Kurze theologische Antworten zum Problemfeld der sog. Privatoffenbarungen

Erscheinungen, Botschaften, Visionen, Prophezeiungen: wie soll man unterscheiden, was von Gott kommt, was nicht?

Hier folgen einige Antworten von Theologen und Mystikern auf oft gestellte Fragen:

„Man verschließe den Verstand gegen jede Offenbarung und halte sich schlicht an die Lehre der Kirche und ihren Glauben“.  – Warum sagt das der hl. Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz? mtcarmelpic1

Pater Bonifatius Günther: Dies gilt besonders für jeden Mystiker, für ihn also noch mehr als für den einfachen Gläubigen, weil für ihn größere Gefahren bestehen. Nicht seine mystischen Erlebnisse, sondern sein kindlicher und lebendiger Glaube rettet seine Seele und führt ihn zur Vollkommenheit.

Gibt es Menschen, die besonders anfällig sind für falsche Mystik?

B. Günther: Auf die falsche Mystik fallen besonders gute Priester und fromme Seelen herein. Sie wissen um die außergewöhnlichen Dinge bei den Heiligen, welche von manchen Biographen zu sehr in den Vordergrund gerückt werden. Dies führt dann zur Überschätzung der mystischen Phänomene… Die Seele öffnet dadurch, daß sie nach außergewöhnlichen Dingen Verlangen trägt, dem Teufel Tür und Tor, so daß er sie mit ähnlichen Erscheinungen hintergehen kann.

Sind Privatoffenbarungen eher eine Gefahr für den Menschen?

Pater August Poulain SJ: Kommen sie nicht von Gott – der Fall ist viel häufiger und man erlangt darüber nur schwer Klarheit – so begibt man sich auf sehr gefährliche Wege. Daraus folgt, daß Offenbarungen im allgemeinen eine Gefahr für den Menschen sind. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Welche Autorität haben Privatoffenbarungen?

A. Poulain: Sie haben den Wert des Zeugnisses der Person, welche sie berichtet, nicht mehr und nicht weniger. Diese Person ist aber niemals unfehlbar.

Nun gibt es eine Reihe kirchlich gebilligter Privatoffenbarungen. Was bedeuten sie für uns?

A. Poulain: Die Kirche verpflichtet nie, an Privatoffenbarungen, die Heiligen zuteil wurden, zu glauben. Auch dann nicht, wenn sie dieselben bestätigt (approbiert). Durch diese ihre Bestätigung erklärt sie bloß, daß in ihnen sich nichts gegen den Glauben und die guten Sitten findet, und daß man sie ohne Gefahr, ja sogar mit Nutzen lesen kann..

Hat manchmal auch der Teufel seine Hand im Spiel?

Hl. Franz von Sales: Es kann auch der böse Feind den Verstand in Ekstase versetzen und entrücken; er kann ihm so wunderbare Einsichten geben, daß sie ihn über die menschlichen Kräfte erheben und in Schwebe halten. Er kann auch durch solche Klarheiten dem Willen eine Art eitler, weichlicher, schwächlicher und unvollkommener Liebe geben… 

Was bezweckt der böse Feind damit? Bsp-7

Hl. Franz von Sales: Er tut das, um Gott nachzuäffen, Seelen in die Irre zu führen, Schwachen Ärgernis zu geben und einen Geist des Lichtes vorzutäuschen… Sieht man also einen Menschen, der im Gebet entrückt ist, so daß er über sich hinaustritt und sich zu Gott erhebt, aber kein Gott hingegebenes, höheres Leben führt, seine weltlichen Lüste nicht überwindet, seine naturhaften Willensäußerungen und Neigungen nicht abtötet durch innerliche Güte, Einfachheit, Demut und besonders andauernde Liebe, glaube mir, dann sind diese Entrückungen sehr zweifelhaft und gefährlich.

Stimmt es, daß auch Heilige sich in ihren Offenbarungen und Visionen geirrt haben?

A. Poulain: Der hl. Vincenz Ferrer (1398-1419) predigte die letzten 21 Jahre seines Lebens, daß das Jüngste Gericht nahe bevorstehe. Er wisse das aus einer klaren Offenbarung, und zum Beweise dafür wirkte er überall Wunder. Unter vielen anderen erweckte er zu Salamanca 1412 eine Frau vom Tode, welche man gerade zum Friedhof trug, und welche dann seine Worte bestätigte. Und doch ging diese so gut beglaubigte Weissagung nicht in Erfüllung…

Woher kommt der populäre Hang zu falscher Mystik?

Sel. Kardinal Henry Newmann: Das große Übel, von dem ich spreche (der populäre Hang zu abergläubischer Wahrsagerei und Zukunftsprophezeiungen), entsteht infolge der Vernachlässigung der Heiligen Schrift… Aber große Erbauung und Segen kommt von der Lektüre der biblischen Verheißungen…Christus kennen heißt die Hl. Schrift kennen. Das ist ein Anker.

