„Johnny Designed“: Ansprechendes Jugendbuch voller Spannung und Tiefgang

Von Inge M. Thürkauf

„Zurzeit lebt sie als Family-Managerin mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Wien“, lautet die kurze Beschreibung der beruflichen Tätigkeit von Veronika Grohsebner auf der vierten Seite ihres Buches „Johnny Designed“. index

Wer mit gewissen Formulierungen vertraut ist, geht richtig in der Annahme, daß die Autorin das Humanvermögen Familie als Hausfrau und Mutter zusammen mit ihrem Mann Christoph, dem „unerschütterlichen Felsen dieses Unternehmens“, managet.

Als „Nebenprodukt“ sind aus diesem Management bereits vier Jugendbücher hervorgegangen, eine Trilogie über eine abenteuerliche Berufungsgeschichte  – und als neuestes Werk der Roman „Johnny Designed“.

Pro Jahr erscheinen im deutschen Sprachraum tausende Kinder- und Jugendbücher. Es ist nicht zu vermuten, daß ein beachtenswerter Teil der Publikationen sich mit der geistig-sittlichen Ordnung bzw. Unordnung unserer Zeit beschäftigt oder die Jugendlichen mit der Notwendigkeit vertraut macht, sich auf die religiösen und moralischen Grundwerte des Lebens zu besinnen. 

Mit „Johnny Designed“ hat Veronika Grohsebner genau diese Fragen aufgegriffen und damit ein Spektrum von Problemen angesprochen, mit denen sich Jugendliche in ihrem unmittelbaren Umfeld heute konfrontiert sehen: frühe Freundschaften, allzu frühe sexuelle Beziehungen, Verhütung, Abtreibung, künstliche Befruchtung, Hirntod, die ganze Skala der Reproduktionsmedizin.

Die zentrale Gestalt in diesem Roman ist der Gymnasiast Johnny, einziger Sohn einer alleinerziehenden Karrierefrau, begabt, gut aussehend, athletisch, mit einem altersgemäß lässig überlegenen Gehabe, kurz: der sogenannt „angesagte Typ“ der sechsten Klasse. vaccine_2_360_250_s_c1

Nach der Matura will er Jura studieren, danach in die Politik, um auf EU-Ebene nicht nur für das Recht auf Leben der Ungeborenen, Alten und Kranken zu kämpfen, sondern auch gegen die ethisch und politisch umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) sowie gegen Euthanasie.

Ein erstaunliches Zukunftsprogramm, das die Frage aufwirft: Wer oder was gab Anlaß zu dieser für einen Sechzehnjährigen doch bemerkenswerten Zielstrebigkeit?

Ein Schlüsselerlebnis waren die Biologiestunden, in der außer den Risiken und Nebenwirkungen verschiedener Verhütungsmethoden auch Abtreibung und künstliche Befruchtung kontrovers behandelt wurden.

Klug und sachlich führte die Lehrerin die Klasse durch die Diskussion, legte die Fakten unaufdringlich, aber eindeutig fest und gab klare Antworten auf die teilweise provokant vorgetragenen Meinungen der Schüler.

Wenn man weiß, daß ein Leben von vornherein nicht lebenswert ist, z. B. bei einem behinderten Kind, sollte man nicht unter allen Umständen gleich etwas dagegen unternehmen? media-389705-4

Johnny und mit ihm das Gros der Klasse waren sich einig, daß in diesem Fall natürlich abgetrieben werden muß, um dem Kind, den Eltern und damit auch der Gesellschaft Leid und Kosten zu ersparen. Einzig Lisa widerlegt mit stichhaltigen Argumenten die Einwände ihrer Mitschüler.

Welches sind die Kriterien für ein lebenswertes Leben? Die Leistungsfähigkeit? Oder die Intelligenz vielleicht? „Dann dürfte die halbe Menschheit nicht existieren…Jeder Mensch hat das Recht auf Leben“ (S. 52).

Kurz nach diesem Schlagabtausch wird Johnny Zeuge, wie eine Gruppe von Zwölfjährigen einen kleinen Jungen drangsimagesCAHIF86Caliert. Als er sich schützend vor ihn stellt, bringt ihn das Gesicht des Kleinen aus der Fassung: vor ihm steht ein Kind mit Down Syndrom.

