Markus Günther (FAS): Papst Franziskus liefert Pannen und stiftet Verwirrung

Von Felizitas Küble

Die FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) vom 8. März 2015 veröffentlichte auf Seite 2 einen ausführlichen, die ganze Seite umfassenden Artikel von Dr. Markus Günther über das Pontifikat des derzeitigen Papstes unter dem Titel „Die Kanone ist los.“ zeitungen

Auf Seite 1 wird der Beitrag des 1965 geborenen Historikers und Politikwissenschaftlers mit den Worten angekündigt: „Der Papst ist los – Niemand weiß, was der Papst als nächstes raushaut“.

Bereits diese Überschriften zeigen, daß jene Phase, in welcher die Überraschungen des neuen Pontifex in den Medien gelobt und gepriesen wurden, mittlerweile vorbei ist. Zumindest in der sog. „Qualitätspresse“ macht sich angesichts der pästlichen Pannenserie offenbar Überdruß breit.

Ob mancher Journalist sich inzwischen wohl heimlich nach den Zeiten von Papst Benedikt mit seinen klaren, gehaltvollen und geschliffenen Aussagen zurücksehnt, selbst wenn er ihn  –   wie die meisten Presseleute  –  damals kritisiert hat?

Die FAS kündigt den Beitrag ihres Redakteurs Dr. Günther, der eine Art „Generalabrechnung“ mit zwei Jahren päpstlicher Amtsführung enthält, wie folgt an:   

„Papst Franziskus hatte von Anfang an die Sympathien auf seiner Seite. Dann folgte ein Ausrutscher nach dem anderen. Allmählich ahnen auch seine größten Fans, dass daran nicht allein Medien und Missverständnisse schuld sind. Sonder1_0_809751n der Papst selbst.“

Der Artikel beginnt mit einer nüchtern formulierten, aber gleichwohl unverkennbaren Ironie:

„Die letzten Wochen im Vatikan sind vergleichsweise gut gelaufen: Ein Dementi und eine kleine Richtigstellung, eine scharf formulierte Protestnote des mexikanischen Außenministers und eine prompte Entschuldigung vom Heiligen Stuhl, schließlich ein versöhnlicher Brief des Kardinalstaatssekretärs und herzliche Grüße des Heiligen Vaters an das mexikanische Volk  – aber sonst ist der Papst ganz durchgekommen.“

Die beschriebene Pannenserie läßt sich bereits sehen, ist aber aus Sicht des FAS-Redakteurs noch vergleichsweise harmlos. Er spricht in seiner Aufzählung die (un)diplomatischen Verstimmungen an, die der Papst mit einer E-Mail an seinen Freund G. Vera gegen eine „Mexikanisierung“ Argentiniens auslöste.

Sodann folgt der Hinweis, daß der Papst sich kürzlich in Fastenexerzitien zurückgezogen habe, wie das um diese Zeit im Vatikan üblich sei. So blieb ihm schlicht weniger Zeit für öffentliche Äußerungen  –  und Ausrutscher.

Doch die Hoffnung des Autors hält sich in Grenzen, denn die erwähnte „Verschnaufpause“ sei schon vorbei:

„Man muss nun wieder täglich mit allem rechnen, mit handfesten Erziehungsratschlägen und deftigen Exkursen zum Paarungsverhalten zwei- und vierbeiniger Säugetiere, mit gutgemeinten Anekdoten und schlecht erzählten Witzen, mit theologischem Ernst und südamerkanischer Lässigkeit. Franziskus hat alles im Angebot.“

Der Verfasser beschreibt sodann, daß des Papstes Spontanität diesem zunächst durchaus Sympathien einbrachte, zumal er nicht sprach wie ein „hochtrabender Theologe“, sondern wie ein „echter Seelsorger“.

Als sich die ersten Mißverständnisse nicht mehr leugnen ließen, habe man diese anfangs irgendwie zugunsten des Papstes „umdeuten“ können. Doch allmählich habe sich diese Auslegungskunst schwieriger gestaltet, schließlich könne man diverse _papa_francisco_peq_51656bafbd575unverständliche Äußerungen des Pontifex nicht immer mit deren ungünstiger Darstellung  in den Medien erklären und entlasten.