Quelle und vollständige Zitatenlese hier: http://www.vision2000.at/index/?article=154027_24

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Gehören Privatoffenbarungen zur amtlichen Verkündigung der Kirche?
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Guido Becker: Der öffentlichen Offenbarung, die nach der Lehre der Kirche mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist, können Privatoffenbarungen nichts neues an Glaubensinhalten hinzufügen. Privatoffenbarungen sind auch nicht Gegenstand der kirchlichen Lehrverkündigung.
Die kirchliche Anerkennung ihrer Echtheit im Einzelfall besagt nur, dass darin nichts enthalten ist, was gegen den Glauben und die Sitten verstösst. Die Kirche übernimmt, wenn sie Privatoffenbarungen anerkennt, auch nicht die Garantie für den göttlichen Ursprung derselben.
Die Zustimmung des einzelnen Gläubigen zu Privatoffenbarungen kann darum nur mit menschlich-natürlichem Glauben erfolgen und nicht mit übernatürlichem Heilsglauben.
 .
Quelle: „Theologisches“ vom Jan. 2002, S. 22 (http://www.theologisches.net/files/32_Nr.1.pdf)

Petition an deutschsprachige EU-Abgeordnete: Stoppt den Tarabella-Bericht!

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Europäischen Parlaments,

ich möchte Sie dringend bitten, den „Bericht über die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Europäischen Union – 2013 (2014/0000(INI)) zur Neuberatung in den Frauen-Ausschuss zurückzuverweisen oder sich für eine Verschiebung der Abstimmung einzusetzen. pro-life

Bereits anlässlich des Estrela-Berichts hat das Europaparlament nach massiven Bürgerprotesten am 10. Dezember 2013 eindeutig festgestellt: Die Formulierung und Umsetzung der Politik zu Rechten über sexuelle und reproduktive Gesundheit fällt in die Zuständigkeit der jeweiligen Mitgliedstaaten.

Der sozialdemokratische EU-Abgeordnete Marc Tarabella ignoriert diese Feststellung jedoch geflissentlich in seinem Bericht „zu der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Europäischen Union“.

Dort heißt es, „dass Frauen nicht zuletzt durch den einfangen Zugang zu Empfängnisverhütung und Abtreibung die Kontrolle über ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte haben müssen“ (S.19,45).   – Abtreibung ist jedoch kein Menschenrecht und es fällt insbesondere nicht in den Zuständigkeitsbereich der EU. 

Zudem fordert der Tarabella-Bericht „Männer und Frauen auf, die beruflichen, familiären und sozialen Verpflichtungen insbesondere dann, wenn es um die Betreuung von abhängigen Personen und Kindern geht, ausgewogener aufzuteilen“ (S. 15, 18).

Auch die Aufteilung von Arbeit und Verantwortung in einer Familie ist nicht Angelegenheit der EU. Es ist einzig und allein die Angelegenheit der Familie.

Fortsetzung und Online-Unterzeichnungs-Formular hier: http://www.civilpetition.de/kampagne/eu-parlament-muss-subsidiaritaet-achten/startseite/

 

 


„Zentrum gegen Vertreibungen“ übergibt einzigartigen historischen Kapellenwagen der Ostpriesterhilfe an die Bundesstiftung

Belgischer Pater setzte sich für deutsche Heimatvertriebene ein

Der letzte „Kapellenwagen“ des Paters Werenfried van Straaten wird offiziell der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ übergeben.

Dazu erklärt die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach (siehe Foto), Vorsitzende der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN:10

„Mit dem letzten noch existierenden „Kapellenwagen“ des belgischen Paters Werenfried van Straaten wurde ein singuläres zeithistorisches Objekt am Donnerstag, dem 26. Februar 2015, seitens unserer Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ an die Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ übergeben.

Dort soll es seinen Platz in der künftigen Dauerausstellung dieser Stiftung im Deutschlandhaus finden.

Pater Werenfried van Straaten (siehe Foto) gründete 1947 das Hilfswerk „Kirche in Not“, um das materielle und seelische Elend der deutschen Heimatvertriebenen lindern zu helfen.

Er sammelte zunächst bei den Bauern Flanderns Speck, deshalb wurde er auch „Speckpater“ genannt, und andere Lebensmittel für die hungernden Vertriebenen.

Von 1950 bis 1970 ließ er dann 35 sog. „Kapellenwagen“ quer durch Deutschland fahren. Die riesigen Sattelschlepper waren 14 Meter lang, zwei Meter breit, drei Meter hoch und fünf Tonnen schwer. Die Kolosse waren zu fahrenden Kirchen umgebaut worden und konnten zudem Hilfsgüter transportieren. Zumeist waren sie von belgischen Diözesen gestiftet und wurden auch von diesen unterhalten.imagescaofqd5k

Über die materielle Not der Vertriebenen hinaus sah Werenfried van Straaten die geistige Not der Heimatvertriebenen. Dort wo es keine Kirchen gab, kamen bald die Kapellenwagen und brachten neben materieller Hilfe auch geistlichem Trost.

