Zeitzeugen im Zentrum: TV-Dokumentation über die deutschen Heimatvertriebenen

Von Susanne Habel

Zum ersten bundesweiten Gedenktag für Flucht und Vertreibung am 20. Juni 2015 sendete ARD-Alpha die Dokumentation „Zwischen Verlust und Verantwortung. Die Vertriebenen und ihre Heimat“. Hier wurde das Schicksal der deutschen Vertriebenen in den 70 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs präsentiert. ST-1969

Der Zuschauer erlebte Filmsequenzen aus alten Wochenschauen und Nachrichtensendungen , die man selten oder nie zu sehen bekommt: Heimattreffen der fünfziger und sechziger Jahre und Videos von Reisen in die Tschechoslowakei während des kurzen politischen Tauwetters 1964 und kurz vor der Wende 1989 ließen die 70 Jahre seit der Vertreibung im Zeitraffer passieren.

BILD: Archivmaterial vom Sudetendeutschen Tag 1969 in Nürnberg

Als Berichterstatter kamen exemplarische Zeitzeugen zu Wort: Als Vertreter der Erlebnisgeneration und als Mitbegründer von Sudetendeutscher Landmannschaft und Sudetendeutscher Jugend erzählt Oskar Böse von der Anfangszeit, als sich die Vertriebenen im Westen in Verbänden sammelten, was die „Aussiedler“ in der späteren „DDR“ nicht durften – denn auch das Schicksal der Sudetendeutschen dort und der heimatverbliebenen Landsleute in der kommunistischen Tschechoslowakei wird angerissen.

Aus der „mittleren und jüngeren Generation“ beschrieb Günter Reichert, Ex-Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, die schwierige politische Einbindung und die gelungene Integration der Vertriebenen, die keineswegs Assimilation bedeutet habe. Fendl

Wie das sudetendeutsche Kulturerbe gepflegt wird, erläuterte Peter Becher, der langjährige Leiter des Münchener Adalbert-Stifter-Vereins. Die Pflege von Literatur, Kunst, Musik und Traditionen der böhmischen Länder verknüpft der sozialdemokratische Literaturwissenschaftler immer mit einem hohen Anspruch beim Minderheiten- und Menschenrechtsschutz.

BILD: Vorstellung des Architektenmodells für das Sudetendeutsche Museum am gleichen Ort durch Museumsbeauftragte Dr. Elisabeth Fendl im Film

In dieser Richtung äußerte sich auch Katharina Ortlepp, Landesvorsitzende der SdJ-Landesgruppe Bayern, die sich in einem Interview auf dem diesjährigen Sudetendeutschen Tag vehement für die Aufnahme der Flüchtlinge aus aller Welt in Deutschland einsetzte.

Aber nicht nur aus Böhmen, Mähren und Schlesien sind die Millionen deutscher Vertriebener gekommen. Sie stammten aus allen deutschen Ostgebieten, wie zum Beispiel die Donauschwaben, deren gut ausgestattete Heimatstube in Haar bei München im Film vorgestellt wird.

Die sudetendeutschen Heimatsammlungen dagegen drohen an Personal- und Geldnot oft zu scheitern. Und so ist es gut, dass in einem positiven Ausblick die Planung des Sudetendeutschen Museums in München vorgestellt werden konnte. Dort sollen viele heimatliche Kulturschätze einmal unterkommen. Auch in diesem Museum soll die Geschichte dann so packend nahegebracht werden wie in der Dokumentation.

Die Dokumentation stammt von Martin Posselt, dessen väterliche Wurzeln im nordböhmischen Gablonz liegen und der Redakteur des Bayerischen Rundfunks ist  –  und der Film ist im Internet weiter zu sehen.

