Valtorta: Bestand der Sündenfall in einer sexuellen Intimität von Adam und Eva?

7. Teil unserer Serie zu „Valtortas Irttümer“

Das Christentum war immer schon von zwei Seiten her bedroht: von einer liberalen Anpassung an den jeweiligen Zeitgeist einerseits, der Verweltlichung also  –  und vom genauen Gegenteil, einer leibfeindlichen „Spiritualisierung“, die in der Antike als „Gnosis“ (das bedeutet „Erkenntnis“) bezeichnet wurde, während diese Anhänger einer übertriebenen Vergeistigung im Hochmittelalter meist als „Katharer“ („Die Reinen“) oder in Osteuropa als Bogomilen bekannt waren. 

0018Diese Sektierer lehnten sogar die Ehe samt Kinderzeugung grundsätzlich ab, wogegen die katholische Kirche die Würde und Heiligkeit der Ehe schon im Altertum gegen gnostische Irrlehrer entschieden verteidigte, ebenso später gegenüber leibfeindlichen Sondergruppen und selbsternannten Superasketen.

Manche vom gnostischen Denken beeinflußte Ideen konnten sich allerdings immer wieder durch gewisse Ritzen hindurch in der Christenheit einnisten, nicht selten durch „Visionen“ oder sonstige höhere „Erleuchtungen“, angeblich himmlische Einsprechungen etc.  – Auch wenn derlei Sondervorstellungen nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung gehören, konnten sie doch bei manchen Gläubigen geistigen Einlaß finden.

Hierzu ein Beispiel:

Vereinzelt hörte ich hin und wieder die überaus merkwürdige Meinung in „frommen Kreisen“, der Sündenfall von Adam und Eva habe in ihrer beiderseitigen sexuellen Vereinigung bestanden. Ein schlesischer Pfarrer erzählte mir kürzlich, diese Auffassung würde nicht selten sogar in polnischen Priesterseminaren gelehrt.

Ich widersprach dieser Ansicht u. a. mit dem Hinweis, daß das  – chronologisch gesehen  – erste Gebot Gottes an unsere Stammeltern lautet: „Wachset und mehret euch“.  Diese Aufforderung des Höchsten geschah wohlgemerkt im Paradies  –  und nicht etwa nach dem Sündenfall.

Zudem ergibt sich aus dem Buch Genesis und weiteren Hinweisen in der Heiligen Schrift eindeutig, daß die Ursünde keineswegs dem Bereich der „Sinnlichkeit“ entstammt, sondern eindeutig im ungehorsamen Hochmut gegenüber dem Schöpfer besteht  – also gleichsam eine „geistige“ Sünde darstellt. (Abgesehen davon war die Sinnlichkeit von Adam und Eva im Paradieszustand ohnehin nicht ungeordnet, sondern höchst harmonisch!)Cover Kein anderes Evangelium

Manche erscheinungsbewegten Zeitgenossen meinen freilich allen Ernstes, gewisse menschliche Gliedmaßen hätten sich nach dem Sündenfall sogar anatomisch verändert, so daß die Zeugung des Lebens im „Garten Eden“ auf biologisch völlig andere Art und Weise erfolgt wäre…

Wir wollen derartigen Unfug nicht weiter ausmalen, sondern darauf hinweisen, daß die Vorstellung von einer „sexuellen“ Ursünde mehrfach in den Büchern von Maria Valtorta zu finden ist.

Diese auf vermeintlich übernatürlichen Einsprechungen beruhenden, umfangreichen Bände mit dem Titel „Der Gottmensch“ sind zwar kirchlich nicht anerkannt (sie befanden sich sogar bis zuletzt auf dem „Index“, also einer Auflistung vatikanisch abgelehnter Bücher): Da dies aber kaum jemand weiß, sind Valtortas Bücher weit verbreitet, in denen aufgrund eines angeblichen „Diktats von oben“ das Leben Jesu geschildert bzw. phantasievoll ausgemalt wird.

Ramon de Luca hat sich in seiner Neuerscheinung „Kein anderes Evangelium“, die im Schweizer Alverna-Verlag erschien, ausführlich mit der eben erwähnten Sündenfall-Version von Valtora und zahlreichen weiteren Irrtümern dieser „Mystikerin“ befaßt.