Johnny, dessen Mutter in ihrem Leben nur Platz für ihre eigene Karriere hat, erlebt ein Wechselbad von Empfindungen, als er mit der fünfköpfigen Familie des Jungen und dessen älteren Schwester Lisa in näheren Kontakt kommt. Sie wurde ihm Anlaufstelle, als er im Zusammenhang mit seinem Vater, von dem er seit seinem fünften Lebensjahr nichts mehr gehört hat, in ein Geheimnis seiner Mutter eindrang, das ihm den Boden unter den Füssen wegzog.

Die weiteren Ereignisse stellten ihm die Dringlichkeit eines beruflichen Weges vor Augen, der es ihm ermöglichen würde, Einfluß zu nehmen auf den weltweit eklatant zunehmenden Kollaps von Moral und Ethik.

Einfühlsam und packend von der ersten bis zur letzten Zeile erzählt Veronika Grohsebner die Geschichte eines jungen Menschen in einer Welt, die Regeln, welche seit Jahrtausenden gültig waren, heute nicht mehr für verbindlich hält. Mit ihrem Stil trifft sie die Sprache der Jugend, ohne in deren häufig mit Vulgarismus durchdrängten Idiomen zu verfallen.

Ich wünsche dem Buch eine große Verbreitung. Es ist längst überfällig und sollte zur Pflichtlektüre werden für alle, denen die Zukunft der Kinder und Jugendlichen ein Anliegen ist.

In ihren Dankes-Anmerkungen gedachte die Autorin nicht nur den engsten Vertrauten und Wegbegleitern, sondern auch ihrem himmlischen Fürsprecher, dem hl. Josef von Copertino.

Buch-Daten: Veronika Grohsebner: Johnny Designed, Wien 2013, 315 Seiten, 12 €

Bestellung des Buches hier: http://www.sarto.de/product_info.php?info=p7619_Johnny-Designed.html


Berlin: Historien-Spielfilm plus Diskussion über Vertreibung der Juden im Irak

Aus Anlaß des offiziellen Gedenktages für die jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern wird in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin am 2. Dezember der Film „The Dove Flyer“ (Mafriach ha-Jonim) gezeigt, der sich mit der Geschichte der irakischen Juden auseinandersetzt.

Im Anschluß wird es eine Podiumsdiskussion zum Thema des Films geben.

Zu der Veranstaltung lädt die Botschaft des Staates Israel gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ein.

Der Film “The Dove Flyer” des israelischen Regisseurs Nissim Dayan basiert auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Eli Amir. Erzählt wird die Geschichte der ältesten jüdischen Gemeinde der Welt im Irak. Ihre Existenz endet mit der Vertreibung in den Jahren 1950/51.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin


Kritik an Amtsenthebung von Pfarrer Eckert: Je kirchentreuer, desto mehr Mobbing?

Pressemeldung des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen):

Je kirchentreuer ein Pfarrer in seiner Gemeinde arbeitet, desto sicherer trifft ihn die Keule als „Spalter“ dieser Gemeinde. Und je kleiner die Gruppe ist, die sich über einen Pfarrer beim Bischof beschwert, desto sicherer kann sie sein, von diesem auch gehört zu werden.

Und schließlich: Als generelles Verhaltensmuster erscheint  –  vielleicht als Absprache in der Deutschen Bischofskonferenz? –  die Losung:  Einen Pfarrer können wir versetzen, die Gemeinde nicht! 

Neuestes Opfer solch bischöflichen Willkürverhaltens: Pfarrer Christoph Eckert aus Beckingen im Saarland  –  Mobbing-Akteur: sein Oberhirte ist Bischof Ackermann von Trier.

Wie weit unsere Kirche seit dem Abschluss von Vaticanum II schon abwärts getrudelt ist, kann man in der Skala ablesen, die kirchentreue Geistliche zum Maßstab garantierter bischöflicher Ungnade macht.

