Markus Günther (FAS): Papst Franziskus liefert Pannen und stiftet Verwirrung

Von Felizitas Küble

Die FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) vom 8. März 2015 veröffentlichte auf Seite 2 einen ausführlichen, die ganze Seite umfassenden Artikel von Dr. Markus Günther über das Pontifikat des derzeitigen Papstes unter dem Titel „Die Kanone ist los.“ zeitungen

Auf Seite 1 wird der Beitrag des 1965 geborenen Historikers und Politikwissenschaftlers mit den Worten angekündigt: „Der Papst ist los – Niemand weiß, was der Papst als nächstes raushaut“.

Bereits diese Überschriften zeigen, daß jene Phase, in welcher die Überraschungen des neuen Pontifex in den Medien gelobt und gepriesen wurden, mittlerweile vorbei ist. Zumindest in der sog. „Qualitätspresse“ macht sich angesichts der pästlichen Pannenserie offenbar Überdruß breit.

Ob mancher Journalist sich inzwischen wohl heimlich nach den Zeiten von Papst Benedikt mit seinen klaren, gehaltvollen und geschliffenen Aussagen zurücksehnt, selbst wenn er ihn  –   wie die meisten Presseleute  –  damals kritisiert hat?

Die FAS kündigt den Beitrag ihres Redakteurs Dr. Günther, der eine Art „Generalabrechnung“ mit zwei Jahren päpstlicher Amtsführung enthält, wie folgt an:   

„Papst Franziskus hatte von Anfang an die Sympathien auf seiner Seite. Dann folgte ein Ausrutscher nach dem anderen. Allmählich ahnen auch seine größten Fans, dass daran nicht allein Medien und Missverständnisse schuld sind. Sonder1_0_809751n der Papst selbst.“

Der Artikel beginnt mit einer nüchtern formulierten, aber gleichwohl unverkennbaren Ironie:

„Die letzten Wochen im Vatikan sind vergleichsweise gut gelaufen: Ein Dementi und eine kleine Richtigstellung, eine scharf formulierte Protestnote des mexikanischen Außenministers und eine prompte Entschuldigung vom Heiligen Stuhl, schließlich ein versöhnlicher Brief des Kardinalstaatssekretärs und herzliche Grüße des Heiligen Vaters an das mexikanische Volk  – aber sonst ist der Papst ganz durchgekommen.“

Die beschriebene Pannenserie läßt sich bereits sehen, ist aber aus Sicht des FAS-Redakteurs noch vergleichsweise harmlos. Er spricht in seiner Aufzählung die (un)diplomatischen Verstimmungen an, die der Papst mit einer E-Mail an seinen Freund G. Vera gegen eine „Mexikanisierung“ Argentiniens auslöste.

Sodann folgt der Hinweis, daß der Papst sich kürzlich in Fastenexerzitien zurückgezogen habe, wie das um diese Zeit im Vatikan üblich sei. So blieb ihm schlicht weniger Zeit für öffentliche Äußerungen  –  und Ausrutscher.

Doch die Hoffnung des Autors hält sich in Grenzen, denn die erwähnte „Verschnaufpause“ sei schon vorbei:

„Man muss nun wieder täglich mit allem rechnen, mit handfesten Erziehungsratschlägen und deftigen Exkursen zum Paarungsverhalten zwei- und vierbeiniger Säugetiere, mit gutgemeinten Anekdoten und schlecht erzählten Witzen, mit theologischem Ernst und südamerkanischer Lässigkeit. Franziskus hat alles im Angebot.“

Der Verfasser beschreibt sodann, daß des Papstes Spontanität diesem zunächst durchaus Sympathien einbrachte, zumal er nicht sprach wie ein „hochtrabender Theologe“, sondern wie ein „echter Seelsorger“.