Das fundierte, gründlich recherchierte Buch ist ein echter Augenöffner für alle, die sich nüchtern anhand der biblischen und kirchlichen Lehre über Valtorta informieren wollen. Es wird höchste Zeit, daß eine kritische Sichtweise auf diese Buchbände erfolgt. Wir wollen dies in einer ausführlichen Besprechung gelegentlich weiter erläutern.

Das 148 Seiten umfassende Buch kostet 12 Schweizer Franken bzw. 10 Euro und kann portofrei bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)  – Bei Auslandsbestellungen kommen zwei Euro Portokosten (anteilig) dazu.

Hier sehen Sie das Buchangebot des Alverna-Verlags: http://www.alverna.ch/index.php/alle-buecher.html


18 Kommentare on “Valtorta: Bestand der Sündenfall in einer sexuellen Intimität von Adam und Eva?”

  1. Aurelius sagt:

    „Da gab die Frau, die beim Genuss des Apfels spürte,
    dass sie eine andere wurde, den Apfel ihrem Mann,
    und so verloren beide das himmlische Gewand.“
    (hl. Hildegard v. Bingen, 1. Vision in Lib.Div.Op.)

    „Bald nämlich, als Adam den schädlichen Apfel gegessen
    hatte, empfand er an den Sünden Lust, sodass er sündigen
    konnte.“
    (hl. Hildegard v. Bingen, 9. Vision in Lib.Div.Op.)

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  2. Alex sagt:

    Antwort an Anonym zum 13. Okt. 10:51 Uhr:

    Schade. Jetzt wäre es spannend geworden.
    Ich kenne das Ergebnis nämlich selber noch nicht.
    Meinem Empfinden nach dürften sich Adam und Eva
    beim gemeinsamen Essen der verbotenen Frucht in
    einer von Fleischeslust entbrannten Situation befunden
    haben, aber ich hab noch nicht nachgeschaut.
    vgl. Zunder = fumes peccati (hl. Augustinus). Da ging
    der Zunder los, der nur bestraft werden kann, denn
    warum so eine harte Strafe? (Eigentlich nicht hart,
    denn die Ursünde ist eben ein Gräuel)

    Ohne dass ich es weiß, würde ich so folgern:
    Eva ging zu Adam und zeigte ihm die Frucht. Er aß.
    dabei kamen sie irgendwie in Intimität. Das hieße
    im Heiligkeitszustand: Umarmung des Herzens.
    Liebe von Herz zu Herz. Jedoch war Eva schon
    „angeknockt“ und Adam dann auch. Im Heiligkeits-
    zustand hätte man nämlich Kinder durch Umarmung
    gezeugt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
    Warum? Weil die Liebe im Herzen so rein
    war, dass bei einer Umarmung maximale Liebe
    geströmt wäre.
    Meine Logik sagt mir auch, dass da irgendetwas
    gewesen sein muss, denn die Frauen haben die
    Regel nur, weil es ein bleibendes Zeichen des
    Sündenfalls ist. Da muss also was gewesen sein.
    Ob sie nur die Frucht gegessen haben, weiß ich nicht.

    So hätte man also damals gesagt: Er hat sie „erkannt“.
    Aber das ist nur Spekulation. Ich bin gespannt,
    was Valtorta schreibt und werde alleine nachlesen
    und auch schauen, ob irgendetwas der Bibel
    widerspricht. Nach meiner Vermutungsversion
    würde nämlich nichts widersprechen.

    Ich halte nur fest: Beide haben sich als „nackt“ erkannt.
    Das ist doch interessant oder?

    Danke trotzdem für die Anteilnahme. Alles Gute.

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    • Ramon de Luca sagt:

      Grüss Gott

      Es ist nicht meine Absicht, zu all den Aussagen, welche hier zu Maria Valtorta und ihrem Werk gemacht wurden, Stellung zu nehmen. Dazu habe ich ja ein Buch geschrieben; wer aufrichtig Interesse daran hat, kann es lesen und dann hier argumentieren. Aber bitte mit theologischen, von der hl. Kirche vorgelegten Glaubenslehren und nicht subjektiv nach persönlichem Gutdünken.

