Sachsen: Ministerpräsident Stanislaw Tillich freut sich auf den Katholikentag 2016

Freistaat Sachsen gibt einen Zuschuß von 3 Mill. €uro

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat heute die Geschäftstelle des Deutschen Katholikentags in Leipzig besucht. Beim Kennenlerntermin mit Geschäftsführer Dr. Martin Stauch informierte er sich über die Ausgestaltung des 100. Katholikentags 2016 in Leipzig und den aktuellen Stand der Vorbereitungen für das Großereignis. Stanislaw Tillich und Martin Stauch

Beide Gesprächspartner waren sich darin einig, dass der Katholikentag eine besondere Gelegenheit für Sachsen darstellt, Kirche und Welt zusammenzubringen.

FOTO: Ministerpräsident Tillich und Geschäftsführer Dr. M. Strauch

Die Austragung des Katholikentags in Leipzig betrachtet Tillich als große Auszeichnung für die Stadt Leipzig und drückt auch seine Begeisterung für die fünftägige Veranstaltung aus:

„Ich freue mich ganz persönlich auf den Katholikentag im nächsten Jahr und bin mir sicher, dass er für Gastgeber und Gäste, für Gläubige und Nichtgläubige ein Fest der Begegnung sein wird.“

Katholikentags-Geschäftsführer Martin Stauch dankte dem Ministerpräsidenten auch für die finanzielle Unterstützung des Katholikentags durch den Freistaat Sachsen, der drei Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Der 100. Deutsche Katholikentag findet vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig statt. Erwartet werden mehrere zehntausend Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet. Katholikentage werden in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 99. Deutsche Katholikentag fand 2014 in Regensburg statt.

Quelle und Kontaktdaten:
100. Deutscher Katholikentag Leipzig 2016 e.V.
Nikolaistr. 27-29  in 04109 Leipzig
Tel.: +49 341.52575 152  / Fax: +49 341.52575 155
katrin.schomaker@katholikentag.de

 


Als Christen setzen wir uns auch für die klassische Zivilehe ein

Mathias von Gersdorff

Der Bundesrat hat in einer Resolution gefordert, das Eherecht für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Man fragt sich, ob sich die Volksvertreter im Klaren sind, was sie da fordern. Podium5

Die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare käme einer Neudefinition der Ehe gleich. Anders ausgedrückt: Die Mehrheit, also die, welche gerade die politische Macht besitzt, würde die Begriffe, die das politische und gesellschaftliche Leben bestimmen, umdeuten können.

Auf diese Weise könnte es dazu kommen, dass in Deutschland nach jeder Bundestagswahl, also je nach vier Jahren, eine neue Definition von Ehe gültig wäre. So etwas nennt man Willkür.

Was der Bundesrat hinsichtlich der Ehe wünscht, nämlich die grundsätzliche Umdeutung des Begriffs, könnte bald von anderen Rechtsgütern wie dem Eigentum, der Würde, dem Recht auf Leben, der Freiheit, der Religionsfreiheit und weiteren gefordert werden.

Wer meint, das könne nicht passieren, hat nichts aus der Geschichte gelernt.

Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst, schreibt in seinem Buch „Gott oder nichts“ (Dieu ou rien): BILD0222

„Die wichtigsten Maßnahmen revolutionärer Regierungen betrafen immer die Familie. Aus diesem Grund handelten alle Hirtenbriefe meiner ersten fünf Jahre als Erzbischof (im kommunistischen Guinea) von der christliche Familie, um sie zu schützen“.

Um eine solche Situation zu verhindern, haben sich die Väter des Grundgesetzes dazu entschlossen, den Grundrechten große Bedeutung zu geben. Diese sollten nie wieder der Willkür ausgeliefert werden.

Doch genau das ist dabei, zu geschehen.

In der öffentlichen Debatte kündigt sich diese Situation schon lange an. Wer sich irgendeiner der absurden politischen Forderungen der Homo-Lobby widersetzt hat, wurde rasch Opfer einer Schmutzkampagne.

Zuletzt geschah das mit der Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, und mit der Kolumnistin des Westfalen-Blatts, Barbara Eggert. Letztere wurde gekündigt, weil sie einem Ehepaar empfahl, ihre Tochter nicht als Blumenmädchen bei einer Verpartnerung von zwei Homosexuellen einzusetzen.

