MARIA ist im Himmel auch Fürsprecherin für ihre eigenen Landsleute

Von Felizitas Küble

Es gibt in der kirchlichen Tradition den alten lateinischen Spruch: „De Maria nunquam satis“ – Über Maria kann gar nicht genug gesagt werden.

Tatsächlich ist die Mutter des HERRN ein unerschöpfliches Thema für Theologie, Kunst, Dichtung, Exegese, Musik – und erst recht für die Volksfrömmigkeit. Advocata

Was aber im Laufe der Kirchengeschichte zu kurz gekommen ist und selbst in heutiger Zeit allenfalls beiläufig bedacht wird:

Daß Maria, die dem jüdischen Volke entstammt, im Himmel sicherlich besonders für ihre „Landsleute“ betet und bittet, also Fürsprache einlegt, damit das Volk Israel ihren Sohn als Messias der Juden und Heil der Welt erkennt. 

Es liegt nahe, daß die vielfältigen Leiden der Juden durch die Jahrhunderte der Madonna nicht gleichgültig sein können. Wie sehr sie sich mit der Geschichte der Israeliten verbunden fühlt, zeigt zum Beispiel ihr Magnificat, der im Lukasevangelium bezeugte Lobgesang der Gottesmutter.

Dort betont sie besonders das Heilswirken des Ewigen an ihrem Volk, den Israeliten des Alten Bundes:

„ER nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,              

das ER unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

Maria ist selber in ihrer Person die entscheidende Brücke vom Alten zum Neuen Bund, denn sie gehört beiden „Bündnissen“ zugleich an; ihr Magnificat belegt, wie stark sie von den Gebeten, den Psalmen, überhaupt dem Alten Testament geprägt ist; ihr Danklied atmet die Sprache der Propheten Israels, stimmt ein in ihr begeistertes Lob auf die Größe und Herrlichkeit Gottes.

Die Mutter des HERRN sehnt sich leidenschaftlich nach dem Reich Gottes, nach „seiner Gerechtigkeit“, durchaus auch nach einer Umkehr irdischer Verhältnisse durch Gottes wunderbare Taten („ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten…“).P1020947

Doch die größte Tat des Höchsten ist die Menschwerdung seines Sohnes in der Jungfrau Maria. In ihrem Magnificat kündigt die Gottesmutter bereits an, daß sie aufgrund ihrer Erwählung durch den Höchsten in Zukunft seliggepriesen wird („…siehe, von nun an werden  mich seligspreisen alle Geschlechter…“).

Maria, das jüdische Mädchen, die Mutter aus Israel, ist eine „Tochter Zion“ – und als solche betet sie vor dem Thron des Höchsten für die Christenheit, für die Kirche, aber nicht zuletzt auch für ihr eigenes jüdisches Volk.

Leider gibt es in der Kirchengeschichte nur wenige Zeugnisse, die sich positiv mit diesem Thema befaßt haben. Ein bemerkenswertes Beispiel aus dem 12. Jahrhundert ist der britische Augustiner-Chorherr Wilhelm von Newburgh aus Yorkshire. In seiner marianischen Auslegung des Hohelieds schreibt er:

„Und wir sollen wissen, daß die Verdienste der barmherzigen Mutter auch dem Volk Israel zum Heil verhelfen. Denn wie eindringlich, glaubst du, bittet sie wohl täglich ihren allmächtigen Sohn für ihr Volk?  131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Denke daran, mein Sohn, spricht sie, daß du das Fleisch, in dem und durch das du das Heil der Welt gewirkt hat, von ihnen genommen hast – und daß sie, deren Fleisches du dich nicht geschämt hast, an deinen geistlichen Gütern teilhaben müssen. Denn sie hätten als erste erlöst werden sollen, weil das Heil aus ihnen kommt.“

(Quelle: Explanatio sacri Epithalamii in Matrem Sponsi, S. 152, hrsg. von J. C. Gormann, Fribourg 1960)

Pater Alanus von Lille, der sog. „Doctor universalis“, der ebenfalls im 12. Jahrhundert wirkte, brachte die Gottesmutter direkt mit der Synagoge in Verbindung, also mit dem jüdischen Gotteshaus. Er bezeichnete die Synagoge als die „Mutter der Jungfrau Maria“, denn sie stamme ebenso wie Christus von der Synagoge bzw. sie sei geistig-geistlich aus dem Glauben Israels hervorgegangen. Auch er lehrte eine marianische Auslegung des alttestamentlichen „Hohelieds der Liebe“.