Als sich die ersten Mißverständnisse nicht mehr leugnen ließen, habe man diese anfangs irgendwie zugunsten des Papstes „umdeuten“ können. Doch allmählich habe sich diese Auslegungskunst schwieriger gestaltet, schließlich könne man diverse _papa_francisco_peq_51656bafbd575unverständliche Äußerungen des Pontifex nicht immer mit deren ungünstiger Darstellung  in den Medien erklären und entlasten.

Neue Stimmung: „Das Maß ist voll“

Daher ebbe die anfängliche „beispiellose Sympathiewelle“ jetzt deutlich ab. Zum ersten Mal greife eine „neue Stimmung“ um sich: „Das Maß ist voll.“

Gemeint ist vor allem das Maß an verwirrenden Überraschungen und sprachlichen Mißgriffen:

„Wann immer der Papst das vorbereitete Manuskript aus der Hand legt und beginnt, frei weiterzureden (und das tut er trotz aller schlechten Erfahrungen immer wieder), halten die Berater im Hintergrund die Luft an.“

Der Autor rätselt in den nächsten Abschnitt über den rätselhaften Pontifex in Rom:

„Wird der Papst falsch beraten? Versteht er nicht die Tragweite seiner Worte?  – Diejenigen, die es wissen müssten, zeigen sich schon seit längerem weitgehend entmutigt… Franziskus lässt sich nicht sagen, was er zu tun oder zu lassen hat.“

Franziskus liebe das „freie, spontane, oft auch unbedachte Wort“, meint der Verfasser  – und fügt hinzu:

„Er fühlt sich pudelwohl, wenn er einfach drauflosreden kann, frei von jeder Rücksicht auf liturgische Vorschriften oder diplomatische Gepflogenheiten.“  Petrischlüssel

Gewisse Regeln und Gewohnheiten, die den Vatikan zum Teil schon seit Jahrhunderten prägen, empfindet der Papst als überflüssig bis lästig. Hierzu erläutert FAS-Redakteur Dr. Günther: „Jeder äußere Zwang  – seien es die päpstlichen Gewänder oder die Dienstwohnung in Apostolischen Palast, die vorbereiteten Ansprachen oder die strengen Rituale im Vatikan – ist ihm im Kern zuwider. „

Das könne man, so der Autor, durchaus „sympathisch finden“. Doch für das Oberhaupt von weltweit 1,2 Milliarden Katholiken sei diese Denk- und Verhaltensweise „vielleicht keine ideale Voraussetzung.“

Auf den Verfasser wirkt es „eigensinnig“, so schreibt er, „dass der Papst über einen erheblichen Teil seiner Zeit, vor allem an den Nachmittagen, komplett selbst verfügt.“

Zwar verdächtige ihn niemand, daß er dabei „faulenzt“, doch bleibe „unklar“, was er in dieser Zeit „genau macht“, ob telefonieren oder E-Mails-Schreiben; jedenfalls führe eben dies zu den „vielbeklagten Pannen“, weil private Äußerungen von ihm später die Öffentlichkeit erreicht hätten.

Dr. Günther bringt das entstandene Grundproblem sodann wie folgt auf den Punkt: „Der Papst hat es bislang nicht akzeptiert, dass es für ihn kein Privatleben mehr gibt.“

Doch nicht nur ständige Ausrutscher und Mißverständnisse führen zu Irritationen im Kirchenvolk und in der Medienwelt, sondern auch die Unklarheit über den päpstlichen Kurs bei wesentlichen Themen, die zur Debatte stehen. Hierzu der FAS-Autor: 220px-Archbishop_Raymond_Leo_Burke

„Viele, die nach dem ersten, auch schon reichlich turbulenten Jahr noch hoffnungsvoll auf das neu begonnene Pontifikat geblickt hatten, zeigen sich inzwischen zerknirscht. Das liegt nicht nur an den verbalen Fehlgriffen des Papses, sondern auch an einer wachsenden Unsicherheit, was er überhaupt will und ob er seiner Aufgabe gewachsen ist.“

Mehrfache Absetzung eines konservativen Kardinals

Wir erinnern uns, daß der namhafte Kardinal Raymond Burke (siehe Foto) den Papst im vorigen Herbst während der Familiensynode dringend darum bat, anläßlich der dort debattierten kirchlichen Ehelehre für Eindeutigkeit zu sorgen, denn die Gläubigen hätten Anspruch auf eine klare Wegweisung durch das Oberhaupt ihrer Kirche.