Werden in der öffentlichen Meinung die Grundrechte nicht mehr respektiert und geschätzt, ist es bloß eine Frage der Zeit, bis die Gesetze auch den Einzelnen nicht mehr schützen. Deshalb müssen wir uns für die Zivilehe zwischen Mann und Frau einsetzen.

Nehmen wir an dieser wichtigen Initiative des Aktionsbündnisses „Demo für Alle“ teil und unterschreiben diese Petition: http://www.citizengo.org/de/24468-ehe-bleibt-ehe


AfD: Das Urteil des EuGH bedeutet eine Demütigung des Bundesverfassungsgerichts

AfD plant Verfassungsbeschwerde gegen QE-Programm der EZB

Einen massiven Konflikt zwischen dem Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof sieht AfD-Bundessprecher Prof. Dr. Bernd Lucke aufgrund des soeben ergangenen EuGH-Urteils, das der EZB (Europäischen Zentralbank) den Ankauf von Staatsanleihen erlaubt. be2004_38_551

„Das Bundesverfassungsgericht hat explizit gesagt, dass der sog. OMT-Beschluss der EZB nicht vom Mandat der EZB gedeckt sein dürfte“, erinnerte Dr. Lucke:

„Das steht unmittelbar im Widerspruch zum heutigen Urteil des EuGH. Um es noch deutlicher zu sagen: Das Urteil des EuGH ist eine Provokation und Demütigung des Bundesverfassungsgerichts. Dessen Rechtsauffassung wird vom Tisch gewischt, als sei sie eine untaugliche Lehrlingsarbeit.“

Dr. Lucke wies darauf hin, dass das Bundesverfassungsgericht die Zulässigkeit von Staatsanleihenkäufen der EZB an drei „im Prinzip unerfüllbare“ Bedingungen geknüpft habe: Staatsanleihenkäufe  dürften die Konditionalität der bestehenden Rettungsprogramme nicht unterlaufen, sie müssten volumenmäßig begrenzt sein und sie dürften die Zinssätze auf den Märkten nicht beeinflussen.

„Das OMT-Programm und noch viel mehr das neue Programm zum Quantitative Easing (QE) verstoßen aber eindeutig gegen diese Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts“, erklärte der AfD-Bundessprecher und fügte hinzu: euros

„Die EZB kauft derzeit monatlich Staatsanleihen für 60 Mrd Euro und sie hat sich nicht festgelegt, wann sie damit aufhören wird. Also ist das Programmvolumen unbegrenzt.

EZB-Präsident Draghi hat mehrfach darauf hingewiesen, dass durch diese Aufkäufe die Zinsen deutlich gesunken sind. Das schadet allen Spareren und künftigen Rentnern. Es erleichtert aber den überschuldeten Staaten, weitere Schulden aufzunehmen und unterläuft damit klar die Rettungsprogramme.“

Prof. Bernd Lucke schlußfolgert:

„Nach den Kriterien des Bundesverfassungsgerichts handelt die EZB eindeutig jenseits ihrer Kompetenzen. Der Bundestag und die Bundesregierung müsste unverzüglich dagegen einschreiten. Der EuGH hingegen deckt die Vertragsüberschreitung zumindest im Bereich des OMT-Programms und führt damit einen gravierenden Verfassungskonflikt mit dem höchsten deutschen Gericht herbei.“

Der AfD-Sprecher verwies darauf, daß die AfD eine eigenständige Verfassungsbeschwerde gegen das neue QE-Programm der EZB einreichen wird:

„Dieser Konflikt muss jetzt ausgefochten werden. Unsere Klage wird dem Bundesverfassungsgericht Gelegenheit geben, klar gegen den Europäischen Gerichtshof Stellung zu beziehen. Das ist auch dringend nötig, denn in diesem zentralen Bereich europäischer Politik kann Deutschland nicht einfach nachgeben und Vertragsbrüche dulden.