Marienbild aus den Fäden des AT gewoben

Papst Benedikt schrieb 1977, als er noch Erzbischof von München war, ein Marienbuch mit dem vielsagenden Titel „Die Tochter Zion“. RadioVatikan

Darin  verdeutlicht er zugleich die besondere Sendung der Frau in der Heilsgeschichte: sie ist keine Priesterin, weder im Alten noch im Neuen Bund, doch ihre Bedeutung ist nicht zu unterschätzen. Hierzu heißt es in dem erwähnten Buch:

Die großen Rettergestalten Esther und Judith verkörpern die unzerstörbare seelische Kraft Israels, das nicht nach Art der Weltmächte auftrumpfen kann – und gerade so die Mächtigen zu besiegen weiß. Die Frau als Retterin ist die Verkörperung der Hoffnung Israels. Bezeichnend ist, daß immer schon die Frau zwar nicht als Priesterin, aber als Prophetin und Richterin-Retterin im Denken und Glauben Israels erscheint.“

Zugleich betont der Autor, daß „das Marienbild des Neuen Testaments ganz aus den Fäden des Alten Testaments gewoben ist, um das Geheimnis Marias auszusagen. Wo die Einheit von Altem und Neuem Testament zerfällt, geht der Raum einer gesunden Mariologie verloren.“

 

MAGNIFICAT: Der Lobgesang Marias (Lk 1,46-55)

Meine Seele preist die Größe des HERRN,

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat ER geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Allmächtige hat Großes an mir getan,

und sein Name ist heilig.

ER erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht

über alle, die ihn fürchten.

ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:

ER zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.

ER stürzt die Mächtigen vom Thron

und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt ER mit seinen Gaben

und lässt die Reichen leer ausgehen.

ER nimmt sich seines Knechtes Israel an

und denkt an sein Erbarmen,              

das ER unseren Vätern verheißen hat,

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

 

 


16 Kommentare on “MARIA ist im Himmel auch Fürsprecherin für ihre eigenen Landsleute”

  1. Michael Flemming sagt:

    Über die Begrifflichkeit mag man streiten, in der Sache aber haben Sie selbst, liebe Frau Küble, gesagt: „Es gibt freilich durchaus eine ‚un-eigentliche‘ Miterlöserschaft der Madonna hinsichtlich ihrer einzigartigen Mitwirkung am göttlichen Erlösungswerk…“ (https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi).

    Laut II. Vatikanischen Konzil ist der Begriff ‚Miterlöserin‘ aufgrund folgender Aussagen durchaus berechtigt – auch ohne „ex kathedra“ zum Dogma erhoben worden zu sein:
    „Indem [Maria] … mit ihrem am Kreuz sterbenden Sohn litt, hat sie beim Werk des Erlösers in einzigartiger Weise durch ihren Gehorsam, ihren Glauben, ihre Hoffnung und brennende Liebe MITGEWIRKT“ (LG, Nr. 61). „In den Himmel aufgenommen … fährt [sie] durch ihre dauernde Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu ERWIRKEN“ (LG, Nr. 62).

    Schon der Kirchenvater Irenäus sah Maria als „CAUSA salutis“ an und bis Pius XII war die Bezeichnung „Miterlöserin“ üblich. Und auch gemäß Vat.II ist die Verwendung dieser Bezeichnung legitim; sie sei allerings nur dann richtig verstanden, wenn “es der Würde und Wirksamkeit Christi … nichts abträgt und nichts hinzufügt” (LG, Nr. 62). Ähnlich meinte Pater Stefano de Fiores (Berater des Papstes hinsichtlich mariologischer Fragen), die Muttergottes als Miterlöserin zu sehen, hieße nicht, Maria auf dieselbe Erlöserebene zu heben wie Christus, sondern ihr MITWIRKEN am Heil hervorzuheben.“ Vat.II definiert dieses Mitwirken so, dass Maria „heftig mit ihrem Eingeborenen litt und sich mit seinem Opfer in mütterlichem Geist verband, indem sie der Darbietung des Schlachtopfers, das sie geboren hatte, liebevoll zustimmte“ (LG, Nr. 58). Pius XII hat es 1943 in seiner Enzyklika ‚Mystici Corporis‘ so formuliert: „[Maria hat Jesus] auf Golgotha zusammen mit dem gänzlichen Opfer ihrer Mutterrechte und ihrer Mutterliebe dem Ewigen Vater dargebracht als neue Eva für alle Kinder Adams.“

    Es wird jedenfalls deutlich, wie sehr das kirchliche Lehramt in seiner Mariologie über die Aussagen des NTs (welches keine Mitwirkung Mariens am Erlösungswerk und auch keinerlei Mittlerschaft Mariens kennt) hinausgeht, was eine nicht unerhebliche Anmaßung gegenüber der hl. Schrift bedeutet.