Im Internet: „Zwischen Verlust und Verantwortung. Die Vertriebenen und ihre Heimat“: www.br.de/mediathek/video/video/die-vertriebenen-und-ihre-heimat-100.html

Unsere Autorin Susanne Habel ist Redakteurin und Journalistin aus München

Fotos: ARD-Alpha

 


Causa Griechenland: Verhandlungen über Schuldenschnitt, Euro-Austritt & Aufbauhilfe

Offener Brief von an Dr. Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Sie am 11. Oktober 2011 in einem von der NSA abgehörten Telefongespräch Ihre Sorge geäußert haben, dass selbst ein zusätzlicher Schuldenschnitt die Probleme in Griechenland nicht lösen könnte. Prometheus-Team-Frank_Schaeffler
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Einen Tag zuvor hatte ich die notwendigen 3500 Unterschriften für einen Mitgliederentscheid in der FDP gegen den  Europäischen Stabilitätsmechanismus und weitere Hilfen für Griechenland beim damaligen Generalsekretär der FDP, Christian Lindner, abgegeben.
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Insofern hat uns beide zum gleichen Zeitpunkt die Sorge umgetrieben, dass die von Ihnen angestoßene Griechenland-Rettung nicht funktionieren wird.
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Wie Sie wissen, habe ich am 7. Mai 2010 beim 1. Griechenland-Paket im Deutschen Bundestag erklärt, dass Griechenland nicht in der Lage sein werde, mit seiner Wirtschaft die Mittel zu erwirtschaften, die zur Schuldenreduzierung notwendig seien, solange Griechenland Mitglied der Eurozone sei. Notwendig wäre dafür ein Produktivitätsfortschritt der griechischen Wirtschaft von 30 Prozent, der in dieser kurzen Zeit nicht erreicht werden könne.
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Der von Ihnen befürchtete Schuldenschnitt kam in zweifacher Ausführung im Frühjahr und Herbst 2012. Trotz des größten Schuldenerlasses in der Nachkriegsgeschichte hat Griechenland heute mehr Schulden als vor der Krise. Doch anders als zum Zeitpunkt Ihres nun bekanntgewordenen Telefonats sind die Gläubiger nicht mehr private Investoren, sondern fast ausschließlich staatliche Geldgeber.
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Es ist das eingetreten, was die Linken uns immer vorwerfen: Die Gewinne werden privatisiert und die Verluste sozialisiert. euros
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Doch das ist vergossene Milch. Was können Sie in dieser Situation jetzt und heute tun? Meine Empfehlung ist: Sorgen Sie dafür, dass das Recht in Europa wieder zur Geltung kommt. Die griechische Regierung darf innerhalb des Euros kein weiteres Hilfspaket bekommen, da die Schuldentragfähigkeit bislang nicht gegeben war und sie auch künftig nicht gegeben ist.
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Bedenken Sie bitte, dass die neue griechische Regierung unter Alexis Tsipras seit dem 27. Januar 2015 im Amt ist. Seitdem hat diese Regierung faktisch nichts unternommen, um die Einnahmen zu erhöhen sowie die Ausgaben zu reduzieren.
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Nach wie vor werden die Reeder in Griechenland nicht besteuert, fast 70 Milliarden Steuerforderungen werden nicht eingetrieben, und nach wie vor hat Griechenland einen der größten Militäretats pro Kopf der Bevölkerung in der Welt. Ich glaube inzwischen, dass dahinter nicht die Unfähigkeit der dortigen Regierung steckt, sondern eine Strategie, die zum Ziel hat, dass die Regierung Tsipras schon längst die Zeit nach dem Euro plant. Nur sie wollen nicht selbst den Euro aufgeben müssen, sondern sie wollen Sie, Wolfgang Schäuble, Mario Draghi und Jean-Claude Juncker für die Übergangsprobleme verantwortlich machen.

Diese Strategie hat im Januar schon zum Wahlsieg von Syriza geführt. Die Maßnahmen der Troika und der Staatengemeinschaft wirkten wie Doping für die radikalen Kräfte in Griechenland.

Die Staatengemeinschaft sollte der Wahrheit ins Gesicht schauen und mit Griechenland über den Ausstieg aus dem Euro verhandeln. Der Ausstieg als Gegenleistung für einen Schuldenschnitt und anschließende Aufbauhilfen. Das wäre für beide Seiten ein akzeptabler Kompromiss.

Quelle und Fortsetzung des OFFENEN BRIEFES hier: http://prometheusinstitut.de/offener-brief-an-bundeskanzlerin-merkel/

Zum Autor, einem Vertreter des klassischen Liberalismus:

Frank Schäffler war von 2005 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages. In dieser Zeit stemmte er sich vehement gegen die sog. Eurorettung und stimmte gegen sämtliche Maßnahmen der Schuldenvergemeinschaftung im Euroklub. In der FDP initiierte er 2011 einen viel beachteten Mitgliederentscheid gegen den ESM (Europäischen Stabilitätsmechanismus).