Der Kurienkardinal bezog sich hierbei vor allem auf den umstrittenen Zwischenbericht (die sog. „Relatio“) während der Familiensynode. Mit seiner Kritik an Inhalt und Methoden war der US-amerikanische Kirchenmann beileibe nicht allein. (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/10/15/kardinale-und-bischofe-kritisieren-den-zwischenbericht-zur-familiensynode/

Doch statt einer Antwort auf diesen berechtigen Appell folgte die Absetzung:

Einige Wochen nach jener Bischofssynode wurde der theologisch konservative Kardinal Anfang November 2014 in seiner Eigenschaft als Präfekt der Apostolischen Signatur (oberster vatikanischer Gerichtshof) von Franziskus amtsenthoben und auf einen unbedeutenden Ehrenposten abgeschoben. (Näheres dazu HIER.)

Schon ein Jahr zuvor  –  im Dezember 2013  –  wurde der vor allen in den USA hochgeschätzte Würdenträger von Papst Franziskus aus der wichtigen vatikanischen Bischofskongregation entfernt. Diese Absetzung Burkes löste besonders unter Lebensrechtsverbänden weltweit große Enttäuschung aus. (Infos hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/12/20/lebensrechtler-weltweit-entsetzt-papst-entlast-kardinal-burke-aus-der-bischofskongregation/

Auch für Dr. Günter bleibt die päpstliche Position in dem langanhaltenden Ringen zu den Themenfeldern Ehe und Familie und in der „um sich greifenden Verwirrung“ durchaus unklar: 

„Konservative und Liberale streiten seit Monaten heftig über die Themen der Synode  –  doch auf keiner Seite durchblickt man bislang, was der Papst selbst eigentlich will. Ist es Machtkalkül oder Führungsschwäche, dem Streit tatenlos zuzusehen?“

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: KOMM-MIT-Verlag, Radio Vatikan (2,3), Archiv


20 Kommentare on “Markus Günther (FAS): Papst Franziskus liefert Pannen und stiftet Verwirrung”

  1. Sorge sagt:

    Darf ich hier einen sehr ausgewogenen und überlegten Betrachtung 2 Jahren Amtszeit des Papstes Franziskus von Hr. Felix Honecamp weiterleiten? Herr Honecamp kann sich viel eloquenter ausdrucken und das Bild in richtiges Licht stellen. Danke.

    http://www.freiewelt.net/papst-franziskus-und-ich-10056267/

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  2. Thomas Wehrle sagt:

    Bei Lukas steht das Wort:“Wenn du einst bekehrt bist, dann stärke deine Brüder“(Lk 22,32).
    Die Bekehrung liegt in der Rückkehr zur Tradition und befindet sich jenseits des Weges von
    Assisi, dazu Matth. 28, 19-20. Man sollte auch die „grosse Botschaft von La Salette“ studieren,
    dann wird einiges klar, über den heutigen Zustand in Rom! Es gibt noch einen Brief, den die
    Seherin von La Salette Melanie Calvat am 30.September 1894 im Galatina an einen Priester
    geschrieben hat, darin steht unter anderem: …“Ich komme nun zur Frage des Geheimnisses.
    Ich kann nur die gleiche Sache wiederholen, mein Hochwürdiger Pater: Ich sah keinen, ich sehe keinen großen Papst noch einen großen Monarchen vor einer riesengroßen, entsetzlichen, schrecklichen und allgemeinen Drangsal für die ganze Christenheit. Aber vor
    dieser Zeit gibt es zweimal einen Frieden von kurzer Dauer, zwei wurmstichige, fahle und
    zweifelhafte Päpste- (deux papes vermoulus, plats et douteux).“
    Entnommen aus dem Buch: Die Grosse Botschaft von La Salette von Pater Thomas Jentzsch.

