Fulda: Resolution des Glaubenskongresses pro Ehe und Familie

Der Kongreß „Freude am Glauben“, der vom vergangenen Freitag bis zum heutigen Sonntag durch das „Forum Deutscher Katholiken“ in Fulda veranstaltet wurde, hat folgende Resolution zur Ehe und Familie verabschiedet:

„In der Vorbereitungszeit auf die Bischofssynode im kommenden Oktober, möchten wir, die Teilnehmer des Kongresses „Freude am Glauben”, alle katholischen Gläubigen einladen, die Schönheit der Berufung von Ehe und Familie neu zu entdecken und zu vertiefen als einen Weg zur Heiligkeit. b (8) - Kopie

Zwar hat die Einladung zum Gespräch über die Herausforderungen in der Ehe- und Familienpastoral zu irritierenden Stellungnahmen geführt. Sie hat aber auch großartige Begründungen und Entfaltungen der überlieferten Lehre der Kirche hervorgebracht.

Alle Umfragen haben gezeigt, dass das Glaubenswissen in Bezug auf Ehe und Familie erschreckend gering geworden ist. Doch nur wer die Begründungen der kirchlichen Lehre und Gebote kennt, kann sie annehmen und ihre Stimmigkeit erkennen. Wir wünschen uns, dass der Plan Gottes für Ehe und Familie in der Verkündigung und Katechese einen größeren Stellenwert erhält.

Ehevorbereitung und -begleitung müssen intensiviert werden. Dazu gehört bereits bei den Jugendlichen eine ganzheitliche und menschenwürdige Sexualpädagogik als klares Gegengewicht zur schulisch verordneten Frühsexualisierung. BILD0222

Die „Theologie des Leibes” von Papst Johannes Paul II. ist ein noch ungehobener Schatz der Kirche. Ehepaare, die sie für sich entdeckt haben, bezeugen, dass sie zur Erneuerung des ehelichen Lebens wesentlich beigetragen hat. Deshalb regen wir eine Förderung und Verbreitung dieses Werkes an.

Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass es ohne eine Annahme der prophetischen Enzyklika „Humanae vitae” von Papst Paul VI. keine nachhaltige Erneuerung der Ehe- und Familienpastoral geben kann. Es ist erwiesen, dass der Lebensstil der natürlichen Empfängnisregelung einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Ehe leistet. Die modernen Methoden der natürlichen Empfängnisregelung sollten gefördert werden.

Wir danken den Gläubigen, die nach einer zivilen Scheidung ihrem Eheversprechen treu bleiben und keine neue, eheähnliche Verbindung eingehen. Sie geben ein kostbares Zeugnis für die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe.

Diejenigen Gläubigen, die in einem solchen neuen Verhältnis leben, bitten wir, gemäß der Ordnung der Kirche auf den Empfang der Sakramente zu verzichten. Dadurch bezeugen auch sie diese Unauflöslichkeit. Für alle getrennten, geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen brauchen wir seelsorgliche Initiativen, auf die sie einen Anspruch haben. Denn sie alle sind und bleiben Mitglieder der Kirche.  christus

Wir lehnen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ab. Dennoch betonen wir, dass der Begriff „Ehe” der Lebens- und Liebesgemeinschaft eines Mannes und einer Frau vorbehalten bleiben muss. Familie ist und bleibt für uns die Gemeinschaft von Vater, Mutter und Kind(ern).

Wir rufen zum Gebet für den Papst und die Teilnehmer der Bischofssynode auf, damit sie aus den Erkenntnisquellen der Heiligen Schrift und der kirchlichen Überlieferung Antworten finden, welche die heutige Lebensrealität der Gläubigen mit neuem christlichem Geist erfüllen.“


Vor 70 Jahren geschah der Massenmord an Deutschen in Aussig (CSSR)

Jeder vierte Deutsche ist Vertriebener (oder Nachkomme)

Am 31. Juli 1945  –  drei Monate nach Ende des Zweiten Weltkrieges  –  wurden unzählige Deutsche in der tschechoslowakischen Stadt Aussig Opfer eines Massakers.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto):  10

„Die Vertreibung der Deutschen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die bis heute größte Vertreibung einer Volksgruppe  im Zeitraum der modernen Geschichte. Ein Viertel aller Deutschen sind Vertriebene oder ihre Nachfahren. Auf diese Weise ist die Vertreibung elementarer Teil unserer deutschen Identität geworden.

Dies ist einer der Gründe dafür, dass es heute in Deutschland viel Mitgefühl und Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge gibt. Es ist selbstverständlich, dass wir fest an der Seite der Opfer von Vertreibungen stehen.