Neue Stimmung: „Das Maß ist voll“

Daher ebbe die anfängliche „beispiellose Sympathiewelle“ jetzt deutlich ab. Zum ersten Mal greife eine „neue Stimmung“ um sich: „Das Maß ist voll.“

Gemeint ist vor allem das Maß an verwirrenden Überraschungen und sprachlichen Mißgriffen:

„Wann immer der Papst das vorbereitete Manuskript aus der Hand legt und beginnt, frei weiterzureden (und das tut er trotz aller schlechten Erfahrungen immer wieder), halten die Berater im Hintergrund die Luft an.“

Der Autor rätselt in den nächsten Abschnitt über den rätselhaften Pontifex in Rom:

„Wird der Papst falsch beraten? Versteht er nicht die Tragweite seiner Worte?  – Diejenigen, die es wissen müssten, zeigen sich schon seit längerem weitgehend entmutigt… Franziskus lässt sich nicht sagen, was er zu tun oder zu lassen hat.“

Franziskus liebe das „freie, spontane, oft auch unbedachte Wort“, meint der Verfasser  – und fügt hinzu:

„Er fühlt sich pudelwohl, wenn er einfach drauflosreden kann, frei von jeder Rücksicht auf liturgische Vorschriften oder diplomatische Gepflogenheiten.“  Petrischlüssel

Gewisse Regeln und Gewohnheiten, die den Vatikan zum Teil schon seit Jahrhunderten prägen, empfindet der Papst als überflüssig bis lästig. Hierzu erläutert FAS-Redakteur Dr. Günther: „Jeder äußere Zwang  – seien es die päpstlichen Gewänder oder die Dienstwohnung in Apostolischen Palast, die vorbereiteten Ansprachen oder die strengen Rituale im Vatikan – ist ihm im Kern zuwider. „

Das könne man, so der Autor, durchaus „sympathisch finden“. Doch für das Oberhaupt von weltweit 1,2 Milliarden Katholiken sei diese Denk- und Verhaltensweise „vielleicht keine ideale Voraussetzung.“

Auf den Verfasser wirkt es „eigensinnig“, so schreibt er, „dass der Papst über einen erheblichen Teil seiner Zeit, vor allem an den Nachmittagen, komplett selbst verfügt.“

Zwar verdächtige ihn niemand, daß er dabei „faulenzt“, doch bleibe „unklar“, was er in dieser Zeit „genau macht“, ob telefonieren oder E-Mails-Schreiben; jedenfalls führe eben dies zu den „vielbeklagten Pannen“, weil private Äußerungen von ihm später die Öffentlichkeit erreicht hätten.

Dr. Günther bringt das entstandene Grundproblem sodann wie folgt auf den Punkt: „Der Papst hat es bislang nicht akzeptiert, dass es für ihn kein Privatleben mehr gibt.“

Doch nicht nur ständige Ausrutscher und Mißverständnisse führen zu Irritationen im Kirchenvolk und in der Medienwelt, sondern auch die Unklarheit über den päpstlichen Kurs bei wesentlichen Themen, die zur Debatte stehen. Hierzu der FAS-Autor: 220px-Archbishop_Raymond_Leo_Burke

„Viele, die nach dem ersten, auch schon reichlich turbulenten Jahr noch hoffnungsvoll auf das neu begonnene Pontifikat geblickt hatten, zeigen sich inzwischen zerknirscht. Das liegt nicht nur an den verbalen Fehlgriffen des Papses, sondern auch an einer wachsenden Unsicherheit, was er überhaupt will und ob er seiner Aufgabe gewachsen ist.“

Mehrfache Absetzung eines konservativen Kardinals

Wir erinnern uns, daß der namhafte Kardinal Raymond Burke (siehe Foto) den Papst im vorigen Herbst während der Familiensynode dringend darum bat, anläßlich der dort debattierten kirchlichen Ehelehre für Eindeutigkeit zu sorgen, denn die Gläubigen hätten Anspruch auf eine klare Wegweisung durch das Oberhaupt ihrer Kirche.