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    • Guten Tag
      in Kol 1, 25 schreibt Paulus, daß er „für den Leib Christi, die Kirche“, in seinem irdischen Leben „das ergänzt, was an den Leiden Christi noch fehlt“. – Natürlich will sich der Völkerapostel damit nicht als „Miterlöser“ verstanden wissen, geschweige möchte er das Heilsopfer des HERRN als unvollständig darstellen. Aber so wie sich Paulus für die Kirche des HERRN durch Leiden und Einsatz opferstark einbringt und insofern dabei mithilft, daß die Gnadenschätze Gottes bei den Menschen wirksam werden, so kann dies erst recht von Maria gesagt werden, die vom Engel des HERRN als „Gnadenvolle“ begrüßt worden ist.
      Die Bezeichnung „Miterlöserin“ war keineswegs „bis Pius XII.“ üblich. Das genaue Gegenteil stimmt: es gibt äußerst wenige päpstliche Aussagen, die den Titel überhaupt erwähnen (und dann nur unter mehreren Einschränkungen, Erklärungen, Relativierungen!). Das 2. Vatikanum hat die Madonna keineswegs als „Miterlöserin“ bezeichnet, nur weil sie von der Mitwirkung Mariens am Heilswerk Christi spricht. Können Sie das immer noch nicht auseinanderhalten? (Oder sieht sich Paulus etwa auch als „Miterlöser“?!)
      Das kirchliche Lehramt hat weder per Dogma noch per Konzilsbeschluß den Titel „Miterlöserin“ für Maria aufgestellt; er gehört auch nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung.
      Es ist argumentativ unseriös, etwas erst als Zerrbild zu präsentieren, um es dann leichter kritisieren zu können.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Michael Flemming sagt:

        Lassen Sie uns bitte nicht polemisch werden, liebe Frau Küble. Sie unterstellen mir unseriöse Argumentation – dass ich ein Zerrbild präsentiere – dass dies nur zu dem Zweck geschieht, „leichter kritisieren zu können“. Diese Behauptungen muss ich zurückweisen. Wie Sie auch, bin ich theologisch vorgebildet und und ringe um geistliche Wahrheiten. Sie vertreten natürlich die „Lehre Roms“ (und ich meine das nicht abfällig!), ich hingegen kritisiere diese – wenn auch nicht in ALLEM. Logischerweise kann es da schon mal „krachen“. Sachorientierte Diskussionen empfinde ich dennoch als bereichernd, solange diese fair und konstruktiv geführt werden.

        Nun zur Sache an sich:

        1. Ich sehe keinerlei Berechtigung, die Stelle Kol.1,24 in Verbindung mit Maria, der Mutter Jesu, zu bringen – nur weil sie vom Engel Gabriel mit „Begnadigte“ angesprochen wird (was ja von Ihnen immer wieder als Begründung für so manche mariologischen Aussagen der röm.-kath. Kirche angeführt wird: „… so kann dies erst recht von Maria gesagt werden“). – Paulus spricht in der angeführten Stelle von „Drangsalen des Christus FÜR SEINEN LEIB, DIE KIRCHE“. Diese „ergänzt“ er durch eben sein eigenes Leiden (um Christi Willen) „FÜR EUCH“ (also die Gemeinde in Kolossä). Dass er dadurch „mithilft, dass die Gnadenschätze Gottes bei den Menschen wirksam werden“, ist eine willkürliche Schlussfolgerung Ihrerseits, die ich nicht begründet sehe, – genauso wenig begründet, wie eine Mitwirkung Mariens am Erlösungswerk biblisch begründet werden kann. – Allem anderen, was Sie über Paulus‘ Aussage schreiben, stimme ich natürlich voll und ganz zu.

        2. Sie glauben anscheinend, dass ich den Unterschied zwischen „Mit-Erlöserin“ und „Mit-Wirkerin“ nicht begriffen habe: „Können Sie das immer noch nicht auseinanderhalten?“ Mal abgesehen von der mir unterstellten Begriffsstutzigkeit (die bei mir immerhin ein Lächeln verursachte), muss ich mich wiederholen: Es geht mir nicht um die Begrifflichkeit „Miterlöserin“, sondern um die geistliche Überhöhung Mariens über ihre eigentliche Mutterschaft Jesu hinaus. Eine wie auch immer geartete MITWIRKUNG Mariens am Heilswerk kann ich im NT nicht begründet finden; die von Ihnen immer wieder angeführte Stelle aus Joh. 2 („Was er euch sagt, das tut“), ist nun wirklich nicht hinreichend begründend. Es juckt mich Sie jetzt zu fragen (natürlich nur, um ein Lächeln in Ihr Gesicht zu zaubern): „Haben Sie das immer noch nicht begriffen?!“, aber natürlich verkneife ich mir das…

        3. Natürlich haben Sie damit Recht, dass die BEZEICHNUNG Mariens als Miterlöserin „nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung“ gehört. Aber auch Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass innerhalb der kath. Kirche gerade in unserer heutigen Zeit eine wirklich erhebliche Tendenz bei nicht wenigen kath. Würdenträgern besteht, diesen Begriff zu „ver-amtlichen“ oder gar zum Dogma erhoben zu sehen (siehe z. B. http://www.welt.de/welt_print/article2108410/Jesus-Christus-ist-unser-Erloeser-Und-was-ist-mit-Maria.html und http://www.kath.net/news/3623 und http://www.kath.net/news/19766 und http://www.zenit.org/de/articles/papstlicher-theologe-betrachtet-marias-stellung-in-der-heilsgeschichte). Diesem Begehren hat schon Johannes Paul II. NICHT entsprochen, aber es wird deutlich, dass es nur Nuancen sind, die „Mediatrix (Mittlerin)“ und „Corredemptrix (Miterlöserin)“ unterscheiden, – da geben Sie mir doch sicher Recht?

