Mirjanas Botschaft: Sind die Seher von Medjugorje „Träger der Wahrheit“?

Von Felizitas Küble

Die jüngste sog. „Privatbotschaft“ von Medjugorje, die am 2. September 2015 an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo erging, enthält eine Reihe seltsamer theologischer Aussagen  – nebst dem nichtssagenden Wortschwall, den man in dieser (kirchlich nicht anerkannten) Pilgerstätte seit Jahrzehnten gewohnt ist. 3341030867_659e6e056e

Wir dokumentieren die auf einer Medjugorje-Seite HIER veröffentlichte „Botschaft“ im vollen Wortlaut:

„Liebe Kinder! Meine lieben Apostel der Liebe, meine Träger der Wahrheit, wieder rufe ich euch und versammle euch um mich, damit ihr mir helft, all meinen Kindern helft, die durstig sind nach Liebe und Wahrheit – dürstend nach meinem Sohn.

Ich bin die Gnade vom himmlischen Vater gesandt, euch zu helfen, das Wort meines Sohnes zu leben. Liebt einander! Ich habe euer irdisches Leben gelebt. Ich weiß, es ist nicht immer leicht, aber, wenn ihr einander liebt, werdet ihr mit dem Herzen beten, werdet ihr geistige Höhen erreichen und euch wird sich der Weg in den Himmel öffnen. Dort warte ich auf euch, eure Mutter, denn ich bin da.

Seid meinem Sohn treu und lehrt andere die Treue. Ich bin mit euch, ich werde euch helfen. Ich werde euch den Glauben lehren, damit ihr ihn den anderen richtig zu vermitteln wisst. Ich werde euch die Wahrheit lehren, damit ihr unterscheiden könnt. Ich werde euch die Liebe lehren, damit ihr erkennt, was wahre Liebe ist. Meine Kinder, mein Sohn wird es tun, Er wird durch eure Worte und eure Taten sprechen. Ich danke euch.“ image001

Hierzu stellen wir folgende Einwände und Fragen:

  1. Die Seher, welche die Erscheinung „um sich versammelt“, sind keineswegs „Träger der Wahrheit“, denn nur EINER kann von sich sagen: „Ich bin der Weg, die WAHRHEIT und das Leben“.  – In einem weiteren Sinne ist zweifellos auch die Kirche Träger der Wahrheit, weil sie von Christus beauftragt wurde, die Offenbarung Gottes zu verkünden. Ein solches „Amt“ haben aber die Visionäre von Medjugorje nicht inne!
  2. Schlicht unsinnig ist die Äußerung der „Gospa“ (wie die Madonna in jener Region genannt wird), die „lieben Kinder“ (Seherschar) mögen u.a. auch ihr helfen – weil sie „durstig“ nach Wahrheit und Liebe ist?     –  Selbst dann, wenn sich dieser Nachsatz allein auf die „lieben Kinder“ bezieht (was sprachlich unklar erscheint), bleibt immer noch die Frage, in welcher Weise denn die Visonäre der himmlischen Maria „helfen“ sollen.
  3. Die selige Jungfrau ist zwar „von Gottes Gnaden“, genauer gesagt durch Gottes Huld voll der Gnaden, aber sie ist keineswegs an sich „die Gnade“, weil die Quelle der Gnade allein der dreieinige Gott selber ist.
  4. „Ich werde euch den Glauben lehren“, so heißt es in dieser Botschaft nach über 34 Jahren Erscheinungen – was hat die „Gospa“ denn bislang getan? –  Wozu gibt sie sich ein tägliches (!) Stelldichein zu Medjugorje, wenn sie jetzt  ankündigt, der Seherschar künftig den Glauben zu lehren? – Zudem ist hierfür keine Sonderbotschafterin erforderlich; vielmehr existiert zum Zwecke der Glaubensunterweisung seit zweitausend Jahren die katholische Kirche mit ihren Geistlichen.
  5. Sodann ist die Aussage wohl nicht frei von Anmaßung, wonach Christus selbst durch die Worte und Taten der Sehergruppe „sprechen“ werde. Auch hierfür fehlt den Visionären der himmlische Auftrag, weil dieser bereits an die Kirche und ihre geweihten Diener verliehen worden ist, die bei der Sakramentenspendung „in persona Christi“ sprechen und handeln.

 


12 Kommentare on “Mirjanas Botschaft: Sind die Seher von Medjugorje „Träger der Wahrheit“?”

  1. Osterglocke sagt:

    Hallo Frau Küble,

    ich kenn die echte Gottesmutter zu wenig, das geb ich zu.

