Die IGFM ruft dazu auf, „islamische“ Staaten nicht weiter zu verharmlosen

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ruft dazu auf, gegenüber „Islamischen Republiken“, Emiraten und Königreichen die „Scheuklappen“ abzunehmen. RTEmagicC_logo_Homepage_quad.gif

Der Tag der Menschenrechte am 10. Dezember sei ein guter Anlass, Wunschdenken zu beenden. Die Bundesregierung und die EU müssten eingestehen, dass unter den gegenwärtigen Voraussetzungen bestimmte „Partner“-Länder niemals die Menschenrechte achten werden, so die IGFM.

„Es kann nicht sein, dass wir uns erst empören, wenn die Fußball-WM in einem Emirat stattfinden soll, das beim Bau von Sportstätten die Menschenrechte konsequent außer Kraft setzt. Dass in dem gleichen Emirat und in anderen „islamischen“ Staaten ständig gravierende Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen der Menschenwürde auf der Tagesordnung stehen, hat vorher viele dieser Betrachter kalt gelassen.

Die Scharia, das islamische Rechtssystem, wie es in „islamischen“ Staaten von den Regierungen verstanden und praktiziert wird, ist zutiefst menschenrechtsfeindlich“, erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin auf einer Pressekonferenz in Stuttgart.

Fester Bestandteil des islamischen Religionsgesetzes

Ohne fundamentale Systemänderungen würden im Iran, Saudi-Arabien, in Pakistan und ähnlichen Staaten niemals die Rechte von Frauen, religiösen Minderheiten oder Religionslosen geachtet. Fussmatte__

„Reformen“ an einzelnen Gesetzen seien reine Augenwischerei, unterstreicht die IGFM. Die Diskriminierung von Frauen und Minderheiten sei nicht einfach ein bedauerliches Relikt, das quasi „aus Versehen“ bis heute überdauert habe, sondern ein fester Bestandteil des klassischen islamischen Religionsgesetzes.

Die Verwirklichung der Menschenrechte sei ausgeschlossen, solange islamistische Regierungen eine Modernisierung islamischer Rechtsgrundsätze und eine Trennung von Staat und Religion bekämpften.

Islamistische Regierungen im Iran, in Pakistan oder Saudi-Arabien versuchen nach Einschätzung der IGFM nach außen die Illusion aufrecht zu erhalten, ihre Staaten seinen mit den Grundsätzen der Vereinten Nationen kompatibel. Gleichzeitig suggerierten europäische Länder, sie würden dies glauben. Die tiefgreifenden Probleme könnten aber nicht durch weiteres Ignorieren gelöst werden.

Die Ideologie dieser Regierungen sei „im Kern“ dieselbe wie die des „Islamischen Staates“ – weniger expansiv, weniger konsequent und ohne spektakuläre Inszenierung, aber mit identischer Grundlage, betont die IGFM.

Menschenrechtsverträge systematisch gebrochen

Vertreter der iranischen Regierung haben in Vergangenheit erklärt, dass Auspeitschungen im Einklang mit den Menschenrechten stünden, da es sich um „islamische Strafen“ handeln würde. Wer dieser Dialektik nicht widerspreche und sich weismachen lässt, dass Auspeitschungen nicht gegen das Folterverbot verstoßen, der wolle sich für dumm verkaufen lassen, beklagt die IGFM. IGFM-Kampagne-IKEA-Saudi-Arabien-1_01

Peitschenhiebe, Amputationen und die Todesstrafe für Meinungsdelikte seien Teil des islamischen Rechtes, das völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge breche. Im Iran sind sogar Steinigung und Kreuzigung im Strafrecht verankert.

Barbarei dürfe aber nicht hingenommen werden, weil sie religiös begründet wird, warnt die IGFM. Letztlich gehe es darum, was einen höheren Wert habe: Die Würde des Menschen oder die Achtung von religiösen Traditionen.