Sein Buch „Nicht mit unserem Geld – Die Krise unseres Geldsystems und die Folgen für uns alle“ ist Bestseller auf der Liste des Manager-Magazins (Nr. 11/2014).


Buchvorstellung: Illustrierte Geschichte von Kloster Weltenburg an der Donau

Buch-Daten: Kloster Weltenburg, Geschichte und Gegenwart, Hrsg. Georg Schwaiger, Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 2014. Leinen mit Schutzumschlag. 21,5×22,5 cm. 528 Seiten mit 248 großteils farbigen Tafelabbildungen. ISBN 978-3-87437-472-9, Preis 29,90 €

Nun liegt erstmals eine Gesamtgeschichte Weltenburgs vor, herausgegeben von Georg Schwaiger, em. Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität München, mit Beiträgen von 14 renommierten Fachautoren.Umschlagfoto Joachim Feist

Die neue Klostermonographie ist reich ausgestattet mit ausgesuchten, meist farbigen Abbildungen.

Abt Benedikt Werner (reg. 1786 – 1803), letzter Prälat der Benediktinerabtei Weltenburg vor der Säkularisation von 1803, verfasste als Forscher in München bis 1830 eine Geschichte Weltenburgs in 24 Büchern.

Die ganze Umgebung Weltenburgs ist ältester Kulturboden im mittleren Europa. Drei Dinge vor allem sind es, die heute den Ruhm Weltenburgs ausmachen und Besucher aus weiten Teilen der Welt anlocken: Das ehrwürdige Alter, die einzigartige Schönheit der Landschaft am Eingang des felsenbewehrten Donaudurchbruchs und die wundersame Asamkirche.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der aus der Abtei Ensdorf postulierte Maurus Bächl (reg. 1713–1743) zum Abt des oft von Krisen heimgesuchten Konvents gewählt.

Durch sein zupackendes Auftreten und sein diplomatisches Geschick änderte sich alles: Strahlend tritt Weltenburg ins zweite Drittel des 18. Jahrhunderts mit neuen Gebäuden und mit einer spektakulären neuen Kirche, dem ersten Bau des römischen Barock in Altbayern – wie aus dem Lehrbuch des Borromini.

Maurus Bächl hatte Cosmas Damian Asam in Ensdorf kennengelernt. Asam hatte mittlerweile sein Studium an der Accademia di S. Luca in Rom mit Preisverleihung abgeschlossen.

Bei seinem ersten Werk »nach Rom« trat er nicht nur als Maler sondern auch – und nur ein einziges Mal – als Architekt auf. Nun bestehen die einzelnen Kunstgattungen nicht mehr nebeneinander. Asam schafft hier eine Raumkunst ohne Parallele in Rom und Bayern. Sein Bruder Egid Quirin übernimmt die Stuckausstattung, das Figürliche und die Marmoraltäre.

Jetzt bildet die neue Darstellung von Robert Stalla über Bau und Bedeutung des Werkes der Asam in Weltenburg einen Kern der neuen Klostermonographie.

Nach den Abhandlungen über das »alte«, 1803 aufgehobene Weltenburg bietet dieser Band auch vier Beiträge über den nach 1842 wiedererstandenen Konvent bis hin zur 2006 gelungenen Sicherung des Klosterareals gegen die Heimsuchungen der Hochwasser führenden Donau.

Die von Gertrud Diepolder erarbeitete Abhandlung über die Frühgeschichte wird nach Fertigstellung gesondert erscheinen.

zum Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei)

Verlag: Anton H. Konrad Verlag – Schulstraße 5 – 89264 Weißenhorn

HINWEIS auf die thematisch vielseitigen Seminare und Tagungen im Kloster Weltenburg: http://kloster-weltenburg.de/kursprogramm-2015/


CSU-Politiker Norbert Geis übt Kritik an der Publikation „Unheilige Allianzen“ der KAS

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) veröffentlichte unter dem Titel „Unheilige Allianzen – Radikalisierungstendenzen am rechten Rand der Kirchen“ am 17. Juni 2015 eine Ausarbeitung von Dr. Andreas Püttman und Dr. Liane Bednarz.

