Wandlungen der EHE: Wenn der Begriff bleibt, aber der Inhalt sich ändert…

Von Lucia Tentroptentrop_neu

Wie ändert man möglichst unauffällig ein gesellschaftliches System?  –  Indem man über die Umdeutung bedeutsamer sprachlicher Begriffe das kollektive Bewusstsein ändert.

Es ist unglaublich, wie unreflektiert wir den auf natürlichen Grundlagen beruhenden, Jahrtausende alten Begriff „Ehe“ mit neuen Inhalten zu füllen bereit sind, weil es politisch angesagt ist und Anpassung die sachliche Diskussionen ersetzt.

Wie brav haben wir unter unserem kulturell gewachsenen Begriff „Bildung“ die Entwicklung unserer positiven geistig-seelischen Kräfte bis in die Kitas hinein durch Computer- und Medienkenntnisse ersetzt!

Das neue System ist clever: Mit der Hülle des alten Begriffs wahrt es dessen numinose Bedeutung, von der sich ja materielle Ansprüche ableiten lassen, aber wenn man die Verpackung öffnet, ist etwas Anderes darin.

Wie lange wird angesichts unserer unterwerfungslustigen Gesellschaft mein mit religiöser Beteuerung geleisteter Eid auf unser Grundgesetz noch gültig sein? 

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist Theologin, Musikerin, Malerin und Pädagogin; sie lebt in Berlin; hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de

 


Glaubenspräfekt G. Müller: Das Umdefinieren der Ehe ist eine „Beleidigung Gottes“

Am vergangenen Freitag (29.5.2015) erklärte Kurienkardinal Gerhard Müller bei einem Kongreß an der University of Social & Medial Culture in Toruń (Polen), daß eine Änderung der Definition von der Ehe eine Beleidigung Gottes sei. 0022

Die Homosexualität habe mit der Ehe nichts zu tun. Es sei darum widersinnig, bei der vatikanischen Familiensynode im Oktober darüber zu debattieren, stellte der römische Glaubenspräfekt klar.

Zwei Tage zuvor meinte der pensionierte Kardinal Kasper gegenüber der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera, daß das Thema Homosexualität im Zentrum der Familiensynode stehen müsse, weil man angeblich viel zu lange darüber geschwiegen habe.

Weitere Infos zu den jüngsten Kasper-Äußerungen: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/03/kardinal-kasper-nutzt-irisches-referendum-pro-homo-ehe-fur-reformforderungen/

Quelle: Gloria-TV – Foto: Bistum Regensburg


Brünn: Zweitgrößte Stadt in Tschechien bedauert die Vertreibung der Deutschen

Der Stadtrat der tschechischen Stadt Brünn (Brno) hat sich in einer viel beachteten Erklärung von der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Stadt Ende Mai 1945 ausdrücklich distanziert.

Dazu erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestags-Fraktion, Klaus Brähmig: aObuDiQlBT_RkH7Jk4XjEsxuIDAvPTQmyOLpXl_MIng - Kopie

„70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung setzt der Stadtrat von Brünn (Brno) ein wegweisendes Zeichen der Versöhnung gegenüber den früheren Bewohnern der Stadt.

Durch eine entsprechende Deklaration und durch die symbolische Würdigung des ‚Brünner Todesmarsches‘ von 1945 in Form eines ‚Marsches der Lebenden‘ in umgekehrter Richtung leistet die Stadt Brünn einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit.

Dies ist zugleich eine wichtige Botschaft für die gemeinsame Zukunft beider Völker. Die Annäherung an ein in der tschechischen Gesellschaft über lange Zeit tabuisiertes Thema mittels einer  differenzierten Geschichtsbetrachtung verdient unseren großen Respekt.

In Verurteilung sämtlicher zwischen 1939 und 1945 begangener Verbrechen verfolgt die Brünner Erklärung die Ehrung aller Opfer und distanziert sich vom Prinzip der Kollektivschuld. Im Hinblick auf die Vertreibung der deutschen Bevölkerung Brünns werden die damit verbundenen menschlichen Tragödien und die Kultur- und Sozialverluste ausdrücklich anerkannt.

Die große öffentliche Resonanz auf das jüngste Geschehen in Brünn unterstreicht die Bedeutung dieser Positionierung des Stadtrats der zweitgrößten tschechischen Stadt.

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag begrüßt die Entscheidungen der Stadtvertretung von Brünn, die geeignet sind, den Weg der deutsch-tschechischen Aussöhnung und Zusammenarbeit zu unterstützen. Sie wird diesen Weg auch künftig konstruktiv mit begleiten.“


JA zum „Schweizerpsalm“: Aktion für die Erhaltung der Schweizer Nationalhymne

Ökumenische Entstehungsgeschichte der Landeshymne

Die Initiative „Zukunft CH“ protestiert gegen eine eventuell geplante Abschaffung des Schweizerpsalms. Die Nationalhymne der Eidgenossen ist eindeutig christlich geprägt und ruft zum Gebet auf, was einigen Kreisen schon lange gegen den atheistischen oder agnostischen Strich geht. Dazu schreibt „Zukunft CH“ folgendes: 01
 