Der Kurienkardinal bezog sich hierbei vor allem auf den umstrittenen Zwischenbericht (die sog. „Relatio“) während der Familiensynode. Mit seiner Kritik an Inhalt und Methoden war der US-amerikanische Kirchenmann beileibe nicht allein. (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/10/15/kardinale-und-bischofe-kritisieren-den-zwischenbericht-zur-familiensynode/

Doch statt einer Antwort auf diesen berechtigen Appell folgte die Absetzung:

Einige Wochen nach jener Bischofssynode wurde der theologisch konservative Kardinal Anfang November 2014 in seiner Eigenschaft als Präfekt der Apostolischen Signatur (oberster vatikanischer Gerichtshof) von Franziskus amtsenthoben und auf einen unbedeutenden Ehrenposten abgeschoben. (Näheres dazu HIER.)

Schon ein Jahr zuvor  –  im Dezember 2013  –  wurde der vor allen in den USA hochgeschätzte Würdenträger von Papst Franziskus aus der wichtigen vatikanischen Bischofskongregation entfernt. Diese Absetzung Burkes löste besonders unter Lebensrechtsverbänden weltweit große Enttäuschung aus. (Infos hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/12/20/lebensrechtler-weltweit-entsetzt-papst-entlast-kardinal-burke-aus-der-bischofskongregation/

Auch für Dr. Günter bleibt die päpstliche Position in dem langanhaltenden Ringen zu den Themenfeldern Ehe und Familie und in der „um sich greifenden Verwirrung“ durchaus unklar: 

„Konservative und Liberale streiten seit Monaten heftig über die Themen der Synode  –  doch auf keiner Seite durchblickt man bislang, was der Papst selbst eigentlich will. Ist es Machtkalkül oder Führungsschwäche, dem Streit tatenlos zuzusehen?“

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: KOMM-MIT-Verlag, Radio Vatikan (2,3), Archiv


Die Gebote des HERRN erfreuen das Herz!

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:

Psalm 19 (18),8-12:

Die Weisung des HERRN ist vollkommen,
sie erquickt den Menschen.
Das Gesetz des HERRN ist verlässlich,
den Unwissenden macht es weise.

Die Befehle des HERRN sind richtig,
sie erfreuen das Herz;
das Gebot des HERRN ist lauter,
es erleuchtet die Augen.

Die Furcht des HERRN ist rein,
sie besteht für immer.
Die Urteile des HERRN sind wahr,
gerecht sind sie alle.

Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge.
Sie sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.
Auch dein Knecht lässt sich von ihnen warnen;
wer sie beachtet, hat reichen Lohn.

 


Causa Hollemann: Rede der ÖDP-Stadträtin Sonja Haider am 4. März 2015 in München

Ansprache von Sonja Haider vor dem Münchner Stadtrat:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,    Haider, Sonja

Sie planen nun, die Stelle des Umweltreferenten neu auszuschreiben. Lassen Sie mich die Gelegenheit nutzen, um einige grundsätzliche Gedanken zur Diskussion zu stellen.

Der Umgang mit dem letzten Bewerber war entwürdigend. Diese Posse zwischen Intrige, Mobbing und bewusster Irreführung bringt mich zu der Frage:

Wie wollen wir eigentlich miteinander umgehen?

Die Tage nach der Aussetzung der Wahl des Umweltreferenten haben mich stark an dem zweifeln lassen, was ich hier in diesem Stadtrat eigentlich tue. Ich hatte schlaflose Nächte, in denen ich hundertmal mein Stadtratsmandat niedergelegt habe. Warum?

Ich war unglaublich entsetzt, wie in nicht mal 24 Stunden ein guter Kandidat zerlegt und durch den Dreck gezogen wurde. Ich bin entsetzt, was über die ÖDP geschrieben wird, wie wir in eine rechte Ecke gestellt und mit Attributen versehezeitungenn werden, die ich in keinster Weise nachvollziehen kann.

„Islamfeindlich“ ist zu lesen: Ich kann Ihnen nur sagen, dass das nicht zutrifft. Ich selbst habe schon Bayram mitgefeiert, die Festtage zum Ende des Ramadan. Mit einer meiner Flüchtlingsfamilien, die ich seit sechs Jahren als Patin betreue.

„Homophob“ ist eine weitere Eigenschaft, die der ÖDP vorgeworfen wird. Wir lassen jedem Menschen das Recht auf die Wahl seines Lebens- und Liebespartners. Da gibt es nichts daran zu zweifeln. Wir hatten mindestens 5 Kandidaten auf unserer Stadtratsliste mit homosexueller Neigung. Was sollen wir tun? Es künftig hinter die Namen schreiben?