Der Text ist im wesentlichen hier online zu sehen: http://www.cicero.de/berliner-republik/meinungsdiktatur-putin-und-pegida-religioese-rechte-und-ihre-unheiligen-allianzenNorbert Geis

Norbert Geis aus Aschaffenburg (siehe Foto), Rechtsanwalt und bekannter Politiker (er war jahrzehntelang als Parlamentarier für die CSU im Deutschen Bundestag) hat sich in einem Schreiben an die Konrad-Adenauer-Stiftung vom 9. Juli 2015 kritisch mit der erwähnten Publikation befaßt.

Wir dokumentieren nachfolgend seinen Brief:

„Inzwischen habe ich mir die Mühe gemacht und habe die vorgenannte Ausarbeitung gelesen. Es ist ein breit angelegter Versuch, mit vielen Einzelbeispielen den Eindruck zu erwecken, als sei, was als Rechtskatholizismus gebrandmarkt wird, nicht nur eine Gefahr für die Kirche selbst, sondern für die Freiheit unserer ganzen Gesellschaft.

Diese Grundtendenz der Ausarbeitung wird schon ganz am Anfang sichtbar, indem ein Zitat Konrad Adenauers zur Freiheit in Anspruch genommen wird, um auf die Gefahr hinzuweisen, die vom Rechtskatholizismus angeblich ausgeht.

Natürlich stellt sich mir sofort die Frage, wer unsere Freiheit eigentlich wirklich bedroht. Gehört es nicht zum Zeitgeist, dem „Genderwahn“ blind nachzulaufen? Wird nicht der, der sich diesem Wahn widersetzt, sofort als rechtsradikal apostrophiert und damit in die Ecke gestellt und mundtot gemacht?  pc_pi

Wer heute auch nur den Anschein von „rechts“ erweckt, der muss mit der vollen Breitseite der gesamten im Grunde links ausgerichteten Presse Deutschlands rechnen. Eine bittere Erfahrung, die ich oft genug selbst habe machen müssen.

Ein weiterer Wahn, der alles niederwalzt, was sich ihm entgegenstellt, ist die Propagierung der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften als gleichwertiges Institut neben der Ehe. Wer da nur wagt, eine andere Position zu vertreten, gerät in der veröffentlichten Meinung sofort auf die Abschusslinie.

Darin sehe ich die eigentliche Gefährdung unserer Freiheit. Es ist niemand mehr frei, die homosexuelle Lebensweise offen zu kritisieren, ohne dafür nicht als rechtsradikal abgestempelt zu werden. 159481-3x2-teaser296

Als ich 2001 als rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion die Berichterstattung für das von der damaligen rot/grünen Regierungskoalition eingebrachte Gesetz zu den gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften übernommen habe, war ich einem solchen Wall an Aggressivität ausgesetzt, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.

Tatsächlich ist mir bei diesen rücksichtslosen Anfeindungen oft genug der Gedanke gekommen, meine Familie diesen schmutzigen Angriffen nicht länger auszusetzen. Immerhin haben mir diese kampfbereiten Homosexuellen Morddrohungen ins Haus geschickt.

Darin sehe ich die eigentliche Gefährdung unserer Freiheit. Minderheiten versuchen, andere, die nicht ihre Meinung vertreten, regelrecht zu terrorisieren. Das Schlimme nur ist, dass diese Minderheiten fast schon die gesamte veröffentlichte Meinung auf ihrer Seite haben. bildma1

Kein Wunder, dass es selbst Bischöfe kaum noch wagen, sich diesem Meinungsterror zu widersetzen.

Insoweit geht also diese von der Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlichte Ausarbeitung am eigentlichen Thema vorbei. Von denen, die dort als „Rechtskatholiken“ verurteilt werden geht keine Gefahr für unsere Gesellschaft, unsere Kultur oder gar für die katholische Kirche aus.

Das Hilfswerk „Kirche in Not“ leistet gerade für unseren katholischen Glauben große Dienste. Ich gehörte jahrelang dem Vorstand dieses Werkes an. Die Vereinigung von Laien „Forum Deutscher Katholiken“ will nichts anders, als ihren Beitrag dazu zu leisten, dass unser Volk seinen Glauben nicht verliert. Ich gehöre lange Zeit schon dem Kuratorium dieser Vereinigung an.

