Fatima-Seherin Lucia: Geht es beim „Endkampf“ wirklich um Ehe und Familie?

Erst kommt der Glaube, dann die Moral

Die neokonservativ-katholische Nachrichtenseite „Kath.net“ wandte sich am heutigen 24. Juni 2015 einem ihrer Lieblingsthemen zu, den Visionen und Erscheinungen – in diesem Fall: Der bekannten Fatima-Seherin Lucia. Camberg-Peter-Paul-DSC_0342
 .
In dem Artikel heißt es eingangs nicht ohne Dramatik: „Die letzte Schlacht zwischen Gott und dem Satan werde um die Familie geschlagen, hat Sr. Lucia dos Santos in einem Brief an Kardinal Caffarra geschrieben.“

Wörtlich lautet jene Aussage der Fatima-Visonärin: „Die letzte Schlacht zwischen dem Herrn und der Herrschaft Satans wird um die Ehe und die Familie geschlagen.“

Dies habe Kardinal Caffarra, der Erzbischof des italienischen Bistums Bologna, bereits im Jahre 2008 in einem Interview erklärt.

Außerdem habe ihm die Ordensfrau geschrieben: „Jeder, der sich für die Heiligkeit der Ehe und Familie einsetzt, wird in jeder Hinsicht bekämpft und abgelehnt werden, weil das die entscheidende Frage ist.“
Hat Schwester Lucia recht mit dieser Einschätzung, die angesichts der aktuellen Kontroversen um Ehe und Familie von manchen Katholiken als „prophetisch“ betrachtet wird?

Ich meine NEIN – und zwar aus folgenden Gründen:

1. Die Sittlichkeit ist nicht das Fundament des Glaubens, sondern soll seine Auswirkung sein. Nicht die Moral führt zum Glauben, sondern der recht verstandene und gelebte Glaube führt zu den Zehn Geboten und damit zur Anerkennung und Ausübung des Willens Gottes, auch des 6. Gebotes.  Kreuzkuppel

2. Infolgedessen geht es sowohl grundsätzlich wie auch bei der „letzten Schlacht“ nicht entscheidend um „Ehe und Familie“, sondern um den Wahrheitsanspruch Christi und der Kirche, um die unverkürzte Heilsbotschaft unseres HERRN.

3. In der Heiligen Schrift lesen wir nichts davon, daß es in der Endzeit in der Auseinandersetzung mit dem antichristlichen Weltgeist vor allem um Ehe und Familie gehe. Wäre dem aber so, dann hätte dies in der Bibel wohl doch  seinen Niederschlag gefunden, zumal sich viele Stellen in der Hl. Schrift mit dem Ende der Zeiten befassen.

4. Unser CHRISTLICHES FORUM hat sich bereits in hunderten (!) Artikeln eindeutig für die katholische Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe ausgesprochen und den hohen Wert der Familie betont, zudem x-mal die verderbliche Gender-Ideologie scharf kritisiert. Wir haben hier keinerlei Nachholbedarf.

Das ändert aber nichts am Grundprinzip, wonach das Fundament des Christentums nicht die Moral, sondern der Glaube ist; die Sittlichkeit ist eine Frucht des gelebten Glaubens! – Es geht heute und zu allen Zeiten wesentlich um Christus  –  und nicht um Ehe und Familie, so wichtig diese Institutionen für Kirche und Welt auch sind.

Unsere Autorin Felizitas Küble ist ehrenamtliche Leiterin des Christoferuswerkes in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Bischof Pavao Žanić aus Mostar klärt auf: „Die Wahrheit über Medjugorje“

Der angebliche Marienerscheinungsort Medjugorje liegt in Bosnien-Herzegowina im Bistum Mostar. Sowohl der jetzige katholische Oberhirte Peric wie auch sein Amtsvorgänger, Diözesanbischof Pavao Žanić (siehe Foto), äußern sich seit Jahrzehnten sehr kritisch über die dortigen Phänomene.    Zanic

Auf der offiziellen Webseite des Bistums gibt es einen aufklärenden Artkel in mehreren Sprachen, auch in deutsch. Daraus zitieren wir nachfolgend, was Bischof Zanic im Mai 1990 über den Fall des Pater Vego berichtet hat.

Dieser Franziskaner wurde durch die römische Zentrale aus seinem Orden entlassen und suspendiert. Obwohl er seine priesterlichen Vollmachten nicht mehr ausüben durfte, hielt er sich nicht an das Verbot und blieb zudem hartnäckig weiter im Kloster. Er hörte auch nicht auf den Bischof, der ihn immer wieder zum Gehorsam gegenüber dem Vatikan und der franziskanischen Leitung in Rom ermahnte.

