„Nicht Äußerlichkeiten fördern die Ökumene“

Die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) veröffentlichte am Dienstag, den 14.7.2015, folgenden Leserbrief, der vom katholischen Pfarrer Felix Evers und anderen Persönlichkeiten unterzeichnet wurde:

„In Ihrer Ausgabe vom 29. Juni berichten Sie in „Annäherung auf schwierigem Boden“ von den ökumenischen Vorhaben im Lutherjahr 2016. Papst Benedikt wird beiläufig als ein für die ökumenischen Bemühungen nicht förderlicher Papst beschrieben. RadioVatikan

Das Gegenteil ist der Fall: Seine Enzykliken über die Liebe, die Hoffnung und den Glauben sind ebenso wie seine Jesus-Bücher wegweisende ökumenische Werke! Nicht Äußerlichkeiten fördern die Einheit der Christen, sondern  –  gut lutherisch  –  allein das Wort.

Am 25. Juni empfing uns fünf Mitglieder des Neubrandenburger Dreikönigsvereins der emeritierte Papst Benedikt im Vatikan zu einer vierzigminütigen Privataudienz. Er zeigte sich bestens informiert über die Situation der christlichen Kirchen in Norddeutschland und versprach sein Gebet. Eine seiner ersten Fragen: „Wie geht es den evangelischen Kirchengemeinden in Neubrandenburg?“

Felix Evers, Manfred Dachner, Dr. Paul Krüger, Nicola D’Aniello Owe Gluth, Neubrandenburg

Foto: Radio Vatikan


Israel lehnt den Atom-Deal mit dem Iran ab: „Ein historischer Fehler für die Welt“

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Während eines Treffens mit dem Außenminister der Niederlande, Albert Gerard Koenders, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (siehe Foto) am Dienstag (14.7.2015): netanyahu07-14
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„Ich werde mich später zu den Details der Einigung äußern, aber zuvor möchte ich hier und jetzt sagen: Wenn man um jeden Preis ein Abkommen will, dann bekommt man dieses Ergebnis. 
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Aus den ersten Berichten können wir bereits schließen, dass dieses Abkommen ein historischer Fehler für die Welt ist. 
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Weitreichende Zugeständnisse wurden in allen Bereichen gemacht, die den Iran an der Erlangung nuklearer Waffen hindern sollten. Zusätzlich wird der Iran hunderte Millionen Dollar erhalten, um seine Terrormaschine zu finanzieren sowie seine Expansion und Aggression im Nahen Osten und überall auf der Welt. 
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Man kann ein Abkommen nicht verhindern, wenn die Verhandlungsführer bereit sind mehr und mehr Zugeständnisse zu machen an jene, die sogar während der Gespräche nicht aufgehört haben zu rufen: „Tod für Amerika“. 
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Wir wussten genau, dass das Bedürfnis, eine Einigung zu unterschreiben, größer war als alles andere. Deshalb haben wir uns nicht dazu verpflichtet, diese Einigung zu verhindern.
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Wir haben uns verpflichtet, den Iran daran zu hindern, in den Besitz nuklearer Waffen zu gelangen und diese Zusage ist weiter gültig. Ich sage zu allen führenden Kräfte in Israel: Es ist Zeit, die Tagespolitik beiseite zu legen und sich hinter dieser größten Schicksalsfrage über die Zukunft und Sicherheit Israels zu vereinen.“
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Quelle: Büro des israelischen Ministerpräsidenten

Harald Schmidt: Wir sind nur Gast auf Erden!

Der Kabarettist und Moderator Harald Schmidt bezieht aus seinem Glauben an Gott „eine große Gelassenheit und Beruhigung“. Das sagte der Katholik in einem Interview mit dem „Domradio“ in Köln. Er bete regelmäßig, vor allem das Vaterunser. Er glaube auch an das ewige Leben.   Kreuzkuppel

Zu seinen Lieblings-Chorälen gehöre „Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh, mit mancherlei Beschwerden, der ewigen Heimat zu“. Er liebe auch die Choräle „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ und „Ein Haus voll Glorie schauet“.  

Der 57-Jährige war mit Sendungen wie „Schmidteinander“ und der „Harald-Schmidt-Show“ erfolgreich. Im vergangenen Jahr verabschiedete er sich aus dem deutschen Fernsehen.

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Petrusbruderschaft


Der HERR vollbringt Taten des Heils

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 103 (102),1-2.3-4.6-7.

Lobe den HERRN, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat:

Der dir all deine Schuld vergibt
und all deine Gebrechen heilt,
der dein Leben vor dem Untergang rettet
und dich mit Huld und Erbarmen krönt.

Der HERR vollbringt Taten des Heiles,
Recht verschafft ER allen Bedrängten.
ER hat Moses seine Wege kundgetan,
den Kindern Israels seine Werke.

