Litauen/Israel: Überreste der Großen Synagoge von Vilnius entdeckt

Mit Hilfe eines Bodenradars haben Experten der Israelischen Antiquitätenbehörde im Juni unterirdische Überreste von der Großen Synagoge und dem Synagogenhof in Vilnius, Litauen, entdeckt. Die Reste befinden sich nun teilweise unter einer modernen Schule und sollen ab dem nächsten Jahr in einer Ausgrabung freigelegt werden.

BILD: Entdeckung der Überreste der Großen Synagoge in Vilnius

Die Große Synagoge von Vilnius war das älteste und bedeutendste Gebäude der litauischen Juden. Wie die meisten jüdischen Gebäude in Litauen wurde die Große Synagoge im Holocaust zerstört.

Ein Team unter der Leitung von Dr. Jon Seligman von der Israelischen Antiquitätenbehörde, Zenonas Baubonis von Litauens Behörde für die Konservierung von Kulturerbe und Professor Richard Freund von der Universität Hartford hat die Überbleibsel der Synagoge erst kürzlich mit Hilfe des Bodenradars erfolgreich identifiziert.

Die große Synagoge von Vilnius wurde im 17. Jahrhundert im Renaissance-/Barock-Stil erbaut. Im Laufe der Zeit gesellten sich weitere Gemeindebauten hinzu, darunter zwölf Synagogen, der Gemeinderat, Verkaufsstände für koscheres Fleisch, die berühmte Straschun-Bücherei, eine Anlage mit Mikvaot (Ritualbädern) und andere Institutionen. Sie formten ein großes Zentrum der Torahgelehrsamkeit, das Herz der jüdisch-litauischen Mitnagdim-Bewegung und die Heimat vom bedeutenden Rabbiner Eliyahu, dem Gaon von Vilna.

Mit der Zerstörung der gesamten jüdischen Gemeinde von Vilnius wurde auch diese Synagoge von den Nazis ausgeraubt und niedergebrannt. Die sowjetischen Behörden zerstörten die Überbleibsel der Synagoge und errichten an dem Ort eine moderne Schule.

Es gibt Überlegungen, die zukünftige Ausgrabung von einem gemischten Team aus Archäologen und studentischen Freiwilligen aus Litauen, Israel und den jüdischen Gemeinden weltweit durchführen zu lassen. Die Israelische Antiquitätenbehörde ermuntert die Öffentlichkeit, an zukünftigen Ausgrabungen an der Stätte teilzunehmen, und freut sich über Sponsoren für dieses Projekt. Jeder, der teilnehmen möchte, kann die Israelische Antiquitätenbehörde kontaktieren.

Quellen (Text/Foto): Israelische Antiquitätenbehörde / Israelische Botschaft


Du riefst in der Not und ich riß dich heraus

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 81 (80),3-4.5-6ab.6c-8ab.10-11.

Stimmt an den Gesang, schlagt die Pauke,
die liebliche Laute, dazu die Harfe!
Stoßt in die Posaune am Neumond
und zum Vollmond, am Tag unsres Festes!

Denn das ist Satzung für Israel,
Entscheid des Gottes Jakobs.
Das hat ER als Gesetz für Josef erlassen,
als Gott gegen Ägypten auszog.

Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm:
Seine Schulter hab‘ ich von der Bürde befreit,
seine Hände kamen los vom Lastkorb.
Du riefst in der Not
und ich riß dich heraus.

Für dich gibt es keinen andern Gott.
Du sollst keinen fremden Gott anbeten.
Ich bin der HERR, dein Gott,
der dich heraufgeführt hat aus Ägypten.
Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen.

 


Vertreibung der Deutschen nicht vergessen

Potsdamer Abkommen wurde vor 70 Jahren unterzeichnet

Am 2. August 1945 unterzeichneten die USA, Großbritannien und die Sowjetunion das Potsdamer Abkommen, das die Vertreibung von über zwölf Millionen Menschen aus den früheren deutschen Ostgebieten zur Folge hatte.

Dazu erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Klaus Brähmig: vertriebene_d-Kopie

„Mit der Unterzeichnung des Potsdamer gaben die Westmächte der Forderung Stalins nach, die deutschen Gebiete östlich der Oder und der Görlitzer Neiße unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung zu stellen.

In der Folge wurden über zwölf Millionen Menschen aus diesen Gebieten vertrieben. Der Verlust ihrer Heimat prägt das Leben vieler dieser Menschen bis zum heutigen Tage.

Heute verbinden uns freundschaftliche Beziehungen mit unseren östlichen Nachbarn und EU-Partnern – allen voran Polen.  Die Pflege und der Ausbau dieser Beziehungen sind uns ein Anliegen. Gleichzeitig möchten wir die Geschichte des ehemaligen deutschen Ostens sowie der Flucht und Vertreibung der dort ansässigen Bevölkerung als Folge des Zweiten Weltkriegs im Bewusstsein verankern.

Dass die  Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn so gut sind wie nie zuvor, liegt auch daran, dass wir unser Kulturerbe nicht vergessen haben, sondern es nutzen, um darüber gemeinsam neue Brücken bauen.

Zur Aufarbeitung dieses Kapitels der deutschen Geschichte ist es grundlegend,  dass die ‚Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung‘, die in Berlin entsteht, in ihrer Dauerausstellung den Schwerpunkt auf die Flucht und Vertreibung der Deutschen legen wird. So hat es der Stiftungsrat im Jahre 2012 auch beschlossen.“