Kardinal Frings sprach damals von einem „Schauspiel christlicher Nächstenliebe“.

In den fünfziger Jahren dehnte Werenfried van Straaten mit seiner „Kirche in Not“ die Hilfe auf die Länder hinter dem Eisernen Vorhang aus. Später dann auch auf Lateinamerika, Afrika und Asien.

Heute hilft das Werk bedrängten und verfolgten Christen in mehr als 130 Ländern der Welt. Damit ist es eines der bedeutendsten Hilfswerke der katholischen Kirche weltweit. Seinen Ursprung hat es in der unermüdlichen Hilfsbereitschaft für die deutschen Heimatvertriebenen.

„Kirche in Not“ hat unserer Stiftung diesen Kapellenwagen 2007 zur geeigneten Verwendung überlassen. Unsere Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN übergibt jetzt mit dem letzten existierenden Kapellenwagen ein singuläres zeithistorisches Denkmal, das für Millionen Vertriebene von unschätzbarem Wert war, an die Bundesstiftung.

Die Dauerausstellung der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ im Deutschlandhaus wird ein würdiger, dauerhafter Ort für die Erinnerung an diese Hilfsbereitschaft sein.“

 

 


Wohl denen, die GOTT und seine Gebote suchen von ganzem Herzen!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 119 (118),1-2.4-8:

Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist,
die leben nach der Weisung des HERRN.
Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen
und ihn suchen von ganzem Herzen.

Du hast deine Befehle gegeben,
damit man sie genau beachtet.
Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet,
deinen Geboten zu folgen!

Mit lauterem Herzen will ich dir danken,
wenn ich deine gerechten Urteile erlerne.
Deinen Gesetzen will ich immer folgen.
Lass mich doch niemals im Stich!


Die hl. Katharina von Siena erlebte eine irrtümliche „Marienerscheinung“

Von Felizitas Küble

Zu den solidesten theologischen Standardwerken über Grundfragen der Mystik  – also der außergewöhnlichen „Gnadenerweise“   –  gehört das „Handbuch der Mystik“, das der französische Jesuitenpater August Poulain SJ verfaßte.

Das Buch wurde seinerzeit vom hl. Papst Pius X. ausdrücklich empfohlen sowie  in der quasi-amtlichenvierge_pellevoisin, jesuitischen Vatikanzeitschrift „Civilta Cattolica“ gewürdigt.

Das tiefgründige, systematisch durchdachte Werk wurde 1925 beim Herder-Verlag in deutscher Sprache herausgebracht und umfaßt 564 Seiten.

Der Autor beschäftigt sich in seinem katholischen Kompendium sehr fundiert auch mit dem Themenkreis Privatoffenbarungen / Erscheinungen.

Dabei räumt er unter Auflistung seitenlanger Beispiele ungeschminkt ein, daß auch Selige und Heilige nicht selten durch irrige Visionen getäuscht wurden.

Hierbei ist zu berücksichtigen, daß jene vorbildlichen Katholiken, die zur „Ehre der Altäre“ erhoben wurden, ohnehin keineswegs als unfehlbar zu gelten haben, geschweige sind ihre Ansichten etwa automatisch irrtumsfrei.

Noch viel weniger kann man davon ausgehen, daß bei den von diesen Personen erlebten außerordentlichen Begleiterscheinungen der Mystik immer eine göttliche Einwirkung bzw. himmlische Ursache vorhanden war.

Sogar bei solchen Visionen oder Einsprechungen, die wahrscheinlich durchaus einen übernatürlichen „Kern“ enthalten, haben sich nicht selten menschliche bzw. allzu menschliche Irrtümer eingeschlichen, weil derlei Offenbarungen auch durch individuelle Sinneseindrücke, die Besonderheiten der jeweiligen Sprache und Gefühlswelt geprägt sind.

Aus den zahlreichen Beispielen irriger Erscheinungen bei Heiligen, welche Pater Poulain offen und konkret anspricht, erwähnen wir nun ein Beispiel, das die hier behandelte Problematik anschaulich aufzeigt:

Hl. Katharina: Maria „nicht unbefleckt empfangen“

Die heilige Katharina von Siena gehört zu den bekanntesten Mystikerinnen des Mittelalter; sie wurde 1939 von der Kirche zur „Schutzpatronin Italiens“ erklärt und 1970 von Papst Paul VI. (ebenso wie die hl. Theresa von Avila) sogar zur „Kirchenlehrerin“ erhoben.

1999 hat Papst Johannes Paul II. sie (zusammen mit der hl. Brigitta von Schweden und der hl. Edith Stein) zur „Patronin Europas“ ernannt.