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    • Guten Tag,
      der zweite Teil der Privatoffenbarung von La Salette, die sog. „Große Botschaft“ bzw. das „Geheimnis“ ist allerdings kirchlich nicht anerkannt. Melanie hat diesen späteren Teil erst etliche Jahrzehnte nach der Marienerscheinung geäußert.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  3. Hans-Albert Link sagt:

    Papst Franziskus liefert Pannen und stiftet Verwirrung?
    Was beunruhigt die Autorin so sehr?
    Positiv sehe ich folgendes: die spontanen Äußerungen des Papstes, jenseits des Politiker Stils, trägt zunächst zur Entmythologisierung des Papstamtes bei. Gut so!. Auch der Papst ist nur ein Mensch.
    Zum anderen: die Sehnsucht nach Patentantworten ist offensichtlich sehr groß. Vielen, auch Akademikern, fällt es offensichtlich schwer, Unsicherheit auszuhalten. Kein Wunder, dass Leute oder Organisationen, die angeblich einfache Antworten und Lösungen wissen, auch im angeblich so kritischen Westen hoch im Kurs stehen (Putin und Erdogan Versteher). Von Organisationen wie IS, die ein klares, unfehlbares Weltbild haben, will ich gar nicht reden. Auch in unsere Politik und in der Wirtschaft hat sich die Alternativlosigkeit breit gemacht. Angst vor Diskus und Verunsicherung – eine Voraussetzung von Demokratie? Seit der Wende 1989 leben wir in einer Phase des Umbruchs. Bis jetzt glaubten wir in Deutschland auf der Seite der Gewinner zu stehen (Einheit). Jetzt herrscht unterschwellig Angst vor wirtschaftlicher Stagnation. Auch die kath. Kirche glaubte sich mit dem „Sieg über dem Kommunismus“ auf der Siegerstraße. Sie war nicht bereit, den Preis dafür zu zahlen: Die Globalisierung mit der Relativierung von Weltanschauungen und Werten. Alte, fraglose Gewissheiten zerbrachen, Traditionen, die noch vor 60 Jahren trugen, helfen in den aktuellen Lebenskrisen kaum noch weiter. Ist das Christentum, insbesondere der Katholizismus, nur etwas für das problemlose Milieu, dessen Lebenskrisen mit den sieben Sakramenten abgedeckt werden können? Was ist mit den Menschen, die dieser Rahmen in ihren Lebenskrisen nicht weiterhilft?
    Mich berührte sehr, als Papst Franziskus von der zerbeulten Kirche sprach, in der nicht alles so aalglatt und perfekt inszeniert lauft. Natürlich kann ich den Menschen Bibel, Dogma, Tradition, Kirchenrecht unbarmherzig um die Ohren hauen. Hilft das auf der Suche nach dem Sinn im Leben, nach Scheiter und dem Versuch nach einem neuen Anfang weiter? Das Problem ist doch, wie Graf schreibt, dass fromme Menschen meinen, oft genau zu wissen, was der Wille Gottes ist. Und nur zu leicht wird diesem „Willen Gottes“ nachgeholfen, mit Diffamierung, Druck, bis hin zu Mord und Totschlag wie bei IS.
    Patentlösungen sind Endlösungen. Wohin diese führen, wissen wir doch als Deutsche nur zu gut.
    Hans-Albert Link

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    • Stefan1 sagt:

      Dieser sehr stimmige Kommentar gefällt mir sehr. Danke dafür. Oft wird vergessen, dass auch zu den Zeiten Benedicts und JPII nicht alles zum Besten bestellt war, z.B. im Umfeld des Vatikans durch Priester (Homosexualität, Pädophilie, Beziehungen zu Frauen usw.). Diese Probleme haben möglicherwiese Benedict so zermürbt, dass er die Aufarbeitung in „kräftigere Hände“ sehen wollte. Vieles war über Jahrzehnte verdrängt und musste aufgearbeitet werden. Daran führt kein Weg vorbei. Benedict fehlte letztendlich die Kraft und nicht der Wille. Er ist ein herausragender Theologe, wusste jedoch auch, dass er nicht die notwenigen Führungsqualitäten besass, die die Kirche von heute braucht.