„Der Text des Schweizerpsalms sei „nicht mehr der Realität entsprechend“, behauptet die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG). Sie hat deshalb Anfang 2014 einen Künstlerwettbewerb für eine neue Schweizer Nationalhymne aus geschrieben.
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Zukunft CH protestiert gegen diesen Angriff auf bewährte Schweizer Tradition. Der Schweizerpsalm bringt die unersetzbare Wurzel echter Schweizer Werte wie Solidarität, Freiheit und Demokratie zum Ausdruck.
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Eine Nationalhymne sollte nicht aktuellen Modeerscheinungen, sondern dem bleibenden Fundament einer Gesellschaft verpflichtet sein.
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Allein schon die Entstehungsgeschichte des Schweizerpsalms bringt ein bemerkenswertes Stück Schweizer Identität zum Ausdruck.
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Den Schweizerpsalm haben  –  mitten im erbitterten Kultur- und Bruderkampf des 19. Jahrhunderts  –  der Zürcher Protestant Leonard Widmer und der konservative Urner Zisterziensermönchs Alberik Zwyssig gemeinsam geschaffen.
Was die beiden trotz aller Gegensätze verband, war der gemeinsame Glaube an Gott und die Wichtigkeit des Gebets, denen sie im Schweizerpsalm auf ergreifende Weise Ausdruck verliehen haben.“
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Hier der Wortlaut des Schweizerpsalms und weitere Infos zur Protest-Aktion: http://www.zukunft-ch.ch/__/frontend/handler/document.php?id=235&type=42
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Vor ca. drei Jahren veröffentlichten wir diesen Artikel dazu: https://charismatismus.wordpress.com/2012/08/01/der-schweizerpsalm-die-nationalhyme-der-eidgenossen/
Foto: Zukunft-CH

Tobits Gebet: „Tue mit mir, was dir gefällt“

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Tob 3,1-11a.16-17a:

In jenen Tagen wurde ich traurig und begann zu weinen. In meinem Schmerz betete ich:

HERR, du bist gerecht, alle deine Wege und Taten zeugen von deiner Barmherzigkeit und Wahrheit; wahr und gerecht ist dein Gericht in Ewigkeit. media-390606-2

Denk an mich und blick auf mich herab! Straf mich nicht für die Sünden und Fehler, die ich und meine Väter dir gegenüber begangen haben. Sie haben nicht auf deine Gebote gehört. Darum hast du uns der Plünderung, der Gefangenschaft und dem Tod preisgegeben; bei allen Völkern, unter die wir zerstreut worden sind, hast du uns zum Gespött gemacht.

Auch jetzt treffen mich zu Recht deine harten Strafen, die du über mich kommen lässt wegen meiner und meiner Väter Sünden. Denn wir haben deine Gebote nicht gehalten und haben den Weg deiner Wahrheit verlassen.

Tue also mit mir, was dir gefällt. Lass meinen Geist von mir scheiden; lass mich sterben und zu Staub werden! Es ist besser für mich, tot zu sein als zu leben. Denn ungerechte Vorwürfe musste ich anhören und ich bin sehr betrübt.

Lass mich jetzt aus meiner Not zur ewigen Ruhestatt gelangen! Wende deine Augen nicht von mir ab!

 


Kardinal Kasper nutzt irisches Referendum pro Homo-Ehe für weitere Reformforderungen

Von Felizitas Küble

Wie die US-amerikanisch-katholische Nachrichtenseite LifeSiteNews.com berichtet, hat Kardinal Walter Kasper die am 22. Mai erfolgte Volksabstimmung in Irland zugunsten der gleichgeschlechtlichen „Ehe“ verteidigt. Vat_Flagge

Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera zitiert den vatikanischen Würdenträger dahingehend, homosexuelle Partnerschaften seien bei der letzten Familiensynode „nur ein Randthema“ gewesen, aber nun sei es zu einem „zentralen“ Thema geworden.

Kasper verteidigte das Ergebnis des Referendums in Irland: „Ein demokratischer Staat hat die Pflicht, den Willen des Volkes zu respektieren“, erklärte er. Wenn die Mehrheit der Menschen dies wünsche, sei der Staat verpflichtet, „derartige Rechte anzuerkennen“.

Sittengesetz contra Rechtspositivmus

Damit neigt der Kurienkardinal offenbar zu einer rechtspositivistischen Auffassung, wonach nicht das natürliche Sittengesetz bzw. „Naturrecht“ die entscheidende Grundlage des Rechts darstellt, sondern die jeweiligen Mehrheitsmeinungen bzw. die staatliche Gesetze. BILD0289

Seine Position widerspricht allerdings der katholischen Lehre vom Vorrang des Naturrechts gegenüber staatlichen Verfügungen, wie dies zB. hinsichtlich des Abtreibungs(un)rechts deutlich wird: Selbst wenn staatliche Gesetze die vorgeburtliche Kindstötung erlauben, kann die katholische Kirche aufgrund des 5. Gebotes und des natürlichen Sittengesetzes dem niemals zustimmen.

Laut Corriere della Sera hat Kardinal Kasper zwar darauf hingewiesen, daß „postmoderne Konzept“, wonach „alles gleich“ sei, widerspreche kirchlichen Auffassungen. Doch diese pflichtschuldige Bemerkung ändert nichts daran, daß er die irische Volksabstimmung jetzt dazu vereinnahmt, um Anpassungen der kirchlichen Verkündigung in puncto Homosexualität anzustreben:

„Wir müssen eine neue Sprache zu finden“, zitiert ihn die italienische Tageszeitung. Bedeutet aber eine neue „Sprache“ nicht letztlich auch eine neue Lehre?!

Zudem behauptet Kasper, die „Diskriminierung“ von Homosexuellen habe „in unserer Kultur eine lange Tradition“. Gleichgeschlechtliche Beziehungen, die länger anhalten, würden „Elemente des Guten“ enthalten, erneuerte der Kardinal seine spezielle „Stufenlehre“ in der Ethik, welche den Ausdruck der „schweren Sünde“ vermeidet und stattdessen lieber davon redet, eine bestimmte Situation sei zwar nicht optimal, enthalte aber „Elemente des Guten“.

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.