Die andere Seite der Skala: Bereitschaft zur Anpassung an den Mainstream sowie Vermeidung jedes Ärgers für den Bischof und seine Behörde als obersten Leitsatz ist Voraussetzung für die Übertragung bedeutungsvoller Ämter.

„Pfarrer wird sturmreif geschossen“

Ein Pfarrer, der die kirchliche Lehre und ihr Lehramt zum Maßstab seines Handelns macht, weil er dies bei seiner Weihe versprochen hat, wird medial und bischöflich sturmreif geschossen, auch dann, wenn alle Räte des Pfarreienverbundes sich eindeutig für diesen Priester ausgesprochen haben.

Der Bischof als Anführer und Erfüllungsgehilfe der Beschwerdemeute?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Natürlich kann niemand Bischof Ackermann nachweisen, er habe dazu animiert, Denunziant zu spielen. Aber allein die Annahme solcher Beschwerden  –  ohne Prüfung!  –  macht ihn zum Komplizen derjenigen, die dem Geistlichen übelnehmen, dass er die kirchliche Lehre und Disziplin zum Leitmotiv seines Handelns gemacht hat. media-390606-2

Zahl der Kirchenbesucher gestiegen

Und damit erreichte dieser Pfarrer sogar, dass der erbärmlich schlechte Gottesdienstbesuch wieder einen erfreulichen Aufschwung genommen hat. Sogar die Jugend spricht ihm ihr Vertrauen aus, was in unserer Internetgesellschaft etwas heißen will. Oder ist gerade das unerwünscht?!

Welche nachgewiesenen Prüfungen hat Bischof Ackermann vorgenommen, um die Amtsenthebung dieses Pastors rechtfertigen zu können – und mit welchen Ergebnissen? Oder ist es ihm sogar selbst peinlich, am Beispiel von Pfarrer Eckert sehen zu müssen, wie segensvoll ein kirchentreuer Priester wirkt?

Das Verhalten dieses Dienstherrn zeigt nur einmal mehr, wie dringend notwendig es ist, dass den diözesanen Behörden mit dem Bischof an der Spitze die finanziellen Möglichkeiten beschnitten werden, wenn sie sich grob fahrlässig ihres Amtes als Machtinstrument bedienen, verbunden mit Entscheidungen, die dem Wesen der Kirche völlig entgegengesetzt sind und den Gläubigen schaden!

Reinhard Dörner, Vorsitzender des ZpV
Estermannstr. 71 in 53117 Bonn
Fax 02563 905269
http://www.papsttreue-vereinigungen.de
zpv@papsttreue-vereinigungen.de

Hirtenwort von Bischof Gregor M. Hanke (Eichstätt) zum Advent 2014 im Wortlaut

Liebe Schwestern und Brüder!bildma1

Vorfreude auf die Geburt
Ein Ehepaar, das ein Kind erwartet, bereitet sich auf das Ereignis vor. Die schwangere Frau nimmt auf ärztliche Empfehlungen so mancherlei Verzicht auf sich. Die Kliniktasche steht lange vor dem Entbindungstermin griffbereit gepackt. Es ist die Freude, die alles leitet. Auch Verwandte und Freunde sind voller Erwartung.

Mit dem ersten Advent am nächsten Sonntag beginnt auch für uns die Zeit dieser freudigen Erwartung. Dann bereiten wir uns auf das Fest der Geburt des Herrn vor. Gott wird Mensch in Jesus Christus!

Menschwerdung Gottes ist bleibende Einladung
Die Menschwerdung Gottes ist nicht einfach Vergangenheit, sondern bleibende Einladung Gottes an uns hier und heute, seinen Weg der Menschwerdung einzuschlagen. Das Zweite Vatikanische Konzil erklärt in der Konstitution über die Kirche in der Welt die Bedeutung der Menschwerdung des Gottessohnes für unser Menschsein:  011_7A

Denn er, der Sohn Gottes, hat sich in seiner Menschwerdung gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt. (…) Tatsächlich klärt sich nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf.(1)

Menschsein als Personsein in der Krise
Der Blick auf den Mensch gewordenen Gottessohn und seinen Weg als Mensch tut not für den Weg meiner Menschwerdung. Es scheint, als sei sich der Mensch von heute selbst zur Frage geworden, als sei die Anerkennung des Menschen als Person mit Würde in die Krise geraten.