Dergleichen kann wohl vorkommen, doch der eigentliche „Gag“ des Ganzen liegt woanders:

Die angebliche Himmelsmutter soll sich in mehreren Entscheidungen gegen die Ordenszentrale und den Ortsbischof gestellt und jenen Priester entschieden als „unschuldig“ verteidigt  haben. Der Geistliche hatte freilich damals bereits ein Liebesverhältnis mit einer Nonne, die von ihm mittlerweile zwei Kinder bekam. 

Wie die „Gospa“ einst den Bischof anklagte

Hier die leicht gekürzte Schilderung dieses Vorgangs durch Bischof Zanic:

„Touristenführerin Marina B. brachte zu mir im August 1989 einen Priester aus Panama, Rodriguez Teofilo. Mit ihm kam auch die Journalistin Carmen C. Capriles aus Panama. mtcarmelpic1

Marina stellte sich vor als Touristenführerin, Dolmetscherin für die englische Sprache und Konvertitin von Medjugorje.

Der Priester aus Panama wollte wissen, warum ich an die Gottesmutter-Erscheinungen im Medjugorje nicht glaube. Ich habe ihm geantwortet, daß es wenigstens 20 Gründe gibt, von denen nur einer genügt, warum jeder ehrliche und gut informierte Mensch zum Ergebnis kommen könnte, daß die Erscheinungen nicht übernatürlich sind.

Er bat mich, ihm nur einen Grund ausführlich zu erläutern. Ganz kurz erzählte ich ihm den Fall des ehemaligen Franziskaner in Medjugorje, Ivica Vego:

Aufgrund des Ungehorsams wurde er – durch eine Entscheidung des HI. Vaters  –  von der Generalordensverwaltung in Rom aus dem Orden entlassen, von den Gelübden dispensiert („a divinis suspensus“). Er wolte aber nicht gehorchen, sondern blieb im Kloster und zelebrierte weiter, teilte Kommunion aus und hatte ein festes Liebesverhältnis.

Nach dem Bericht aus dem Tagebuch von Vicka, wie auch nach der Aussage von allen Erscheinungsehern hatte die Gottesmutter 13-mal über ihn gesagt, er sei unschuldig und der Bischof sei schuldig.

Als seine Geliebte, die Ordensschwester Leopolda, schwanger wurde, haben sie beide Medjugorje und den Orden endlich verlassen. Jetzt leben sie zusammen in der Nähe von Medjugorje und haben 2 Kinder. Das von Ivica Vego redigierte Gebetbuch wird in Medjugorje immer noch in Tausenden von Exemplaren verkauft.

Als ich Dolmetscherin Marina bat, dies ins Englische zu übersetzen, empörte sie sich und sagte: „Ach, sollen wir auch diese schmutzigen Sachen enthüllen!?“

Ich erwiderte: „Es ist nicht recht, es ist sogar eine Sünde, diese Wahrheit zu verdecken, auch wenn sie unangenehm ist. Man muß sie offen sagen!“ 

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.cbismo.com/index.php?mod=vijest&vijest=1677  (inzwischen nicht mehr aufrufbar)

Zudem hier (auf englisch, 2. Absatz): http://www.catholictradition.org/Mary/medjugorje5a.htm


34. Jahrestag der „Erscheinungen“ von Medjugorje: Kein Grund zum Jubeln

„Seherin“ Vicka: Alle Religionen glauben an „denselben Gott“

Als sich vor genau 34 Jahren die Himmelsmutter angeblich in Medjugorje „niederließ“ bzw. dort mehreren Seherkindern täglich erschien und einigen davon heute noch regelmäßig „Botschaften“ übermittelt, ahnte niemand, daß diese Privatoffenbarungen sage und schreibe 34 Jahre und wohl noch länger dauern, denn ein Ende dieses Aberglaubens ist nicht in Sicht. 884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

Sicherlich wird die „Gospa“ auch dann munter weiter erscheinen, wenn die vatikanische Glaubenskongregation ausdrücklich erklärt, daß die katholische Kirche zu keiner Anerkennung dieses Phänomens bereit ist. Die zuständigen Ortbischöfe von Mostar äußern sich seit über 30 Jahren ablehnend, was euphorische Medju-Anhänger jedoch nicht anficht.

Nebst endlosen Wiederholungen bzw. insgesamt eher gewöhnlichen als ungewöhnlichen Aussagen präsentiert das Erscheinungsphantom mitunter auch theologisch abwegige Äußerungen, die sicherlich nicht „von oben“ stammen können.