    Damit meine ich hauptsächlich, was alles so geschrieben steht.

    Wenn die echte Gottesmutter oder Jesus mir Geheimnisse anvertrauen würde,
    die die ganze Welt angehen, die könnte ich nicht 34 Jahre für mich behalten.

    Die Menschen sollten damals auch nichts von den Heilungen erzählen, aber sie waren verrückt vor Freude und konnten nicht anders.

    Ich möchte gar nicht, dass mir die Gottesmutter jahrelang erscheint.

    Einerseits könnte ich jahrelange Untersuchungen nicht ertragen und andererseirs wäre mein Wunsch an die Gottesmutter, dass sie allen Menschen erscheint.

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    • Guten Tag,
      möglicherweise liegt einer der Gründe für ein wahrscheinlich ablehnendes Urteil des Vatikan darin begründet, daß die Seher/innen gegenüber der kirchlichen Untersuchungskommission ihre „Geheimnisse“ nicht preisgeben wollten. Eine Kommission kann aber nur „alles oder nichts“ untersuchen, kann sich keineswegs mit Teilstücken begnügen. Wie soll sonst umfassend geprüft werden? Zudem: Warum sollte die wahre Gottesmutter vor der Kirche „Geheimnisse“ haben?
      Dazu kommt, daß die Seher zwar den Inhalt der Geheimnisse nie erwähnten, aber breit herumerzählten, daß es überhaupt zahlreiche „Geheimnisse“ gibt. Damit war die Kommission verpflichtet, sich diese Sachlage näher anzuschauen.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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    • Osterglocke sagt:

      Der ganze Glaube ist ja schon ein Geheimnis, weil wir mit unseren Gehirnzellen Gott gar nicht fassen können.

      Gott hält ja nicht Informationen zurück. Wir haben ja die Möglichkeit alles mögliche im kleinen und im grossen zu erforschen,

      Gott will ja, dass wir ihn immer näher kennenlernen.

      Gott liebt jeden Menschen gleichviel, nur die Menschen lieben nicht gleichviel.

      Ich bin auch etwas eifersüchtig, muss ich zugeben.

      Wenn die Gospa tatsächlich ein paar Menschen lieber hat als andere, tut das schon weh.
      Was ist an den Sehern besser als an uns?

      Sie beten wohl besser, mehr, lesen mehr die Bibel usw. aber in Gedanken sind wir auch bei Jesus – ich schon, aber evtl. anders.

      Ob das Gefühl, angebetet zu werden, so schön ist?

      Da bin ich ja wirklich dankbar, bloß ein Mensch zu sein.

      Sollte aus mir noch mal was werden und ich nochmal heilig werden, dann sprecht keine Gebete zu mir, sondern sprecht ganz normal mit mir. 😂😂😂😂😂😂

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  2. "GsJC" sagt:

    „Es ist ja bekanntlich nie zu spät!“

    Zitat
    Ich werde euch den Glauben lehren, damit ihr ihn den anderen richtig zu vermitteln wisst. Ich werde euch die Wahrheit lehren, damit ihr unterscheiden könnt. Ich werde euch die Liebe lehren, damit ihr erkennt, was wahre Liebe ist. Meine Kinder, mein Sohn wird es tun, Er wird durch eure Worte und eure Taten sprechen.
    Zitat Ende

    Nach vierunddreißig Jahren fängt die „Gospa“ endlich an, den „lieben Kindern“ den Glauben zu lehren, damit die „Kleinen“ den Glauben anderen und jetzt aber „r i c h t i g zu vermitteln wissen“. Die bisher so arg von den Anhängern gescholtenen Kritiker, sind der „Gospa“ überaus dankbar für die Bestätigung dieses erheblichen Mangels.

    Aber es geht zur Freude der Kritiker noch weiter. Mit der „Wahrheit“ hatten die „lieben Kleinen“ bisher so ihre Probleme. Diesen Mangel verspricht die „Gospa“ ebenfalls abzuhelfen und sie kündigt an, die Gabe der Unterscheidung zu lehren. Es wird auch Zeit!

    „Wahre Liebe“ ist den „geliebten Kleinen“ auch unbekannt, obwohl sich die „Gospa“ seit vierunddreißig Jahren immer brav dafür bedankt hat, dass die lieben Kleinen ihrem (!) Ruf gefolgt sind.

    Auf die letzte und geradezu prophetische klingende Ankündigung darf man wirklich gespannt sein.

    Ich freue mich schon auf die nächsten Kommentare der Anhänger – denn auch diese Taten werden Taten des „Sohnes“ sein, der zu uns spricht!

