Die „Süddeutsche Zeitung“ reibt sich wieder an ihrem alten Feindbild Benedikt

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Äußerung von Benedikt XVI.  –  Der Dagegen-Papst“ geht man in der „Süddeutschen Zeitung“ mit neuem Eifer einer alten Lieblingsbeschäftigung nach: Dem genüßlichen Austeilen von Seitenhieben auf den einst als „Panzerkardinal“ gescholtenen und auch später als Papst viel kritisierten Joseph Ratzinger. 75743_14122011

Der Dagegen-Journalist Matthias Dobrinski nimmt es Benedikt XVI. in seinem Rundumschlag vom 17. November schwer übel, daß dieser sich an einem Leitsatz orientiert, der sonst in linksliberalen Kreisen so gerne zitiert wird: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“

Als Theologieprofessor Joseph Ratzinger sich 1972 zum Thema „Sakramentenempfang für geschieden Wiederverheiratete“ äußerte, vertrat er zum Teil „reformerische“ Ansätze, die er im Laufe der Jahrzehnte überwunden hat.

Es überrascht also wenig, daß der emeritierte Pontifex nicht mehr vollständig mit allem einverstanden ist, was er einst vor über 40 Jahren zu dieser derzeit vieldiskutierten Streitfrage publizierte  – und deshalb einiges davon korrigiert. Was sollte daran aufregend sein?

SZ: „Ein hochpolitisches Signal“

Für den SZ-Autor scheint es sich aber um einen fürchterlichen Sündenfall zu handeln:

„Papst Benedikt hat den Schluss eines von ihm 1972 verfassten Aufsatzes geändert und neu veröffentlicht. Damit greift der emeritierte Papst in die Debatte über den Umgang der Kirche mit Geschiedenen ein und bricht sein selbstauferlegtes Schweigen – ein hochpolitisches Signal.“
 
Das ehem. Oberhaupt der katholischen Weltkirche wird rabiat als wortbrüchig diffamiert. Hat er etwa jemals erklärt, er werde niemals auf Seite 600 im Band IV. seiner „gesammelten Werke“ ein Wort verändern?
 .
Zudem hat Benedikt bereits als Papst klargemacht, daß geschieden „Wiederverheiratete“ nicht zum Tisch des HERRN zugelassen sind, zB. auf dem Weltfamilientreffen vom 1. – 3. Juni 2012 in Madrid. Seine jetzige Position ist also nichts wirklich Neues, die (gekünstelte?) Medien-Aufregung insofern unbegründet.

Doch aus Dobrinskis Sicht ist Benedikts Redigieren seines Aufsatzes von 1972  „hochpolitisch“, weil jene Korrektur in den Schlußabschnitten sich „nun liest wie eine Antwort auf seinen Mitbruder und Konkurrenten Walter Kasper.“

Doch selbst wenn die Kaffeesatz-Deutung des SZ-Autors zutreffend wäre, stellt sich die Frage: Na und?

Matthias Dobrinski kennt hier freilich keine Gnade, denn Benedikt hätte damit  –  so sein Vorwurf  –  das „Versprechen gebrochen, sich nicht mehr in die Kirchenpolitik einzumischen.“

Was heißt hier „Einmischung“?  – Es handelt sich lediglich um das Überarbeiten eigener Publikationen in wissenschaftlich aufbereiteten Sammelbänden   – dies ist beileibe nicht außergewöhnlich.

Und was heißt hier „Kirchenpolitik“?  –  Das Für und Wider eines Sakramentenempfangs für Gläubige in „irregulären“ Lebensverhältnissen ist ebenso wie die katholische Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe vor allem eine theologische und weniger eine kirchenpolitische Angelegenheit.

