CSU-Politiker Norbert Geis übt Kritik an der Publikation „Unheilige Allianzen“ der KAS

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) veröffentlichte unter dem Titel „Unheilige Allianzen – Radikalisierungstendenzen am rechten Rand der Kirchen“ am 17. Juni 2015 eine Ausarbeitung von Dr. Andreas Püttman und Dr. Liane Bednarz.

Der Text ist im wesentlichen hier online zu sehen: http://www.cicero.de/berliner-republik/meinungsdiktatur-putin-und-pegida-religioese-rechte-und-ihre-unheiligen-allianzenNorbert Geis

Norbert Geis aus Aschaffenburg (siehe Foto), Rechtsanwalt und bekannter Politiker (er war jahrzehntelang als Parlamentarier für die CSU im Deutschen Bundestag) hat sich in einem Schreiben an die Konrad-Adenauer-Stiftung vom 9. Juli 2015 kritisch mit der erwähnten Publikation befaßt.

Wir dokumentieren nachfolgend seinen Brief:

„Inzwischen habe ich mir die Mühe gemacht und habe die vorgenannte Ausarbeitung gelesen. Es ist ein breit angelegter Versuch, mit vielen Einzelbeispielen den Eindruck zu erwecken, als sei, was als Rechtskatholizismus gebrandmarkt wird, nicht nur eine Gefahr für die Kirche selbst, sondern für die Freiheit unserer ganzen Gesellschaft.

Diese Grundtendenz der Ausarbeitung wird schon ganz am Anfang sichtbar, indem ein Zitat Konrad Adenauers zur Freiheit in Anspruch genommen wird, um auf die Gefahr hinzuweisen, die vom Rechtskatholizismus angeblich ausgeht.

Natürlich stellt sich mir sofort die Frage, wer unsere Freiheit eigentlich wirklich bedroht. Gehört es nicht zum Zeitgeist, dem „Genderwahn“ blind nachzulaufen? Wird nicht der, der sich diesem Wahn widersetzt, sofort als rechtsradikal apostrophiert und damit in die Ecke gestellt und mundtot gemacht?  pc_pi

Wer heute auch nur den Anschein von „rechts“ erweckt, der muss mit der vollen Breitseite der gesamten im Grunde links ausgerichteten Presse Deutschlands rechnen. Eine bittere Erfahrung, die ich oft genug selbst habe machen müssen.

Ein weiterer Wahn, der alles niederwalzt, was sich ihm entgegenstellt, ist die Propagierung der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften als gleichwertiges Institut neben der Ehe. Wer da nur wagt, eine andere Position zu vertreten, gerät in der veröffentlichten Meinung sofort auf die Abschusslinie.

Darin sehe ich die eigentliche Gefährdung unserer Freiheit. Es ist niemand mehr frei, die homosexuelle Lebensweise offen zu kritisieren, ohne dafür nicht als rechtsradikal abgestempelt zu werden. 159481-3x2-teaser296

Als ich 2001 als rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion die Berichterstattung für das von der damaligen rot/grünen Regierungskoalition eingebrachte Gesetz zu den gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften übernommen habe, war ich einem solchen Wall an Aggressivität ausgesetzt, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.

Tatsächlich ist mir bei diesen rücksichtslosen Anfeindungen oft genug der Gedanke gekommen, meine Familie diesen schmutzigen Angriffen nicht länger auszusetzen. Immerhin haben mir diese kampfbereiten Homosexuellen Morddrohungen ins Haus geschickt.

Darin sehe ich die eigentliche Gefährdung unserer Freiheit. Minderheiten versuchen, andere, die nicht ihre Meinung vertreten, regelrecht zu terrorisieren. Das Schlimme nur ist, dass diese Minderheiten fast schon die gesamte veröffentlichte Meinung auf ihrer Seite haben. bildma1

Kein Wunder, dass es selbst Bischöfe kaum noch wagen, sich diesem Meinungsterror zu widersetzen.

Insoweit geht also diese von der Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlichte Ausarbeitung am eigentlichen Thema vorbei. Von denen, die dort als „Rechtskatholiken“ verurteilt werden geht keine Gefahr für unsere Gesellschaft, unsere Kultur oder gar für die katholische Kirche aus.

Das Hilfswerk „Kirche in Not“ leistet gerade für unseren katholischen Glauben große Dienste. Ich gehörte jahrelang dem Vorstand dieses Werkes an. Die Vereinigung von Laien „Forum Deutscher Katholiken“ will nichts anders, als ihren Beitrag dazu zu leisten, dass unser Volk seinen Glauben nicht verliert. Ich gehöre lange Zeit schon dem Kuratorium dieser Vereinigung an.

Den Einsatz der Menschen, die dort tätig sind, als Gefahr für unsere Freiheit zu denunzieren, ist völlig absurd. Ich erspare es mir, auf die Einzelheiten einzugehen. Die gesamte Ausarbeitung zeugt von einer großen Wirklichkeitsferne.

Bedauerlich für mich ist, dass der von mir immer hoch geschätzte Dr. Andreas Püttmann und nun auch die Konrad-Adenauer-Stiftung sich offenbar dieser linken Meinungsmache angeschlossen haben. Die Ausarbeitung entspricht mit Sicherheit nicht dem Geist Konrad Adenauers.“

 


2 Kommentare on “CSU-Politiker Norbert Geis übt Kritik an der Publikation „Unheilige Allianzen“ der KAS”

  1. Reichert sagt:

    Ich würde mich bei Ihrer Bewertung von Konrad Adenauer nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Der Mann hat es nun wirklich nicht verdient, daß Sie im Nachhinein sein Ansehen durch eine solche persönliche Unterstellung relativieren. Ihre selbstgerechte Aussage erinnert mich an die biblische Aussage, wonach man zwar den Splitter im Auge des Nächsten sieht, aber nicht den Balken bei sich selbst.

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  2. hg sagt:

    Als bibelgläubiger Christ oute ich mich somit als „Rechtsextremist“! Wenn das nicht unter den Begriff „Phobie“ fällt , was man so als leiser Kritiker des Zeitgeistes erfährt, weiss ich nicht, was eine „Phobie“ eigentlich ist. Und es wird ja mit diesem Begriff nur so umhergeschleudert, oft total sinnentleert und unpassend! Es ist vielleicht hilfreich zu wissen, dass Humanismus und Christus so viel gemeinsam haben wie Atheismus und biblischer Gottglaube. Adenauer war zwar nach aussen Katholik, im Herzen jedoch unbekehrter Humanist. Das macht alles verständlich.

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