Regensburger Bischof Voderholzer feierte die Karfreitagsliturgie im Dom St. Peter

Mit zahlreichen Gläubigen hat Bischof Rudolf Voderholzer am Karfreitagsnachmittag im Regensburger Dom St. Peter eine Gedenkandacht an Jesu Leiden und Sterben gefeiert. 150403_Karfreitag 3

Schweigend zog der Regensburger Oberhirte mit dem Domkapitel und den Priesteranwärtern in die Kathedrale ein und streckte sich vor dem Altar aus. Die Stille des Gedenkens an den Tod Jesu endete mit einem Gebet des Bischofs.

Die Liturgie am Karfreitag ist Mittelteil der Liturgie des „Triduum Sacrum“, an den drei heiligen Tagen Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Daher hat sie weder eine liturgische Eröffnung noch eine Entlassung.

Dem Wortgottesdienst mit Schriftlesungen, der Leidensgeschichte Jesu und den Großen Fürbitten folgten die Kreuzesverehrung und die Kommunionfeier.

Nach den Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament trugen die Passionssänger der Regensburger Domspatzen die Johannespassion vor.

Zusammenhang von Christi Opfertod und Paschamahl

In seiner Predigt richtete der Bischof zuerst den Blick auf eine Besonderheit der Johannespassion, die Datierung der Kreuzigung Jesu am Vorabend des jüdischen Paschafestes, zu dem Zeitpunkt, an dem im Jerusalemer Tempel die Lämmer für das Paschamahl geschlachtet wurden.

Christus ist das wahre Lamm Gottes, von dem es schon zu Beginn des Johannesevangeliums aus dem Munde des Täufers heißt: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“

„Am Holz des Kreuzes hing das Heil der Welt“

Die folgende Enthüllung und Verehrung des Kreuzes Christi wird von katholischen wie orthodoxen Christen gleichermaßen in der Liturgie des Karfreitages praktiziert. 150403_Karfreitag 1

Vor den Altarstufen enthüllte Bischof Rudolf nach und nach das verhüllte Kruzifix, begleitet vom lateinischen Ruf „Ecce lignum crucis, in quo salus mundi pependit“ – „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen“, den die Gläubigen mit „Venite adoremus“ „Kommt lasset uns anbeten“ beantworteten.

Zuerst verehrten der Bischof und die Priester das Kreuz mit einem Kuss, dann die anwesenden Seminaristen durch eine Kniebeuge.

Während der Diakon das Kreuz, begleitet von zwei Akolythen, durch den Mittelgang trug, hatten die Gläubigen die Gelegenheit zur Kreuzesverehrung. Dabei sangen der Chor der Domspatzen und die Gemeinde „O du hochheilig Kreuze“.

Gemeinsam mit den Gläubigen betete Bischof Rudolf das Vaterunser, empfing den Leib Christi und dann alle Anwesenden. Mit dem Schluss- und Segensgebet endete die Karfreitagsliturgie, jedoch ohne den Entlassungsruf, da sich diese Feier in der Osternacht fortsetzt.

Kartage und Karwoche:

Die Karwoche ist die „Heilige Woche“ (lateinisch hebdomada sancta), die sich vom Palmsonntag bis zur Osternacht erstreckt. Vielerorts werden, da ab dem Gloria am Gründonnerstagabend Orgelspiel und Glockengeläut verstummen, die Gläubigen mit Holzklappern zu den liturgischen Feiern eingeladen, eine Aufgabe, die von den Ministranten- oder Jugendgruppen oft übernommen wird. Auch der Brauch der heiligen Gräber, eines Nachbaues des Grabes Christi, oft reichlich illuminiert, ist mancherorts üblich. Mit der Liturgie am Karfreitagnachmittag beginnt die Grabesruhe.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg

 



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