      Unabhängig davon, wie die innerkirchlichen und weltpolitischen Probleme auch sein mögen, ein Papst muss die apostolischen Tradition und die Kirchenlehre vertreten und diese verteidigen. Ein streitbaren Kardinal Gerhard L. Müller ist ein umfassender Kenner und zeitweise kompromissloser Gesprächspartner, der auch ein Garant für eine stabile Kirche ist und es verstehen wird, Papst Franziskus umsichtig zu beraten. Papst Franziskus und Müller sind ein gutes und interessantes Gespann und ich hoffe, das bleibt so.

      Die künftigen Generation werden den Papst Franziskus als den Mann zur rechten Zeit und am rechten Platz sehen, gerade in diesen verwirrten Zeiten. Das wir in der Endzeit sind, ist nicht übersehbar und wird Tag für Tag offensichtlicher. Am Ende werden weder die sogenannten Rechten noch die Linken, weder die Traditionalisten noch die Progressisten gerechtfertigt sein, sondern beide ihre jeweiligen Versäumnisse und Fehler bekennen müssen und zwar nicht nur ihre persönlichen, sondern auch diejenigen, die Wirkung auf die Weltengemeinschaft hatten. Das wird nicht spurlos an der Kirche vorübergehen. Doch Papst Franziskus kann dafür alleine nicht verantwortlich gemacht werden, denn der schlechte Samen wurde schon lange vorher ausgesät.

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  4. Dorrotee sagt:

    Ja, man weiß nicht, wo man dran ist bei diesem Papst. Zum ersten Mal habe ich kein Bild mehr vom Papst in meiner Wohnung hängen. Die Vorgänger hatten ihren Platz bis zum Schluß des Pontifikats.
    Ich konnte es nicht mehr ertragen, als Franziskus die Sache mit den Kaninchen und den Familien zusammenbrachte.
    Ich bleibe aber röm.-kath.

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  5. Christoph Rebner sagt:

    Manipulative Nachhaltigkeit ist kein Zufall

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  6. Ester sagt:

    Ich muss sagen, ich bin schon lange, was dieses Pontifikat angeht schwer irritiert,
    Gut kirchenrechtlich ist alles im grünen Bereich, alles was der derzeitige Papst so sagt und schreibt, fällt unter Privatmeinung, auch und besonders die täglichen Predigten in Sancta Martha, die Exhoration Evangeliums Gaudii ist keine Enzyklika, die angedrohte Umweltenzyklika gehört nicht zur Glaubens und Sittenlehre, und Ansprachen sind keine Predigten und gehören deshalb nicht zum ordentlichen Lehramt, … soweit kann man durchaus gelassen bleiben.
    Trotzdem bin ich dankbar, dass auch andere irritiert sind, und vielleicht hilft es ja, wenn diese Dinge thematisiert werden, vielleicht spricht es sich ja bis nach Rom herum.