        4. Zur Verwendung der Bezeichnung „Miterlöserin“ bis zur Zeit Papst Pius XII, der diesen Begriff 1950 (im Rahmen der Formulierung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel) „strich“, zitiere ich Stefano de Fiores: „Diesen Titel Miterlöserin benutzt die Kirche seit Pius XII. nicht mehr. Man benutzt ihn deshalb nicht mehr, um keine Missverständnisse mit den Protestanten zu schaffen.“ (http://www.kath.net/news/3586) Ergo hat man ihn bis dahin benutzt!
        Im dt. Wikipedia-Artikel heißt es dazu: „Seit dem 15. Jahrhundert wird der Titel Co(n/r)redem(p)trix verwendet.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Miterl%C3%B6serin) Dies liest man z. B. auch bei Manfred Hauke; siehe seinen Artikel „Die Lehre von der ‚Miterlöserin‘ im geschichtlichen Durchblick“, veröff. in Sedes Sapientiae – Mariologisches Jahrbuch – Jg. 11, 2007, Band 1).
        Auf http://www.patheos.com/blogs/badcatholic/2013/04/the-coredemptrix-controversy.html ist eine ganze Liste von bedeutenden Kirchenvätern und -müttern aufgeführt ist, die Maria als „Corredemptrix“ bezeichnet haben.
        In der sehr ausführlich gehaltenen englischen Wikipedia wird darauf hingewiesen, dass dieser Begriff im Spätmittelalter von den Franziskanern (gegen die Dominikaner) verwendet wurde.
        – Noch 1933 rief Pius XII. (als Kardinallegat in Lourdes, also als er noch kein Papst war) Maria mit den Worten an: „Du unsere Miterlöserin, du die Erstlingsfrucht der Erlösung, habe Mitleid mit uns.“ (Quelle: http://www.adorare.ch/miterloeserin.html)
        – Papst Pius XI. gebrauchte in seinen Ansprachen bei drei Gelegenheiten das Wort „Miterlöserin“ (21.12.1923, 30.11.1933 und 23.3.1934). (Quelle: http://www.adorare.ch/miterloeserin.html; vgl. auch Manfred Hauke, S. 47)
        – Benedikt XV. (1914–1922) hat in der Enzyklika Inter soldalica, AAS 1918, 181, gesagt: „Therefore, one can say, she [that is, the Blessed Virgin] redeemed with Christ the human race.“ (zitiert nach https://en.wikipedia.org/wiki/Co-Redemptrix)
        – Der Begriff „Miterlöserin erscheint in Dokumenten des Heiligen Stuhles, einschließlich des Heiligen Offiziums zur Zeit Papst Pius’ X. (1903–1914). (Quelle: Manfred Hauke)
        – 1920 veröffentlicht der Redemptorist F. X. Godts, ein Vertrauter von Kardinal Mercier, eine Monographie mit dem Titel „Die Miterlöserin“. (Quelle: Manfred Hauke)
        – Benedikt XIII. ermahnt 1728 seine Zuhörer zur Dankbarkeit „gegenüber unserem geliebten
        Erlöser und gegenüber unserer geliebten Miterlöserin“. (Quelle: Manfred Hauke)
        – 1660 erwähnt ein spanischer Theologe, dass die Theologen Maria überaus häufig „Miterlöserin des Menschengeschlechtes“ nennen («valde frequenter repetunt doctores appellando Virginem corredemptricem generis humani»). (Quelle: Manfred Hauke)
        – Der erste große Theologe, der den Titel in einem systematischen Zusammenhang benutzt, ist Alfonso Salmeron (1515-1585), einer der ersten Jesuiten und Teilnehmer an allen
        Perioden des Konzils von Trient. (Quelle: Manfred Hauke)
        – Die am 7. Oktober 1391 heiliggesprochene Birgitta (die 1999 auch zur Mitpatronin Europas erhoben wurde) rief Maria an „als Unbefleckte, Schmerzensreiche und Miterlöserin“, – so Johannes Paul II anlässlich des 600-jährigen Jahrestages der Heiligsprechung. (Quelle: Manfred Hauke)

        So ganz an den Haaren herbeigezogen ist meine Behauptung („… bis Pius XII war die Bezeichnung ‚Miterlöserin‘ üblich“) also offenbar doch nicht.