      Und das ist ein wesentlicher Kritikpunkt, den ich ansprechen will. Mit Behauptungen und Meinungen ist hier niemandem gedient, da es sich bei den Fragen um Inhalte des katholischen Glaubens und somit um Theologie handelt. Und da hat bekanntlich nicht der einzelne Katholik das Sagen, sondern die hl. Kirche. Ihr ist es ja gegeben, den Inhalt der Offenbarung treu zu bewahren und unverfälscht zu verbreiten (Leo XIII. Satis Cognitum). Sie, Alex, haben Frau Küble gegenüber geäussert: „Sollten Sie das Buch mit dem Titel “Die Lehre der Kirche” haben, ich besorg es mir sofort. Dann kann ich auch drin lesen.“

      Meine Frage dazu: Wie ernst ist es Ihnen mit dieser Aussage?

      Es gibt nämlich unzählige solcher Bücher: Dogmatiken (Diekamp, Heinrich, Bartmann, Pohle-Gierens, Ott, Scheeben); dann von Neuner-Roos „Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung“; das „Kompendium der Glaubenbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen von Denzinger-Hünermann; von Rohrbasser „Heilslehre der Kirche“; und schlussendlich die verschiedensten Katechismen. Einiges davon ist im Buchhandel noch erhältlich.

      Können Sie Ihre Behauptungen und Meinungen mit solchen Quellen belegen?

      Die klassische Aufteilung eines theologischen Beweises ist der Nachweis in der Hl. Schrift, bei den Kirchenvätern und beim Lehramt (Konzilien, etc.). Bei Ihnen finde ich in den bisherigen Ausführungen kaum etwas davon.

      Ein letzter Punkt: Sie wollen mitreden bei der Beurteilung der Frage, ob Maria Valtorta eine echte oder unechte Seherin ist? Dann wenden sie dazu auch die von der hl. Kirche vorgegebenen Kriterien an, denn nur diese sind relevant und können ernst genommen werden. Kennen sie diese Kriterien?
      Aber das genügt noch nicht, denn am allerwichtigsten ist die Frage, was die Kirche dazu sagt. Und diese hat offiziell klar gesprochen und die Schriften Valtorta’s verurteilt. Denn der Kirche als ‚Mutter und Lehrerin‘ allein steht es zu, ein endgültiges Urteil zu fällen.
      Dies alles können Sie in meinen Schriften nachlesen; dort ist alles quellenmässig belegt und besprochen.

      Freundliche Grüsse

      Ramon de Luca

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      • Alex sagt:

        Grüß Gott (das sagt man auch bei uns)!

        3 Universitäten und 1 Philosophisch-Theologische Hochschule
        haben mich im wissenschaftlichen Arbeiten ausreichend belehrt,
        den Glauben an Valtorta hab ich Gott sei Dank nie verloren. Das
        darf man durchaus als ungewöhnlich bezeichnen. Die Methoden
        kenne ich.
        Danke für die Aufzählung der Werke der Lehrverkündigung. So
        weiß ich, wovon ich ausgehen darf: Nämlich von der Feststellung,
        dass diese Werke nie „Privatoffenbarungen“ verurteilen, sondern
        sie sagen nur, „nicht verpflichtend“. Ich hüte mich davor, jemanden
        zu den Valtortawerken zu zwingen. Ich möchte nicht einmal die Aussagen
        Jesu an Valtorta verteidigen, denn dazu hätte ich zu wenig Wissen.
        Nur Jesus selbst kann das tun.
        Es genügt, wenn man es liest. Aber eines möchte ich: Aufzeigen, dass
        eine Etikettierung mancher Aussagen bei Valtorta als „Unsinn“ und
        dergleichen völlig fehl am Platz ist. Es wird im obigen Artikel behauptet,
        die Darstellung bei Valtorta sei Unsinn. Der Begriff „sexuelle Ursünde“
        ist dabei eine Etikette , die man strenggenommen schon verwenden
        könnte, aber nicht so, dass sie gegen Valtorta ausgespielt wird, weil
        der Sündenfall (Teil 1: Satan + Eva und Teil 2: Eva + Adam) durchaus
        geschlechtliche Aspekte aufweist: „Sinnlichkeit“ und Mann/Frau. Dazu
        verweise ich auf meine Darstellung vom 13. Okt., 8:59 Uhr. Ich bin über
        den Sündenfall in Genesis informiert durch: die Hl. Schrift,
        den als größten geltenden Kirchenlehrer des Westens, hl. Augustinus (354-430),
        den als größten geltenden schol. Kirchenlehrer, hl. Thomas v. Aquin (1225-74)
        und die größte Prophetin und Papstberaterin des Mittelalters, hl. Hildegard,
        welche von Papst Benedikt XVI. zur „Doctessa und Prophetissa Ecclesiae“
        erhoben wurde. Sie besaß von Kindesbeinen an die „eingegossene Wissenschaft“,
        welche im Laufe ihres Lebens immer erhabenere Züge annahm bis zum
        hochwissenschaftl. Werk „Liber divinorum operum“.