Scharia: „Gleichberechtigung ist ausgeschlossen“

Die IGFM beklagt zudem, dass der Blick auf das islamische Recht oft weichgespült sei. Ein noch viel größeres Problem als die „islamischen Strafen“ seien das islamische Familien- und Prozessrecht. Beide schließen eine Gleichberechtigung von Mann und Frau und von Muslimen und Nichtmuslimen kategorisch aus. Die Zeugenaussagen von Frauen oder Nichtmuslimen haben nach der Scharia nur den halben Wert der Aussagen von muslimischen Männern – wenn sie überhaupt zugelassen sind.

Männer hingegen haben ein „Recht“ auf sexuellen Gehorsam, ein Züchtigungs-„Recht“ und können ihre Frauen ohne Unterhalt verstoßen, während sich Frauen nur extrem schwer scheiden lassen können. „Dieses haarsträubende Unrecht ist in den ‚Islamischen‘ Republiken kein Ausrutscher. Es sind grundsätzliche Fehler im Betriebssystem“, stellte IGFM-Vorstandssprecher Lessenthin fest.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt a. Main
Tel.: 069-420108-11, Fax: 069-420108-33, info@igfm.de, www.menschenrechte.de


Wolfgang Waldstein über Herkunft, Bedeutung und Aktualität des „Naturrechts“

Ein Vatikan-Kongress über die Geschlechterbeziehung zwischen Mann und Frau im November hat wieder an die Gemeinsamkeiten über alle kulturellen Grenzen hinweg erinnert: Vertreter von 14 Religionen waren sich einig über den Wert der traditionellen Ehe. 75743_14122011

In der Natur des Menschen ist offenbar ein Wertesystem von vornherein angelegt. Bereits im Jahr 2009 hatte sich die Internationale Theologische Kommission in dem Dokument „Auf der Suche nach einer universalen Ethik. Ein neuer Blick auf das Naturrecht“ mit diesem System beschäftigt und war damit einer Anregung Papst Benedikts XVI. gefolgt.

In dessen berühmter Naturrechtsrede vor dem Deutschen Bundestag im September 2011 wird kein anderer Autor so oft zitiert wie der österreichische Rechtshistoriker Prof. Dr. Wolfgang Waldstein. 

Michaela Koller (siehe Foto) sprach mit dem emeritierten Salzburger Professor über die Geschichte und Entwicklung des Naturrechts.M. Koller

Der Juraprofessor Stephan Rixen bezeichnete nach der Rede Papst Benedikts XVI. am 22. September 2011 im Deutschen Bundestag das natürliche Sittengesetz als „theologisches Naturrecht römisch-katholischer Prägung“. Was die Wurzeln des Naturrechts betrifft, so sind Sie zu anderer Erkenntnis gelangt…

Waldstein (siehe Foto): Rixen irrt grundlegend, weil er offenbar nicht weiß, dass das Naturrecht, vielleicht nicht dem Namen, aber der Sache nach, seit dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend in den Quellen belegt ist. 

Man hat erkannt, dass es ein Recht gibt, das nicht von Menschen geschaffen ist. Es konnte sich besonders entwickeln, da die römischen Juristen seit dem 2. Jahrhundert vor Christus begonnen haben, Rechtsfälle nach dem Naturrecht zu entscheiden. Sie waren damals mit der griechischen Philosophie in Berührung gekommen und haben es von da der Sache nach übernommen.IMG_0005

Es kann also nicht sein, dass es sich um eine christliche Erfindung handelt. Es ist eben der menschliche Geist fähig, einzusehen, dass ein Recht vor jedem menschlichen Recht existiert, das erhalten bleiben muss. Ich kenne die Quellen und habe sie studiert.

Es gibt auch Kreise, die das Naturrecht und mit ihm die Menschenrechte für eine Ausgeburt der Aufklärung halten. Welche Kontinuität schließt sich denn an die römische Blüte des Naturrechts an?