Weltweite Krise der Menschseins
Trotz Fortschritt, Wissensmehrung und eines global gewachsenen Bewusstseins der Zusammengehörigkeit der Menschheit wird die Menschenwürde in vielen Bereichen der Welt mit Füßen getreten. Ökonomische und machtpolitische Interessen oder auch eine fanatisierte Religion werden sich zum Selbstzweck. Der Mensch in seiner Würde bleibt auf der Strecke. baby_hand_abtreibg_cdl11_a4357ad790

Wir erleben dies gegenwärtig dramatisch an den Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen. Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht, Minderheiten sind bedroht. Denken wir vor allem an Syrien und den Irak, wo gerade unsere christlichen Schwestern und Brüder Bedrängnisse bis hin zur Verfolgung erleiden.

Doch auch in unserer Umgebung zeigt sich die Krise des Menschseins:

Krise der Menschenwürde: Debatte um den assistierten Suizid
Wir stehen mitten in der Debatte um den assistierten Suizid. Hier wird mit den Ängsten vor unerträglichen Schmerzen, der finanziellen Belastung der Angehörigen und der Einsamkeit argumentiert, um letztlich die Beihilfe zum Selbstmord zu legalisieren.

Auch wer „religiös unmusikalisch“ ist und daher die in der Gottebenbildlichkeit wurzelnde Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens nicht mehr nachzuvollziehen vermag, kann die darin liegende Gefahr erkennen. Die gesetzliche Erlaubnis einer Tötung auf Verlangen könnte dazu führen, dass kranke Menschen subtil oder offen dazu gedrängt werden, endlich sterben zu wollen.

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: E. Gründler

Diese Tendenz ist bereits jetzt deutlich erkennbar, wenn immer unverblümter darauf hingewiesen wird, wie hoch die Kosten für die Pflege Sterbender sind. In Wirklichkeit ist die Palliativmedizin mittlerweile schon so weit fortgeschritten, dass sie auf die vorhandenen Ängste reagieren kann, ohne Beihilfe zum Suizid zu leisten: Auch in schweren Fällen können die Ärzte ein Sterben ohne Schmerzen gewährleisten.(2)

Identitätskrise des Menschen: Theorie des Genderismus
Auch auf einem zweiten Feld zeigt sich die Krise des Menschseins. Die Ideen des Genderismus stellen sich gegen unser biblisch-christliches Menschenbild. Dieses Theoriegebäude postuliert, Mann und Frau seien in allen Lebensbereichen auswechselbar. Es seien primär Erziehung und kulturelle Bedingungen, welche die Geschlechterrollen von Mann und Frau prägen. Diese gelte es als kulturelle Klischees zu überwinden.

Unter dem sanft klingenden Begriff Geschlechtervielfalt verbreiten manche, es gebe überhaupt kein objektives Geschlecht als Mann und Frau. Stattdessen propagieren sie eine Geschlechtervielfalt mit weiteren geschlechtlichen Identitäten. Der Einzelne könne sich sein Geschlecht selbst auswählen.BILD0222

Diese Sicht auf den Menschen verwundert in einer Zeit, in der sich viele für die Bewahrung der Schöpfung engagieren. Sie übernehmen die Anwaltschaft für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichtes, was nur zu begrüßen ist. Denn sie sind überzeugt, dass die in der Schöpfung vorgegebene Ordnungsstruktur dem Wohle dient.

Hingegen herrscht bei vielen in der Gesellschaft Desorientierung und Verwirrung, wenn es um die Natur des Menschen und die Bedeutung der menschlichen Person geht.

Gott schuf den Menschen als Mann und Frau
Am Beginn der Heiligen Schrift lesen wir: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. (…) Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Es war sehr gut. (Gen 1, 27.31)

Lassen wir uns als Getaufte in unserem Zeugnis für das Menschsein nicht entmutigen. Machen wir uns Gottes Wort und die Wegbegleitung der Kirche zu eigen. Der heilige Papst Johannes Paul II. hat uns als kostbares Vermächtnis die Botschaft von der Schönheit des Menschseins hinterlassen, das der Schöpfer als Mannsein und Frausein gewollt hat.DSC05485

In seinen als „Theologie des Leibes“ bekanntgewordenen Katechesen deutet er die Schöpfungsordnung als Ausdruck der Liebe des Schöpfers, denn der Mensch ist um seiner selbst willen von Gott gewollt und geliebt.