        Ich weiß, dass meine Darstellung diesen Heiligen entspricht und ich glaube
        demnach genau dasselbe wie diese Heiligen, nämlich, dass die Geschichte
        im Garten Eden keine erfundene Geschichte ist, sondern in Wirklichkeit so
        abgelaufen ist. Eventuelle gleichnishafte Aspekte schmälern nicht die Tatsache,
        dass alle Menschen von Adam und Eva abstammen (Monogenismusstreit/
        Pius XII.).

        Man kann also nicht so tun, wie wenn die Ursünde „nur“ im Hochmut bestünde,
        weil es „Lehre der Kirche“ sei. Welche Lehre soll das sein, welche nur in einer
        Abstraktion besteht? Der Sündenfall war ein Ablauf – ein Geschehen mit vielen
        sündhaften Neigungen, siehe unten hl. Augustinus und andere:
        (sehr wohl: Sinnlichkeit). Das ist Lehre der Kirche, weil die Lehre der Kirche
        die Bibel ernst nimmt und nicht nur in einem Schlagwort besteht. Wer nur an
        ein Schlagwort glaubt, glaubt die Eden-Geschichte gar nicht.

        Es gibt viele Mystiker wie Maria Valtorta, die uns Detailwissen
        übermitteln. Mystiker übermitteln Geheimnisse Gottes. Die Heiligen sind oftmals
        in diese Geheimnisse eingeführt worden. Diese Geheimnisse bei Valtorta wider-
        sprechen keinesfalls der Hl. Schrift, denn sie entsprechen schon mal obigen
        Kirchenlehrern und damit der Kirchenlehre. Hl. Schrift enthält nicht alles, nur die
        allerwichtigsten Eckpunkte des Glaubens. Aber:
        Viele halten die Heiligenaufzeichnungen für Märchen und die Sündenfallgeschichte
        in der Hl. Schrift für eine reine Äthiologie ohne Wirklichkeitsbezug. Da wird alles
        angezweifelt, weil es ja nicht genau so abgelaufen sein könne. Auf dieser Glaubens-
        Basis braucht mir keiner kommen: ich bin ein gläubiger Christ und mein vernünftiger
        (hoffentlich!) Menschenverstand sagt mir: 1+1 =2. Jedes Wort in der Genesiser-
        zählung macht einen tiefen Sinn.

        Manche, die sich gern als Dogmatiker ausgeben, lernen die Dogmen auswendig,
        haben sie dann im Kopf, können sie aber im Herzen nicht anwenden. Dogmen sind
        Fundamente, Eckpunkte, Bibel ist schon mehr und weitere mystische Schriften
        sind noch mehr Detailwissen. Alles dies ist Kirche.

        Die Valtortaschriften sind so erhaben. Das geht über „Etikettenwissen“ bzw.
        punktuelles Wissen weit hinaus und das Entscheidende ist: Es ist berechtigt.

        Pius XII. und der hl. Padre Pio haben es für echt gehalten und empfohlen.
        Mein Glaube lässt sich durch spätere Zweifel in Rom keinesfalls erlöschen.

        Mehr gibt es da von meiner Seite aus nicht zu sagen!

        Alles Gute! Glauben ist Gnade und Gnade muss man sich erbeten!