        Es grüßt Sie freundlich
        Michael Flemming

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      • Guten Tag,
        Sie haben sehr wohl mehrfach ausdrücklich den Titel „Miterlöserin“ beanstandet – und als „Beleg“ dafür kirchliche Zitate gebracht, worin lediglich von einer Mitwirkung oder Mithilfe Mariens die Rede ist, keineswegs von einer Miterlöserschaft. Als Sie diese Unterscheidung anscheinend nicht für relevant hielten, zitierte ich Paulus, der sich gewiß nicht als „Miterlöser“ einschätzt, aber sehr wohl schreibt, daß er mit seinen Leiden das „ergänzt“, was an den Leiden Christi „noch fehlt“ für „seinen Leib, die Kirche“ (keineswegs allein für die Gemeinde von Kolossäa).
        Laut ökumenischer Einheitsübersetzung heißt es wörtlich: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“ – Es geht hier sehr wohl um eine Mitwirkung des hl. Paulus beim Fruchtbarmachen des Heilswerkes Christi, ohne daß jemand auf die Idee käme, ihn als „Miterlöser“ anzusehen oder von einer „geistlichen Überhöhung“ seiner Sendung zu reden.
        Die Bezeichnung „Miterlöserin“ war in der Kirche weder vor noch nach Pius XII. üblich, auch wenn Sie einige Zitate zusammengesammelt haben, was doch an dem erwähnten Sachverhalt nichts ändert, nämlich daran, daß jener Titel nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung gehört. Sie haben kein einziges Zitat aus einem Konzil oder von verbindlichen päpstlichen Lehraussagen gebracht. Auch päpstliche Ansprachen, Predigten oder Äußerungen bei Audienzen besagen keine amtliche Doktrin (bisweilen sind sie nicht einmal vom Papst verfaßt).
        Es bleibt dabei: Angesammelte Einzel-Zitate von geringem Verbindlichkeitswert belegen keineswegs Ihre unrichtige Behauptung, vor Pius XII. sei die Bezeichnung „Miterlöserin“ üblich gewesen. Das war sie in keiner Phase der gesamten Kirchengeschichte.
        Wo bleibt denn im Protestantismus die Seligpreisung Mariens, die von ihr selber angekündigt wurde („Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter“)?! Zuvor wurde sie von Elisabeth als die „Gesegnete unter den Frauen“ gewürdigt! – Und wo bleibt die bei Evangelischen kaum noch übliche Bezeichnung „Gottesmutter„, die sogar Luther einst noch eindeutig verteidigt hat?! – Und wo bleibt das Ernstnehmen des entsprechenden biblischen Zeugnisses, denn Elisabeth hat Maria als die „Mutter meines HERRN“ angesprochen (wobei HERR identisch mit „Gott“ ist, wie Sie wissen). Damit ist klar: Des HERRN Mutter ist Gottesmutter, weil Christus Gott und Mensch zugleich ist und die Madonna seine Mutter. Folglich ergibt sich aus dem Bekenntnis zum gottmenschlichen Erlöser der Titel „Gottesmutter“. Warum findet man ihn aber im evangelischen Schrifttum so selten? Werden hier vielleicht eher „unpassend“ erscheinende Stellen aus dem Neuen Testament gleichsam geistig ausgeblendet? – Umfassende Bibeltreue sieht anders aus!
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  2. zeitschnur sagt:

    Man hat immer auch gesagt: wer Maria ablehnt oder herabwürdigt, offenbart, dass er nicht im rechten Glauben steht.

    Das betraf lange nur die protestantischen Kirchen.
    Heute leider auch die katholische Kirche: http://www.katholisches.info/2015/09/15/enzo-bianchi-maria-kein-geeignetes-vorbild-zur-foerderung-der-frau-in-der-kirche/

    Maria ist das edelste Geschöpf und steht über Engeln und Aposteln. Sie ist Tabernakel (Zelt) des Gottessohnes und wurde daher metaphorisch auch als „Bundeslade“ bezeichnet. Was ist das für ein Menschenkind, in dem Gott in seiner Größe Platz finden konnte!
    Wirklich: De Maria numquam satis!

    Der verblendete Judenhass vieler Katholiken aber führt schnell zu einer Verzerrung des Marienbildes – sie wird zur germanischen Kitschfigur, die den infantilen Wünschen ungefestigter Menschen unterworfen wird. Man vergisst, dass sie als die Mutter Jesu dessen jüdische Identität bezeugt (die nach wie vor von einigen Tradis bestritten wird) UND dessen leibliche Abstammung aus dem Königsgeschlecht Davids.
    Dass der Nährvater ebenfalls den Daviden entstammt ist nur „passend“, aber nicht maßgebend für die Identität Jesu.

    Wenn schon der hl. Paulus im Römerbrief unendliches Leid aussteht um sein verblendetes Volk, aber auch die prophetische Vision erhielt, dass sich dieses Volk am Ende doch dem wahren Messias Jesus zuwenden wird und erkennen wird, wen einige seiner Väter nicht nur in dem allgemeinen Sinn „durchbohrt“ (wie Sacharja sagte) haben, der für uns Sünder alle gilt, sondern auch im speziellen religiös-ethnischen Zusammenhang, dann muss diese Bekehrung erbeten werden.
    Die Kirche hat immer für die Juden gebetet!

    Wie viel mehr wird es die Gottesmutter tun, deren Fürsprache aller Fürbitte der Kirche auf Erden vorausgeht!