Die leibliche Unterschiedlichkeit offenbart bereits, dass Mann und Frau aufeinander verwiesen sind. Diese gegenseitige Verwiesenheit wiederum lässt erkennen, dass wir zum Menschsein in Fülle die Gemeinschaft mit einem personalen Gegenüber benötigen. Die höchste Form dieser personalen Gemeinschaft ist die gegenseitige Hingabe, das wechselseitige Sich-Verschenken von Mann und Frau im Liebesbund der Ehe.(3)

Die gegenseitige Hingabe ist gleichzeitig natürlich auch ein wechselseitiges Empfangen und Annehmen des anderen. Wenn der jeweilige Partner dabei um seiner selbst willen angenommen wird, dann findet er sich selbst durch seine Hingabe. Aus dieser Selbstfindung heraus ist er wiederum in der Lage, sich selbst erneut und tiefer zu verschenken: Die Selbsthingabe wird zur neuen Quelle des Gebens.(4)

Von der Krippe strahlt das Licht des wahren Menschseins
Liebe Schwestern und Brüder, Weihnachten rührt auch heute viele Menschen an. Der tiefste Grund liegt doch darin, weil Gott in der Menschwerdung des Sohnes diese Ordnung der Liebe bestätigt und erneuert hat. Von der Krippe und aus dem Leben Jesu strahlt das Licht des wahren Menschseins. Offensichtlich spüren das selbst noch viele, die nicht mehr tief in der religiösen Praxis verwurzelt sind.DSC_0062

Lassen wir uns von Christus einladen auf seinen Weg der Menschwerdung, um selbst Mensch zu werden. Wir Getaufte können so dafür Zeugnis geben, wie erfüllend der Weg der Menschwerdung nach Gottes Schöpfungsordnung und im Geiste Jesu ist.

Begegnung als Schlüssel zu Menschwerdung
Der Schlüssel zu unserer eigenen Menschwerdung liegt in der Begegnung. Erst im Du des Gegenübers erkenne ich mich selbst und kann zu dem Menschen werden, der Gottes Plan von mir entspricht. In der Reaktion des anderen spiegelt sich sozusagen mein Ich, das ich sonst nicht zu sehen vermag. Deswegen kommt es wesentlich auf die Begegnung an.

Drei Ausformungen der menschlichen Begegnung können auf unserem Weg zur Menschwerdung eine besondere Rolle spielen. In gewisser Weise können sie auch als Antwort auf die oben skizzierten drei Symptome der Krise des Personseins verstanden werden.

Menschwerdung in der Gastfreundschaft
Schon das Gespräch mit Familienmitgliedern und Freunden, für das ich mir Zeit nehme, ist eine solche Begegnung, die zur Formung meines Ichs, zu meiner eigenen Menschwerdung beitragen kann. header_buch

Aufgrund der Wechselseitigkeit der Begegnung gilt dasselbe natürlich für den, der mir begegnet. Dort, wo wir Gastfreundschaft üben und den Fremden in christlicher Nächstenliebe aufnehmen, kommt ein zusätzlicher Aspekt hinzu. In der Begegnung mit dem Fremden können mir Elemente offenbar werden, die im Austausch mit mir schon bekannten Menschen verborgen bleiben. Die Gastfreundschaft etwa gegenüber Flüchtlingen als Schritt der eigenen Menschwerdung kann so auch eine erste Antwort auf die Unmenschlichkeit in der Welt sein, die sich in Verfolgung und Unterdrückung äußert.

Menschwerdung in der Freundschaft
Eine zweite Weise der personalen Begegnung ist die Freundschaft. Das wesentliche Merkmal der Freundschaft als menschlicher Begegnung ist die personale Bindung an ein Du.