Den Einsatz der Menschen, die dort tätig sind, als Gefahr für unsere Freiheit zu denunzieren, ist völlig absurd. Ich erspare es mir, auf die Einzelheiten einzugehen. Die gesamte Ausarbeitung zeugt von einer großen Wirklichkeitsferne.

Bedauerlich für mich ist, dass der von mir immer hoch geschätzte Dr. Andreas Püttmann und nun auch die Konrad-Adenauer-Stiftung sich offenbar dieser linken Meinungsmache angeschlossen haben. Die Ausarbeitung entspricht mit Sicherheit nicht dem Geist Konrad Adenauers.“

 


Kommunistisches Kuba: Bürgerrechtler werden bedroht und drangsaliert

563 politische Verhaftungen allein im Juni 2015

Im Juni 2015 meldete die „Kubanische Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung“ (CCDHRN) insgesamt 563 rein politisch motivierte Kurzzeitverhaftungen von Bürgerrechtlern durch die kommunistische Diktatur. Anzeige-Kuba-Flagge-Gitterstaebe_8a1367f180

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hebt hervor, dass sich 129 der Verhaftungen gegen Mitglieder der christlichen Bürgerrechtsorganisation „Damen in Weiß“ richteten, um deren wöchentliche Protestmärsche für die Freilassung aller politischen Gefangenen und die Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards auf Kuba zu verhindern.

„Kurz vor den Besuchen von Außenminister Steinmeier und von Papst Franziskus im September fürchtet das Castro-Regime Protestaktionen der ‚Damen in Weiß‘ mehr denn je und versucht mit allen Mitteln, Friedhofsruhe herzustellen und ihre friedlichen Protestmärsche zu verhindern. Mit ihrem brutalen Vorgehen gegen friedliche Protestierende schadet die Castro-Regierung ihrem internationalen Ansehen selbst“, erklärt IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Während des Besuchs von Papst Benedikt XVI. auf der Insel im März 2012 kam es zu einer Verhaftungswelle gegen die Bürgerrechtlerinnen, erinnert Lessenthin.

Die IGFM hat an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier appelliert, bei seinem Besuch in Kuba ein Zeichen für die Menschenrechte zu setzen und Vertreter der Demokratiebewegung zu treffen.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba: http://www.igfm.de/kuba


DDR 2.0: Kindeswohl spielt keine Rolle bei 24-Stunden-Kitas für die Kleinen

Von Birgit KelleKelle_IMG_9393_RGB_(c)_Foto_Kerstin Pukall

Dieses Land hat einen gewaltigen Schritt weiter Richtung DDR 2.0 unternommen: Unsere sog. Familienministerin Manuela Schwesig hatte nämlich wieder einen Geistesblitz: Mehr Geld für 24-Sunden-Kitas. 

Ist doch großartig, bald stören die lieben Kleinen gar nicht mehr zu Hause, fehlt nur noch die DDR-Wochenkrippe, dann sind wir wieder dort, wo wir vor 25 Jahren schon mal waren.

Der Unterschied ist nur, damals haben wir nach der Maueröffnung die Kinder in den DDR-Krippen bedauert. Heute sind wir auf dem gleichen Weg dorthin, nennen es aber moderne Familienpolitik. Ein Apfel bleibt aber ein Apfel, auch wenn wir ihn jetzt Birne nennen.

Meine Kolumne zu diesem Thema  ist nachzulesen beim Debattenmagazin „The European“ unter dem Titel: „Margot Honeckers ganzer Stolz“. Hieraus ein Ausschnitt:

„All die schönen Konzepte zur Steigerung der Erwerbstätigkeit von Frauen haben nicht etwa ein emanzipatoriscDSC_0553hes Ziel, sondern ein ökonomisches. Die Ausbeutung des weiblichen Humankapitals wird einfach nur in feministische Befreiungsrhetorik verpackt. Was Kinder brauchen oder wollen, ist dabei irrelevant, um nicht zu sagen: störend.