„Rechtsradikal“ ist ein Vorwurf unter der Gürtellinie; wir sollten bei Pegida mitlaufen, wurde uns von einem Mitglied des Stadtrats empfohlen. Schämen Sie sich nicht?

Die ÖDP kämpft für eine lebenswerte und gerechte Gesellschaft – das ist unser Programm.

Die alten Hasen unter ihnen werden sagen, ich bin wohl zu naiv. Die alten Hasen unter ihnen werden sagen, das ist das politische Geschäft. Intrigen gehören dazu. Ruinierte Existenzen wahrscheinlich auch.

Aber muss es wirklich so sein? Brauchen wir Schlammschlachten – ob mit oder in der Presse, brauchen wir Schlammschlachten auf Facebook oder in den Hinterzimmern?

Am Ende produzieren wir damit doch nur Verlierer. Wir können uns nicht mehr in die Augen schauen und Vertrauen kann so nicht entstehen. Politikverdrossenheit entsteht genau dadurch. Brauchen wir aber nicht Vertrauen, um unserem Auftrag gerecht zu werden, für den uns die Bürger dieser Stadt gewählt haben?

Intrigen, an Stelle inhaltlicher Auseinandersetzung, ist dem Stadtrat nicht würdig.Logo Christustag

Das wollen unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht. Es geht um das Gemeinwohl, um das menschliche Miteinander.

Herrn Hollemann wurde nicht einmal die Gelegenheit gegeben sich zu erklären. Es galt noch nicht einmal die Unschuldsvermutung eines Angeklagten. Und Herr Hollemann war weder ein Angeklagter noch hatte er sich irgendetwas zuschulden kommen lassen.

Im Gegenteil, er hatte den Mut, sich einer Kandidatur zu stellen und es riskiert, auch in seinem Wahlkreis Enttäuschungen zu produzieren. Das es noch schlimmer kam, ist bitter.

Was mir sehr zu denken gibt, ist, dass das jedem von uns jederzeit passieren kann. Niemand kann sich davor schützen, wenn Schwächen ausgenutzt werden oder Zusammenhänge hergestellt werden, die mit der eigenen Person wenig bis nichts zu tun haben.(…)images

Ich für meine Person habe Konsequenzen gezogen: Erstens: Ich will keine Medien lesen, die Diffamierungen verbreiten. Das heißt, ich habe mein langjähriges SZ-Abo gekündigt und mich bei Facebook abgemeldet. Das verändert meinen Alltag, denn ich war ein täglicher Nutzer dieser Medien.

Des Weiteren bin ich vorsichtiger geworden, überlege mehrmals, bevor ich etwas poste, maile oder schreibe. Geht es ihnen auch so? Haben Sie auch Angst, missverstanden zu werden?

Doch auch hier frage ich sie: Muss das so sein? Brauchen wir ein Klima der Angst? Wollen wir nicht lieber eine Atmosphäre, die auch mal kleine Fehler verzeiht. Wo man nochmal nachfragt, wie etwas eigentlich gemeint ist? Eine Atmosphäre, wo man als Mensch und nicht als Schachfigur gesehen wird? Eine Atmosphäre, wo man für seine Arbeit und seinen Einsatz wertgeschätzt wird.

Ich persönlich würde mir das sehr wünschen. Und ich glaube auch, dass wir das den Bürgern dieser Stadt schuldig sind.

Wir sollten uns gemeinsam in einer wertschätzenden Weise für diese Stadt einsetzen, statt uns gegenseitig zu bekriegen. Mein Stadtratsmandat werde ich behalten, um insbesondere zu beweisen, dass Politik auch anders geht.

Wir von der ÖDP stimmen für die Neuausschreibung des Postens des Umweltreferenten und werden weiterhin konstruktiv mitarbeiten.

Quelle: http://www.oedp-muenchen.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachrichtendetails/news/rede-von-oedp-stadtraetin-sonja-haider-vor-dem-sta/


Wir verkündigen Christus als Gekreuzigten!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Kor 1,22-25:

Brüder! Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. chrkn

Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

Denn das Törichte auf seiten Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache auf seiten Gottes stärker als die Menschen.