Man kann jedes x-beliebige Medju-Buch aufschlage, um solch merkwürdige Zitate zu finden; es genügen aber manchmal auch kleine Blättchen – wie zB. die Zeitschrift „Medjugorje“ aus der Schweiz. Dort erschien im Mai 2013 ein Interview mit der umtriebigen Seherin Vicka, in dem es auf S. 24 heißt:

„Einmal hat die Gospa gesagt, dass es die Menschen sind, welche die Spaltungen in den Religionen gemacht haben.“ (Die Marsmännchen waren es tatsächlich nicht, also müssen es wohl doch Menschen gewesen sein?!)

Die begnadete Visionärin fügt erklärend noch hinzu, diese „Unterschiede“ zwischen den Religionen würden „nicht von Gott“ stammen. Das wäre andernfalls auch allzu seltsam, nicht?!

Die Seherin stellt sodann erleuchtet bzw. erleichtert fest: „Gott ist einer. Wir beten alle zum selben Gott. Wichtig ist nur, wie wir unseren Glauben leben.“ – Also zwei Grundsätze sind jetzt hoffentlich allen klar: 1. Seid nett zueinander! – 2. Ob Jud, ob Heid´, ob Hottentott, wir glauben an denselben Gott.

Zudem vergißt Vicka nicht, zu erwähnen, daß die Gottesmutter  die ganze Welt und alle Menschen „gleichermaßen“ liebt, unabhängig von ihrer Religion. Prima, dann laßt uns alle singen  und schunkeln: „Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind…“


Weltraumforschung: Flüssiges Wasser und Schneeschichten auf dem Mars

Knochentrocken und staubig zeigt der Mars sich heute – doch die Untersuchung des Istok-Kraters hat jetzt gezeigt: In regelmäßigen Abständen strömten von seinen Kraterwänden so genannte Muren – flüssiges Wasser vermischt mit Gesteins- und Staubpartikeln – in sein Inneres.

Istok%2dKrater

„Das Überraschende daran ist: Dies muss ziemlich häufig geschehen sein“, erläutert Ernst Hauber, Planetenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

FOTO: Planetenforscher des DLR und der Universität Utrecht haben Spuren von Muren aus Sand und Geröll an den Innenwänden des Istok-Kraters auf dem Mars untersucht.

Er ist Co-Autor einer Studie, die von Tjalling de Haas von der Universität Utrecht geleitet wurde und die am 23. Juni 2015 im Fachjournal Nature Communications erschienen ist.

Die Forscher haben untersucht, wieviel Muren in welchen zeitlichen Abständen notwendig waren, um die festgestellten Ablagerungen im Krater zu erklären. Die jüngsten Ströme mit flüssigem Wasser sind nach diesen Schätzungen in den letzten Hunderttausenden von Jahren erfolgt.

„Für uns Planetenforscher ist das quasi gestern“, betont DLR-Wissenschaftler Ernst Hauber. Die Muren im Istok-Krater gingen seit seiner Bildung mit einer Häufigkeit ab, die auch in extrem trockenen Gebieten auf der Erde festgestellt wurde.

Für ihre Untersuchungen wählten die Planetenforscher einen eher jungen, nur eine Million Jahre alten Krater in den mittleren südlichen Breiten des Mars und analysierten die Spuren von Muren aus Sand und Geröll an seiner Innenwand.

„Mindestens anderthalb bis fünf Zentimeter Schmelzwasser sind für solche großen Muren notwendig“, sagt Tjalling de Haas, Doktorand der Universität Utrecht.

„Das bedeutet, dass die Schneeschichten im Krater mehrere Dezimeter dick gewesen sein müssen. Die Schneeschmelze hat dann zu flüssigem Wasser und der Bildung von Muren geführt. Dies konnte immer nur dann geschehen, wenn die Rotationsachse des Roten Planeten um mehr als 30 Grad zur Sonne geneigt war und sich Eis der Polarregionen in Richtung Äquator verlagert hatte.

Der Mars ist dann über die Hälfte mit Schnee bedeckt, der teilweise an denjenigen Kraterwänden schmilzt, die dem Äquator und damit der Sonne zugewandt sind. Eine Situation, die nur etwa alle 120000 Jahre vorliegt“, erläutert DLR-Planetenforscher Ernst Hauber.

