Medienkritisches Buch von Udo Ulfkotte

Von Dr. Bernd F. Pelz

Udo Ulfkotte: Gekaufte Journalisten – Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken. Kopp-Verlag. ISBN 978-3-86445-143-0index

Der einst ebenfalls „gekaufte Journalist“ Ulfkotte schämt sich für seine Taten und schildert, wie sich Alpha-Journalisten in Deutschlands renommierten Print- und Fernseh-Medien  –  besonders auch bei seinem früheren Arbeitgeber, der FAZ  – durch „klebrig-filzige Nähe zu rüstungs- und US-nahen Eliteorganisationen korrumpieren lassen“ und dem Volk von einer Welt berichten, wie diese Eliten sie gerne hätten.

Er nennt Ross (mehr als zwei Dutzend Organisationen) und Reiter (etwa 60 Prominente, die darin als „Netzwerker“ vertreten sind) , und belegt seine Aussagen mit 575 Links, zum Teil allerdings nicht mehr aufrufbar. Die Namen der von ihm genannten Journalisten habe ich nicht gezählt.    

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich hinter der Scham Ulfkottes auch ein gutes Stück Rache, Selbstmitleid und auch Sorge verbirgt. Rache an der FAZ, die ihn 17 Jahre in die Welt geschickt und nicht sehr pfleglich behandelt hat. Selbstmitleid vielleicht wegen dieser rauen Behandlung und weil er es nicht in die höheren Ränge geschafft hat. Sorge wahrscheinlich aus der relativ späten Erkenntnis der manipulativen Zusammenhänge, wie sie in einer Demokratie nicht vorkommen sollten.

Nach Ulfkotte gibt es nur einen Weg, dieser „totalitären Gehirnwäsche“ zu entgehen, und wieder zu einer „Deutungshoheit über unser Leben“ zu kommen, indem die Leitmedien boykottiert und deren Mitarbeiter arbeitslos gemacht werden.

Damit auch alle Leser seine Sorgen teilen, beschreibt Ulfkotte die zukünftige Möglichkeit der Implantation von vernetzten Chips in die Gehirne von Menschen mit dem Ziel, die persönliche Freiheit immer mehr einzuschränken.

Ist „Gekaufte Journalisten“ ein lesenswertes Buch? – Am verkäuferischen Erfolg, 5. Auflage, gemessen: Ja.  – Am Erkenntnisgewinn gemessen: Jein.  – Wer seine Sinne schärfen will, und dabei nicht jede Aussage auf die Goldwaage legt: Ja. – Wer praktische Lösungen, außer dem genannten Boykott der Leitmedien und der Nutzung seiner eigenen Internetpräsenz, sucht: Nein. – Hat Ulfkotte die Branche aufgerührt? – Ja.

Als Nachklapp zu den Snowden-Enthüllungen und seiner Verfolgung der Aktivitäten von Pegida und AfD hat sein journalistischer Spürsinn eine Lücke gefunden und er hat einen Bucherfolg daraus gemacht.



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