Auch mir war die „alte“ Kirche lieber!

Der folgende Beitrag von Günter Mayer bezieht sich auf das Buch des Augsburger em. Weihbischofs Max Ziegelbauer „Die alte Kirche ist mir lieber“.    index

Günter Mayer aus Kaiserlautern war Rechtspfleger und Dozent an der FH Schwetzingen, einer Hochschule für Rechtspflege; Mayer schreibt Rechts-Ratgeber für verschiedene Lebenslagen sowie Erzählungen für die Jugend.

Der katholische Jurist war 30 Jahre bei der KJG (Kath. Jugend Gemeinde) ehrenamtlich als Leiter tätig; von der Jungschargruppe bis zur Diözese.

Mayers folgender Artikel wurde in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 5-6/2015) veröffentlicht:

Das wirklich lesenswerte Buch des Weihbischofs em. Max Ziegelbauer hat mich bewogen, meine Erinnerungen an die „alte“ Kirche und meine Erlebnisse mit der „neuen“ Kirche aufzuschreiben.

Ich bin in einem liberalen Elternhaus aufgewachsen; meine Eltern gingen kaum zum Gottesdienst. Meine viel älteren Geschwister waren zeitbedingt Kirchengegner. Nur eine fromme Tante weckte bei dem Jungen erstes Interesse an Gaube und Kirche.

Damals war es üblich, dass der entsprechende Grundschul-Jahrgang „geschlossen“ zum Kommunionunterricht von der Schule aus angemeldet wurde. Für meine Eltern war dies selbstverständlich  –  das gehört sich so  –  und ich habe auch keine Erinnerung an eine Behinderung durch die Nazi-Partei.

Nun ergab es sich aber, dass meine Schule nicht in meiner Heimatpfarrei lag und dass ich der einzige Schüler war, der deshalb nicht zusammen mit den Klassenkameraden zum Kommunionunterricht gehen durfte, sondern in die Pfarrei des Wohnsitzes „abgeschoben“ wurde. media-FZMqzvujo1V-2

Dort kannte ich niemand, was für einen neunjährigen Jungen kein leichtes Erlebnis war. Aber es war ein Glücksfall! Ich traf dort einen Pfarrer, der nicht nur die Kinder von Herzen liebte sondern auch sonst ein Charisma ausstrahlte, wie ich es nie mehr später erlebt habe. [1]

Auch nachdem ich durch die Kriegswirren in eine andere Pfarrei umziehen musste, habe ich immer nur seinen Gottesdienst besucht und habe ihm jahrelang wöchentlich – ohne jede Vergütung, das verstand sich damals so – die Pfarrzeitung ausgetragen.

Dort bin ich also am 2. Mai 1943 zur ersten hl. Kommunion gegangen. Wir sangen damals: „Unserm Herzen soll die Stunde, ewig unvergessen sein; mit dem Herzen, mit dem Munde schwören wir, Gott treu zu sein. Dieses Tages, dieser Pflicht wollen wir vergessen nicht“ [2].

Dieses Lied hat mich so beeindruckt, dass ich mich heute noch lebhaft an den damaligen Tag erinnere. Vielleicht auch, weil die Not der Kriegszeit keine Ablenkung durch eine Fete ermöglichte und es für mich keine Geschenke außer Blumen gab; davon aber ein ganzes Haus voll.  afc127c26a

Im Gymnasium hatten wir einen hervorragenden Religionsunterricht, denn es waren nur drei Schüler aus zwei Jahrgängen der Oberstufe katholisch und der Unterricht an Hand des neuen Testamentes fand „am runden Tisch“ statt. Inzwischen war ich Mitglied der Pfarrjugend in meiner neuen Pfarrei und Gruppenführer einer Bubengruppe.

Wie es der Kalender will, war der 50. Jahrestag (also der 2.Mai 1993) wieder ein Sonntag und ich wollte an diesem Tag die hl. Messe in der damaligen Kirche feiern.