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  3. Michael Flemming sagt:

    „Daß Maria … im Himmel sicherlich besonders für ihre ‚Landsleute‘ betet und bittet, also Fürsprache einlegt …“, ist zwar römisch-katholische Lehre, aber nicht mit dem N.T. zu belegen. Fürsprache vor dem Vater legt nach biblischem Zeugnis allein der Sohn ein (Joh.17); er – und nur er allein (also nicht die Heiligen und auch nicht Maria, die Mutter Jesu) – hat Vermittler/Fürsprecher/Priester-Status (Hebr. 2,17; 3,1; 4,14f.; 5,5-10; 6,20; 7,24-28.; 8,1-3; 9,11).

    Liebe Frau Küble, Sie stellen richtig fest (https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/06/die-fursprache-der-gerechten): „Tatsächlich gibt es keine neutestamentliche Stelle, die man direkt als Beleg für die fürbittende Kraft der Heiligen vorbringen könnte.“ Dabei hätten Sie es bewenden lassen sollen. Stattdessen kommen Sie – nach einigen abenteuerlichen Versuchen, Beweise quasi aus dem A.T. und den Apokryphen herbeizuziehen – zu dem theologisch sehr fragwürdigen Ergebnis (besser gesagt: zu der spekulativen und vollkommen subjektiven Schlussfolgerung): „Infolgedessen liegt es auf der Hand, dass die Heiligen – also die vollendeten Gerechten des alten und neuen Gottesvolkes – uns auch heute als Fürsprecher vor Gottes Thron wirksam beistehen.“ Wie gesagt: Es handelt sich hierbei um Ihre persönliche Hineindeutung in den biblischen Text, – nicht um einen wirklich überzeugenden, biblischen Beleg.

    Ich bitte Sie um Jesu willen: Bitte bedenken Sie ernsthaft die Warnung aus Off.22,18 und distanzieren Sie sich von einer weit über die biblischen Aussagen hinausgehenden Mariologie.

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    • Guten Tag,
      wenn Sie die spätjüdischen Schriften des AT, wie sie in der jüdisch-griechischen Septuaginta-Übersetzung des AT enthalten sind, für nicht kanonisch halten, ist das Ihr Problem. Schon die frühe Christenheit hat diese Schriften zum biblischen Kanon gezählt, auch die orthodoxe Kirche tut dies. Wenn dann 1500 Jahre später ein Martin Luther anders darüber denkt, ist dies schlicht bedeutungslos. Wer die deuterokanonischen Bücher des AT als apokryph bezeichnet und damit beiseiteschiebt, stellt subjektive Vorstellungen über die kanonischen Entscheidungen der frühen Kirche.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Michael Flemming sagt:

        Ob Martin Luthers Position einfach nur „bedeutungslos“ ist, liebe Frau Küble, sei einmal dahingestellt…

        Der Begriff „apokryph“ ist in der ev. Theologie üblich und keinesfalls abwertend gemeint. Auch die kath. Kirche kennt atl. Apokryphen (3. Buch Esra, 3./4. Buch der Makkabäer, das Gebet des Manasse und die Psalmen Salomos).

        Die Kirche hat die deuterokanonischen Bücher des ATs zwar ab dem 4. Jhdt. n. Chr. pauschal anerkannt, aber letztlich wurde der bibl. Kanon (die Spätschriften des AT einschließend) erst 1546 auf dem Konzil von Trient verbindlich festgelegt – als Gegenreaktion auf die Position der Reformatoren.

        Augustinus (und übrigens auch M. Luther) gestand den atl. Spätschriften zu, dass sie manches Wahre enthielten (Luther: „nützlich und gut zu lesen“). Aber da es in ihnen doch zu viele Irrtümer gebe, seien sie nicht als kanonisch anzusehen.

        Hieronymus, der das AT aus dem Hebräischen ins Lateinische übersetzte (Vulgata), befürwortete persönlich den engeren hebräischen Kanon, der im 1. Jhdt. n. Chr. von jüdischen Gelehrten kanonisiert wurde. Aber aufgrund einer Anordnung von Papst Damasus hat er die deuterokanonischen Bücher mit hinzugenommen.

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      • Guten Tag,
        wie ich Ihnen bereits schrieb, hat die frühe Kirche den biblischen Kanon festgelegt und die orthodoxe Kirche ihn übernommen! Dann kann nicht über 1000 Jahre später ein Martin Luther auf die Idee kommen und den AT-Kanon mal eben von den deuterokanonischen Schriften säubern. Auf dem Konzil von Trient wurde der längst bestehende Kanon lediglich bestätigt, weil er von den Reformatoren bestritten wurde – also aus aktuellem Anlaß nochmal definiert.
        In der katholischen Kirche entscheiden nicht einzelne Kirchenväter (auch nicht Hieronymus), sondern Papst und Konzilien – und diese haben den Kanon bereits in der Antike festgelegt. Luther hat ihn einerseits übernommen und andererseits betr. der deuterokanonischen Schriften willkürlich gekürzt.
        Daß die kath. Kirche ihrerseits ebenfalls apokryphe Schriften des AT und des NT kennt, tut doch nichts zur Sache, da es sich hierbei um Bücher handelt, die nicht in der Septuaginta enthalten waren bzw. die offensichtlich legendäre oder gnostische Elemente enthalten (NT-Apokryphen).
        Es geht auch nicht darum, ob der Begriff „apokryph“ abwertend gemeint ist oder nicht, sondern allein darum, daß die Septuaginta-Teile des AT zum biblischen Kanon gehören.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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    • zeitschnur sagt:

      Die mariologische Lehre muss sich nicht wortwörtlich in der Schrift finden – das ist auch bei anderen Dogmen, die die ev. Kirche ja einmal anerkannt hatte, auch nicht der Fall – zum Beispiel beim Trinitätsdogma mit allen antiarianischen Implikationen: das ist durch reines Schlussverfahren entwickelt – nicht weil ein Lehrsatz im NT stünde!

      Was Maria betrifft, ist die Schrift voll von Hinweisen auf sie. Aus diesen Hinweisen kann man und muss man schließen.
      Vor allem folgt aus der wahren Gottes- und Menschensohnschaft Jesu Christi, die ihn als „Gottmenschen“ ausweist, zwingend die überragende Rolle Mariens. Wenn Maria nicht das höchste Wesen nach Christus ist, dann ist er nicht der Sohn Gottes. das war doch der Streit der frühen Kirche – andernfalls wäre Jesus dem vater „untergeordnet“. das aber ist aufgrund der Schrift unmöglich. Ist er aber Gott, muss seine menschliche Mutter ihm so nahe stehen wie sonst kein anderes geschaffenes Wesen.
      Das ist schlichte Logik!

      Wenn Luther „sola scriptura“ verkündete, konnte er aber nicht erklären, wieso das gelten soll, wo doch der endgültige Kanon erst im 4. Jh festgelegt wurde – selbstverständlich mit den „Apokryphen“.

      Die protestantische Theologie ist daher heute auch zu ihrer vollen Konsequenz gelangt und bezweifelt auch die Wahrheit des tradierten Kanons, noch dazu in der von Luther eigenmächtig gekürzten Version.

      Den Juden war auf ihrer Synode in Jamnia ca 100 n. Chr. ganz offenkundig daran gelegen, gerade die Rolle Mariens zu vernebeln und zu annullieren: Kassiert man die höchste Würde der Frau, ist nicht nur der Mann vernichtet, sondern v.a. der Gottessohn. Warum haben die Juden dann bloß zuvor jahrhundertelang den Septuaginta-Kanon als rechtgläubig angesehen?
      Hier spiegelt sich der jüdisch-christliche Konflikt und Luther hat sich völlig unreflektiert die jüdische Position zu eigen gemacht.
      Fazit (nach Luther): der Hl. Geist müsste die Kirche 1500 Jahre lang betrogen haben.
      Und bevor ich DAS glaube, verwerfe ich gut und gerne Luthers Anmaßung.

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  4. HG sagt:

    Es ist doch eigenartig, dass Maria in der Offenbarung des Johannes, wo der Apostel den Blick in das ewige Reich bekommt, nichts von Maria gesagt wird! Es wird das Bild der Engel und der Heiligen erwähnt, die „Tag und Nacht Gott und das Lamm anbeten“ und wie die Gebete der Heiligen wie Weihrauch zum Thron Gottes aufsteigen. Auch wird in der Schrift Jesus als der Fürbitter vor dem Vater als einziger angeführt. Auch ist die Bezeichnung „Mutter Gottes“ für Maria irreführend, denn wie wir wissen, war Jesus mit dem Vater und dem Geist vor aller Zeit bereits gegenwärtig – das Mutter-Sein Mariens beschränkt sich also auf die „irdisch-fleischliche“ Existenz Jesu. JA, Maria ist ein Glaubensvorbild – aber als Heilsmittlerin kann sie nach der Schrift nicht gelten.