Gerade die Freundschaft mit Christus gibt uns die Kraft für eine solche tiefe personale Verbundenheit. In der Freundschaft lernen wir, uns selbst zu überschreiten und über unser Drängen nach Selbstverwirklichung hinauszugehen. Die Annahme des Freundes um seiner selbst willen macht den Kern der Freundschaft aus. Echte und dauerhafte Freundschaften sind auch ein Heilmittel gegen den Wunsch nach legalem Suizid, der im Grunde ja nichts anderes als ein Ruf der Verzweiflung ist.

Menschwerdung in der Ehe
IMG_1468 - KopieDie gegenseitige Annahme des anderen um seiner selbst willen findet seine höchste Ausformung in der gelingenden Ehe.

Die personale Bindung der Freundschaft findet sich in der Ehe zwischen Mann und Frau noch einmal exklusiv auf einen einzigen Partner hin ausgerichtet. Durch ihre wechselseitige Hingabe und gleichzeitige Annahme des anderen um seiner selbst willen fördern sich die Partner in ihrer Selbstfindung und Menschwerdung.

Die Ehepartner, die in gegenseitiger Liebe und Hingabe leben, stärken sich nicht nur gegenseitig, sondern geben in der umsichgreifenden Identitätskrise des Menschen zugleich auch denen Orientierung, die noch auf der Suche sind nach dem Menschsein in Fülle.

Sie alle, die Sie als Weggemeinschaften zur Krippe hin unterwegs sind, als Familie, Freundeskreise, Gemeinschaften, Pfarreien und Verbände, segne der Dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Eichstätt, am Gedenktag der hl. Elisabeth von Thüringen, dem 19. November 2014

Ihr Gregor Maria Hanke OSB
Bischof von Eichstätt


(1) Gaudium et spes 22.
(2) Vgl. Gisela Klinkhammer, Mit großer Sorgfalt und klinischer Erfahrung, in: Deutsches Ärzteblatt 111 (38) , 19. September 2014, 1552f.
(3) Vgl. Theology of the Body (TOB) 14,4; zitiert nach: Johannes Paul II., Die menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan. Eine Theologie des Leibes (herausgegeben v. Norbert und Renate Martin), 2. überarbeitete Auflage Kisslegg 2008, 161.
(4) Vgl. TOB 17,6.

Quelle: http://www.bistum-eichstaett.de/bischof/wortlaut/hirtenwort-adventsszeit-2014/


Libanesisch-deutsche Archäologen entdecken weltweit größten antiken Steinblock in Baalbek

Der monolithische Block im Steinbruch von Baalbek ist 19,60 m lang, 6 m breit und mindestens 5,5 m. Sein Gewicht wird auf ca. 1650 Tonnen geschätzt.

Nun soll erforscht werden, warum der Steinblock nicht fertiggestellt wurde und im Steinbruch verblieb – und mit welchen Mitteln er überhaupt hätte transportiert werden können.

Im Sommer 2014 führte die Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts Ausgrabungen im Steinbruch von Baalbek durch. Dort liegt, seit langem bekannt, der megalithische Steinblock „Hajjar al-Hibla“.

Steinblöcke wie diese, mit einer Länge von etwa 20 Metern und einem Querschnitt von ca. 4 x 4 m, wurden für das Podium des riesigen Jupiter-Tempels im römischen Heiligtum von Baalbek verbaut.

Ziel der diesjährigen Ausgrabungen war es, neue Daten zur Abbautechnik sowie zum Transport dieser Megalithen zu finden. Es wurden Bearbeitungsspuren dokumentiert und die alten, durch die Steinbrucharbeiten entstandenen Abfallhalden nach datierbaren und stratifizierbaren Keramikscherben und Kleinfunden untersucht.
Wie nun nachgewiesen werden konnte, blieb der Steinblock „Hajjar al-Hibla“ im Steinbruch liegen, weil sich seine Steinqualität in einer Ecke als minderwertig erwies und ein natürlicher Riss den Block vermutlich beim Transport hätte brechen lassen.
 