Waldstein: Auf der Grundlage der Erkenntnisse aus dem 2. Jahrhundert vor Christus haben Juristen das klassische römische Recht bis zum 3. Jahrhundert nach Christus in Schriften entwickelt. Im Jahr 530 hat der oströmische Kaiser Justinian den Auftrag erteilt, aus diesen Schriften eine Sammlung anzulegen. Das ist das justinianische Gesetzbuch geworden, das im Mittelalter in Bologna neu entdeckt und später dann im 18. und 19. Jahrhundert in die Naturrechtsgesetzbücher eingeflossen ist.

Und das österreichische Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch von 1811 (ABGB), das immer noch gilt, ist neben dem französischen Code Civil von 1804 eines dieser Gesetzbücher. In Paragraf 7 ABGB wird in zweifelhaften Rechtsfällen auf die natürlichen Rechtsgrundsätze verwiesen.

Wann hat denn der Verfall der Achtung vor dem Naturrecht eingesetzt?

Waldstein: Bei uns hat es damit begonnen, dass das Parlament mehrheitlich den Schutz des ungeborenen Lebens aufgehoben hat. Dies war der erste schwere Einbruch. Ich habe damals gesagt, dass Österreich dadurch aufgehört hat, ein Rechtsstaat zu sein – weil man einer Gruppe von Menschen das Lebensrecht entzieht. 1_0_809751

Wenn die Demokratie Rechte nicht anerkennt, schlägt sie in einen Totalitarismus um, in eine Tyrannei der Mehrheit. Wenn man die Grundlagen des Rechts an einer Stelle verlässt, dann greift es leicht auf andere Fälle über. Beispiele dafür sehen wir bereits in der Antike bei den Griechen. 

Auch bei den Römern gab es eine totalitäre, völlig rechtlose Phase, im 2. und 1. Jahrhundert vor Christus. In der Zeit um den Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus kam ein Kaiser, der wieder rechtsstaatliche Verhältnisse herstellte.

Es kam und kommt wiederholt zu Rückschritten, auch gegenwärtig, was die Durchsetzung des Naturrechts betrifft….

Waldstein: Einen besonders schmerzlichen Rückschritt sehen wir gegenwärtig darin, dass der Staat schwerwiegend in das Erziehungsrecht der Eltern eingreift und die Kinder nach seinen Vorstellungen in die sexuelle Libertinage führt. Diese zwingt der Staat den Kindern gegen den Willen der Eltern auf, beginnend bereits mit dem Kindergarten, wo schon Kuschelecken eingerichtet werden. Das ist vielfach dokumentiert. Der Marxismus hat diese Ideen verbreitet.

Quelle und vollständiges Interview hier: http://www.zenit.org/de/articles/die-liebe-als-grundlage-des-rechts

PROF. WALDSTEIN: Geboren 1928 in Hangö (Finnland), kam Waldstein nach dem Ausbruch des sowjetisch-finnischen Krieges mit seiner Familie 1940 nach Salzburg. Ab 1964 lehrte er zunächst an der Universität Innsbruck, dann ab 1965 bis 1992 als ordentlicher Professor Römisches Recht und Rechtsphilosophie in Salzburg.

Von 1996 bis 1998 war er Ordinarius an der Zivilrechtlichen Fakultät der Päpstlichen Lateran-Universität in Rom. Zehn Jahre lang, von 1994 bis 2004, war Waldstein Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben. Er gilt bis heute international als führend anerkannter Experte für Naturrecht.

Dr. Wolfgang Waldstein ist katholisch, verheiratet mit Marie Theresa Waldstein. Die Beiden haben sechs Kinder, 24 Enkel und 18 Urenkel.

Buchtips: Wolfgang Waldstein. Mein Leben – Erinnerungen. Verlag Media Maria, 2013. ISBN 978-3-9815943-4-8; 18,50 EUR.  – Wolfgang Waldstein. Ins Herz geschrieben. Sankt Ulrich Verlag, 2010. ISBN: 978-3-86744-137-7; 19 EUR.