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    • Sorge sagt:

      Vielen Dank, Frau Ester, für Ihren Beitrag. Da haben Sie einen wichtigen Punkt angesprochen: bis jetzt sind die kirchenrechtliche Glaubens- und Sittenlehrer noch im grünen Bereich.
      Anderswo habe ich gelesen, dass „Evangelium Gaudi“ eine von ihm allein und eigenhändig erfasste Enzyklika sei. Ich muss noch diesbezüglich etwa mehr lesen.
      Ferner möchte ich ergänzen, dass große Teile der „15 Krankheiten…“ in der Ansprache im Dez. 2014 bereits in den 74 „Instrumente der guten Werke“ im Kapital 4, der Regulae Benedikti aufgezählt ist. Diese Ermahnungen Benedikts können auch für uns gelten, also muss man nicht die Aufzählung Papst Franziskus als „reine Peitsche gegen römische Klerus“ betrachten. Ich erwähne das, weil unter gewissen Kreisen will man gerne auch die Zeigefinger hochheben und vergisst dabei den Balken im……

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      • Ester sagt:

        Hört sich jetzt nach Erbsenzählerei an, aber Evangelium Gaudii ist keine Enzyklika, also kein Lehrschreiben, sondern nur eine apostolische Exhoration http://w2.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html also eine Empfehlung.
        Allerdings hat wiederum JPII in seinem apostolischen Schreiben Ordinatio Sacerdotalis die Formel „Kraft meines Amtes erkläre ich ……..“ verwendet und damit die Aussage (dass Frauen nicht katholische Priesterinnen werden können) in den Rang eines Dogmas erhoben.
        Eine solche Formulierung findet sich in Evangelium Gaudii nicht, wie, soweit ich das noch im Kopf habe darin nirgendwo auf das Amt reflektiert wird, von daher kann man das Ganze beruhigt ignorieren.
        Wichtig ist m.E das Vertrauen auf den Hl, Geist, der die Kirche nur soweit abirren lässt, dass es wieder reparabel ist.
        Und ein Bild das mich tröstet, manchmal muss man auch Umwege machen, auch im real life,einfach weil auf dem Hauptweg, z.B wegen eines Unfalls oder dergl., kein Durchkommen ist.

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      • Sorge sagt:

        Vielen Dank, Frau Ester, für die Klarstellung und Verweis. Meine Info über die „Enzyklika“ „Evangelium Gaudii“ muss ein Irrtum gewesen sein.
        Übrigens: in der Ausgabe von 07.03.15 in der Deutschen Tagespost ist ein langer Beitrag von Kardinal Cordes über die Dt. Bischofskonferenz in Hildesheim mit besonderen Hinweisen auf die Aussagen des Kardinals Marx – und die werden auch widerlegt. Leider weiß ich nicht, wie ich den Brief hierher bringen soll….

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    • quer sagt:

      Fühlte ich mich von B.XVI noch an der Hand genommen, im Glauben bestärkt und geleitet, so verlassen und irritiert bin ich von F. Nachdem ich derzeit den 7. Papst erlebe, bereitet mir sein unkontrolliertes Geschwätz und eine gewisse Oberflächlichkeit nicht nur Kopfschmerzen. Päpste der Vergangenheit hatten schon viele Beinamen. Den jetzigen wird man als Schwätzer bezeichnen.

      Zuflucht und Trost finde ich in der Exegese und den Predigten der Petrusbruderschaft. Und wenn die nicht erreichbar, in denen der Piusbruderschaft. Dergleichen habe ich in meiner eigentlichen Gemeinde seit Jahren nicht mehr vernommen. Aber allerlei Firlefranz gratis dazu.

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      • Sorge sagt:

        Machen Sie sich keine zu große Sorge. Sie sind auf keinen Fall allein. Ich darf auch sagen, ich lerne die Katholische Kirche kennen und lieben durch die Tridentinische Messe und den Katechismus von Petrus Canisius. Die Jahre während und nach dem II. Vatikanum waren sehr schwer gewesen. Der Skandal mit der Messfeier in Seattle (eine Show mit lebendigen Tieren auf dem Altar…) war legendär. Wie sehr wir kirchentreuen Katholiken der Öffentlichkeit als lächerlich ausgesetzt wurden, will ich nicht wieder erleben. Das ging vorbei. Jetzt kommt vielleicht die nächste Welle, aber das wird auch vorbeigehen. Ich muss mir selbst auch immer wieder betonen: der Hl. Geist ist noch da, Jesus ist noch da sowie die Gemeinschaft der Heiligen. Beten wir also das Credo Wort für Wort zusammen.

