Vor 70 Jahren geschah der Massenmord an Deutschen in Aussig (CSSR)

Jeder vierte Deutsche ist Vertriebener (oder Nachkomme)

Am 31. Juli 1945  –  drei Monate nach Ende des Zweiten Weltkrieges  –  wurden unzählige Deutsche in der tschechoslowakischen Stadt Aussig Opfer eines Massakers.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto):  10

„Die Vertreibung der Deutschen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die bis heute größte Vertreibung einer Volksgruppe  im Zeitraum der modernen Geschichte. Ein Viertel aller Deutschen sind Vertriebene oder ihre Nachfahren. Auf diese Weise ist die Vertreibung elementarer Teil unserer deutschen Identität geworden.

Dies ist einer der Gründe dafür, dass es heute in Deutschland viel Mitgefühl und Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge gibt. Es ist selbstverständlich, dass wir fest an der Seite der Opfer von Vertreibungen stehen.

So denken wir in diesen Tagen an den Beginn der humanitären Katastrophe im Sindschar-Gebiet der Provinz Ninive im Nordirak vor einem Jahr. Die dort lebende religiöse Minderheit der Jesiden wurde im Sommer vergangenen Jahres durch die Terrormiliz des ‚Islamischen Staates‘ (IS) gnadenlos verfolgt. Die Männer wurden ermordet, die Frauen und Kinder zu Tausenden verschleppt und versklavt. Noch immer befinden sich viele von ihnen in den Fängen des IS.

Deutschland engagiert sich als einer der größten internationalen Geber für die Vertriebenen und Flüchtlinge im Irak im Bereich der humanitären Hilfe und der strukturbildenden Übergangshilfe. Wir stehen fest an der Seite der religiösen Minderheiten und der Opfer von Flucht und Vertreibung.

Zu den fürchterlichsten Erfahrungen, die Deutsche selbst mit Verfolgung und Vertreibung gemacht haben, gehört das Massaker von Aussig, dem heutigen Usti nad Labem, das sich nun zum 70. Mal jährt. Dort ging damals ein wütender Mob mit großer Brutalität gegen die noch im Ort lebende deutsche Bevölkerung vor. Unzählige Opfer waren zu beklagen, unter ihnen Kinder und sogar Säuglinge.

Beim Massaker von Aussig handelte es sich wissenschaftlicher Forschung zufolge nicht um spontane Übergriffe aufgebrachter Menschen, sondern um eine gezielte Aktion zur Legitimierung der weiteren Deportation der Deutschen.“


One Comment on “Vor 70 Jahren geschah der Massenmord an Deutschen in Aussig (CSSR)”

  1. Josef Breburda sagt:

    Nicht nur in Aussig, auch in anderen von Deutschen bewohnten Staedten un Doerfern in Boehmen und Maehren kam es 1945 zu Massakern. Bis heute werden von tschechischer Seite diese blutigen Uebergriffe und die Vertreibung der Deutschen mit den von der SS in Lidice ermordeten Tschechen begruendet. Der tschechoslowakische Praesident Edvard hat allerdings
    bereits im Oktoner 1938 die Vertreibung der Sudetendeutschen als Strafe fuer das Muenchener Abkommen gefordert. Er wurde damals schon von J.W.Stalin, spaeter auch von W. Churchill und T.Roosewelt unterstuetzt. Folgender Bericht stammt von einem Augenzeugen:
    Im Mai 1945 kamen tschechische Soldaten in ein von Deutschen bewohntes nordboehmisches Dorf und mit ihnen tschechische bewaffnete Zivilisten mit roten Armbinden (sie nannten sich Kommissare). Sie verhafteten als erstes alle alten Männer, brachten sie in die Schule und verprügelten sie mit Fausthieben und Schlagstöcken. Ich war damals 13 Jahre alt.Auch ich bekam von einem tschechischen Soldaten einen Hieb mit seinem Ledergürtel. Danach kamen sie mit blutverschmierten Armen in unsere Wohnküche, wuschen sich und verlangten von meiner Mutter, die sie Frau Řídící – Frau Oberlehrer nannten, Eier mit Speck. Anschließend setzten sie sich in eine Pferdekutsche und trieben die alten Maenner in das 5 km entfernte Bezirksgefaengnis. Keiner kam mehr zurueck.

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