Der EuGH ist nicht an das Grundgesetz gebunden, aber die deutschen Verfassungsorgane sind dies und das soll auch so bleiben.“


Konzert in Berlin: Englische und internationale Chormusik am 29. Juni 2015

Am Montag, den 29. Juni 2015, führt der Kammerchor der Universität Leicester, bekannt durch Liveauftritte im BBC-Radio, im Rahmen seiner Deutschlandtour im traditionsorientierten Institut St. Philipp Neri englische und internationale Chormusik von der Renaissance bis heute auf. Zuvor wird eine feierliche hl. Messe ab 18 Uhr zelebriert.

Beginn des Konzertes: 19:30 Uhr, Einlaß ab 19 Uhr.

Der Eintritt beträgt 10 EUR für Erwachsene. Der ermäßigte Eintritt 5 EUR. Für Kinder bis 10 Jahre ist der Eintritt frei. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

Geplant ist dieses Programm:
The Promised Land (Durham arr. Compton)  leicester
Linden Lea (Vaughan Williams arr. Somervell)
Ave Verum (Byrd)
When David Heard (Tomkins)
A Boy and a Girl (Whitacre)
Lux Aurumque (Whitacre)
Hymn to the Trinity (Tchaikovsky)
Bogoroditse Devo (Rachmaninoff)
Heyr Himna Smithur (Sigurbjornsson)
O Nata Lux (Tallis)
Holy is the True Light (Harris)
The Lamb (Tavener)
Song for Athene (Tavener)
The Bluebird (C.V. Stanford)
The Turtle Dove (traditional arr. Vaughan Williams)
O Magnum Mysterium (Lauridsen)
Sleep (Whitacre)


Der Exorzismus ist keine magische Allzweckwaffe gegen schwere Sünden

Abwegige charismatische Praktiken in Mexiko

Auf der traditionalistischen Internetseite „Katholisches.info“ wurde am 15. Juni 2015 ein Artikel von Giuseppe Nardi veröffentlicht; er berichtet darüber, daß ein bekannter Teufelsaustreiber am 20. Mai 2015 in der Kathedrale von San Luis Potosí einen Exorzismus durchführte, um  – so wörtlich –  „die Dämonen zu vertreiben, die das Land heimsuchen“.Bsp-7

Gemeint waren damit konkret die „Drogenkartelle und der Mord an den ungeborenen Kindern.“   – Weiter heißt es: „Dagegen setzte die katholische Kirche jüngst Mittel des geistlichen Kampfes ein.“

Nun repräsentiert auch ein angeblich namhafter Exorzist wie José Antonio Fortea noch lange nicht „die katholische Kirche“, selbst wenn er von einer „ganzen Gruppe“ weiterer Dämonenaustreiber begleitet wurde.

(Abgesehen davon haben wir über Ansichten und Methoden dieses Exorzisten, der sich selber ausdrücklich der charismatischen Bewegung zuordnet, bereits im Januar 2014 kritisch berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/19/irrungen-und-wirrungen-des-charismatischen-exorzisten-padre-jose-fortea/)

Es handle sich  – so schreibt „Katholisches.info“ weiter  –  um den „ersten Exorzismus dieser Art, der das ganze Land betraf.“  – Zudem hätten „einige Prälaten“ darauf hingewiesen, daß „Drogen, Abtreibung, Scheidung und Gesetze gegen die göttliche Ordnung „wichtige Einfallspforten für Dämonen“ seien.“

Hierzu stellen sich folgende Fragen und Kritikpunkte:

1. Die Anwendung eines Exorzismus gegen schwere Sünden und Mißstände in einem ganzen Land ist als amtliches Ritual in der katholischen Kirche seit jeher unbekannt. DSC00254

Die rituelle Austreibung von Dämonen ist ein Akt persönlicher Seelsorge und bezieht sich auf einen besessenen Menschen   –  und nicht abstrakt auf eine Ansammlung schwerer Sünden, die gleichsam „vertrieben“ werden sollen, was einer heidnisch-magischen Denkweise ähnelt (Abwehrzauber, „Bannen“). Zudem kann nur jemand exorziert werden, der das selber wünscht, was bei einem ganzen Land gar nicht möglich ist.

Charismatismus: „Freibeten“ von Städten und Ländern

2. Solche breitflächigen Exorzismen kennt man sonst nur aus der schwarmgeistig-charismatischen Szene, die ganze Städte, Regionen und Länder kollektiv „freibetet“, wie vollmundig behauptet wird. Angeblich werden Finsternismächte durch bestimmte „Befreiungsgebete“ aus besonders „belasteten“ Städten vertrieben.