Den dortigen Pfarrer kannte ich aus seiner Kaplanszeit, denn ich hatte inzwischen ein überpfarrliches Leitungsamt im Jugendverband und hatte mich mit ihm gestritten; nicht um Glaubensfragen, sondern um die korrekte Geldverwaltung seiner KJG und weil er zwei tüchtige Gruppenführer verjagt hatte, die nicht mit allem einverstanden waren. (Ich habe diese dann in andere Pfarreien vermittelt; einer von ihnen ist später Priester geworden).

Vielleicht hatte ich erwartet, dass er dieses Jubiläum irgendwie erwähnen würde. Tat er nicht. Seine Predigt ging über die Größe des Ozonloches! Na ja, es gibt eben überall große und kleine Löcher!

Vorher schon war ich schon einmal in seinem Sonntagsgottesdienst. Was er damals predigte, verursacht mir heute noch Bauchschmerzen, weshalb ich ihn nach so vielen Jahren wörtlich zitieren kann:

„Gott kann den Golfkrieg [3] nicht beenden, er hat nicht die Macht dazu. Hätte er die Macht dazu und würde ihn nicht sofort beenden, wäre er nicht besser als Saddam Hussein! Weil also Gott den Golfkrieg nicht beenden kann, ist auch das persönliche Gebet (um dessen Beendigung) nutzlos, ja eine Beleidigung Gottes, weil man ihm zutraue, er könne den Krieg beenden und täte es nicht…“

Anschließend musste er ja sagen, was man nach seiner Ansicht tun könne. Dies kam ihm nur sehr wenig konkret über die Lippen, aber man konnte durchaus zum Ergebnis kommen, dass er Demonstrationen meinte. P1020947

Kurz vor seinen Ruhestand war ich dort nochmals bei der Sonntagsmesse. Das Evangelium vom „Kommen des Menschensohnes“ (Mk 24-27). Seine Erläuterung: „All dies wird nicht geschehen! Die Sterne können nicht auf die Erde fallen. Vielmehr wird Christus am letzten Tag alle Menschen an sich ziehen!“. Machen wir doch gleich den Karnevals-Schlager „Wir kommen alle, alle in den Himmel…“ zum modernen Kirchenlied.

Aber auch anderswo war man vor Überraschungen nicht gefeit. Statt einer Predigt betrat ein Redakteur –  kein Priester  –  die Kanzel (!) und warb für den Bezug der diözesanen Kirchenzeitung. Auf meine Beschwerde beim zuständigen Pfarrer – den ich sehr schätze – wurde mir kleinlaut erklärt, er habe damit – eigentlich gegen seinen Willen – dem Wunsch des Bischofs entsprochen.

An einem späteren Sonntag predigte dort ein überpfarrlich tätiger Priester, dem man auf Grund seiner Aufgabe besondere Kenntnisse zutrauen konnte. Als das Evangelium „Ankündigung der Zerstörung des Tempels“ (Lk 21.5 f) gelesen war, begann er: „Als Lukas diese Zeilen niederschrieb, war der Tempel bereits zerstört!“. Die theologische Brisanz dieser Zeitfrage ist bekannt.

Selbst wenn man die zunehmend vertretene Ansicht über die Frühdatierung der Evangelien nicht zur Kenntnis nehmen will oder ablehnt, ist eine Aussage in dieser absoluten Form wissenschaftlich unredlich, weil sie dergestalt verstanden werden muss (und soll), dies sei eine erwiesene Tatsache. Und sie ist arrogant gegenüber dem „Kirchenvolk“, wobei der Prediger davon ausgeht, dass es keiner der Hörer besser weiß! Ein ähnliches Ärgernis statt Erbauung empfand ich später noch mehr als einmal.

Ein Kaplan meiner Heimatpfarrei, inzwischen im Laienstand, hatte als Predigtthema „Bemüht euch..“ und wollte dazu gleich drei Vorschläge unterbreiten: Fair gehandelter Kaffee kaufen, kein Tropenholz verwenden und das 3-Liter-Auto.

