen fällt – anders als es der ursprüngliche Entwurf vorsah – die unbefugte Herstellung von Bildern, die lediglich geeignet sind, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden, weiterhin nicht unter Paragraph 201a StGB. Etwas anderes gilt nur, wenn diese Bilder einer dritten Person zugänglich gemacht werden. Damit wollen wir einerseits insbesondere dem Cybermobbing begegnen, andererseits aber nicht jedes peinliche Foto kriminalisieren.

Zudem wird klargestellt, dass immer eine Abwägung mit überwiegenden berechtigten Interessen – wie beispielsweise der Kunst, Wissenschaft oder Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte – erfolgen muss.

Eine weitere Änderung betrifft die Definition von Kinderpornografie. Sie wird um den Zusatz „sexuell aufreizende Wiedergabe der unbekleideten Genitalien oder Gesäßes eines Kindes“ erweitert.

Darüber hinaus soll der Gesetzentwurf gewährleisten, dass das deutsche Strafrecht bei Zwangsheirat unabhängig vom Recht des Tatortes vollständig und einfacher angewandt werden kann. Eine weitere Neuerung betrifft den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen. Die neue Regelung behandelt alle Täter gleich, unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder nicht.“

Foto: CDL, Mechthild Löhr


„Christus hat uns erlöst, damit wir das ewige Leben erben, das wir erhoffen“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Tit 3,1-7:

Mein Sohn! Erinnere alle daran, sich den Herrschern und Machthabern unterzuordnen und ihnen zu gehorchen. Sie sollen immer bereit sein, Gutes zu tun, sollen niemand schmähen, nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich und gütig zu allen Menschen. jesus in der synagoge von nazareth

Denn auch wir waren früher unverständig und ungehorsam; wir gingen in die Irre, waren Sklaven aller möglichen Begierden und Leidenschaften, lebten in Bosheit und Neid, waren verhasst und hassten einander.

Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, hat ER uns erlöst – nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die uns gerecht machen können, sondern aufgrund seines Erbarmens – durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist.

Den Heiligen Geist hat ER in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir durch seine Gnade gerecht werden und das ewige Leben erben, das wir erhoffen.