    Lasset uns lauschen …. 🙂

    mfg

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    • "GsJC" sagt:

      Die „Gospa“ ist schon seit 1984 dabei, den „lieben Kleinen“ etwas beizubringen.

      ————————-

      Botschaft vom 13.12.1984
      […] Diese Woche soll eine Woche sein, in der ihr lernen sollt, zu lieben.

      ————————-

      Da gab es im Jahr 1984 eine ganze Woche „Liebesunterricht“ für die „lieben Kleinen“.
      Hat nicht viel gebracht und deshalb gab es im Jahr 2002 – wie in vielen anderen Jahren auch – einen kleinen Wiederholungsunterricht.

      ————————-

      Botschaft vom 25.02.2002
      […]Bekehrt euch, meine lieben Kinder, und arbeitet daran, dass so viele Seelen wie möglich, Jesus und Seine Liebe kennen lernen. Ich bin euch nahe und segne euch alle.

      ————————-

      Bei meiner Recherche nach den Stundenplänen der „Gospa-Schule“ bin ich auf ein Geheimnis gestoßen, das nicht in direkten Zusammenhang mit dem aktuellen Text steht, welches mich aber – was selten vorkommt – total überrascht hat.

      Es gibt mehr als 10 Geheimnisse in Medjugorje, die auf ihre Enthüllung warten.

      ————————-

      Botschaft vom 05.01.1983
      Pater Tomislav erhielt von Ivan, Jakov, Marija und Vicka die folgenden Angaben:
      Marija hat sieben Geheimnisse bekommen, Vicka acht, Jakov, Ivanka und Ivan neun, Mirjana zehn. Sie wissen nicht, wie lange die Erscheinungen noch dauern und warum Mirjana keine Erscheinungen mehr hat. Die Jungfrau Maria lädt sie unablässig zu Gebet, Fasten und Umkehr ein und bestätigt ihre Verheißungen. Ivan meint, daß für Mirjana die Erscheinungen aufgehört hätten, weil sie in der Zeit zwischen den Erscheinungen nicht genug gebetet habe. Die Gospa wünsche, daß Mirjana im Glauben beten lernen solle. (Eine andere Erklärung meint dagegen, das Ende der Erscheinungen für sie sei ein Zeichen ihrer Reife.) Hinsichtlich des Monats und des Jahres des Zeichens hatte Ivan gesagt, es sei schon festgesetzt.

      ————————-

      Wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, gibt es insgesamt 52 Geheimnisse (in Worten: zweiundfünfzig), die noch enthüllt werden müssen.

      Marija = 7
      Vicka = 8
      Jakov, Ivanka und Ivan = je 9 (Frage: – erhielt jeder 9 Geheimnisse oder erhielten sie zusammen 9 Geheimnisse?)
      Mirjana = 10
      ————————-

      = 52
      = 34 (bereinigte Berechnung für den Fall, dass Jakov. Ivanka und Ivan jeweils nur 3 Geheimnisse anvertraut wurden)

      Interessant ist in diesem Zusammenhang die Meinung von Ivan, warum für Mirjana die Erscheinungen aufgehört haben.

      Ivan meint, dass Mirjana zwischen den Erscheinungen nicht genug gebetet hat. Da Ivan nur seine Meinung wiedergibt und sich auf keine bestätigende „Botschaft“ von „oben“ beruft, – darf daraus geschlossen werden, dass zumindest Ivan genug Zeit hatte, – neben seinem intensiven Gebet – Mirjana und ihren mangelnden Gebetseifer zu beobachten.

      Was lernen wir daraus? Auch „Seher“ sind nur Menschen, die ihren Nächsten gelegentlich gerne bloß stellen und öffentlich in die „Seher-Pfanne“ hauen. Wenn das kein „Fehlverhalten“ ist! Aber wenn selbst bei heiliggesprochenen Priestern nicht sicher nachgewiesenen werden kann, an wen sie anonyme Briefchen geschrieben haben – ist auch dieses „Fehlverhalten“ bestimmt verzeihlich. 🙂

      mfg
      Ton Sur

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      • Dorrotee sagt:

        Lieber GsJC,
        erstaunlich sind Ihre Ausführungen zum Botschaften-Irrsinn der vergangenen Jahre aus Medjugorje.
        Also so viele Geheimmnisse gibt es. Mit so vielen Geheimnissen kann man die Anhängerschaft noch sehr lange „an der Nase herumführen“.
        Ein gutes Argument im Gespräch mit den Anhängern.
        Auch Fr. Küble führt es in ihrem Artikel wieder theologisch gut aus, das gilt besonders für die Entlarvung mit den „Träger der Wahrheit“.