Dazu mein Gedanke: Ich kaufe gelegentlich diesen Kaffee weil er mir schmeckt; Tropenholz mag ich nicht, meine Decken sind aus forstwirtschaftlich gewonnenem Holz und einen Mercedes kann ich mir nicht leisten. Also bin ich gerechtfertigt – oder kommt es doch vielleicht weniger auf den Nutzen als auf die Gesinnung an? Duccio

Der gleiche Priester  –  Präses der Kolpingsfamilie  –  erleichterte sich bei einer hl. Messe für diese seine Ausführungen zum Evangelium vom Feigenbaum (Lk 13.6 f), indem er den letzten Satz wegließ. Und der „ungetreue Verwalter“ war für ihn Christus, der damit seine Ablehnung überkommener Lehren zum Ausdruck bringen wollte!

Ende des vergangenen Jahres sah die Leseordnung einen Text aus dem 3. Kapitel des Kolosserbriefes vor. Nun war dies 1953 Thema meines mündlichen Vortrages im Abitur und der Text ist mir noch recht geläufig. Mit Befremden musste ich feststellen, dass man aus dem vorgesehenen Text drei Verse ausließ, die offenbar die zeitgemäße Interpretation erschwerten.

Meine schriftliche Reklamation beim Pfarrer blieb unbeantwortet. Beim Evangelium von der „heidnischen Frau“ (Mt 15.21) konnte er wohl seine ständige Rede vom barmherzigen Jesus mit diesem Text nicht vereinbaren. Deshalb war dieser für ihn eine Erfindung des Evangelisten, der damit eine Aussage machen wollte (chic!), die man dann leicht interpretieren konnte. Dass auch Markus (Mk 7.24) das Ereignis schildert, wird das „dumme Kirchenvolk“ ja nicht wissen.

So wird bei fast jeder Predigt den Gläubigen vorenthalten, dass es ein Gericht gibt und man die Annahme der Gnade des HERRN auch kraft des eigenen Willens beharrlich verweigern kann.

Ich bin weder Theologe noch Altsprachler und kann daher zum Thema „für viele“ oder „für alle“ mit wissenschaftlicher Kompetenz nichts beitragen. Mein juristisch geschulter Verstand sagt mir aber: Wenn in einer Kirche in einem zentralen Augenblick der Priester auf Duldung oder gar Verlangen seines Bischofs ein Christuswort anders formuliert als es im Neuen Testament oder im diözesanen Gesangbuch steht, dann ist gegen die Verkündigung dieser Kirche Misstrauen angesagt.

  • [1] Und ich habe nach dem Krieg mehrere Kapläne erleben dürfen, die ich in bester Erinnerung behalten werde!
  • [2] Wäre heute eine Neufassung angebrachter? (aus dem Pfarrbrief Höxter 2012): „Unserm Herzen soll die Stunde, ewig unvergessen sein; denn sie brachte frohe Kunde für das Konto und das Sparschwein. Gäb’ es diese Fete nicht, blieb ich wohl ein armer Wicht.“
  • [3] Es war die Zeit des ersten Golfkrieges, also 1990 – 1991.

Sachbücher und Jugendliteratur von Günter Mayer:

Die folgenden Bücher können alle portofrei bei unserem KOMM-MIT-Verlag (felizitas.kueble@web.de) bestellt werden:

Aufsichtspflicht, Haftung und Versicherung für Jugendgruppenleiter. Ein unentbehrliches Handbuch für alle, die in der Kirche oder im Verein Verantwortung für Kinder und junge Leute übernehmen oder andere damit betrauen. Es macht Mut zum Ehrenamt, denn wer das Risiko kennt, kann es beherrschen. Damit dem Gruppenleiter, dem Vereinsvorstand oder dem Pfarrer „nichts passiert, wenn was passiert!“  – 6. Auflage. – Preis 16,50 € index

Die Jungen von Nain. Ein Buch zum Neuen Testament. Zwei Jungen begegnen Jesus und erleben die Passion, die Auferstehung und die Ausbreitung der jungen Kirche. Zum Vorlesen (ab ca 8 Jahren) und zum Selbstlesen (ab ca 10 Jahren). Ideales Geschenk zu allen Anlässen, besonders aber zur Erstkommunion. Nur 9,95 €

