Pakistan: 12-jähriges Mädchen Tarfa Younis (mißhandelt und mißbraucht) konnte fliehen

Tarfa Younis aus Pakistan wurde Vollwaise, nachdem ihre Eltern im Jahr 2005 bei einem Unfall ums Leben kamen. Seither war sie von ihren älteren Brüdern Shamaun und Asif abhängig. Tarfa nach ihrer Rettung

Die Beiden verkauften ihre zwölfjährige jüngere Schwester (siehe Foto) am 8. Januar 2014 an den 55-jährigen Bashir für 150.000 Pakistanische Rupien (ca 1.150 Euro). 

Bashir fälschte eine Heiratsurkunde und missbrauchte Tarfa vier Monate lang. Auch sein Neffe Rashid Arshad verging sich regelmäßig an ihr.

Tarfa berichtet:

„Die beiden sprachen sich untereinander ab. Wenn Bashir den Raum verließ, kam Rashid. Wenn ich vor Schmerzen schrie, schlugen sie mich mit einem Rohrstock, sperrten mich ein und ließen mich hungern.

Am 12. Mai 2014 ergab sich mir eine Chance, denn eine Außentür war offen, ich lief auf die Straße und bat den Fahrer einer Rikscha, mich bei meinem Elternhaus abzusetzen. Eine Tante brachte mich zur Polizeistation, aber niemand hörte zu. Dann brachte sie mich zur Redaktion von ‚Dawn-News‘. Dieser Nachrichtenkanal machte es möglich, dass eine Anzeige aufgenommen und ich zum Büro für Kinderschutz gebracht wurde.“ RTEmagicC_logo_Homepage_quad.gif

Ein Onkel von Tarfa setzte sich mit dem IGFM-Partner Voice in Verbindung und bat um Beistand. Darauf holte ein Team von Voice Tarfa im Kinderschutzbüro ab und übernahm auf Bitte von Tarfas Onkel und Tante das Sorgerecht. Das war notwendig, weil Tante und Onkel von Tarfas „Besitzer“ bedroht wurden.

Tarfa lebt jetzt in einem sicheren Heim. Die IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte) trägt die Kosten für die medizinische Behandlung und die psychologische Betreuung.

Tarfa berichtete weiter:

„Meine Brüder spielten um Geld, wenn sie verloren, konnten sie nicht zahlen. Dann schickten sie mich für eine Nacht mit. Einmal verloren sie 50.000 Rupien (rund 380 Euro) und sie verkauften mich für zwei Tage an einen Mann, der mich mehrfach missbrauchte. Ich kann die Schmerzen nicht beschreiben, die ich erleiden musste. Jeder tat das mit mir, was er wollte. Ihre Rechtfertigung war immer, dass sie sich die Spielschulden zurückholen.“

Aneeqa Maria Anthony strengte ein Verfahren gegen Bashir und Rashid an. Beide befinden sich nun in Haft. Tarfas Brüder Shamaun und Asif entzogen sich der Festnahme und tauchten unter. Sie werden immer noch von der Polizei gesucht. Voice vertritt Tarfa vor Gericht und hat sie in das eigene Waisenschutzprogramm aufgenommen.

Die IGFM unterstützt Tarfa und viele andere Kinder in diesem Programm jeden Monat mit jeweils 40 Euro für die laufenden Kosten (Unterkunft, Verpflegung und Schulbesuch). Gegenwärtig betreut Voice rund 200 Kinder, die Ähnliches wie Tarfa erlebt haben. Das Team von Voice und die Partneranwälte der IGFM arbeiten alle ehrenamtlich. 

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt am Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33, info@igfm.de, www.menschenrechte.de

Spendenkonto:
23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00
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