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    • Anonymous sagt:

      Meinem Empfinden nach ….
      Ohne dass ich es weiß, ….
      Meine Logik sagt mir auch, …
      Da muss also was gewesen sein. …
      Aber das ist nur Spekulation. …
      Nach meiner Vermutungsversion …

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  3. Alex sagt:

    Frau Küble, jetzt hab ich nachgeschaut in einem
    Inhaltsverzeichnis des riesigen Valtortawerkes, d.h
    an der Quelle mich informiert.

    Da heißt es: Evas Sünde war ein Baum mit 4 Ästen: Hochmut, Habsucht,
    Gaumenlust, Wollust. Fazit: Das ist schon mal kirchenkonform.

    Weiter heißt es, der Verführer habe zu Eva gesagt:
    „Ihr seid nicht einmal so frei (Fortpflanzung) wie das wilde Tier“.
    Fazit: Das hat in der Tat mit Geschlechtlichkeit zu tun, und in der Tat
    mit Sinnlichkeit, womit sonst. Wenn der Böse die Frau verführt, dann
    die Sinnlichkeit, was sonst. Ist das bibelkonform? Fazit: nichts widerspricht.

    Dann heißt es noch zur Versuchung Evas: „Sie sah und da sie sah, wollte sie
    versuchen. Das Fleisch war erweckt.“ Dann ist sie also mit der erweckten
    Sinnlichkeit zu Adam gegangen und hat ihn wahrscheinlich verführt, denn
    das ist biblisch.

    Wo bitte ist hier ein Widerspruch zur kirchlichen Lehre?
    Wo bitte ist hier ein Widerspruch zu Genesis?

    Eva war zunächst ungehorsam, dass sie zur Schlange hinging:
    1. Ungehorsam
    Warum ging sie hin? Weil sie das Verbotenen haben wollte:
    2. Habsucht
    Dann betörte sie der Böse zur Sinnlichkeit
    3. Gaumenlust, Wollust

    Sagen Sie bitte genauestens und bleiben Sie bei der Sache. Kommen Sie nicht
    mit irgendwelchen Büchern, sondern sagen Sie, was daran falsch sein soll?

    Alex

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    • Guten Tag,
      Ihre Zitate und Ausführungen bestätigen doch die Kritik des Buchautors, denn die kirchliche Verkündigung lehrt überhaupt keinen sexuellen Sündenfall bei Adam und Eva, geschweige ist ein solcher „biblisch“ bezeugt. Weitere Auslassungen von Ihnen, die sich nur erneut im Kreise drehen, werden nicht mehr freigeschaltet.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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    • Anonymous sagt:

      Zitat Alex
      Dann ist sie also mit der erweckten
      Sinnlichkeit zu Adam gegangen und hat ihn wahrscheinlich verführt, denn
      das ist biblisch.
      Zitat Ende

      Eva konnte mit keiner „erweckten Sinnlichkeit“ zu Adam gegangen sein, da Adam sein Weib Eva erst nach der Vertreibung aus dem Paradies erkannte (Gen 4.1). Erst aus diesem „Erkennen“ außerhalb des Paradieses ging Kain hervor. Somit ging die „Sinnlichkeit“ von Adam aus – n a c h der Vertreibung aus dem Paradies.

      So steht in Gen. 4.1 auch, dass Eva schwanger w u r d e (!) und nicht bereits schwanger war, als sie das Paradies verlassen mussten.

      ———————————
      Gen. 4.1 Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain. Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben.

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      • Alex sagt:

        Danke für das Interesse. Freut mich. Vielleicht sollte ich sagen, dass ich bisher nur
        auf die Punkte eingegangen bin, welche die Reihenfolge der Erbsünde darstellen.
        Meine drei vom Inhaltsverzeichnis (von Valtortas Werk) abgelesenen Punkte sollten
        bisher nur belegen, dass das Fleisch erweckt war, sonst nichts. Ich meinte auch,
        dass Adam und Eva irgendwann mal zusammenkamen. Ich hatte bisher nicht
        überprüft, wann und weiß auch nicht, was Valtorta dazu sagt. Was wir unbedingt
        zuvor festhalten müssen, ist die richtige Reihenfolge, sonst wird der Rest auto-
        matisch falsch.