Geht nicht nach Berchidda. Die abenteuerliche Fahrt einer Jungengruppe nach Sardinien. Wer schrieb die alte Chronik? Was weiß der Fremdenlegionär? Steckt hinter allem Angela oder ist das Geheimnis auf dem alten Friedhof begraben? Zum Vorlesen und Selbstlesen (ab etwa 10 Jahren). Aber auch Erwachsene finden das Buch spannend.  – Nur 9,95 €

Steffens letzte Ferien. Kaum jemand kann sich heute noch vorstellen, wie die „sexuelle Revolution“ der „68er“ gerade auf Jugendliche in der Pubertät gewirkt hat. Alles, was Eltern, Schule und Kirche bisher verboten hatten, galt in den Medien plötzlich als erlaubt und sogar wünschenswert. Kein Wunder, dass man das ausprobieren wollte! Alles, was junge Leute dem Verfasser an Erlebnissen erzählt haben, ist in diese erfundene Geschichte eingeflossen. Mag dies auch zunächst befremden; bald merkt man, dass hier doch ein „frommes Buch“ geschrieben wurde. (Für Jugendliche ab ca. 16 Jahren und Erwachsene). 12,5o €

Der Franzosenstein. 16 Kurzgeschichten und ein Märchen zum Erzählen und Vorlesen in der Familie oder Jugendgruppe. Dazu Tipps für die Gruppenarbeit (Spiele, Quiz, Kochrezepte). Dieses Buch sollte in keiner Jugendgruppe fehlen. Ebenfalls 9,95 €

Sachbücher für besondere Lebenslagen:

Richtig handeln im Trauerfall. Auch junge Leute sehen ganz alt aus, wenn sie plötzlich einen Trauerfall (Eltern, Großeltern) abwickeln müssen. Umgang mit Behörden, dem Gericht, den Banken, den Versicherungen, dem Finanzamt, den Miterben usw.; Beerdigung, Grabpflege Erbschein, Erbteilung, Pflichtteil und manches mehr. Natürlich mit dem neuen Erbschaftssteuer-Recht und dem neuen Erbrecht. 6. Aindexxxuflage – Preis nur 9,95 €

Soll ich mein Haus übertragen? Wer zu Lebzeiten sein Haus auf Kinder oder Enkel übergeben will und nicht vorher dieses Buch liest, ist selbst schuld, wenn er plötzlich auf der Straße sitzt. Spart man so wirklich Steuern? Meist nicht! Und außerdem: Die Sicherung des eigenen Lebensabends geht steuerlichen Überlegungen vor. Ohne Grundwissen verstehen viele die Notar-Beratung nicht. Zunächst Grundwissen erwerben (Buch), dann beraten lassen, dann erst entscheiden! Nicht drängen lassen! Natürlich mit dem neuen Schenkungssteuer-Recht und mit Hinweisen auf das neue Erbrecht.  – 6. Auflage –  Preis 11,50 €

Immobilien günstig ersteigern. Zunächst einmal für alle, die gerne ein Haus, einen Bauplatz, eine Eigentumswohnung ersteigern möchten. Aber auch für jene, die nach Erbschaft oder Ehescheidung gegen ihren Willen in eine Versteigerung verstrickt werden. 12. (!) Auflage  –  Preis 9,95 €

 


Internationales Fußballbegegnungsfest vom 19. bis 21. Juni 2015 in Leipzig

Ein Zeichen für Toleranz und gegen Antisemitismus setzen – das ist das Ziel des Internationalen Fußballbegegnungsfestes 2015, das vom 19. bis 21. Juni in Leipzig stattfindet. 16 C-Junioren-Teams aus Deutschland, der Schweiz und Israel werden zusammenkommen und sich interkulturell austauschen.

Die Veranstaltung beginnt am Freitag, den 19. Juni, um 17 Uhr mit einer Gedenkstunde in der Leipziger Innenstadt (Brühl 45). Dabei soll an die Sportler der jüdischen Sportvereine, die von den Nazis aufgelöst wurden, erinnert werden.

Am Sonntag werden die 16 Mannschaften ab 10.30 Uhr auf dem Gelände der Sportschule Leipzig (Abtnaundorfer Straße 47) gegeneinander antreten und um den „Max und Leo Bartfeld Pokal“ spielen.

