Gibt es menschenähnliches Leben im Weltall?

Unser Autor Horst Ditz schrieb folgenden Leserbrief an die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ zu dem Beitrag „Nachrichten aus dem All“ von Henning Hoffgaard in der Nr. 23/2015 vom 7.8.2015:

Seit Menschen die Sterne staunend beobachten, fragen sie sich, ob sie in dieser „weiten Welt“, dem Universum, einzigartig sind  – oder „da draußen am Nachthimmel“ unter den Begleitern (Planeten) der zehn Trilliarden (1022)  Sonnen Geschwister von uns leben. Eigentlich könnte man glauben, es müssten bei dieser gigantischen Anzahl von Möglichkeiten auch mehrere sein. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Der Online-Redakteur Henning Hoffgard nimmt in seinem Beitrag „Nachrichten aus dem All“ in der Jungen Freiheit an, dass „hunderte Sternwarten rund um den Globus damit beschäftigt sind, den Nachthimmel abzusuchen.“  – Und weiter, dass dabei möglicherweise eine unvorstellbar große Zahl an Daten und (Radio)-Signalen von „Außerirdischen“ aufgefangen, aber bisher von den Radioastronomen nicht wahrgenommen worden sind.

Derart fantastische Beobachtungen, die wie Spekulationen klingen, können nur dann als realistisch angesehen werden, wenn man davon ausgeht, dass menschliches Leben rein zufällig an irgendeinem Ort in unserem Universum entstanden ist.

Doch dagegen spricht eine wissenschaftliche Erkenntnis, die in den letzten Jahrzehnten in der Chemie und Biologie gewonnen wurde:

Eine lebende Zelle besteht im Mittel aus etwa zwanzig Aminosäuren, die eine enge „Kette“ bilden. Deren Funktion hängt ihrerseits von ca. 2000 spezifischen Enzymen („Biokatalysatoren“) ab. Danach berechnen die Biologen, dass etwa tausend verschiedene Enzyme sich auf geordnete Weise einander annähern und schließlich im Verlauf von mehreren Milliarden Jahren eine lebendige Zelle bilden. Dr. Pelz.

Dabei ist noch nicht einmal die „Reproduktion“ (Kunstgriff, von sich selbst identische Kopien zu bilden) von lebenden Zellen berücksichtigt. Es ist zu betonen: Keine der erwähnten Operationen konnte durch Zufall erfolgen!

Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt in einer Größenordnung von 1 zu 1010o0, eine Eins mit tausend Nullen. Die Chance für die Zellbildung nähert sich also dem Wert Null. Das heißt in Wikipedia:

„Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung des Lebens durch blinden Zufall beträgt nach Berechnung des Karlsruher Makromolekularchemikers Prof. Dr. Bruno Vollmert (der einst mein Chef war) höchstens 1 zu 10000.

Eher würde ein funktionsfähiger Pentium-Rechner dadurch entstehen, dass man alle seine Elektronikteile in zigtausendfacher Ausführung von der Aussichtsplattform des Eifelturms auf die Straße würfe“, meint Vollmert.

In der Tat konnte man bei endlosen Wiederholungen des 1953 von Stanley L. Miller zum ersten Mal in Chicago p.txtdurchgeführten Laborexperiments zur Simulierung der Lebensentstehung aus der „Ursuppe“ immer nur Aminosäuren, aber nicht einmal einfachste Eiweißmoleküle gewinnen. Dafür fehlte die Information, die heute durch DNA und RNA übermittelt wird.

Die Mehrzahl der heute praktizierenden Astronomen geht davon aus, dass das Universum sowie Zeit und Raum 13,7 Milliarden Jahren vor unserer Zeitrechnung durch den sog. „Urknall“ entstanden sind.

Damit die Verbindung der Nucleotiden (Grundbausteine der DNA) „durch Zufall“ zur Entwicklung eines verwendbaren RNS-Moleküls führt, hätte die Natur die Versuche aufs Geratewohl mindestens hunderttausendmal länger, als unser Universum alt ist, fortsetzen müssen.

Deswegen ist das gigantische Zahlenspiel abenteuerlich und man kann solch technisch aufwendige Unternehmen durchaus infrage stellen, weil die „zufällige Entstehung des Menschen“, gleich auf welchem Planeten vermutet, eher dem Versuch gleich kommt, einen Tennisball auf den Mond zu „schlagen“ und ihn in einem dort vorgezeichneten Loch zu platzieren.

Literatur:
1. „Das Molekül und das Leben“ vom Ursprung des makromolekularem Ursprung des Lebens und der Arten. Was Darwin nicht wissen konnte und die Darwinisten nicht wissen wollen“ von Vollmert, Bruno
2. „Gott und die Wissenschaft“ von Jean Guitton, Grichka und Igor Bogdanov sowie
3. „Vor dem Urknall“ von Brian Glegg)

Unser Autor Horst Ditz aus Ludwigshafen ist ausgebildeter Chemo- und  Physikotechniker; er war dreißig Jahre lang Ausbilder und Ausbildungsleiter für naturwissenschaftliche Berufe beim Chemie-Unternehmen BASF SE.