        In meiner hl. Vulgata mit Kommentar von Augustin Arndt SJ mit Approbation des
        Heiligen Stuhls, 1914 (Regensburg, Rom) steht:
        Gen 3,6: „Da sah das Weib, dass der Baum gut davon zu essen, und
        lieblich den Augen, und angenehm anzuschauen sei, und sie nahm von
        seiner Frucht, und aß, und gab ihrem Manne, und er aß.“
        Bei Valtorta heißt es: „Sie sah und da sie sah, wollte sie versuchen. Das
        Fleisch war erweckt.“
        Lieblich den Augen = Augenlust = angenehm anzuschauen;
        gut davon zu essen = Gaumenlust;
        Fazit: das Fleisch war erweckt! Völlig korrekt. Mehr Korrektheit geht gar nicht.

        Der Böse hat Eva zum Essen der Frucht verführt. Die Frucht war nicht nur
        die Frucht des Baumes allein, sondern es war ein Versprechen des Bösen
        damit geknüpft. Dieses böse Versprechen machte die Frucht erst interessant.
        Daher aß Eva die Frucht inklusive alles, wofür die Frucht steht. Sie steht
        für das Teilnehmen an den Verbotsbrüchen des Bösen, hier ersichtlich an
        fleischlichen Verbotsbrüchen, der Fleischeslust.

        Tertullian und Augustinus sagen sinngemäß: in jener ersten Sünde waren
        auch andere Sünden eingeschlossen wie Verletzung des übernat. Glaubens,
        sinnliche Begierlichkeit, u.a. (Tertull., Aug.). Anm. des Kommentators:
        In Eva war die Sünde v.a. die der Hoffart und das daraus fließende
        Begehren nach dem von Gott versagten Wissen.

        Weiter Gen 3,6: „und sie nahm von seiner Frucht und aß und
        gab ihrem Manne und er aß.“
        D.h. beide haben die verführerische Frucht mitsamt allem, wofür
        sie steht, gegessen. Beide schämten sich dann und fühlten sich nackt,
        welches schon eine Folge der Sünde war. Nackt bedeutet, dass sie
        ihre Geschlechtlichkeit erkannten und sich voreinander schämten,
        nicht nur vor dem Schöpfer, weil sie mit dem Fleische sündigten.

        Dass beide einander „erkannten“, steht erst nach der Vertreibung aus dem
        Paradies. Da haben Sie vollkommen Recht. Ich möchte aber nicht
        weitermachen, wenn Sie dem Bisherigen nicht zustimmen können,
        denn das würde nichts bringen, sonst landen wir im Feminismus oder
        wer weiß wo. Es hat auch keinen Sinn, die Paradiesesgeschichte
        als reine Äthiologie zu betrachten. Die Tatsache, dass die Frauen heute
        noch die Regel haben, kommt von der Erbsünde her, nirgendwo sonst.

        Können wir das Bisherige abhaken, oder nicht?
        Mit freundlichen Segensgrüßen an Frau (?) Anonym

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      • Anonymous sagt:

        „Vielen Dank für die Mühe der umfassenden Antwort!“

        Sich einzig an der Fragestellung zum Thema orientierend ….

        „Bestand der Sündenfall in einer sexuellen Intimität von Adam und Eva?“

        … lautet die Antwort auf der Grundlage von Gen. 4.1: „Nein!“

        Ansonsten habe ich an Valtorta kein weitergehendes Interesse.

        mfg

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  4. Alex sagt:

    Damit hätten Sie sich dann selber bewiesen, dass die „sexuelle Ursünde“,
    die laut Artikel bei Valtorta mehrfach vorkomme, bei Valtorta gar nicht behauptet
    wird. Denn die Ursünde spielt sich erst einmal nur zwischen Satan und Eva ab.

    Wie dann Eva und Adam abgefallen sind, ist der 2. Teil des Sündenfalls. Dass
    die beiden auch geschlechtlich zusammengekommen sind, dürfte doch klar sein,
    oder?