So denken wir in diesen Tagen an den Beginn der humanitären Katastrophe im Sindschar-Gebiet der Provinz Ninive im Nordirak vor einem Jahr. Die dort lebende religiöse Minderheit der Jesiden wurde im Sommer vergangenen Jahres durch die Terrormiliz des ‚Islamischen Staates‘ (IS) gnadenlos verfolgt. Die Männer wurden ermordet, die Frauen und Kinder zu Tausenden verschleppt und versklavt. Noch immer befinden sich viele von ihnen in den Fängen des IS.

Deutschland engagiert sich als einer der größten internationalen Geber für die Vertriebenen und Flüchtlinge im Irak im Bereich der humanitären Hilfe und der strukturbildenden Übergangshilfe. Wir stehen fest an der Seite der religiösen Minderheiten und der Opfer von Flucht und Vertreibung.

Zu den fürchterlichsten Erfahrungen, die Deutsche selbst mit Verfolgung und Vertreibung gemacht haben, gehört das Massaker von Aussig, dem heutigen Usti nad Labem, das sich nun zum 70. Mal jährt. Dort ging damals ein wütender Mob mit großer Brutalität gegen die noch im Ort lebende deutsche Bevölkerung vor. Unzählige Opfer waren zu beklagen, unter ihnen Kinder und sogar Säuglinge.

Beim Massaker von Aussig handelte es sich wissenschaftlicher Forschung zufolge nicht um spontane Übergriffe aufgebrachter Menschen, sondern um eine gezielte Aktion zur Legitimierung der weiteren Deportation der Deutschen.“


Man kann nicht nur auf Probe lieben!

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Papst Johannes Paul II. hat einmal geäußert: „Man kann nicht nur auf Probe leben oder sterben“. Er wollte damit auch ausdrücken, dass „auf Probe zusammenleben“ gegen die Würde des Partners verstößt. Die katholische Kirche will mit ihrer Ehelehre die Menschen in ihrer Würde schützen. Sie drückt das klar aus: Edith-Breburda

Ein Verhältnis liegt dann vor, wenn ein Mann und eine Frau sich weigern, ihrer auch die sexuelle Intimität einbegreifenden Beziehung eine öffentliche Rechtsform zu geben.

Der Ausdruck „freie Liebe“ ist trügerisch: Was kann ein Liebesverhältnis bedeuten, bei dem die beiden Partner keine gegenseitigen Verpflichtungen eingehen und damit bezeugen, daß sie weder auf den Partner noch auf sich selbst noch auf die Zukunft genügend vertrauen?

Der Ausdruck „Verhältnis“ bezeichnet unterschiedliche Situationen: Konkubinat, Ablehnung der Ehe als solcher und Unfähigkeit, sich durch langfristige Verpflichtungen zu binden [Vgl. FC 81]. Alle diese Situationen verletzen die Würde der Ehe; sie zerstören den Grundgedanken der Familie; sie schwächen den Sinn für Treue. Sie verstoßen gegen das moralische Gesetz:

Der Geschlechtsakt darf ausschließlich in der Ehe stattfinden; außerhalb der Ehe ist er stets eine schwere Sünde und schließt vom Empfang der Heiligen Kommunion aus.

Manche, die zu heiraten beabsichtigen, beanspruchen heute eine Art Versuchsrecht. Wenn auch der Wille zur Heirat fest ist, besteht doch die Tatsache, daß verfrühte geschlechtliche Beziehungen „keineswegs die Aufrichtigkeit und die Treue der zwischenmenschlichen Beziehungen von Mann und Frau zu gewährleisten noch sie vor allem gegen Laune und Begierlichkeit zu schützen vermögen“ (CDF, Erkl. „Persona humana“ 7).

Die leibliche Vereinigung ist nur dann moralisch zu rechtfertigen, wenn zwischen dem Mann und der Frau eine endgültige Lebensgemeinschaft gegründet worden ist. Die menschliche Liebe läßt den bloßen „Versuch“ nicht zu. Sie verlangt eine endgültige und ganze gegenseitige Hingabe der beiden Partner [Vgl. FC 80].“

Vatikanische Quelle für die Zitate

Erstveröffentlichung des Beitrags auf der Webseite des „Forum Deutscher Katholiken“, das von Dr. Gindert geleitet wird.

Foto: Dr. Edith Breburda


Zieht den neuen Menschen an!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Eph 4,17.20-24:

Brüder! Ich sage es euch und beschwöre euch im HERRN: Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken!
Das entspräche sonst nicht dem, was ihr von Christus gelernt habt. P1020947 - Kopie

Ihr habt doch von ihm gehört und seid unterrichtet worden in der Wahrheit, die Jesus ist. Legt den alten Menschen ab, der in Verblendung und Begierde zugrunde geht, ändert euer früheres Leben, und erneuert euren Geist und Sinn!

Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.