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  7. Sorge sagt:

    Nun, was soll ich dazu sagen? Fünf Punkten denke ich gerade:
    1) Glaube ich (noch), dass der Heilige Geist in der letzten Konklave mitgewirkt hat oder nicht? Und ob Jesus (noch) bei Seiner Kirche ist wie Er versprochen hat oder nicht?
    2) Mein ehemaliger Beichtvater an der Uni San Francisco war ein Jesuit der alten Schule, durch und durch ein Sohn Ignatius von Loyolas. So lerne ich die Jesuiten kennen und schätzen. Zu gleicher Zeit war auch ein Jesuit in der USA, der ein Luxus Sportwagen fuhr, wohnte in einem Designer Condo (ein Luxus-appartement halt) und veröffentlich viele viele populistischen liberalen Schreiben, auch über Sexualmoral. Man wunderte sich, dass er viel über Sex wüsste obwohl er Zölibat geloben hatte. So lerne ich die Wichtigkeit und die Notwendigkeit der Unterscheidung der Geister kennen.
    Der Punkt hier ist, ich kann im Augenblick nicht ganz sagen, WIE Jesuit Papst Franziskus ist.
    3) Wir müssen nicht vergessen, dass wir über 30 Jahren mit JPII (in engen Zusammenarbeit mit JR) und BXVI gelebt haben. Das ist mehr als eine Generation. (Ein Benediktiner hat mir damals gesagt, dass Joseph Ratzinger geistig JP II weit überlegen sei.) Bitte beachten Sie, wir machen hier keine IQ-Wettkampf oder Bewertung nach geistiger Begabung oder Leistung. JP II ist ein Gigant, und JR auch, und sie schätzen sich gegenseitig zum Wohl der Kirche. Hier ist nur eine Feststellung gedacht: sie sind einmalig, wie, nur ein paar Beispiele zu nennen: Leonardo da Vinci, Mozart, Goethe oder Wagner einmalig sind.
    Also, wir (und auch die Medien und sonstige politische Szenen) sind über 30 Jahren gewohnt – und verwohnt (wie ich gerne sage) mit JP II und BXVI – und diese Zeit ist vorbei. Wie schwer es – besonders die „hartgesottenen“ Katholiken unter uns auch tut, müssen wir davon Abschied nehmen.
    Papst Franziskus führt einen neuen Style in die Kirche. Mit den gewöhnten Erwartungen für eindeutige Sprache kommen wir nicht weiter. Aber wir sollen mindestens bis Oktober 2015 warten.
    4) Sicherlich haben (einige von uns) ein gewisses Unbehagen – und ich habe Sorge, ob Bischof Gänswein noch schlafen könnte – ob nun gewissen Lehre der Kirche über Bord geworfen würde. Was wäre, wenn Kasper und Marx und Co. „gewinnen“ würden und wir „hartgesottenen“ Katholiken lächerlich werden würden? Oder wenn die Verwirrung so groß ist das man mit besten Willen nicht mehr wissen, was nun Sache ist? Wird der Papst in Glaubenssachen noch „unfehlbar“ sein? Gingen wir noch mit der Kirche oder gingen wir in den Untergrund? Oder ist das allzu sehr menschliche Schwarzmalerei wegen Kleingläubigkeit? Sollen wir uns nicht lieber zusammenraffen und uns an die Dreifaltigkeit begeben? In der Kirchengeschichte gab es genügend verwirrenden Zeiten. Ich bin dankbar, dass ich nicht in der Zeiten mit 2 oder gar 3 Papste und unmoralischen Papste leben. Dennoch zu solcher Zeiten waren großen Heiligen entstanden, und der wahre katholische Glauben ging entlang der Zeitaxis weiter…sie kommt gestärkt, gelautet und bereichert hervor. Wir sind Teil dieses Erbe. Und wir sollen nicht vergessen, dass das ohne Leiden und Dunkelheit nicht geht.
    5) Im Angesicht dieses Tatbestandes, und ISIS, Putin+Ukraine und Griechenland… Ich kann der Gedanken von Papst Pius XII wiederholen: Mit brennenden Sorge. Umso mehr müssen wir nun die Kraft und Beistand vom Heiligen Geist bitten.