Der Pokal ist benannt nach zwei der engagiertesten Mitglieder des jüdischen Fußballclubs „Bar Kochba Leipzig“, der 1938 zwangsaufgelöst wurde. Mehrere Mitglieder der Familie Bartfeld überlebten die Shoah und werden anlässlich des Internationalen Fußballbegegnungsfestes aus den USA und den Niederlanden anreisen.

Mehr Infos zur Veranstaltung »

Quelle: Tüpfelhausen – Das Familienportal e.V.  / Israelische Botschaft in Berlin


Luftfahrt-Forschung: NASA und DLR vereinbaren weitere Zusammenarbeit

Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben zwei Abkommen über die weitere wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich Luftfahrt unterzeichnet.

Vertragsunterzeichnung zwischen DLR und NASA

Beide Partner wollen zukünftig gemeinsam an den Forschungsthemen Flugzeuglärmsimulation und Verbesserung der Hubschrauberaerodynamik arbeiten.

FOTO: Vertragsunterzeichnung zwischen DLR und NASA

Die Abkommen wurden auf der Paris Airshow in Le Bourget während eines bilateralen Treffens des DLR-Luftfahrtvorstands Prof. Rolf Henke mit dem NASA-Administrator für Luftfahrtforschung Dr. Jaiwon Shin verabschiedet.

„In den vergangenen Jahren konnten wir bereits unsere wissenschaftlichen Stärken in mehreren Projekten bis hin zu gemeinsamen Forschungsflügen für eine effizientere und umweltfreundlichere Luftfahrt zusammenbringen“, sagt Prof. Henke. „Diese bewährte Zusammenarbeit weiten wir nun auf die Forschungsbereiche Fluglärm und Drehflügler aus.“

Im Dezember 2010 hatten DLR und NASA in einem Rahmenabkommen bereits den Grundstein für die gemeinsame Arbeit in der Luftfahrtforschung gelegt.

„Seit vielen Jahren arbeiten NASA und DLR erfolgreich in der Forschung zusammen“, sagt Dr. Shin. „Die Abkommen machen es möglich, die produktive Zusammenarbeit fortzusetzen, denn wir wollen gemeinsam Lösungen finden, von der die globale Luftfahrtgemeinschaft und die Passagiere weltweit profitieren.”

Eines der nun geschlossenen Abkommen bezieht sich auf die Zusammenarbeit im Bereich anspruchsvoller Lärmvorhersagemodelle und etabliert dazu Vergleichsstandards zwischen beiden Forschungseinrichtungen.

Eine Verringerung des Fluglärms ohne nachteiligen Einfluss auf die Umwelt und die Leistungsfähigkeit im Luftverkehr ist eine große Herausforderung. 

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10307/470_read-13922


Unionsfraktion: Israel hat das Recht und die Pflicht, seine Bürger zu schützen

Bericht über die israelische Militäroperation 2013

Vor der Veröffentlichung eines kritischen Untersuchungsberichts der Vereinten Nationen zum Gaza-Krieg im vergangenen Sommer hat eine hochrangige Militärdelegation, der auch General a.D. Klaus Naumann angehört, einen eigenen Bericht vorgelegt.

Foto: Markus Hammes

Foto: Markus Hammes

Dazu erklärt der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder (siehe Foto):

„Die israelische Militäroperation Protective Edge im Jahre 2013 war notwendig, um die Menschen in Israel vor Angriffen aus Gaza zu schützen. Zu diesem Ergebnis kommen nicht nur der Vorsitzende der US Joint Chiefs of Staff, General Martin Dempsey, sondern auch eine hochrangige internationale Militärdelegation, der unter anderen der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, General a.D. Klaus Naumann, angehört.

Der jüdische Staat Israel hat das Recht und die Pflicht, sein Staatsgebiet und seine Bürger zu schützen. Bei der Operation Protective Edge hat Israel alles daran gesetzt, zivile Verluste unter den Palästinensern zu verhindern, obwohl diese oftmals von der Hamas als menschliche Schutzschilde eingesetzt wurden.

Wenn als Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen Gegenangriffe notwendig wurden, wurden die Zivilsten zuvor stets gewarnt.