9 Kommentare on “Gibt es menschenähnliches Leben im Weltall?”

  1. Das alles sind müßige Gedankenspielchen:

    1. Kein seriöser Wissenschaftler hält „Zufall“ für einen Wirkfaktor, sondern der besagt nur, dass der Kausalzusammenhang nicht bekannt ist. „Zufall“ mag die Gotteslücke ausfüllen, ist aber naturwissenschaftlich ebenfalls nicht existent, da nicht reproduzierbar.
    2. Wahrscheinlichkeiten kann man sinnvoll nur dann berechnen, wenn die Wirkzusammenhänge hinlänglich erkennbar sind; wenn das Kausalnetzwerk beliebig groß ist („Evolution“), wird ein Ereignis beliebig unwahrscheinlich – ob 10ˆ(-1000) oder 10ˆ(-100.000), ist da völlig gleichgültig. Und für das einzelne Ereignis sagt die Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht Konkretes aus.
    3. Die Grundvoraussetzung, dass alles geschieht, was geschehen kann, wenn man nur hinlänglich lange wartet bzw eine hinlänglich große Menge an Gelegenheiten bietet, ist durch nichts bewiesen. Dass etwas „entsteht“, weil es entstehen kann, dass etwas „geschieht“, weil es schon geschehen ist, stellt eine willkürliche (wenngleich oft fruchtbare) Annahme dar.
    4. Kein Physiker, kein Chemiker weiß, was Materie ist, kein Biologe, was das Leben ist. Plötzlich verhält sich Materie „lebend“, dann auf einmal unwiederruflich nicht mehr. Dass Materie plötzlich „lebt“, weil die Umstände so sind, ist eine (noch) völlig unbewiesene Spekulation, um die Erkenntnislücke zu simplifizieren.
    5. Ob der von den Philosophen postulierte Urgrund allen Seins eine Person ist oder nicht, heute noch existent oder nicht, für das Individuum wirksam oder nicht, wissen nur die, welche der Offenbarung Christi vertrauen.

    Man lasse sich nicht durch Träumereien ins Bockshorn jagen; Spekulationen bringen nur dann etwas, wenn ihre Voraussagen nachprüfbar sind.

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  2. Imrahil sagt:

    10^000 ist 1. Gemeint war, den weiteren Ausführungen folgend, 10^1000.

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  3. "GsJC" sagt:

    Stichwort: „blinder Zufall“

    Der „Zufallsglaube“ ist eine praktische Sache, da sich daran ein rein humanistisches Weltbild knüpfen lässt, das sich keiner göttlichen Ordnung verpflichtet sehen muss.

    Ein Universum, das bei unendlich viel Zeit und noch mehr Raum, sich entweder bis in alle Ewigkeiten ausdehnt („Expansionsuniversum“) oder immer wieder zusammenzieht („pulsierendes Universum“), um dann gleich einem Feuerball wieder neu zu explodieren und der Prozess von Sein und Vergänglichkeit wieder neu beginnen lässt – mit all den Fragen, denen sich der Mensch nach seinem wahren Ursprung stellt, hat mich vor vielen Jahren im Geist oftmals an gefährliche Grenzen geführt, als ich versucht habe diese Geheimnis zu erfassen.

    So dachte ich auch, dass bei unendlich viel Zeit und einem entsprechend vorhandenen „Welt“-Raum, die Materie sich immer wieder zusammenzieht, sich wieder ausdehnt, sodass es irgendwann einmal wieder zu der gleichen Konstellation an Materie kommen könnte – der Gestalt, dass ich vielleicht anstatt blauer Augen, dann „zufallsbedingt“ graue Augen haben könnte.

    Es wäre ähnlich wie beim Zahlenlotto. Irgendwann muss die gleiche Zahlenfolge einmal wieder kommen – es muss nur genug Zeit vorhanden sein, damit alles wieder einmal so sein würde, wie es schon einmal vor ewigen Zeiten gewesen ist.

    Es kam und „Gott sei es gedankt“ anders.

    „In Gottes Hand ist das Universum nur ein Krümel!“

    ——————————

    P.S.

    Sollte es wirklich menschenähnliches Leben im Weltall geben, soll es mir recht sein – nur bitte ohne ein zweites Medjugorje!

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  4. Adolf Breitmeier sagt:

    Natürlich gibt es Leben im All, bei so vielen Milliarden von Michstraßen und dementsprechend noch viel mehr Milliarden Sternen (Sonnen) mit für menschliche Begriffe unermessliche Zahl von Planeten gibt es ganz sicher Leben. Ob es dem irdischen ähnlich ist, bleibt der Fantasie überlassen. Wir sind nicht allein! aber wahrscheinlich wird es nie geschehen. dass .,,wir“ uns begegnen, die Entfernungen (und die permanenete Ausdehnung des Universums) stehen dem im Wege, denn selbst die Lichtgeschwindigkeit ist zu langsam, um ,,schnell“ zu einem anderen Planetensystem zu kommen. Und wer weiß, ob der menschliche Organismus überhaupt dazu in der Lage ist, eine solchre Geschwindigkeit zu ertragen. Wir werden – wenn wir uns nicht vorher vernichten – wahrscheinlich mit der Sonne durch sie sterben.

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    • "GsJC" sagt:

      Irgendwann bricht bestimmt einmal ein Kugel- oder Hantelraumer durch die Wolkendecke und Perry Rhodan schüttelt uns die Hand. 😉

      mfg

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    • horstditz sagt:

      Lieber Adolf Breitmeier,
      im erweiterten Sinne können wir freilich alle komplexen und kohlenstoffhaltigen Verbindungen als „Leben“ bezeichnen. Wenn wir von unserem Leben sprechen, meinen wir damit stets uns gleiche Wesen, mit denen eine sprachliche Kommunikation möglich ist. Leider ist mir bei der Wahrscheinlichkeitsangabe über die Zellen-Bildung ein Fehler unterlaufen, der inzwischen berücksichtigt worden ist (siehe ersten Kommentar). Ihre Annahme, es müsse aufgrund der gigantischen Zahl von Planeten im All kommunikationsfähiges Leben, bleibt spekulativ.
      mfg

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