Daß freilich die „Süddeutsche Zeitung“ von dieser Causa inhaltlich ohnehin komplett überfordert ist, kann man gewiß nicht Benedikt XVI. anlasten.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MiT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Ergänzender Artikel hierzu in diesem katholischen Frauen-Blog: http://beiboot-petri.blogspot.de/2014/11/ruhrend.html

Ebenso HIER: http://invenimus.blogspot.de/2014/11/benedikts-einwurf-zur-debatte.html


7 Kommentare on “Die „Süddeutsche Zeitung“ reibt sich wieder an ihrem alten Feindbild Benedikt”

  1. Sie haben nicht einmal den Mut, Ihr ‚Gesicht‘ zu zeigen! Bevor Sie sich hier auf die Bibel berufen, sollten Sie vielleicht doch einmal den Heiligen Geist einladen, dass ER Ihnen das Wort Gottes erklärt. Es ist nämlich keineswegs einer beliebigen Erklärung unterworfen. Kennen Sie das Wort JESU: Die Ansage kommender Verfolgungen in Matthäus 10,16: Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.
    JESUS hat nicht gesagt, dass wir uns der Verfolgung aussetzen sollen. Es wäre klug gewesen, wenn wir unsere verfolgten Glaubensgeschwister aufgenommen hätten und die, denen geboten ist, die ‚Ungläubigen‘ zu morden und zu vernichten, denen anvertraut hätten, die ebenfalls den Koran beachten.
    Stattdessen haben wir mit unserer blindwütigen, hirnlosen Toren-auf! Alles rein! Methode dafür gesorgt, dass unsere Glaubensbrüder in den Aufnahme-Einrichtungen z.T. unter größere Bedrängnis gekommen sind als dort, von wo sie dem Terror zu entfliehen hofften.
    Die Klugheit, von der JESUS spricht, haben wir jedenfalls nicht beachtet.

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  2. Mr/Mrs Anonym: habe gerade jetzt Ihren Beitrag gelesen. Es gibt im Evangelium nicht nur die Bergpredigt. Ob Sie ausser der Bergpredigt auch noch etwas vom Evangelium wissen / glauben zu verstehen? JESUS sagt, dass man seinem Bruder um Seinetwillen Gutes tun soll. Zuerst steht die Gottesliebe und daraus soll die Nächstenliebe fließen.
    Linkslastig ist doch heute i.d.R. gottlos! Oder etwa nicht?

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  3. Hat dies auf Die Erste Eslarner Zeitung – Aus und über Eslarn, sowie die bayerisch-tschechische Region! rebloggt und kommentierte:
    Aus Eslarn und der Region derzeit noch nichts Berichtenswertes. Deshalb wieder mal jede Menge Kirchendinge.

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  4. Arminius sagt:

    Der kathophobe Haß sitzt tief. Sehr tief.

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    • Die Süddeutsche hat, was Kirche belangt, eh nur ein destruktives Interesse nach dem Motto der Kirche von unten‘. Denen geht es nicht um Glaube und Kirche und noch viel weniger um eine persönliche Beziehung zu JESUS UNSEREM HERRN. Genau da wollen die linkslastigen, atheistischen Gruppierungen den Keil reinschlagen!!!
      JESUS hat nicht gesagt, wie das Kaspar haben möchte: ‚Fangt sie alle möglichst mit dem Lasso ein‘. Das ist eher islamistische Art. Ganz im Gegenteil: ‚Mt 18,3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen‘ bzw. Joh.6,66: Aus diesem Anlaß zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm. 67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen?‘
      Entweder ich nehme Gottes Wort ernst und richte mich daran aus oder ich gehöre einfach nicht zu denen, die Gott ernst nehmen und Gemeinschaft mit IHM haben möchten. Dann nützt mir auch der Kommunionempfang überhaupt nichts!!!

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      • Anonym sagt:

        linkslastig?

        Christen, welche das Evangelium verstehen, sollten von einer sozialen („linkslastigen“) Einstellung geprägt sein. Oder haben Sie die Bergpredigt bzw. das Gleichnis vom reichen Brasser überlesen?

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      • …. linkslastig bedeutet in unseren Landen gottlos! Haben Sie vergessen, Mr./Mrs. Anonym, dass JESUS sagt, ‚was ihr einem dieser Kleinen um meinetwillen getan habt!!!‘ ….. Mk Mk 9,37 Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. . Meinetwillen ist entscheidend.Nächstenliebe tritt niemals an die Stelle der Gottesliebe. Das sollten Sie sich veilleicht mal zueigen machen um darüber nachzudenken.

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