Diese Ehrentitel ändern jedoch nichts daran, daß Katharina von Siena zumindest eine Erscheinung für echt hielt, die aber sicherlich nicht von „oben“ stammte:

Die stigmatisierte Ordensfrau erklärte nämlich, die Gottesmutter sei ihr im Jahre 1377 erschienen und habe ihr unmißverständlich erklärt, sie sei keineswegs unbefleckt empfangen. 

Nun muß man hierzu wissen, daß jene Auskunft damals keineswegs eine allgemeine Empörung auslöste, denn das Dogma von der Immaculata  – also der makellosen Empfängnis Mariens (Bewahrung vor der Erbsünde)   – wurde erst 1854 von Papst Pius IX. verkündet.  P1020947

Im Mittelalter und der beginnenden Neuzeit war dieses Thema eine unentschiedene Streitfrage unter Theologen, wobei der Dominikanerorden sich an dem namhaften Kirchenlehrer Thomas von Aquin orientierte, welcher die Immaculata-These wegen seiner strikten Auslegung von der Universalität der Erbsünde ablehnte.

Stattdessen plädierte er für eine „Reinigung“ bzw. Heiligung Mariens im Mutterschoß (als sie im Leib ihrer Mutter Anna lebte). Ähnlich argumentierte bereits zuvor der große Marienverehrer und Zisterzienser-Ordensgründer Bernhard von Clairvaux.

Die Wortführer dieser theologischen Richtung nannte man „Makulisten„.

Hingegen vertraten vor allem führende Franziskaner mit zunehmendem Eifer die Auffassung von Johannes Duns Scotus, daß die selige Jungfrau Maria durch einen besonderen Gnadenakt Gottes und im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi von vornherein vor jedem Makel der Erbsünde bewahrt blieb.

Die Vertreter dieser Strömung wurden als „Immakulisten“ bezeichnet.

Beide theologischen Schulen argumentierten mit biblischen und patristischen Hinweisen, hatten aber auch jeweils „ihre“ dazu passende Erscheinung. Die Immakulisten beriefen sich auf die hl. Birgitta von Schweden, der die selige Jungfrau in einer Vision bestätigt habe, sie sei die unbefleckt Empfangene.

Papst Urban VIII. wußte sich zu helfen…

Die Päpste erlaubten ausdrücklich beide gegensätzlichen Standpunkte. Urban VIII. wurde angeblich gefragt, welche der beiden heiligen Jungfrauen  – Brigitta von Schweden oder Katharina von Siena  – mit ihrer jeweiligen Marienerscheinung denn richtig liege. Er antwortete diplomatisch: Als Privatmann plädiere er für Katharina, als Papst für Brigitta…

Auch das Konzil von Trient vermied eine lehramtliche Festlegung in dieser Streitfrage. Allerdings wuchs die Zahl der bedeutenden Immakulisten beständig, auch in der Volksfrömmigkeit verstärkte sich diese Tendenz. 3068

1854 wurde sodann die Immaculata-Lehre dogmatisiert und damit der jahrhundertelange Theologenstreit endgültig entschieden.

Hätte Katharina von Siena also heute bzw. in den letzten 170 Jahren gelebt, so würde die Kirche eine solche Erscheinung sogleich als unrichtig einschätzen, zumal es sich bei der Immaculata-Lehre um ein Dogma handelt, also einen letztverbindlichen, unfehlbaren Glaubenssatz der Kirche, an dem es aus katholischer Sicht nichts zu deuteln gibt.

„Marienerscheinung“ unterstützte Dominikaner-These

Nun muß man berücksichtigen, daß die hl. Katharina von Siena dem Dominikanerorden angehörte  – und damit wohl jener theologischen Richtung nahestand, welche die Immaculata-Auffassung ablehnte.

Insofern hatte sie eine dazu passende Privatoffenbarung erhalten, die sie als Himmelsbotschaft ansah. Möglicherweise war die Erscheinung im Kern sogar „echt“, doch sie hat nicht alles korrekt aufgefaßt. Mitunter können sich übernatürliche Phänomene und menschliches Mitwirken stark durchdringen.

Seit der erwähnten Dogma-Verkündigung ist jedenfalls sonnenklar, daß sich die Heilige bezüglich ihrer Marien-Auskunft geirrt hat. Dabei ist zu beachten:

Die spezielle Schwierigkeiten besteht nicht etwa darin, daß Katharina nicht an die Immaculata glaubte (das war damals  wie gesagt kein Problem; immerhin konnte sie sich hierbei auf die namhafte Autorität des hl. Thomas berufen).

Der springende Punkt ist vielmehr, daß sie sich bezüglich ihrer Auffassung nicht etwa auf Verstandeseinsichten bzw. theologische Begründungen (welcher Art auch immer) stützte, sondern auf eine Erscheinung   –  und damit ihrer Auffassung quasi einen „himmlischen Stempel“ verleihen wollte. Zumindest wird deutlich, daß jenes Visionserlebnis von ihrem theologischen Denken und Umfeld mitgeprägt war.  023_20A

Das „Handbuch der Mystik“ erwähnte diese Causa Katharina auf S. 330 und fügt hinzu, daß bereits Benedikt XIV. (siehe Abbildung) jene Marienerscheinung kritisch beurteilt habe.