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      • Osterglocke sagt:

        Sag mal GsJC,

        Verlauf Dich nicht im Botschaftsarchiv

        😁

        Solange JESUS Christus den Rückweg zur Erde noch nicht gefunden hat , wird es Erscheinungen bzw. Angebliche Erscheinungen geben.

        Ich will mich nicht in JESUS Terminplan einmischen,
        aber unter : ich komm gleich, ich komm bald, ich bin bei euch,
        stell ich mir ab und zu was anderes vor.

        Die Erscheinungen aller Art helfen den Menschen im Endefekt, das Hoffen auf die Rückkehr von Jesus Christus zu erleichtern.

        Langsam werd ich skeptisch 😢

        Hat eigentlich Jesus wirklich selbst gesagt:
        „Nur über mich kommt ihr zum Vater“

        Das sind ganz schön grosse Worte.

        Vielleicht sollte ich mich einfach von Jesus ans Händchen nehmen lassen
        tatsächlich nicht so viel denken, sonst zweifelt man noch an der Echtheit der Bibel.

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  3. Osterglocke sagt:

    Liebe Frau Küble,

    TRÄGER helfen nur beim TRAGEN😂

    Ich geh mal davon aus, dass sie auch eine Trägerin von Jesus sind.

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    • Guten Tag,
      in der theologischen Debatte versteht man unter „Träger“ i.d.R. etwas Bedeutsameres als im alltäglichen Sprachgebrauch, was der echten Gottesmutter sicherlich bekannt wäre. So spricht man zB. von der Gottheit Christi als dem „Träger“ der Person Christi, denn die menschliche Natur kam erst bei der Menschwerdung „dazu“, während die göttliche Natur ewig ist. Dies nur als Beispiel.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Osterglocke sagt:

        Frau Küb,

        Bei Ihrer Taufe wurde Ihnen Jesus angezogen (so wird das formuliert).

        Sie sind also ein Christ-Kind und sollten auch Träger von Jesus sein.

        Offiziell wird es so formuliert, dass Jesus in uns wohnt, wir sind der Tempel.

        Alle Christ-Kinder sind Werkzeuge und durch alle kann Jesus sprechen.

        Liegt Euch schon die letzte und prophetisch klingende Ankündigung vor, das letzte Geh-Heim-nis😂

        Jesus hat mit den Sündern gefeiert, hat auf stürmischer See ganz cool geschlafen.
        Jesus hatte kein Dach überm Kopf, er hatte den Staub der Straße an den Füßen.
        Sicher hatte er sogar Blasen an den Händen vom vielen Zimmern.
        Jesus war also kein feiner blasser Pinsel, keiner mit komplizierten theologischen Ausdrücken.

        Jesus macht sicher nicht so viele Worte wie die Gospa,

        Der Mann ein Wort, die Frau ein Wörterbuch – das war schon immer so

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      • Guten Tag,
        bleiben Sie bitte klar beim Thema. Nirgendwo in der Hl. Schrift oder in der kirchlichen Lehrverkündigung lesen wir, daß Christen „Träger“ der Wahrheit sind. Paulus bezeichnet die Kirche insgesamt als „Grundfeste“ der Wahrheit. Natürlich zieht der dreieinige Gott durch die Taufe in unsere Seele ein, aber diese Freundschaft mit Gott kann man auch „verwirken“ (das geschieht bei jeder schweren Sünde!). Noch einmal: im engen Sinne ist alleine GOTT (und damit auch Christus) „Träger der Wahrheit“, im weiteren Sinne auch das kirchliche Lehramt.
        Das Sprichwort „Ein Mann, ein Wort, eine Frau, ein Wörterbuch“ gilt allerdings nicht für die wahre, im Neuen Testament bezeugte Gottesmutter, denn Maria wird dort keineswegs als wortreich geschildert – und schon gar nicht als geschwätzig. Vergleichen Sie mal das Magnificat mit dem Gequassle der Medju-Botschaften: hier liegen Welten dazwischen! – Im Lobgesang Mariens, den uns Lukas überliefert, ist jeder Satz ein Programm, es gibt kein einziges überflüssiges Wort, keine einzige Wiederholung. Machen Sie mal den Magnificat-TÜV, da fällt Medju total durch die Prüfung. Es geht keineswegs um „komplizierte theologische Ausdrücke“, sondern darum, die biblisch bezeugte und damit die wahre und wirkliche Madonna ernst zu nehmen!
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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