Seit der Beendigung der Operation unterstützt Israel aktiv den Wiederaufbau in Gaza. Seit Sommer letzten Jahres wurden mehr als 1,2 Millionen Tonnen Baumaterial geliefert – dies alles trotz der Gefahr, dass die Baumaterialien von der Hamas erneut zweckentfremdet werden könnten. Neben der Wiederaufbauhilfe hat die israelische Regierung aber auch viele Maßnahmen ergriffen, um das Leben der Menschen in Gaza zu verbessern und die Wirtschaft zu beleben.

Dies zeigt, dass Israel den Frieden in der Region ernsthaft will. Dabei unterstützt Deutschland als wichtigster Verbündeter den jüdischen Staat, denn seine Sicherheit liegt uns sehr am Herzen. Für das Ende von Terrorismus und Gewalt sowie für eine Zwei-Staaten-Lösung setzen wir uns engagiert ein.“


GOTT hat mich all meinen Ängsten entrissen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 34 (33),2-3.4-5.6-7.

Ich will den HERRN allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des HERRN;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den HERRN,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den HERRN, und ER hat mich erhört,
  ER hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der HERR erhörte ihn.
ER half ihm aus all seinen Nöten.

 


Die besondere theologische Nähe zwischen Judentum und katholischer Kirche

Von Felizitas Küble

Daß die Erwählung der Israeliten und der Alte Bund die Wurzel des Christentums darstellen, muß nicht erklärt werden, zumal Christus selbst häufig aus dem Alten Testament zitierte und glasklar erklärte, er sei nicht gekommen, um das (Religions-)Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen. bischof

Zusätzlich gibt es eine Reihe von Gemeinsamkeiten zwischen der jüdischen Religion (auch in ihrer heutigen Gestalt) und speziell dem katholischen Glauben, die reihenweise aufzuzählen den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Hier seien aber einige Beispiele erwähnt:

1. Beide Glaubensrichtungen lehren, daß Gott sowohl barmherzig wie auch gerecht ist. Vor allem bei den Psalmen und Propheten des AT wird die Güte, Heiligkeit und Gerechtigkeit des Ewigen betont.   –  Auch der katholische Glaube verkündet den sowohl „lieben“ wie auch gerechten und allheiligen Gott, der das Gute belohnt und das Böse bestraft.  –  Im Protestantismus ist dieser Gesichtspunkt hingegen stark an den Rand gedrängt.

2. Beide Glaubensrichtungen lehren, daß die guten Werke notwendig für das ewige Heil sind (was Luther und die anderen Reformatoren ausdrücklich bestritten haben). Natürlich ist der Glaube das „Fundament jeder Rechtfertigung“, wie auch das Trienter Konzil klarstellte. Gleichwohl geht es, wie der hl. Apostel Paulus betont, um einen „Glauben, der durch die Liebe wirksam wird“, denn „der Glaube ohne Werke ist tot“ (Apostel Jakobus). Folglich verkünden Bibel, Judentum und Kirche keinen bloßen Kopfglauben oder Fiduzialglauben (wonach allein schon das Vertrauen auf Gott allein selig mache). P1020947

3. Beide Glaubensrichtungen lehren, daß die Einhaltung der göttlichen Gebote notwendig für das ewige Heil ist. „Wer meine Gebote hält, der ist es, der mich liebt“  – „Nicht jeder, der HERR, HERR sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt“, erklärte Christus  eindeutig  –  und auch der hl. Johannes schärft genau diesen Gedanken in seinen beiden neutestamentlichen Briefen immer wieder ein.  –  Hingegen vertritt der Protestantismus die Auffassung, das Halten der göttlichen Gebote sei zwar ein wünschenswertes Ideal, aber keine Voraussetzung für den Himmel, weil angeblich „der Glaube allein selig macht“.