In seinem vielbeachteten Werk über die Selig- und Heiligsprechungen erwähnte der Papst hierzu die Auffassung von P. Lancicius, wonach die Heilige sich offenbar „infolge einer vorgefaßter Meinung“ selber getäuscht habe.

Der Autor, Theologe und Jesuitenpater Carlos M. Staehlin äußert sich hierzu in seinem 1954 in Spanien erschienenen Werk „Visionen, Stigmata und Offenbarungen“. Es folgt ein Zitat aus dem Skriptum der deutschen Übersetzung von Theodor Baumann SJ (S. 381 f):

„Benedikt XIV. prüfte eingehend die berühmte Vision, die der hl. Katharina von Siena im Jahre 1377 zuteil wurde. In dieser Offenbarung teilte die Muttergottes selbst mit, daß sie in ihrer Empfängnis keineswegs unbefleckt geblieben sei. Der Papst zitiert einige Autoren, die in ihrem Bemühen, den guten Ruf der Heiligen als Seherin zu wahren, nicht davor zurückschrecken, die Herausgeber dieser Visionen als Fälscher anzuklagen. Als Lösung dieses Problems bietet der Papst schließlich die Meinung von P. Lancicius dar, wonach es möglich ist, daß die Heilige sich in gutem Glauben geirrt habe und wirklich meinte, die Muttergottes wiederhole ihr in jenen Ekstasen das, was Katharina wohl öfter vorher gehört hatte.“

Pater Poulain spricht angesichts dieser Causa und weiterer Beispiele, die er anführt, auf S. 309 folgende Warnung aus:

Wenn jedoch selbst Heilige getäuscht worden sind, und die Tatsachen sich nicht leugnen lassen, da muß jeder einsehen, daß auch er nach den Regeln der Klugheit vorzugehen hat.“

Amort: „Zahlreiche Widersprüche bei Offenbarungen“

Pater Poulain zitiert zu diesem Themenkreis auf S. 319 den bedeutenden Gelehrten und Kirchenrechtler Eusebius Amort (1692  – 1775), der kritische Werke über Erscheinungen und Visionen herausgab und sich insbesondere skeptisch mit den Privatoffenbarungen der spanischen Nonne Maria von Agreda befaßte.

Amort zieht als Ergebnis seiner gründlichen Studien folgendes Fazit:

„Die Offenbarungen von Personen, deren Heiligkeit und Wissenschaft von den Doktoren und Vorstehern der Kirche approbiert (akzeptiert, gebilligt) wurden, widersprechen sich untereinander, wie jene der hl. Birgitta, der hl. Gertrud, der hl. Katharina von Siena.“

(Es gab übrigens in Bern Anfang des 16. Jahrhunderts den aufsehenerregenden „Jetzer-Prozeß„, bei dem es um betrügerische Erscheinungen ging  – und zwar zu genau demselben Thema der unbefleckten Empfängnis Mariens. Vier Dominikaner wurden infolgedessen nach einem zweijährigem, vom Vatikan selbst angestrengten Verfahren hingerichtet. Die durch jene falschen Visionen entstandene Verwirrung im Volke wirkte sich verheerend aus und begünstigte damit die dortige Ausbreitung der Reformation. Näheres hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Jetzer)

Dazu muß man wissen, daß die Kirche mit einer Heiligsprechung lediglich den heroischen TUGENDGRAD der betreffenden Persönlichkeit würdigt  –  und damit aber keineswegs ihre außergewöhnlichen religiösen Erlebnisse bestätigt.Radio Vatikan Dies bringt auch Pater Poulain auf S. 326 wie folgt auf den Punkt:

„Wenn ein Diener Gottes heiliggesprochen wird, bestätigt man seine Tugenden, nicht seine  Visionen.“

Hierzu zitiert der Autor auf S. 307 erneut Papst Benedikt XIV.: „Was hat man von Offenbarungen zu halten“, so fragt er, welche durch den Vatikan approbiert (genehmigt) wurden, also von kirchlich gebilligten Erscheinungen:

„Ich antworte darauf, daß ein Akt göttlichen Glaubens ihnen gegenüber weder notwendig noch möglich ist, sondern nur ein Akt menschlichen Glaubens nach den Regeln der Klugheit, die sie uns als wahrscheinlich und fromm glaubwürdig hinstellen.“

Auf keinen Fall eignen sich Privatoffenbarungen aber dazu (und damit wären wir wieder bei der Causa Katharina von Siena), um strittige theologische Fragen zu entscheiden.