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    • Guten Tag,
      zu Ihrem Leserkommentar folgende Anmerkungen:
      1. Maria kommt in Offb 12 sehr wohl in den Blick als das „große Zeichen“, die Frau mit 12 Sternen um ihr Haupt. Auch wenn sich dies in erster Linie auf das Gottesvolk des Alten und Neuen Bundes bezieht, so haben schon die frühchristlichen Kirchenväter hierbei sehr wohl auch an Maria gedacht, zum einen weil sie Vorbild und Urbild der Kirche ist, zum anderen, weil hierbei von der Messiasmutter die Rede ist.
      2. Wenn in der Offb. die Engel und Heiligen erwähnt werden, versteht es sich am Rande, daß bei den Heiligen die Mutter unseres HERRN mitgemeint ist – oder wollen Sie Maria – die Gnadenvolle laut Lukasevangelium – etwa nicht zu den Heiligen rechnen?
      3. Christus ist der einzige Mittler zum Vater, das bekennt auch die katholische Kirche – aber Maria ist sehr wohl die bedeutsamste Fürsprecherin unter den Heiligen. Biblische Begründung hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/06/die-fursprache-der-gerechten/
      4. Eben w e i l Christus als göttliche Person seit Ewigkeit her existiert, ist Maria Gottesgebärerin bzw. Gottesmutter. Daß sie nicht den dreifaltigen Gott geboren hat, ist doch klar, aber mit Christus die zweite göttliche Person der hl. Trinität. Natürlich ist Maria keine Muttergottheit nach heidnischem Muster; sie ist ein GESCHÖPF. Christus aber ist Gott und Mensch in einer Person – das können Sie nicht auseinanderdividieren. Deshalb ist Maria, da sie den GOTT-Menschen geboren hat, logischerweise Gottesmutter. Übrigens hat auch Martin Luther aus diesem Grunde vehement den Ehrentitel „Gottesmutter“ verteidigt.
      Zudem wird Maria von ihrer Verwandten Elisebath als „Mutter meines HERRN“ bezeichnet – und damit als Gottesmutter, denn „HERR“ bezieht sich in der Bibel immer auf GOTT.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Michael Flemming sagt:

        Zu 3.: Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet in der Dogmatischen Konstitution ‚Lumen Gentium‘ Maria als Mittlerin: „Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter dem Attribut der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen.“

        Das hat nun Martin Luther (der im Übrigen auch nicht immer ganz bibelkonform war…) vollkommen abgelehnt! Es war für ihn völlig undenkbar, Maria, die Mutter Jesu, als „Mittlerin der Gnaden (lat. Mediatrix gratiarum)“ oder gar als „Miterlöserin“ (Lumen Gentium, Nr. 56: ‚Mit Recht also sind die heiligen Väter der Überzeugung, dass Maria in freiem Glauben und Gehorsam zum Heil der Menschen mitgewirkt hat‘) anzusehen.

        Hierin war Luther ganz bibelkonform, denn nach 1.Tim.2,5 gibt es nur EINEN Mittler und nach 1.Joh.2,1 nur EINEN Fürsprecher: nämlich Jesus Christus selbst!

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      • Guten Tag,
        das 2. Vatikanum hat lediglich festgestellt, daß Maria u.a. auch als „Mittlerin“ angerufen wird, was ja auch stimmt. Es gibt aber kein kirchliches Dogma dazu. Es bleibt daher den Katholiken freigestellt, ob sie Maria als Mittlerin anrufen wollen, wobei die Kirche in amtlichen Texten immer wieder betont, daß sie nicht Mittlerin zu Gott-Vater ist, sondern daß sie Fürbitte bei Christus einlegt und insofern als Mittlerin angesehen werden kann; sie hat auch das erste öffentliche Wunder Christi bei der Hochzeit zu Kana durch ihre Fürbitte „vermittelt“. Aus dem Zitat in LG läßt sich durchaus kein Titel „Miterlöserin“ ableiten. Es gibt zu diesem Titel nicht nur kein Dogma, sondern eine ausführliche Kritik von Papst Benedikt, der diese Formulierung als mißverständlich bis irreführend beanstandet hat.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Maria ist Mittlerin!
        Es ist eher die Weigerung, ein differenziertes System an Mittlern anzuerkennen, das hier „bockt“.
        Der Mittler zwischen Gott und Mench kann nur Gott selbst sein, der Mensch wurde: JESUS.
        Aber ganz nah an ihm steht Maria, die stellvertretend für die ganze Menschheit ihr „Fiat“ dazu gab und geben musste/sollte – Gott wollte ihr Placet. Will ein mensch dagegen opponieren?! Sie hat die Menschwerdung Gottes mit ihrer ganzen Person vermittelt.
        Das ist doch so eindeutig wie es nicht eindeutiger geht – oder wollen Sie die Gottesmutter als eine Sache ansehen,als eine Art verdinglichte „Raumschleuse“?
        Das wäre blasphemisch und noch schlimmer als alles, was die Heiden dem Menschen rauben!

        Selig, wer sich nicht an Jesus stört.
        Selig ebenso, wer sich nicht daran stört, dass Gott eine Überfülle an Relationen zwischen den Gott und den Geschöpfen nutzt, um seine unendliche Liebe zu vermitteln.
        Der Protestantismus ist letztendlich an seiner Marienablehnung erstickt und verknöchert.

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      • Guten Tag,
        ich wies auf das Wunder von Kana hin, von Marias Fürsprache vermittelt, ich schrieb von Marias fürbittender Mittlerschaft bei Christus (was hat das mit „verdinglichter Raumschleuse“ oder gar „Blasphemie“ zu tun?!) – und erwähnte zugleich, daß Christus der Mittler zwischen Gott und den Menschen ist. Daß Maria die Mutter des Gottmenschen ist, wird kirchlich durch den Titel der Gottesmutter bzw. Gottesgebärerin ausgedrückt.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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