 


„Besenkapellen“, Magie und Aberglaube: Reisigbesen als Abwehrzauber

Von Felizitas Küble

In Bayern, Oberschwaben und im Allgäu gibt es einige sogenannte „Besenkapellen“ im ländlichen Raum. Dort sind keine Besen ausgestellt wie in einem Museum. Vielmehr haben noch im vorigen Jahrhundert viele Leute dort ihren magischen Vorstellungen freien Lauf gelassen und tun dies vereinzelt auch heute noch:

Es gab vielfach eine abergläubische Angst vor Zigeunern oder „Hexen“ (bisweilen wurde beides miteinander vermengt und das „fahrende Volk“ als verhext angesehen). Zudem wollte man keine Diebe im Haus und keine Hausierer vor der Tür. Was tun?

Man stellte einen Besen aus Reisigholz kopfüber vor die Haus- oder Stalltür. Damit wollte man eben nicht nur Sturm, Hagel und sonstige Unwetterschäden „abhalten“, sondern auch einen Abwehrzauber gegen „Hexen“ und Schadensmagie sowie gegen Diebe betreiben.

Daß solche Abwehrmittel  aber  s e l b e r  magisch sind bzw. sich auf einer abergläubischen Ebene befinden, wurde weitgehend verdrängt. (Auch die sog. „weiße“ Magie ist ja magisch, nicht nur die offensichtliche Schwarzmagie, bei der man immerhin weiß, woran man ist!)

Mitunter wurden Besen nicht nur an der eigenen Haustür abgestellt, sondern an den Wänden kleiner Dorfkirchen und Kapellen. Manchmal waren es sog. „Pestkapellen“, die aus Dankbarkeit errichtet wurden, wenn eine Ortschaft ganz oder größtenteils von der Pest verschont blieb. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, im Gegenteil. P1020947 - Kopie

Wer die Seuche als Betroffener überlebte, „opferte“ dafür symbolisch einen Besen als Reinigungsgerät, weil man ja von der Pest „gereinigt“ wurde. Das kann man noch als bloße Symbolhandlung verstehen.

Übergang vom Besen-Symbol zum Besen-Kult:

Es blieb aber nicht immer bei harmlosen Anfängen. Nach einiger Zeit machte sich ein geradezu magischer „Besenkult“ breit  –  und das Ende vom Lied war der Besen als Abwehrzauber gegen „Hexen“ oder böse Geister bzw. Dämonen (evtl. verbunden mit der Wahnvorstellung vom „bösen Blick“).

In manchen Gegenden  – vor allem im ländlichen Raum –   glaubte man: Wenn ein Besen, der in der Nähe der Tür angelehnt war, umfiel, war die Frau (oder der Mann), welche(r) als nächste(r) hereinkam, angeblich eine Hexe bzw. ein Hexenmeister. (Auch verdächtigte Männer wurden während des Hexenwahns verfolgt, wenngleich bei weitem nicht so häufig.)

Hier kamen altgermanische, heidnische (!) Vorstellungen zum Vorschein, die trotz der Christianisierung unseres Volkes nicht vollständig überwunden wurden. Glaube und Aberglaube, tiefe Volksfrömmigkeit und Magie liegen mitunter „haarscharf daneben“, deshalb gilt mit Recht das Prinzip: Wehret den Anfängen!

Grenzwertig ist es schon, wenn man glaubte, durch den Gang zu einer speziellen Besenkapelle von bestimmten Krankheiten wie Furunkeln oder Karbunkeln geheilt zu werden (so zB. bei einer Besenkapelle in der Nähe von Wolfegg im Vorallgäu). Warum mußte es  – so fragt man sich – denn unbedingt gerade eine „Besenkapelle“ sein?

Als weiteres Beispiel sei die Besenkapelle im oberschwäbischen Haisterkirche bei Bad Waldsee erwähnt  – genau heißt sie eigentlich St-Wendelinus-Kapelle, benannt nach dem irischen Missionar Sankt Wendelin. Noch bis vor 50 Jahren haben Leute dort um die Kapelle herum ihre Reisigbesen hinterlassen, vereinzelt auch noch danach.

Die lokale „Bildschirmzeitung“ schreibt hierzu Folgendes:

„Wer unter Hautauschlägen, Geschwüren, Warzen litt, konnte von seinen Leiden befreit werden, wenn er bei der Wendelinuskapelle – im Volksmund auch „Besenkapelle“ genannt – heimlich einen Reisigbesen ablegte.

Als einmal ein Pfarrer von Haisterkirch zu Beginn des letzten Jahrhunderts gegen diesen Aberglauben von der Kanzel wetterte und danach als Beweis alle Besen einsammelte, wollte es das Ungemach, dass er wenige Wochen später ein „Oisa“ (Abszess) ins Genick bekam. Für die Bevölkerung war dies eine deutliche Bestätigung ihres Aberglaubens und die Besenablegerei florierte noch mehr. Kaum jemand machte sich Gedanken darüber, dass sich der Pfarrherr aufgrund des Reibens am damals üblichen Stehkragen ganz einfach infiziert hatte.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: Felizitas Küble, Dr. Bernd F. Pelz