„Katholiken ist es freigestellt, an Erscheinungen zu glauben“

Hierzu zitiert Pater Poulain auf S. 307 seines Handbuchs den sachkundigen Kardinal Pitra:

„Jeder weiß, daß man ganz frei ist, an Privatoffenbarungen zu glauben oder nicht, selbst bei den allerglaubwürdigsten. Auch wenn die Kirche sie approbiert, werden sie bloß als wahrscheinlich, nicht als absolut sicher hingestellt.

Sie dürfen nicht dazu dienen, unter Gelehrten strittige Fragen der Geschichte, Physik, Philosophie oder Theologie zRadioVatikanu entscheiden. Man darf ruhig von diesen Offenbarungen abweichen, selbst von den approbierten, wenn man sich auf solide Gründe stützt.“

Hieraus ergibt sich die (theo)logische Schlußfolgerung:

Wenn ein Katholik an irgendeine „Privatoffenbarung“ eines Seligen oder Heiligen nicht glauben möchte, so ist das sein gutes Recht  – und niemand kann daraus einen berechtigten Vorwuf ableiten, zumal die Kirche es auch nicht tut.

Dasselbe Prinzip gilt allgemein für die kirchlich approbierten Erscheinungen: Das Kirchenvolk darf ihnen seine Zustimmung schenken, muß es aber nicht, denn die göttliche Offenbarung ist mit dem Tod des letzten Apostels bzw. dem Ende der apostolischen Zeit abgeschlossen.

Dies ist nicht „nur“ ein Dogma, sondern sogar ein sog. „Axiom“, also eine Denkvoraussetzung (!) für viele weitere Dogmen und Lehraussagen der Kirche.

Wegen dieses fundamentalen Prinzips sind selbst die sog. „anerkannten“  – also die kirchlich approbierten  – Erscheinungen nicht glaubensverpflichtend, sondern diese Billigung stellt lediglich eine Erlaubnis bzw. Genehmigung dar (Benedikt XVI.: „Es ist gestattet, daran zu glauben“)  –  und bedeutet keineswegs eine verbindliche Bestätigung durch das kirchliche Lehramt.  (Näheres dazu: https://charismatismus.wordpress.com/2013/10/29/was-bedeutet-die-kirchliche-approbation-einer-privatoffenbarung-genau/)

Diese kirchlichen Grundsätze zur göttlichen Offenbarung einerseits und Privatoffenbarungen andererseits sind selbst frommen Katholiken nicht immer bekannt, weshalb es nötig erscheint, sie gelegentlich einzuschärfen.

Leider sind auch die im allgemeinen zu einer gesunden Vorsicht neigenden kirchlichen Untersuchungskommissionen durchaus nicht immer kritisch genug. Welche fürchterlichen Folgen es zeitigen kann, wenn eine bischöfliche Kommission zu wenig skeptisch vorgeht, zeigt z.B. der verhängnisvolle „Fall Stella“ aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. (Bericht hierzu: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45789205.html)

Fundierte Literatur zur Vertiefung: Vorlesung des katholischen Theologen Prof. Dr. Joseph Schumacher aus Freiburg: http://www.theologie-heute.de/MystikvorlesungIEndfassung2014_2015.pdf


Zwischen künstlicher Verhütung und Scheidungsrate besteht ein Zusammenhang

Von Inge Thürkauf     Inge_M._Thuerkauf

„Scheidung ohne Stress, „Scheidung für Eilige, „Scheidung online – Fachkanzlei ermöglicht es.“  – So klingen die Werbeangebote der seit einigen Jahren florierenden Scheidungsindustrie.

Da jede zweite oder dritte Ehe geschieden wird, bedarf es Spezialisten, die diese Krisensituation aufarbeiten. In fast allen Ländern des Westens hat das Geschäft der Scheidungsindustrie ein Übermaß an Aktivität erreicht.

Scheidungsanwälte, Psychocoaches, Heiratsvermittler, Reisebüros, Immobilienmakler einschließlich Konditoren mit Scheidungstorten bieten auf sog. Scheidungsmessen ihre Dienste an.

Es gibt in dieser Branche nichts, was nicht wert ist, vermarktet zu werden. Kann man sich vorstellen, daß noch jemand daran interessiert sein könnte, gebrochene Verbindungen zu heilen und Ehen zu retten?

Auch hier geht es um die Geschichte vom großen Geld, vom Millionengeschäft.

Psychologen und Sozialforscher machen vor allem den gesellschaftlichen Wandel und die völlig veränderten gegenseitigen Ansprüche in der Ehe als Verursacher der in den letzten Jahrzehnten rasant angestiegenen Scheidungszahlen verantwortlich.

Das mag im Einzelnen gesehen nicht falsch sein. Doch Weihbischof Dr. Andreas Laun und seine Mitarbeiter im Referat für Ehe und Familie der Erzdiözese Salzburg sowie seine bischöflichen Mitbrüder Dr. Elmar Fischer und Dr. Klaus Küng gelangten zu einem Ergebnis, das in den Betrachtungen der genannten „Berater“ keine Beachtung findet: der Zusammenhang zwischen künstlicher Empfängnisverhütung und Scheidung. 012_9A

Grundlage ihrer Überlegungen war die Studie der amerikanischen Lebensrechtlerin Mercedes Wilson, die entdeckte, daß Paare, die künstlich verhüten, häufiger in Scheidung enden als jene, die in ihrer Ehe die Natürliche Empfängnisregelung (NER) leben.