INFO-Magazin von Michaela Koller: http://www.vaticanista.info/


TV: Dokumentation über „Weihnachten in Ostpreußen“ am 10. Dezember 2014

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Der NDR sendet am Mittwoch, den 10. Dezember 2014, von 15:15 bis 16 Uhr einen Info-Film über die heutige Weihnachtszeit in Ostpreußen.

Ein Kamerateam filmt während einer Schlittenfahrt durch den Schnee © NDR/Doc-Team Fotograf: Evamaria Schmid

In Ostpreußen, Ermland und Masuren beginnt der Winter früh. Oft fällt der erste Schnee schon Mitte November, überzieht eine Eisschicht die zahllosen Seen. Daher ist eine „weiße Weihnacht“ fast selbstverständlich in den masurischen Dörfern.

Zudem gelten die alten Traditionen bei den wenigen noch verbliebenen deutschstämmigen und meist evangelischen Familien – ähnlich wie bei ihren polnisch-katholischen Nachbarn.

Oft fällt in Ostpreußen schon vor Weihnachten reichlich Schnee. Dann kommt auch der Schlitten zum Einsatz.

Die Roszigs und die Korzeniewskis sind miteinander befreundet, haben gemeinsam ein Schwein zum Fest geschlachtet, der Auftakt für die unmittelbaren Festvorbereitungen. (…)

Wolfgang Wegner hat beide Familien in den Tagen vor dem Fest bis zum Heiligen Abend begleitet.

Quelle (Text/Foto) und vollständige Film-Beschreibung hier: http://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Weihnachten-in-Ostpreussen,sendung313752.html


Warum Johannes der Täufer gleichsam der „erste Beichtvater“ ist…

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Mk 1,2-8:

Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! DSC06228

So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.

Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin nicht wert, ihm die Schuhriemen zu lösen. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, ER aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

 


Originelle Werbung? – Nein, eine geschmacklose Provokation im Advent

Von Felizitas Küble

Christen sind längst Kummer gewohnt, wenn es darum geht, öffentlich mit reichlich schrägen „Witzen“ über ihren Glauben konfrontiert zu werden.  DSC_0617 - Kopie

Echt origineller, schlitzohriger Humor auch in religiöser Hinsicht ist sicher kein Problem; man denke nur an die zahlreichen „Pfarrerswitze“, die gerade in Priesterkreisen kursieren.

Wenn es aber derb geschmacklos wird, hört der Spaß auf und der Ärger fängt an. Diese Plakatwerbung der Firma „Lieferando“ bedient aus unserer Sicht die unterste Schublade des Primitiven:

Während man über den Obertitel  –  die eher alberne Vergackeierung eines bekannten Weihnachtsliedes  – noch diskutieren könnte, empfinden Christen (und sicher auch viele fair denkende Nichtgläubige) die Unterzeile als Unverschämtheit:

„Jetzt Christus geliefert“  –  statt: „Jetzt kriegst Du´s geliefert“.

Nicht auszudenken, was in Deutschland los wäre, wenn derart dummdreiste Plakate etwa Allah oder Mohammed betreffen würden…

Schlimmer geht es immer…

Als derselbe Speise-Lieferant kürzlich in Berlin eine Reklame unter dem Titel „Wir Rinder vom Bahnhof Zoo“ startete, erntete dies herbe Kritik, auch seitens der SPD (siehe hier: http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kudamm-blog/berlin-charlottenburg-aerger-um-die-rinder-vom-bahnhof-zoo/10908594.html)

Die Firma gelobte daraufhin öffentlich Besserung in puncto Werbung. Aber schlimmer geht es immer, wie man sieht. Doch wo bleibt jetzt der Protest, etwa seitens der CDU?  – Warum hört man nichts von Beschwerden durch Kirchenvertreter?

Wer diese Reklame ablehnt, kann sich bei der Lieferando-Firma beschweren: http://www.lieferando.de/impressum#

Foto: Dr. Bernd F. Pelz