    In diesem Sinnen, Gottes Segen!

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    • Ester sagt:

      Ich denke auch, wenn unter dem derzeitigen Pontifikat Essentials geändert werden, so geschieht das mit der Zulassung Gottes, der erlaubt, einen maroden Flügel abzureissen, um ihn wieder neu aufzubauen.
      Nachdem ich gestern meinen Frust in einen Kommentar gebracht habe, fiel mir dann ein Zitat aus Gertrud von LeFort’s „Der Papst aus dem Ghetto“ ein (Gegenpapst, Simonie, wirrste Zeiten), wo es heißt: „ER began zu regieren unter dem Zeichen des Antichrist zum Wohl! der Christenheit!“
      Tröstliche Lektüre!

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      • Sorge sagt:

        Vielen Dank nochmals. Das kenne ich leider nicht. Muss nachgeholt werden.
        Danke Frau Küble für dieses Forum. Man kann wirklich viel lernen und auch gegenseitig mal ermutigen – und nicht nur ärgern :-).

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    • Sie schreiben: „Was wäre, wenn Kasper und Marx und Co. „gewinnen“ würden…“ –

      Kardinal Kasper hat etwa im letzten Jahr den afrikanischen Bischöfen deutlich widersprochen, nachdem sie Querverbindungen herstellten zwischen Homosexualität und dem Ausbruch von Seuchen. Dieser Widerspruch war bitter notwendig, wenn man sich die sozialen Gegebenheiten und die Bildungsverhältnisse in manchen afrikanischen Regionen vor Augen hält. Dort und überall sonst unter vergleichbaren Bedingungen steht das Ziehen solcher Querverbindungen in Verbindung mit gefährlichen Übergriffen und Körperverletzungen bis hin zum Lynchmord. Menschen werden in konkrete und akute Gefahr gebracht.

      Gruß

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  8. Reichert sagt:

    Die FAZ hat seit der Übernahme der rotgrünen Frankfurter Rundschau keine Linie mehr.
    Deshalb sollte man den Ausführungen keine besondere Aufmerksamkeit widmen.
    Wenn in China ein Sack Reis umfällt, wird das von ihr auch nicht erwähnt.

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    • Marienzweig sagt:

      Papst Franziskus meint es sicher gut, doch seine Aussagen irritieren und verunsichern.
      Die Aussagen von Papst Benedikt waren stets klar. Sie wurden vom gläubigen Volk dankbar angenommen und in der Regel postwendend von progressiven Kreisen abgelehnt.
      Jeder verstand genau, was konkret gemeint war.
      Papst Benedikt gab Orientierung, so oder so!
      Diese vermisse ich im aktuellen Pontifikat.

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  9. Bernhard sagt:

    Die FAZ mitsamt FAS soll sich um andere Sachen kümmern. Spart nie mit unsachlicher Kritik an der Kirche, und wenn’s am derzeitigen Papst aus ihrer Sicht nichts Inhaltliches zu kritisieren gibt, dann macht sie sich eben über seine spontanen Äußerungen lustig. Bezeichnend ist, dass sie sich aufs Spotten verlegen muss, weil’s ansonsten (aus ihrer Sicht keine Skandale) gibt.

    Die FAZ müsste sich auch mindestens ein paar Mal pro Monat bei der Kirche entschuldigen, aber anders als letztere hat sie nicht die Standhaftigkeit dafür.

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