Jetzt sind wir bereits so weit, dass Kinder nicht einmal mehr in ihrem eigenen Bett übernachten dürfen, wenn der Arbeitsmarkt die Mama braucht. Mit Erwachsenen würden wir so etwas nicht einmal versuchen.

Man möge sich vorstellen, was in diesem Land los wäre, wenn wir von Arbeitnehmern verlangen würden, auf ihr eigenes Bett zu verzichten, damit der Produktionsprozess im Betrieb ungestört weiter laufen kann. Ver.di wäre auf der Straße und würde „Ausbeutung“ schreien.

Wer schreit das bei den Kindern, denen wir ihr vertrautes Heim rauben, ihr Bett, ihr Zuhause, ihre Gutenachtgeschichte, vorgelesen von Mama oder Papa und nicht von irgendwem in Kita, wenn überhaupt? Wer kommt nachts und tröstet, wenn das Monster unter dem Bett rumort, zu wem darf ein Kind unter die Decke schlüpfen, wenn es Heimweh nach Mama und Papa hat?“ 

Unsere Autorin Birgit Kelle ist Familienmutter, Publizistin und Vorsitzende von „Frau 2000plus“: http://frau2000plus.net/


Hinweise eines israelischen Publizisten zur amerikanischen NSA-Spionage

Von Klaus Moshe Pülz

Vor über einem Jahr veröffentlichte das Magazin „Der Spiegel“ einen Leserbrief von mir. Darin schrieb ich, daß mein (amerikanischer) Schwiegersohn jahrzehntelang bei der „National Security Agency“ arbeitete. kmpuelz

Aus Gesprächen mit ihm in den USA entnahm ich bereits vor ca. 25 Jahren, daß die NSA sämtliche ihnen zugängliche Informationen aus anderen Ländern ausspähen würde. Diese Notiz wurde von der deutschen Öffentlichkeit und unseren eigenen Geheimdiensten nicht ernst genommen.

Nachdem nunmehr neue Hinweise auf umfangreiche Spähaktionen des NSA über deutsche Regierungsmitglieder bekannt geworden sind, ist der Aufschrei bei unseren Politikern groß. Dabei forschen die Amerikaner seit Jahrzehnten auch deutsche Wirtschaftsunternehmen aus zum Vorteil ihrer heimischen Wirtschaft.

Wenn also der SPD-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuß, Christian Flisek, Kanzlerin Merkel dazu aufruft, US-Präsident Obama zu disziplinieren und solche Spähaktionen zu unterlassen, so wird sie dies höchstens mit milden Worten tun.

Schließlich wurde sie – wohl mit Bedacht – mit dem höchsten amerikanischen Orden coram publico ausgezeichnet. Man denkt dabei an die Fabel „Le corbeau et le renard“. Frau Merkel ist allzu geneigt, Flattierungen solcher Art entgegenzunehmen.42252-3x2-teaser190x127

Andererseits gibt es zwischen den USA und Israel einen regen geheimdienstlichen Austausch angesichts der Bedrohungslage des Judenstaates. Aber auch zwischen Deutschland und den USA gibt es zur Terrorbekämpfung einen solchen Austausch über entsprechende Informationen.

Mich hatte damals bei Einblick von NSA-Unterlagen nur gewundert, daß man von amerikanischer Seite wirklich dachte, daß nach dem Mauerfall in Berlin ein Weltfriede angebrochen sei.

Damals sagte ich meinem Schwiegersohn, seinem Chef auszurichten, daß dies (leider) nicht der Fall ist, denn Rußland wird erneut Mauern aufbauen und sich anschicken, uns ebenfalls auszuspionieren. Nur gibt es keinen russischen Snowden, den man russischerseits längst mundtot gemacht hätte. Aber Amerikas Arm reicht nun einmal nicht bis nach Moskau.

Mit Naivität und Mediokrität, also Unprofessionalität, ist solchen Ausspähexzessen nicht beizukommen. Daher werden die vermeintlichen amerikanischen Freunde uns weiterhin schamlos ausspionieren, denn wer wollte und könnte es überwachen, ob sich die USA an eine solche Rüge halten würden.

Unser Autor Klaus Moshe Pülz ist messianischer Jude (Judenchrist) und deutsch-israelischer Publizist (Näheres auf der Webseite seines Vereins ZELEM: http://www.zelem.de)