Während beispielsweise die Erdachse eine konstante Neigung von etwa 23 Grad zur Sonne hat, was die Jahreszeiten verursacht, variiert die Neigung beim Mars in den letzten zehn Millionen Jahren zwischen 15 und 35 Grad und verursacht so große Klimaschwankungen. „Zurzeit schmilzt auf dem Mars allerdings nichts“, sagt Planetenforscher Ernst Hauber vom DLR. „Und es könnte auch wieder einige Hunderttausend Jahre dauern, bis es wieder flüssiges Wasser dort gibt.“

Quelle hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-14010/year-all/#/gallery/19807

Foto: NASA/JPL/University of Arizona.


Bürger hegen wenig Vertrauen in die Medien

Das Vertrauen der Bundesbürger in die politische Berichterstattung der Medien ist gering: Lediglich vier von zehn Deutschen haben diesbezüglich „sehr großes“ oder „großes“ Vertrauen, wie eine Studie von Infratest Dimap im Auftrag der Wochenzeitung „Die Zeit“ ergab. pc_pi

Die Mehrheit hingegen, insgesamt 60 Prozent der Befragten, hegt wenig (53%) oder gar kein (7%) Vertrauen. Rund ein Viertel der Befragten sagte zudem, ihr Zutrauen in die Berichterstattung der Medien sei in den vergangenen Jahren gesunken.

Wer der Berichterstattung der Medien misstraut, wirft ihnen vor allem bewusste Fehlinformation und Manipulation (27%) vor, Einseitigkeit (20%) sowie handwerkliche Fehlleistungen, etwa schlechte Recherchen (15%). Rund jeder zehnte der Befragten bemängelte außerdem die fehlende Unabhängigkeit der Medien.*

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Keine Beihilfe zum Selbstmord: Plädoyer für den Sensburg-Dörflinger-Entwurf

Von Rechtsanwalt Leo Lennartz

Die 10 Gebote sind kurz, knapp und eindeutig. Ihr „Du sollst“ bedeutet jedes Mal ein unbedingtes Verbot oder ein unbedingtes Gebot. Sie bestimmen nicht nur das Verhältnis der Menschen zu Gott, sondern sind religionsübergreifend verbindliche Richtschnur für das Leben aller Kulturnationen gewordenpolskaweb

Im 5. Gebot heißt es: „Du sollst nicht töten = morden.“  – Darunter fällt auch die Selbsttötung, im Sprachgebrauch Selbstmord genannt. Damit wird schon die Abscheu gegenüber der Tat ausgedrückt.

Es gibt auch keine Kulturnation, die den Selbstmord positiv bewertet. Er wird nur hingenommen, weil er nicht vermeidbar ist. Er kann auch nicht bestraft werden, wenn er vollendet ist. Ein versuchter Selbstmord wird aus praktischen Erwägungen nicht bestraft. In Deutschland entfällt im übrigens eine Bestrafung wegen Beihilfe oder Anstiftung, wenn die Haupttat, wie hier, nicht strafbar ist.

Dass Selbstmord zu Recht nicht positiv bewertet wird, beweist schon der § 216 StGB, der die Tötung auf Verlangen unter Strafe stellt. Darin bringt der Staat auch heute schon unübersehbar seine Missbilligung des Selbstmords zum Ausimagesdruck.

Das Unrecht beweisen auch die verstörenden Auswirkungen einer solchen Tat auf das Umfeld. Ein Selbstmord löst regelmäßig Bestürzung und Fassungslosigkeit aus.

Bei Angehörigen, Freunden, Arbeitskollegen, Mitschülern und sogar bei Fernstehenden entstehen oft dauernde Schuldgefühle, weil sie die Gefährdung des Betroffenen nicht erkannt und seinen Tod nicht verhindert zu haben. Für Familien hat die Tat oft schwere gesundheitliche, gesellschaftliche, aber auch finanzielle Folgen.

Der Selbstmord ist eben nicht das normale Lebensende. Er wird stets als ein Geschehen außerhalb der Norm begriffen und bei allem Verständnis für den Betroffenen auch als ein Versagen des Täters gegenüber seiner Verantwortung für selbst wie andere.

Selbstmord ist kein Akt der menschlichen Autonomie

Dennoch gab und gibt es immer wieder Stimmen, die den Selbstmord als einen Akt menschlicher Autonomie bezeichnen und sich dabei auch auf das Grundgesetz berufen.

Diese Auffassung ist allerdings unrichtig. Das Grundgesetz beschreibt zwar in Art. 2 Abs. 1 das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, macht aber die Einschränkung, dass dieses Recht nur insoweit besteht, als nicht die Rechte anderer verletzt werden und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstoßen wird.
DSC00254

Selbstmord verstößt aber gegen das Sittengesetz, weil ein Mensch eine gegen sich selbst gerichtete Tat begeht, sich dabei seiner irdischen Existenz beraubt. Selbstmord verstößt gegen die Rechte anderer, weil der Umwelt Schaden zufügt wird.

Selbstmord ist auch ein Verstoß gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Durch den Selbstmord und jeden weiteren wird der Respekt vor dem menschlichen Leben zunächst relativiert und geht später immer mehr verloren. Auch folgt der mangelnden Ehrfurcht vor dem eigenen Leben der Mangel an Respekt vor dem Leben des anderen.

Und wenn das Grundgesetz im 2. Absatz von Art. 2 davon spricht, dass jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat, spricht es von aktuellen und zukünftigen Zuständen oder Entwicklungen, aber nicht von einem Recht, das eigene Leben zu beenden. Wer also einen Anspruch auf Selbstmord aus einer angeblich unbeschränkten Autonomie, d.h. Selbstgesetzlichkeit, des Menschen herleiten will, hat tatsächlich das Recht nicht auf seiner Seite.

Wie steht es mit der Beihilfe zum Selbstmord?

Nach derzeitiger Rechtslage ist sie möglich, denn Beihilfe zum Selbstmord ist nicht unter Strafe gestellt. Dass dennoch hierüber so intensiv diskutiert wird, ist zunächst auf das in den letzten Jahren vermehrt zu beobachtende Auftreten von so genannten Sterbevereinen zurückzuführen.
Scannen0001 (22)

Deren Tätigkeit wird allgemein als unethisch abgelehnt, zumal sie im Verdacht stehen, mit der Beihilfe zum Selbstmord, also dem Tod, Geschäfte zu machen.

Da es indessen nicht gelang, eine Formel zu finden, mit der eine organisierte oder geschäftsmäßige Beihilfe zum Selbstmord zuverlässig unterbunden und strafrechtlich sanktioniert werden kann, verlagerte sich die Diskussion auf die Frage, wie Beihilfe zum Selbstmord positiv beschrieben und so die unerwünschten Nebenerscheinungen vermieden werden könnten.

Das kommt natürlich allen jenen, die dem Selbstmord einen positiven Wert zusprechen, sehr entgegen.

Nach der Statistik gibt es in Deutschland etwa 10.000 vollendete Selbstmorde pro Jahr und etwa 100.000 Selbstmordversuche.

Noch vor wenigen Jahren ergab eine Umfrage, dass 93 % der deutschen Bevölkerung die Beihilfe zum Selbstmord für strafbar hielten. Die Hilfe von Sterbevereinen nehmen jährlich etwa 200 – 300 Personen in Anspruch, also eine im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung verschwindend geringe Zahl, aber das waren bzw. sind die Personen, um die es angeblich zunächst ging.

Aufgrund der Diskussion zu dieser Frage und der Aufklärung über den tatsächlichen Rechtszustand, nämlich die Straffreiheit der Beihilfe, ergibt sich nunmehr eine ganz andere Sachlage.

Leiden gehört zum Menschenleben dazu

Jetzt werden auf allen Vertriebswegen (Presse, Radio, Fernsehen und Internet) von interessierter Seite schlimme Einzelschicksale geschildert, um darzustellen, was man auch gar nicht bestreiten kann, dass es leidende Menschen in aussichtsloser, todesnaher Situation gibt, die sich selbst nicht mehr umbringen können und dafür nach der Hilfe eines Dritten verlangen.

42252-3x2-teaser190x127Die Tatsache, dass Leiden unabdingbar zum menschlichen Leben gehört, wird ausgeblendet und stattdessen die Forderung erhoben, dass diese leidenden Menschen für ihr Vorhaben Hilfe von anderen bekommen dürften.

Hauptargument ist, man dürfe in schwierigen Situationen aus Mitleid am Sterben eines Lebensmüden mitwirken. Bei genauer Betrachtung ergibt sich, dass es in vielen Fällen weniger um Mitleid geht, als um die eigene Betroffenheit über die Situation des anderen, die man nicht länger aushalten will.

Das wiegt dann schwerer als die Situation dessen, der tatsächlich oder auch nur angeblich Beihilfe zum Selbstmord verlangt.

Diese Haltung ist allerdings kein echtes Mitleid sondern bedeutet Verweigerung der Solidarität ausgerechnet dann, wenn sie am nötigsten ist.

Lebensmüde Menschen wollen nicht den Tod, sondern Hilfe

Es ist ja längst bekannt und wird auch in der Diskussion nicht ernsthaft bestritten, dass die meisten Selbstmordwünsche ihren Grund entweder in einer psychischen Krankheit haben oder aber im Empfinden des Betroffenen, nicht mehr geliebt zu werden, zu nichts mehr nutze zu sein, anderen nur noch zur Last zu fallen, und Ihnen darüber hinaus Kosten zu bereiten.
Logo Christustag
Solchen Menschen darf man ihr Leid nicht dadurch vergrößern, dass man sie in ihren Vorstellungen unterstützt. Sie brauchen vielmehr eine helfende Hand, durch die sie wieder in das normale Leben zurückgeführt und bei früher oder später zum Tode führender Krankheit liebevoll betreut werden. Geschieht dies, wird der Todeswunsch in den allermeisten Fällen sehr bald und dauernd aufgegeben.

Das zeigt, dass der Lebensmüde im Zweifel nicht seinen Tod wünscht, sondern Hilfe in einer Situation, die ihm unerträglich ist. Der Forderung, Beihilfe zum Selbstmord aus Mitleid leisten zu dürfen, darf deshalb nicht gefolgt werden, denn dieser Forderung, können durchaus auch eigennützige Gründe zugrundeliegen. Das gilt eben nicht nur für Sterbevereine.

Es gibt Ärzte – ich habe sie selbst schon vor Jahren beim „Marsch für das Leben“ in Berlin erlebt – die für sich einen im Ergebnis unkontrollierten, rechtsfreien Raum für eine Beihilfe zum Selbstmord fordern. Dafür gibt es nicht die geringste Begründung. Auch Ärzte stehen natürlich unter dem Recht.

Mögliches materielles Interesse von Angehörigen

Und auch bei nahen Angehörigen oder sonstigen Nahestehenden gibt es neben dem Mitleid, dass gar nicht bestritten zu werden braucht, die gleich naheliegende Alternative eines persönlichen, nicht zuletzt materiellen, Interesses, dass der Leidenszustand des Angehörigen mit ihrer Hilfe ein Ende finden möge.

Schließlich leisten sie oft über viele Jahre eine aufopferungsvolle Pflege, die ihnen alles abverlangt, während das Erbteil, das Ihnen zugefallen wäre, durch die Kosten aufgebraucht wird.

Und wenn die demographische Entwicklung so weitergeht, werden die Alten den Jungen immer mehr zur Last werden. Und oft bedarf es keiner großen Anstrengung, einem schwachen, kranken oder lebensmüden Menschen den Lebensmut zu nehmen.

Rechtsstaat verträgt keine rechtliche Unsicherheit

Weder bei behandelnden Ärzten noch dem persönlichen Umfeld wird im Zweifel ein Staatsanwalt später feststellen können, ob straffreie Beihilfe vorlag oder die schon erwähnte strafbare Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB) oder gar Totschlag bzw. Mord. Diese rechtliche Unsicherheit darf in einem Rechtsstaat nicht hingenommen werden.vaccine_2_360_250_s_c1

Zudem: Wenn eine solche Übung einreißt, wird prompt und sehr bald die Forderung kommen, auch die Tötung auf Verlangen straffrei zu stellen. Denn wenn man dem Lebensmüden den Giftbecher hinstellen darf, warum soll man ihm dann nicht beim Trinken helfen dürfen?  – Die jüngste Forsa-Umfrage bestätigt die Befürchtung.

Man darf also die Frage der Strafbarkeit einer Beihilfe zum Selbstmord nicht an einigen besonders anrührenden Fällen messen und entscheiden. Maßstab muss sein, was allgemein gelten muss.

Es besteht bereits jetzt erkennbar die abstrakte Gefahr, dass die bisher straflose Beihilfe zum Selbstmord gerade für kranke und schwache Menschen zu einer konkreten Lebensgefahr wird. Hier ist der Staat schon aus Gründen der Gefahrenabwehr gehalten, dem entgegenzutreten.

Nun gibt es zum Thema Beihilfe zum Selbstmord Initiativen aus der Mitte des Bundestages, nämlich einen Antrag und mehrere ausformulierte Gesetzesentwürfe. Hierüber soll in den kommenden Monaten im Deutschen Bundestag beraten und im Herbst abgestimmt werden.

Gesetzesentwürfe aus dem Dt. Bundestag:

Dazu ist zu sagen:

1. Der Antrag von Keul verlangt, dass der Bundestag bezüglich Beihilfe zum Selbstmord überhaupt nichts unternehmen und alles beim Alten lassen möge. Er verkennt, dass die heutige Situation eben nicht mehr mit der früheren zu vergleichen ist, als Beihilfe zum Selbstmord noch weit überwiegend als verboten angesehen wurde oder ein Tabu war.marsch_2013_photo_dv_447_m

2. Der Gesetzesentwurf von Künast und anderen begehrt ausdrücklich die gesetzliche Möglichkeit der organisierten oder geschäftsmäßigen Hilfe zur Selbsttötung. Verbieten will er nur die gewerbsmäßige Förderung der Selbsttötung. Er deckt, ich vermute ungewollt, sehr klar die Konsequenzen auf, die allen kranken und schwachen Menschen drohen, die sich gegen das organisierte angebliche Mitleid nicht (mehr) wehren können.

3. Der Gesetzesentwurf von Hintze und anderen plädiert für eine ärztliche Hilfestellung bei der Lebensbeendigung. Er ist deshalb so übel und abzulehnen, weil mit ihm versucht wird, den Arzt, und dabei im Zweifel gerade den, der den Kranken besonders gut kennt und ihn bisher mit dem Ziel der Heilung behandelt hat, zum Komplizen und Mittäter bei der Tötung seines Patienten zu machen Dabei wird in Kauf genommen, dass das positive Bild des Arztberufes ruiniert und jedes Vertrauen in den Arzt , der bis zuletzt auf der Seite des Lebens stehen muss, zerstört wird.

4. Der Gesetzesentwurf von Brand und anderen, der derzeit besonders in der CDU/CSU-Fraktion mit prominenten Namen als Unterstützern beworben und von der Presse hochgeschrieben wird, beschreibt zwar die gegenwärtige Gefährdungslage ziemlich gut, zieht aber daraus nicht die richtigen Konsequenzen, wenn er nur die geschäftsmäßige Beihilfe zum Selbstmord unter Strafe stellen will. Das genügt aus den genannten Gründen eben nicht.

Den drei Gesetzesentwürfen ist gemeinsam, dass es bei der jetzigen Rechtslage der Straffreiheit der Beihilfe zum Selbstmord verbleiben soll. Damit verstärken sie tatsächlich die Gefahr, die erkennbar von Angehörigen, Nahestehenden und Ärzten und im Antrag Künast zusätzlich von Sterbevereinen ausgeht und deren Konkretisierung absehbar ist.

Für alle diese Vorschläge gilt: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

JA zum Entwurf von Sensburg und Dörflinger

Aber es gibt auch den richtigen Lösungsvorschlag.  Patrick Sensburg

Der Gesetzentwurf der Abgeordneten Prof. Dr. Patrick Sensburg, CDU (siehe Foto) und Thomas Dörflinger (CSU) zeigt nicht nur die Gefahren auf, welche jetzt eine eindeutige Aussage des Gesetzgebers nötig machen.

Er zeigt auch die richtige Lösung auf und verlangt konsequenterweise, dass jede Beihilfe zum Selbstmord wie auch die Anstiftung und der Versuch dazu unter Strafe gestellt werden.

Das ist auch nach dem, was dargelegt wurde, zwingend. Nur so nämlich kann der notwendige Lebensschutz für jedermann und vor allem für schwache und kranke und lebensmüde Personen durch einen geeigneten Rechtsrahmen gewährleistet werden.

Deshalb sollten Sie auch aus eigenem Interesse diesen Vorschlag unterstützen, und vor allen Dingen die Abgeordnete oder den Abgeordneten ihres Wahlkreises aber auch die übrigen Abgeordneten des Deutschen Bundestages dringend bitten, diesen Vorschlag im Parlament zu unterstützen und als Gesetz zu beschließen.

Schon allein damit setzen Sie ein Zeichen der Solidarität für Menschen in Gefahr.

Eine solche gesetzliche Regelung schützt auch Sie persönlich.

Leo Lennartz aus Euskirchen ist Rechtsanwalt und Bundesvorstandsmitglied der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL).


„Ehe für alle“-Initiative von Dirk Ludigs will „Druck auf die Politik“ erhöhen

Von Felizitas Küble

Eine aktuelle Pressemitteilung der schwul-lesbisch-„queeren“ Initiative „Ehe für alle“ wartet jetzt mit dem bombastischen Titel auf: „Größtes Bündnis der LSBTI-Geschichte in Deutschland gegründet: Initiative EheFürAlle erhöht den Druck auf die Politik“ 159481-3x2-teaser296

Nach der Irland-Abstimmung hätten sich, so heißt es weiter,  bislang 22 Gruppen, Vereine und Verbände in Deutschland zur Initiative „EheFürAlle“ zusammengeschlossen.“

Der Sprecher dieses Bündnisses, Dirk Ludigs, erklärt dazu: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit koordinierten Aktionen den gesellschaftlichen Druck auf den Bundestag und die Kanzlerin zu erhöhen, bis die Ehe endlich auch in Deutschland für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird.“

Man darf sich aber wundern, denn mit Dirk Ludigs steht jetzt ausgerechnet jener schwule Publizist und Aktivist an vorderster Front pro „Ehe für alle“, der sich bislang ganz anders positionierte:

Ludigs schrieb in den letzten Jahren mehrfach gegen eine Einführung der „Homo-Ehe“, weil ihm diese Vorstellung viel zu verbürgerlicht bzw. zu wenig „queer“ und „bunt“ etc. erschien.

Dirk Ludigs contra Ehe für Homosexuelle

So äußerte er sich z.B. in diesem Artikel vom 13.11.2013 auf der homosexuell orientierten Webseite „Siegessäule“ eindeutig ablehnend zum Thema gleichgeschlechtliche Ehe:

„Es wird sie schon alleine deshalb nicht geben, weil jeder der sie fordert, das Wesen der LGBTI*-Welt von Grund auf verkennt. Sie ist eben queer, bunt, verschieden und bis zum Platzen voll mit unterschiedlichsten Individuen.

Sie ist in sich schon eine fragile Koalition der Andersartigen, die weder durch eine Religion, noch politische Überzeugung und schon gar nicht durch einen gemeinsamen Lebensentwurf zusammengehalten wird. Sie ist polymorph, pervers und in ihr streiten queere Studierende um Genderfragen, outen sich lesbische Verlegerinnen als Ehegegnerinnen und streiten Transgender sich mit Transsexuellen um das Für und Wider von Anpassungs-OPs.“

Ähnlich argumentierte Ludigs im schwulen Portal „Du & Ich“, als er dort in einem Artikel u.a. den grünen Politiker Volker Beck kritisierte:

„Vielen vor allem linken und alternativen Bewegten war seine Fixierung auf die Homo-Ehe zutiefst suspekt, sein Bild des „normalen Schwulen“, das er so sehr abgab wie propagierte, drohte in deren Augen alternative Lebensentwürfe wie den des promisken Szeneschwulen erneut an den gesellschaftlichen Rand zu drängen, von dem aus man sich für sein Verhalten erneut zu rechtfertigen hätte.“ pressefotoberger11

David Berger übt Kritik an Äußerungen Ludigs

Der homosexuelle Philosoph und bekannte Publizist Dr. David Berger (siehe Foto) äußerte sich in einem Beitrag vom 15.4.2015 im Debattenmagazin „The European“ kritisch über problematische Äußerungen dieses umtriebigen Aktivisten:

„Ludigs war einst Chefredakteur der inzwischen eingegangenen Homo-Magazine „Du&Ich“ und „Front“ und ist heute als Kolumnenautor bei dem bereits erwähnten Magazin „Siegessäule“ tätig.

Der Autor forderte noch vor gut einem Jahr in einem schwulen Lifestylemagazin, die heutigen Schwulen mögen doch bitte wieder mehr Verständnis für Pädosexuelle aufbringen. Denn: „Die heute gängige Pawlow’sche Distanzierung der Grünen und der Schwulenbewegung“ von der gemeinsamen Vergangenheit mit den Pädosexuellen sei „unanständig“ und leiste „der Dämonisierung einer sexuellen Minderheit Vorschub“.

„Waldschlösschen“ gehört ebenfalls zur Aktionseinheit

Zudem erstaunt es, daß die neue Initiative „Ehe für alle“ ausgerechnet das sog. „Waldschlösschen“ in die Schar seiner Unterstützer aufgenommen hat.

Zu dieser  –  auch mit Steuergeldern finanzierten  –  Gruppierung  schrieb Dr. Berger in dem zuvor erwähnten Artikel:

„Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte im vergangenen November in einem großen Beitrag auf die „unklare Positionierung“ der schwulen Tagungsstätte im Hinblick auf Sympathien für Pädosexualität hingewiesen.

Daraufhin erfolgt vonseiten des Stiftungsrats der Volkshochschule, zu dem auch der Grünen-Politiker Jürgen Trittin gehört, – wohl auf dessen Betreiben – eine Stellungnahme, nach der die Strafbarkeit von sexuellen Handlungen mit Kindern für die Akademie „außer Frage stehe“.

Interessanterweise wurde die Stellungnahme offensichtlich, nachdem der Presserummel verstummt war, wieder aus dem Netz genommen. (…) Die einzige nennenswerte Aktion des BLSJ der letzten Jahre trägt bezeichnenderweise den Titel „Waldschlösschenappell“.

Felizitas Küble leitet beruflich den KOMM-MIT-Jugendverlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk eV in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.