Die katholische Kirche vertritt jedoch  in ihrer Lehre und ihren amtlichen Ritualen keine solch vermessenen „Ansprüche“ und derart verstiegene Methoden. Andernfalls hätte sie erst recht während der Nazi-Diktatur und unter kommunistischer Gewaltherrschaft allen Anlaß gehabt, solche „Kollektiv-Exorzismen“ durchzuführen (etwa gegen Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage  – oder gegen Moskau, den Sitz des Kreml etc…).P1020947

3. Warum werden als „wichtige Einfallspforten für Dämonen“ speziell nur solche schweren Sünden wie „Drogen, Abtreibung, Scheidung und Gesetze gegen die göttliche Ordnung“ genannt?  –  Sind andere Todsünden wie Mord (an geborenen Menschen), Kindesmißbrauch, Ehebruch, Ausbeutung, massiver Betrug oder schwere Verleumdung des Nächsten etwa keine „Einfallstore“ für finstere Mächte?

Abgesehen davon: Jede schwere Sünde, die bewußt und freiwillig begangen wird, trennt den Menschen von der Gnade Gottes, worüber sich die Hölle in jedem Einzelfall mächtig freut, nicht etwa nur bei „Drogen, Abtreibung, Scheidung….“ (Zudem stellt eine Zivilscheidung als solche keineswegs automatisch eine schwere Sünde dar, weswegen Geschiedene und getrennt Lebende zu den Sakramenten zugelassen sind, nicht jedoch geschieden Wiederverheiratete. Schon der hl. Apostel Paulus erlaubte in bestimmten Situationen eine sog. „Trennung von Tisch und Bett“.)

P. Amorth: Exorzismus nach Abtreibung sehr schwierig….

4. Ein Leserkommentar („defendor“) erwähnt auf „Katholisches.info“ sodann den Medjugorje-gläubigen römischen Exorzisten-Pater Amorth; ihm zufolge „ist die Befreiung von der dämonischen Besessenheit gerade bei abgetrieben habenden Frauen oft extrem schwierig“.baby

Dazu bringt der Verfasser folgendes Amorth-Zitat: „Ich habe auch große Schwierigkeiten festgestellt,  Frauen zu befreien, die neben anderen Gründen,  die die Besessenheit hervorgerufen hatten, abgetrieben hatten.“

Derartige Äußerungen sind nicht nur unsinnig, sondern irreführend. Es entsteht der Eindruck, als führe eine Abtreibung gleichsam von selber zur Besessenheit.

Abgesehen davon, daß es mit dieser „Logik“ eine kaum noch überschaubare Zahl von „Besessenen“ gäbe, ist von der schweren Sünde der vorgeburtlichen Kindestötung nicht allein die Frau betroffen, sondern auch der Abtreibungsarzt und alle Personen, welche die Schwangere zu diesem Verbrechen gegen das menschliche Leben gedrängt haben.

Zudem hat die Kirche, wie bereits dargelegt, niemals gelehrt, daß schwere Sünden gleichsam von selber eine Besessenheit nach sich ziehen würden.

Abwehr-Magie: „Voodoo-Zauber auf katholisch“?

5. Auf der erwähnten Webseite wurde gottlob auch eine kritische Leserstimme („Zeitschnur“) veröffentlicht. Dort heißt es völlig zu Recht u.a.:

„Die Drogenhändler verschwinden doch nicht durch Exorzismen! Oder betätigen wir uns jetzt als Schamanen und Zauberer?!

Man kann Menschen bestrafen, für ihre Umkehr beten und einen Umgekehrten und Bußfertigen, wenn es nötig sein sollte, exorzieren. In der Regel aber, wenn es „nur“ diese Sünden waren, genügt Buße, Umkehr und ein Ablassen von der Sünde.

Für mich klingt das nach Voodoo-Zauber auf Katholisch, was da in dem Artikel beschrieben wird.“

Inzwischen hat neben „Katholisches.info“ auch das charismatisch orientierte Portal „Kath.net“ unkritisch über diesen merkwürdigen „Exorzismus“ geschrieben: http://www.kath.net/news/50960

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.