Überaus große Zufriedenheit in Deutschland mit dem Arbeitsklima

Die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) hat am 1. März 2015 eine ausführliche grafische Statistik unter dem Titel „Wachstum und Wohlbefinden in Spätkapitalismus“ veröffentlicht. ahhgggbh

Dabei geht es in der ersten Tabelle um das verfügbare Jahreseinkommen in Deutschland, das von 1950 bis 2010 um 443% gestiegen ist. Das Durchschnittseinkommen beträgt heute 18.901 Euro jährlich.

Im gleichen Zeitraum (1950 bis 2010) sank die Arbeitszeit   – laut zweiter Tabelle  –  um 43,5%. So ganz schlecht scheint es den Arbeitnehmern im „Spätkapitalismus“ wirklich nicht zu gehen.

Das bestätigt auch die dritte Tabelle (siehe Abbildung):

Zwar ist die Zufriedenheit mit dem Einkommen (siehe letzte Zeile dort) nicht übermäßig hoch, doch immerhin beträgt sie Zwei-Drittel. Interessanterweise wird das Arbeitsklima hierzulande sehr gelobt: 60% sind damit sogar „sehr zufrieden“, weitere 32% sind „zufrieden“. Gerade mal 8% sind unzufrieden.

Es handelt sich um eine Befragung vom Herbst 2010 bei ca. 3000 Teilnehmern im Alter von 18 – 29 Jahren. Warum nur jüngere Arbeitnehmer befragt wurden, ist unklar. Es bleibt zu hoffen, daß auch bei den Älteren eine große Zufriedenheit vorherrscht.


3 Kommentare on “Überaus große Zufriedenheit in Deutschland mit dem Arbeitsklima”

  1. Adolf Breitmeier sagt:

    Als Junggeselle oder Junggesellin (Neudeutsch. Single), reicht das, aber nicht, um eine Familie zu gründen und Kinder groß zu ziehen. Frage: Sind die so genannten ,,Aufstocker“ nicht halbe Arbeitslose? Sind all die Leute, die unter dem Steuersatz liegen und in der Arbeitlosenstatistik natürlich nicht auftauchen, jemals über das ,,durchschnittliche“ Einkommen gekommen? Statistiken sind nur dann gut, wenn man sie selbst schon in der Fragestellung selbst gemacht hat.

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  2. Bernhard sagt:

    Ich bin mir ja nicht sicher, ob die Statistik wirklich repräsentativ ist, aber selbst wenn, habe ich da einige Anmerkungen:
    – 1950 lag Deutschland großenteils noch in Trümmern. Da ist es dann kein Kunststück, eine Einkommenssteigerung von 443% zu haben. Außerdem geht aus diesem Artikel nicht klar hervor, ob diese Zahl inflationsbereinigt ist oder nicht.
    – Die Arbeitszeit ist in der Tat stark gesunken, vielleicht zu stark. Allerdings ist der Stress bei der Arbeit eher gestiegen, wie mein Vater mir bestätigt, der die 50-er Jahre als Arbeitender noch miterlebt hat.
    – Außerdem erschrecke ich, dass das Durchschnittseinkommen nur 18.901 Euro pro Jahr ist. Ich verdiene deutlich mehr, bin aber keineswegs ein Großverdiener. Da frage ich mich schon, wie schlecht es vielen Leuten gehen muss. Und das wird ja auch daran deutlich, dass manche trotz 8 Stunden Arbeit pro Tag noch „aufstocken“, d.h. Hartz IV beziehen müssen, um über die Runden zu kommen.

    Es ist sehr erfreulich, wenn viele Leute mit der Stimmung am Arbeitsplatz zufrieden sind, aber man muss auch die andere Seite der Statistik sehen.

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