Mit Hilfe des Arzt-Ehepaars Walter und Michaela Rhomberg wurde unter den Mitgliedern des Instituts für Natürliche Empfängnisregelung (INER) Vöcklabruck auch im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz und Süd-Tirol) eine Untersuchung durchgeführt, um abzuklären, ob die in Amerika erarbeitete Studie insoweit bestätigt werden kann.

Die Umfrage bezog sich auf die Gründe für die Wahl der Natürlichen Empfängnisregelung (NER) sowie auf die Praxis der Methode, die Zufriedenheit im Familienleben und die Akzeptanz der periodischen Abstinenz.

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Die Sondierung dieses Fragebogens, bei der auch die religiöse Praxis einbezogen wurde, zeitigte erstaunliche Resultate: 61 % bestätigten eine Bereicherung ihrer persönlichen Beziehung zum Partner, 63 % erlebten das Familienleben schöner und glücklicher und 82 % der Befragten beurteilten die periodische Abstinenz als positiv.

Das für die Anwendung der NER sprechendste Ergebnis jedoch ist die Tatsache, daß die Scheidungshäufigkeit in Relation zur religiösen Praxis  –  unabhängig vom Glaubensbekenntnis  –  bei 3 % liegt, bei distanzierter religiöser Praxis allerdings bei 12,5 %.

Doch auch diese Scheidungsrate liegt immer noch deutlich unter den Durchschnitts-Werten der in Frage kommenden Länder (Österreich im Jahre 2007 bei 48 %, Tirol 37 % und Wien bis zu 60 %). Die durchschnittliche Geburtenzahl der befragten Paare liegt bei 3 Kindern.

Die gesammelten Erkenntnisse wurden in einem ansprechenden Band mit dem Titel „Die Dynamik der Liebe“ erfasst, herausgegeben von Weihbischof Dr. Andreas Laun und Mag. Maria Eisl.

Daß über die darin erstellten Gutachten kein Widerhall in den Mainstream-Medien zu finden ist, erstaunt weiter nicht, da über das Wissen um die von Prof. Dr. Josef Rötzer entwickelte sympto-thermale Methode, die nichts mehr gemeinsam hat mit der Knaus-Ogino Rechenregel, weitgehend geschwiegen wird.

Dabei möchte Dr. Rötzer bei dieser Art der Fruchtbarkeitsregelung weniger von einer Methode als von „der eigenen Lebensweise“ sprechen, da durch NER die Möglichkeit gegeben wird, Mann und Frau im Sinne der katholischen Lehre zu einer ganzheitlichen Wahrnehmung und Annahme des Leibes zu führen. ???????

Langjährige Forschungsarbeiten haben gezeigt, daß NER bei sorgfältiger Anwendung ebenso sicher ist wie die „Pille“.

Ein entscheidender Grund des mangelnden Bekanntheitsgrades der NER ist die Dominanz der Pharmalobby, die aus wirtschaftlichen Gründen die zahlreichen gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen dieses hochwirksamen Hormonpräparats unterschlägt: wie Thrombosen und Embolien, Infektionen, Demenzentwicklung, sowie ein erhöhtes Krebsrisiko (Brustkrebs, Leber- und Gebärmutterhalskrebs).

Der westliche Mensch pflegt einen oft befremdlichen Gesundheitskult in seinem Trend zur Natürlichkeit. Warum aber wird die Pille, die kein Medikament gegen eine Krankheit ist, sondern ein Mittel gegen die Fruchtbarkeit der Frau, über Jahre hinweg täglich eingenommen?

Überall heißt es „Zurück zur Natur“, doch wenn es um Verhütung geht, ist jedes Mittel recht, selbst wenn es die Gesundheit der Frau ruiniert.

Es ist in unserem aufgeklärten Zeitalter weithin unbekannt, daß die Tage der Fruchtbarkeit selbst bestimmt werden können. Da die Eizelle eine begrenzte Lebensdauer hat, ist nur ein kurzer Zeitraum vorbehalten, in dem der Eisprung stattfinden kann, d. h. wenn die Eizelle nach wenigen Stunden abgestorben, also nicht mehr befruchtungsfähig ist, besteht bis zur nächsten Blutung tatsächlich eine 100-prozentige Unfruchtbarkeit. IMG_1468 (2)

Dem INER liegen 400.000 Zyklen vor, die seit 1956 gesammelt wurden: sie bestätigen, daß in der unfruchtbaren Zeit keine Schwangerschaft zustande gekommen ist.

Ein eigenes Kapitel ist den persönlichen Erfahrungen gewidmet (Seite 18 – 30), in denen Ehepaare in Dankbarkeit über die Zuverlässigkeit der NER-Methode berichten. Hier einige Aussagen:

  • Sie ist eine Lebensweise ohne Nebenwirkungen der Pille…
  • Gibt ein gutes Gesundheitsgefühl ohne Chemie…
  • Die Konsequenzen unseres Handelns werden gemeinsam getragen…
  • Auch der Ehemann wird mit den körperlichen und seelischen Situationen seiner Frau vertraut…
  • Durch die Enthaltsamkeit freute ich mich stärker auf das nächste Beisammensein…
  • In der Zeit der Enthaltsamkeit leben wir von der gegenseitigen Zärtlichkeit…

Was bei den Befragungen immer wieder betont wurde, ist der Schutz der Fruchtbarkeit für die nächste Generation und der Respekt und die Würde vor dem Leben des andern.

Das sexuelle Verhalten vieler Paare wird seit Jahrzehnten durch Verhütung bestimmt, das in der Folge in allen Bereichen der Moral zu einer permissiven Denkweise geführt hat. Die Entwicklung hätte einen andern Verlauf genommen, wenn „der umstrittenste Text der Kirche“ ernst genommen worden wäre: die Enzyklika „Humanae vitae“.

Die Folgen der Verneinung dieses prophetischen Lehrschreibens haben in die uns bekannten Sackgassen geführt: Kontrazeption und Abtreibung  –  und in Weiterführung dieser faulen Früchte zur In-vitro-Fertilisation, Embryonenvernichtung in verbrauchender Embryonenforschung, Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Selektion Behinderter und schließlich „assistierte Tötung“ am Lebensende, d. h. Euthanasie.

Am Schluß des Buches findet der interessierte Leser eine Kurzanleitung als Information für Ärzte, sowie wertvolle Erklärungen über die Funktionsweise der sympto-thermalen Methode nach Dr. Rötzer, ebenso Kontaktadressen für den deutschsprachigen Bereich.

Fast ein halbes Jahrhundert ist seit dem Erscheinen von „Humanae vitae“ vergangen. Die Erfahrungen dieser Jahre haben gezeigt, daß die Warnungen und Gefährdungen, von denen Papst Paul VI. einst sprach, in einem kaum erwarteten Maße berechtigt waren.

Daher trifft es zu, was Weihbischof Dr. Andreas Laun in seiner Abhandlung „In der Liebe begründet“ betont:

„Die Abwendung von Verhütung hin zur Natürlichen Empfängnisregelung könnte der Anfang einer neuen, erneuerten Liebesbeziehung werden und Scheidung verhindern,…denn mit Blick auf die Kirchengeschichte gab es noch nie einen günstigeren Zeitpunkt für Katholiken, die Ehelehre der Kirche zu entdecken als heute.“

Unsere Autorin Inge Thürkauf ist katholische Publizistin und Theaterschauspielerin; sie lebt im Schwarzwald


Unionsfraktion beklagt Vertreibung der Christen durch den IS auch in Syrien

Erneut haben im Norden von Syrien Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS) geschätzte 220 Christen in ihre Gewalt gebracht.

Hierzu erklärt der religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Franz Josef Jung:

„Der neue Überfall auf christliche Familien in der Region Khabour in Syrien ist ein weiteres dramatisches Beispiel dafür, mit welcher abscheulichen Gewalt und Brutalität der sog. Islamische Staat (IS) nach wie vor gegen alle vorgeht, die sich nicht seinem islamistischen Terrorregime beugen.  foto-dcubillas-www_freimages_com_

Die Lage in Syrien, das in der Vergangenheit durch das friedliche Zusammenleben der Religionen geprägt war, ist noch immer brisant. Mehrere Dörfer wurden von den Terroristen des IS angegriffen und eingenommen. Dort leben vor allem christliche Familien, die als religiöse Minderheit besonders unter der Verfolgung der IS-Truppen leiden.

In Khabour konnten viele Dorfbewohner fliehen, etwa 220 werden nach Berichten aber von den Extremisten gefangen gehalten. Ihr Schicksal ist ungewiss. Vier von ihnen sollen ermordet worden, Männer und Frauen mit ihren Kindern voneinander getrennt worden sein.

Die Sorge der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gilt den Entführten, deren Leben in großer Gefahr ist. Wir hoffen auf eine baldige Freilassung.

Nach Schätzungen sind bereits rund 1000 Familien aus Khabour geflohen. Von den dort noch verbliebenen rund 200 christlichen Familien leben mehr als hundert in Gebieten, die bislang nicht vom IS kontrolliert werden.

Doch die systematische Vertreibung der Christen und die damit verbundene Auslöschung der christlichen Wurzeln in der Region dauert offensichtlich an. Umso drängender wird es, Mittel und Wege zu finden, die Extremisten zu stoppen und für Stabilität und Sicherheit in den betroffenen Ländern zu sorgen.“