4. Beide Glaubensrichtungen lehren, daß es im Jenseits eine Läuterungs-Vorstufe zur ewigen Seligkeit gibt, nämlich als Purgatorium („Fegefeuer“), wie es die katholische Kirche verkündet bzw. als eine Art Wartestation für jene, die zwar gläubig, aber in einem nicht ausreichend gerechten Zustand verstorben sind (jüdische Ansicht). Auch Juden beten  – wie die Katholiken – für ihre Verstorbenen; es gibt die rituellen jüdischen Totengebete und die persönlichen Fürbittgebete, etwa für verstorbene Eltern, Verwandte, Freunde etc.   –  Die katholische Kirche führt ihre Lehre vom jenseitigen Läuterungszustand nicht zuletzt auf den alttestamentlichen Makkabäerbrief zurück, in dem es heißt, es sei ein „heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie vom Makel ihrer Schuld befreit werden“.  – Der Protestantismus verwirft hingegen den Fegefeuer-Glauben, da er die Alleingenügsamkeit des Glaubens lehrt, wonach die Christen in den Himmel und die Ungläubigen in die Hölle gelangen; eine Art vorläufiger „Zwischenlösung“ gibt es daher nicht. 120505288_BV_July und Mike

5. Beide Glaubensrichtungen lehren die Heiligkeit der Ehe, wobei dieser Gedanke schon im Alten Testament klar zum Ausdruck kommt, etwa beim Propheten Hosea, der bereits den Bund Gottes mit seinem Volk Israel mit der Ehe vergleicht; mehrfach wird der Abfall vieler Israeliten vom wahren Gott als „Ehebruch“ angeklagt.  – Die katholische Kirche verkündet, daß die Ehe ein Abbild des Bundes Christi mit seiner Kirche darstellt und daß die Ehe wirksame Gnaden des Himmels vermittelt (Standesgnaden der Ehe).  – Demgegenüber bezeichnete Luther die Ehe als ein „weltlich Ding“ und widersprach ausdrücklich der katholischen Lehre vom „Sakrament“ der Ehe.

6. Beide Glaubensrichtungen lehren, daß der menschliche Wille frei ist, weshalb der Mensch für seine guten und bösen Gedanken, Worte undTaten verantwortlich ist  –  bis in die Ewigkeit hinein. Natürlich ist der menschliche Wille durch den Sündenfall geschwächt, aber nicht außer Kraft gesetzt, sondern ausreichend vorhanden, um Freiheit und Verantwortlichkeit des Menschen zu gewährleisten.  – Hingegen schrieb Luther ein Buch über den „unfreien Willen“, weil die menschliche Natur durch den Sündenfall angeblich nicht nur geschwächt worden sei, sondern „total verdorben“ – und daher der Wille unfähig zu allem Guten. media-374158-2

7. Beide Glaubensrichtungen lehren, daß die Psalmen von großer Bedeutung für das Gebets- und Glaubensleben sind. Das tägliche Brevier der katholischen Priester, die Tagesgebete der Ordensleute und der „gregorianische Choral“ sind größtenteils von den Psalmen des Alten Testaments geprägt, ebenso die täglichen liturgischen Lesungen der katholischen Kirche.   –  Zudem besteht der klassische Rosenkranz nicht zufällig aus 150 Ave-Marias, dem sogenannten „Brevier der Laien“: Weil die Gläubigen im Mittelalter oft nicht lesen konnten, waren sie nicht in der Lage, die 150 Psalmen des AT zu beten; daher nahmen sie ihre Zuflucht „ersatzhalber“ zu den 150 Ave Marias und den Heilsgeheimnissen des Neuen Testamentes. Der dreifache Rosenkranz (freudenreich, schmerzhaft, glorreich) wird nicht ohne Grund auch „Psalter“ (kommt von „Psalterium“) genannt.  – Hingegen spielen die Psalmen in den „amtlichen“ (liturgischen) Gebeten des Protestantismus eine weitaus geringere Rolle als katholischerseits, mögen sie auch in den Privatgebeten mancher gläubiger Evangelischer gut beheimatet sein.

Kein Wunder also, daß z.B. Friedrich Heiler, ein bekannter Religionshistoriker, sich von der katholischen Kirche u.a. deshalb trennte, weil der Katholizismus aus seiner Sicht viel zu „judaistisch“ geprägt sei. In seinem Buch „Das Wesen des Katholizismus“ beanstandet er seitenlang, daß der katholische Glaube auf einer „judaistischen Gesetzesreligion“ aufbaue. Weil ihm dies  – nebst weiteren Kritikpunkten  – mißfiel, wurde er protestantisch, wobei er bei manch anderen Themen durchaus noch weiter katholischen Vorstellungen anhing, vor allem hinsichtlich der Mystik und der Sakramente.

Aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang außerdem, daß der deutsch-jüdische Oberrabbiner Leo Baeck in seinem Klassiker Das Wesen des Judentums seitenlang seine religiös begründete Kritik am Protestantismus ausbreitet (z.B. auf den S. 49  – 53), nicht jedoch an der katholischen Kirche, deren Denken und Glauben ihm sichtlich näher liegt.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MiT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Israel: Reaktionen auf den Brandanschlag gegen die Brotvermehrungs-Kirche

„Verachtenswertes Verbrechen: ein Anschlag auf uns alle!“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (siehe Foto) sprach am Donnerstagmorgen (18.6.2015) mit Yoram Cohen, dem Direktor der israelischen Sicherheitsbehörde Shin Bet. netanyahu07-14

Der Regierungschef beauftragte ihn damit, eine vollständige und schnelle Untersuchung des Brandanschlags auf die Brotvermehrungskirche in Tabgha (siehe Foto) einzuleiten.

Ministerpräsident Netanyahu erklärte:

“Der entsetzliche Brandanschlag von heute Morgen auf eine Kirche ist ein Anschlag auf uns alle. In Israel ist Glaubensfreiheit einer unserer Grundwerte und ist gesetzlich garantiert.

Jene, die für dieses verachtenswerte Verbrechen verantwortlich sind, werden die volle Kraft des Gesetzes zu spüren bekommen. Hass und Intoleranz haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.“ 

Präsident Rivlin: „Fürchterliche Schändung einer heiligen Stätte“

Der israelische Präsident Reuven Rivlin sprach am Donnerstagmorgen mit Abt Gregory Collins, dem Vorsteher des Benediktinerordens in Israel.

Präsident Rivlin erklärte:

„Ich war schockiert und traurig, als ich diesen Morgen vom Brand in der Kirche in Tabgha gehört habe. Solch eine fürchterliche Schändung einer alten und heiligen Stätte des Gebets ist ein Angriff auf die Lebensstruktur in unserem Land, wo Menschen verschiedener Glaubensrichtungen danach streben, in Harmonie, gegenseitiger Toleranz und respektvoll zusammenzuleben.“  

Der Präsident fügte hinzu: „Als Staat und Gesellschaft ist Israel verpflichtet, die heiligen Stätten aller Glaubensgemeinschaften zu schützen und zu erhalten. Ich kann Ihnen versichern, dass die zuständigen Autoritäten dieses Verbrechen untersuchen werden und alles Mögliche tun werden, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich glaube, dass wenige Menschen Israel mehr Schaden zufügen als diejenigen, die solche Taten begehen.“

Abt Gregory Collins: „Ein Angriff auf die israelische Demokratie“

Pater Gregory Collins dankte dem Präsidenten herzlich für seinen Anruf. Er sagte:

„Herr Präsident, ich schätze Ihren Anruf sehr. Dies ist für uns alle ein Angriff auf die israelische Demokratie, nicht nisraeltag2ur auf eine Religionsgruppe. Wir wissen, dass alle klar denkenden Menschen in Israel gegen solche Taten sind, die von einer kleinen Minderheit verübt werden.“ 

Er sagte dem Präsidenten: „Dies ist eine der am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten in Israel. Über 5000 Besucher kommen hier jeden Tag hin. Nun wird die Stätte für die nächsten drei Tage geschlossen sein.“

Der Präsident sagte zum Abschluss: „In einer Welt, in der Extremismus den Weg der Gewalt und Einschüchterung wählt, haben wir die heilige Aufgabe, zum Dialog und Verständnis zusammenzukommen.“

Er bat, dass Pater Gregory allen Mitgliedern der Gemeinschaft sein Mitgefühl und seine guten Wünsche ausrichten möge.

Quellen: Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten, Sprecher des israelischen Präsidenten, israelische Botschaft in Berlin

Foto: Israelisches Tourismusministerium