In der Steinlage unter dem „Hajjar al-Hibla“ und direkt neben diesem, befindet sich ein weiterer megalithischer Steinblock, der dessen Maße um einiges übertrifft: er ist 19,60 m lang, 6 m breit und mindestens 5,5 m hoch.
Um die genaue Höhe feststellen zu können, muss die archäologische Sondage in einer nächsten Ausgrabungskampagne erweitert werden. Konnte man das Gewicht des „Hajjar al-Hibla“ mit knapp 1000 Tonnen berechnen, bringt der neue Steinblock etwa 1650 Tonnen auf die Waage.
Da eine Schmalseite bereits sehr gut geglättet ist und die Vorgaben für die Glättung einer Langseite erhalten sind, muss geplant gewesen sein, den Block in diesen Gesamtmaßen auszuliefern und zu transportieren.
Es handelt sich damit um den bislang größten bekannten Steinblock aus der Antike.
 
Die Arbeiten standen unter der örtlichen Leitung von Prof. Dr. Jeanine Abdul Massih, Lebanese University/derzeit Senior Fellow des Exzellenzclusters TOPOI und langjährige Kooperationspartnerin im Baalbek-Projekt der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (Leitung Dr. Margarete van Ess).
Die Forschungen fanden in enger Kooperation mit der libanesischen Antikenverwaltung statt. Sie wurden aus Mitteln des Deutschen Archäologischen Instituts und des Excellenzclusters TOPOI finanziert. 
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Frauke Petry (AfD) übt scharfe Kritik an Finanzminister Schäubles EU-Politik

„Schäuble plant den nächsten Entmachtungsschritt gegen Deutschland und die anderen EU-Mitgliedsstaaten. Ginge es nach ihm, würde eine Kernkompetenz des Deutschen Bundestages und das Herzstück nationaler Souveränität von Berlin nach Brüssel abgegeben werden: Die Haushaltskompetenz“, erklärt Dr. Frauke Petry (siehe Foto), Sprecherin der AfD (Alternative für Deutschland), im Hinblick auf darauf, daß Finanzminister Schäuble dem EU-Währungskommissar weitreichendere Befugnisse geben möchte; sie fügt hinzu: AfD-Petry

„Schäuble treibt die Verlagerung der Kompetenzen von Berlin nach Brüssel stetig voran. Sollte der EU-Kommissar mit dem deutschen Haushaltsplan nicht zufrieden sein, müsste nach Schäubles Vorstellungen der Bundestag neu verhandeln.

Dieses offenkundige Aushöhlen unserer Souveränität wäre in keiner Weise demokratisch legitimiert. Auch kein anderes EU-Land ließe sich derartig bevormunden, und jeder Parlamentarier, der seinen Wählerauftrag ernst nimmt, kann einen solch undemokratischen Vorschlag nicht unkommentiert lassen.“

„Wir beobachten das Handeln Schäubles seit einer geraumen Zeit mit großer Besorgnis und fragen uns, wen Schäuble wirklich vertritt. Deutsche Interessen jedenfalls nicht mehr. Anscheinend dient es eher seinen persönlichen Ambitionen, wenn er der Kommission in Brüssel das Wort redet“, vermutet Dr. Petry im Hinblick auf den lukrativen Posten eines EU-Kommissars.


„Sie sind ohne Makel, denn in ihrem Mund fand sich keinerlei Lüge“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Offb 14,1-3.4b-5:

Ich, Johannes, sah: Das Lamm stand auf dem Berg Zion, und bei ihm waren hundertvierundvierzigtausend; auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen seines Vaters. big_33825650_0_1000-666

Dann hörte ich eine Stimme vom Himmel her, die dem Rauschen von Wassermassen und dem Rollen eines gewaltigen Donners glich. Die Stimme, die ich hörte, war wie der Klang der Harfe, die ein Harfenspieler schlägt.

Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Lebewesen und vor den Ältesten. Aber niemand konnte das Lied singen lernen außer den 144.000, die freigekauft und von der Erde weggenommen worden sind.

Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. Sie allein unter allen Menschen sind freigekauft als Erstlingsgabe für Gott und das Lamm. Denn in ihrem Mund fand sich keinerlei Lüge; sie sind ohne Makel.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz