Paulus und der „Stachel im Fleisch“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 2 Kor 12,7-10:

Brüder! Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Camberg-Peter-Paul-DSC_0342

Dreimal habe ich den HERRN angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse.

ER aber antwortete mir: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.

Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

„Laß dir an meiner Gnade genügen“

Der hl. Apostel Paulus hatte wirkliche Visionen und Himmelserfahrungen – sehr im Unterschied zu vielen selbsternannten „Sehern“ und Pseudo-Propheten aller Zeiten, die ihre „Botschaften“ und „Offenbarungen“ oft sofort in die Welt hinausposaunen (heutzutage per Internet bisweilen schon wenige Tage danach)  – während Paulus sich 14 Jahre Zeit gelassen hat, bis er der Christengemeinde in Korinth mit wenigen Worten von seinen übernatürlichen Erlebnissen berichtet hat.

Dabei betont der Völkerapostel mehrfach nüchtern und selbstkritisch die Gefahr, daß man sich nach dem Empfang besonderer himmlischer Gnaden „überhebt“. Deshalb habe Gott zugelassen, erläutert Paulus, daß er mit einem „Stachel im Fleisch“ leben und leiden mußte; sein flehentliches Gebet um Befreiung wurde nicht erhöhrt. Christus ließ ihn wissen: Laß dir an meiner Gnade genügen!


Israel: Christen zunehmend besorgt über IS-Propaganda in Jerusalem

Radikal-islamische Übergriffe gegen Christen nehmen zu

Am 25. Juni 2015 wurden in Ost-Jerusalem Flugblätter mit der schwarzen Flagge des „Islamischen Staates“ (IS) von einer Gruppierung verteilt, die sich selbst „Islamischer Staat in Palästina“ nennt. Darin werden Christen aufgefordert, die Stadt vor dem Ende des Ramadan am 18. Juli 2015 zu verlassen. Andernfalls würden sie ermordet. Junge Christin bei Gottesdienst für den Frieden in Syrien

Auch gegen Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas wurden Drohungen ausgesprochen. Christen in Jerusalem haben sich vor dem Hintergrund wiederholter islamistischer Gewaltankündigungen besorgt geäußert und um Gebet gebeten.

Leiter verschiedener christlicher und islamischer Gemeinschaften in Jerusalem verurteilten die Botschaft der Flugblätter einhellig. Der Generaldirektor der Caritas in Jerusalem, Raed Abusahliah, teilte mit, der Vorfall habe einige Unruhe ausgelöst und zeige die Verwundbarkeit der christlichen Gemeinschaft in Jerusalem.

In den letzten Monaten kam es in der Jerusalemer Altstadt immer wieder zu Feindseligkeiten gegen Christen. So griffen am 5. Mai 2015 muslimische Jugendliche von Christen bewohnte Privathäuser an. Außerdem rissen sie das Kreuz vom Patriarchat der Äthiopischen Kirche in Jerusalem und sprühten Graffitis mit antichristlichen Inhalten auf die Außenmauer.

Berichten zufolge hat es unter Palästinensern in letzter Zeit verstärkte Aktivitäten des IS gegeben. Anfang Mai 2015 wurde am Flughafen Ben Gurion eine Postsendung aus der Türkei nach Ramallah abgefangen. Das Päckchen enthielt 120 Ringe mit den Insignien des IS. Sicherheitsbeamte werteten den kleinen Vorfall als Indiz für ein gewisses Maß an Verbundenheit zwischen palästinensischen Gruppierungen und dem IS.

Scheich Issam Ameera, ein Imam an der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg, stellte kürzlich eine Predigt mit dem Titel „Der Islamische Staat ist der Hüter von Religion und Staat“ ins Internet. Darin führte er aus, dass ein Muslim in ständigem Krieg mit dem „polytheistischen Feind“ leben müsse, also ein klarer Bezug zu den Christen.

HINWEIS: Am 4. und 5. Juli 2015 sprechen Christen aus Verfolgungsländern bei der Open Doors Jubiläumskonferenz in Karlsruhe.

Foto: Bistum Regensburg


Homöopathie: Warum Dr. Natalie Grams ihre Einstellung grundlegend änderte

Eine Medizinerin denkt um und gibt ihre Praxis auf

Die Rhein-Neckar-Zeitung veröffentlichte am 2. Juli 2015 online einen interessanten Bericht von Birgit Sommer mit dem Titel: Eine Ärztin denkt um: „Homöopathie hat keine arzneiliche Wirkung“.  Mein Buch zum Thema:

Es geht dabei um die Medizinerin Dr. med Natalie Grams; sie wollte, so heißt es eingangs, „ein flammendes Plädoyer für die alte Heilmethode schreiben“, doch nachdem sie sich gründlich mit dem Thema befaßt hatte, wurde daraus „ein ganz anderes Buch“ (siehe Foto).

Die junge Ärztin führte eine homöopathische Privatpraxis in Heidelberg, die erfolgreich lief. Bei ihren wissenschaftlichen Nachprüfungen wurde der Ärztin immer klarer, „dass die meisten von Hahnemanns Ideen heute wissenschaftlich widerlegbar sind“, wie die Tageszeitung berichtet.

Frau Grams erlebte viele schlaflose Nächte; sie gab ihre Praxis auf, kümmert sich nun um ihre drei Kinder – und plant, sich zur Fachärztin für Psychosomatik weiterzubilden.

Auf die Frage nach dem vor allem in Esoterik-Kreisen weitverbreiteten Spruch „Wer heilt, hat recht“ antwortet sie:

„Ich will nicht bestreiten, dass die Homöopathie eine Wirkung hat – nur sicher keine arzneiliche Heilwirkung. Wirksam ist etwas, das man unter objektivierbaren Bedingungen reproduzieren kann. Bei der Homöopathie geht eine Wirksamkeit unter solchen Bedingungen nicht über ein Placebo hinaus. Was nicht verwunderlich ist, da ihre Medikamente nichts enthalten.“

Über ihre Recherchen teilt sie den Lesern mit:

„Ich habe mich ein Jahr lang damit beschäftigt, wie man Studien aufbaut und interpretiert und was bei der Potenzierung der Heilsubstanzen wirklich passiert, aber auch mit vielen Wissenschaftlern über die Theorie der Homöopathie gesprochen.“

Das erwähnte Buch der Ärztin: http://www.amazon.de/Hom%C3%B6opathie-neu-gedacht-Patienten-wirklich/dp/3662453363/ref=cm_rdp_product

Blog der Ärztin: http://homoeopathie-neu-gedacht.blogspot.de/2015/07/was-hat-mich-uberzeugt-mit-der.html

Das lesenswerte Buch ist offenbar in mancherlei Hinsicht noch nicht skeptisch genug, wie in dieser Amazon-Rezension erläutert wird: http://www.amazon.de/review/R1HAD646PZ40BX/ref=cm_cr_dp_title?ie=UTF8&ASIN=3662453363&channel=detail-glance&nodeID=299956&store=books

HINWEIS: Die Journalistin Maria Amrhein hat ebenfalls ihre Meinung zur Homöopathie geändert: http://www.cicero.de/salon/das-geschaeft-mit-globuli-aberglaube-heilt-nichts/59547

 


USA: Die Einführung der Homo-Ehe kann auf Dauer ein Abtreibungsverbot bewirken

Von Dr. med. Edith Breburda

In einem Kommentar von Francis Wilkinson berichtet das Wisconsin State Journal vom 3 Juli 2015, dass der Triumph der Liberalen bezüglich Legalisierung der Homo-Ehe in den Vereinigten Staaten durchaus zu einem Verbot der Abtreibung führen könnte: Dr. Breburda
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Die konservativen Gruppen in den USA sind mutlos geworden, seitdem das Urteil des Obersten Gerichtshofes zugunsten der homosexuellen Ehe in allen 50 Staaten ausgesprochen wurde. Es handelt sich um einen Meilenstein bei der Erweiterung der Rechte, der Macht und der moralischen Legitimität einer zuvor marginalisierten Gruppe.
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Die Legalisierung weiterer Rechte könnte aber den Samen für einen konservativen Sieg bei einem anderen wichtigen Anliegen enthalten: beim Verbot der Abtreibung.
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Der wichtigste Teil im Programm der US-amerikanischen Liberalen ist die permanente Anstrengung, den bürgerlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmen für die Menschen zu erweitern. Dieser Prozess, der kein Ende zu haben scheint, hat bisher z. B. zur Einführung des Frauenwahlrechts, der Bürgerrechte, der Erweiterung der Rechte von Immigranten und von  Homosexuellen geführt.
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Eine erfolgreiche Legalisierung der Transgender-Rechte scheint in der Zukunft fast sicher. Es gibt sogar bereits Stimmen, die ein Recht auf Inzest und Polygamie fordern. imagesCAHIF86C
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Die anhaltende Anerkennung und Stärkung der Rolle der bisherigen Randgruppen bewirkt allerdings Spannungen bei der liberalen Unterstützung der Abtreibungsrechte. Umfragen zeigen, dass sich die Wähler selbst häufiger als „liberal“ definieren als in der Vergangenheit. Die liberale Aufschwung ist u.a. auf die öffentliche Unterstützung der homosexuellen Ehe zurückzuführen.
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Nur noch 52% der Baby-Boomer sagen, Abtreibung solle in allen oder den meisten Fällen legal sein.
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Die Ausweitung der Rechte von Minderheiten stellt ein interessantes Dilemma dar. Ungeborene haben bisher keine Rechte. Bei den US-amerikanischen Liberalen hat sich jedoch die Meinung, dass ein Fötus nur ein „Zellhaufen“ ohne inneren Wert darstelle, weitgehend geändert. Stattdessen hört man auch von dieser Seite nunmehr Forderungen, die Abtreibung solle „sicher und selten“ sein.
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Der libertäre Impuls in der amerikanischen Kultur ist stark, und Erweiterungen der Rechte  –  wie bei den homosexuellen Ehen  –  verstärken diesen Impuls noch. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie sich dies auf die Gesellschaft auswirken könnte. DSC_0048
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In konservativen Regionen kann sich das sog. „Recht auf Abtreibung“ deutlich schwieriger durchsetzen, weil  dort diepolitischen Führer zugunsten der Persönlichkeitsrechte des ungeborenen Babys die gesetzlich legale Abtreibung behindern.
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Selbst für Tiere, die in den USA als „humane Pets“ bezeichnet werden, fordert die Tierrechtsbewegung einen weitaus größeren Schutz als für einen menschlichen Fötus. Wegen Tierquälerei kann man zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden.
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Einem Kind im Mutterleib sollte der gleiche Rechtsschutz gewährt werden wie allen anderen Lebewesen.
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Frauen sind in den USA lange an den Rand gedrängt worden. Durch das gesetzliche Recht auf Abtreibung sollte  – so hieß es –  ihre soziale Würde gestärkt werden. Aber nachdem der Einfluss der Frauen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gewachsen ist, scheint ihr Nachwuchs paradoxerweise wenig Schutz zu erhalten.
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Der Respekt vor dem Persönlichkeits-Recht für die heute noch marginalisierten menschlichen Föten könnte eines Tages zu einem Verbot der Abtreibung führen. Dann hätten die Anliegen der Lebensrechtler auf paradoxe Weise gesiegt.
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
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Gott sprach zum Propheten Ezechiel: „Stell dich auf die Füße, Menschensohn!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Ez 1,28b.2,1-5:

In jenen Tagen, als ich die Erscheinung der Herrlichkeit des HERRN sah, fiel ich nieder auf mein Gesicht. Und ich hörte, wie jemand redete. Tagesimpuls

ER sprach zu mir: Stell dich auf deine Füße, Menschensohn; ich will mit dir reden.

Als ER das zu mir sagte, kam der Geist in mich und stellte mich auf die Füße. Und ich hörte den, der mit mir redete. ER sagte zu mir:

Menschensohn, ich sende dich zu den abtrünnigen Söhnen Israels, die sich gegen mich aufgelehnt haben. Sie und ihre Väter sind immer wieder von mir abgefallen, bis zum heutigen Tag. Es sind Söhne mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen. Zu ihnen sende ich dich. Du sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott, der HERR.

Ob sie dann hören oder nicht – denn sie sind ein widerspenstiges Volk -, sie werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war.