    Zum Verständnis: Die Gottesmutter hat Jesus nicht durch die üblichen Geburtsgänge
    geboren, sondern durch ein Wunder aus dem Herzen heraus. Deswegen ist das
    Hymen ohne Weiteres unverletzt geblieben. Und darum hatte Sie auch ohne Probleme
    keine Geburtsschmerzen. Und all dies, weil Sie keine Erbschuld trug, weshalb sie den
    Strafsprüchen des Sündenfalls nicht unterstellt war.

    Im Garten Eden wäre die Geburt auch durch das Herz gewesen, aber die Natur ist
    gefallen und so entstanden die Geburtsschmerzen. Dazu braucht man nur
    Heiligenbücher lesen, z.B. von Hildegard von Bingen oder den Hl. Augustinus oder
    viele andere. Keine neuerlichen „Privatbotschaften“ sind dazu notwendig. Aber
    sie sagen genau dasselbe und liegen damit natürlich richtig.

    Alex

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    • Guten Tag,
      Sie bringen wieder einmal alles durcheinander, so daß ich nicht mehr bereit bin, mich weiter mit Ihnen im Kreise zu drehen. Lesen Sie doch einmal das hier rezensierte Buch, bevor Sie zu allem und jedem Ihre „Weisheit“ ablassen!
      Noch einmal: Valtorta behauptet, der Sündenfall bestände in der (angeblich vorzeitigen) sexuellen Vereinigung von Adam und Eva.
      Laut kirchlicher Lehre besteht der Sündenfall darin aber nicht, sondern im Hochmut.
      (Hinsichtlich Augustinus verwechseln Sie erneut die Ursünde/Sündenfall mit der Weitergabe der Erbsünde, aber lassen wir das Thema – es ist offenbar aussichtslos.)
      Damit ist diese Debatte definitiv beendet, ich wiederhole mich nicht noch einmal.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Alex sagt:

        Ich habe immer den Gesamtkontext Ihrer Aussagen im Blick gehabt. Sie meinen ja
        im Artikel, dass gewisse Behauptungen ein Unfug seien wie z.B. anatomische Ver-
        änderungen. Ich habe Ihnen Die Erbsündenlehre der Heiligen angegeben und in
        dieser Lehre kann ich nichts finden, was bei Valtorta widerspricht. Lesen Sie erst
        einmal Valtorta und zitieren Sie die Stelle aus Valtorta selber und nicht aus irgendeinem
        Kommentarbuch. Herzlichen Dank!

        Ad fontes, bitte!

        Alex

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      • Guten Tag,
        die katholische Lehre enthält keine Aussage über anatomische Veränderungen – und konkrete Zitate von Heiligen haben Sie diesbezüglich nicht gebracht. Zudem sind sowieso nicht die Ansichten von Heiligen maßgebend, sondern die kirchliche Lehre.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  5. Alex sagt:

    Schönen Abend!

    Papst Pius XII. sagte zu Valtortas „Il Poema dell‘ Uomo-Dio“ anlässlich einer Audienz des
    Papstes: „Veröffentlicht dieses Werk, so wie es ist. Wer es liest, wird verstehen..“

    Der hl. Padre Pio prophezeite, dieses Werk würde wirkungsvoll in der ganzen Welt verbreitet
    werden.

    Weitere Billigungen von hochrangigen röm. Autoritäten gab es.

    Zur Ursünde = Erbsünde: Diese Sünde heißt Erbsünde, weil sie durch den Geschlechtsverkehr
    von Mann und Frau übertragen wird. Das kann auch nicht anders sein, weil die gefallenen
    Naturen von Mann und Frau keine ungefallene, erbsündelose Natur hervorbringen können.
    Das Kind muss also mit der Erbschuld behaftet sein, weswegen die Taufe notwendig ist. Dies
    wird genauestens vom hl. Augustinus und in derselben Logik von der hl. Hildegard dargestellt,
    welche die Gabe der „Eingegossenen Wissenschaft“ hatte.

    Die Ursünde selbst besteht aber nicht in einem sexuellen Verkehr, sondern in der Verführung
    Evas durch den Satan und dann in der Verführung Adams durch Eva, sodass beide ungehorsam wurden. Bei Satans Verführung von Eva spielte natürlich die Sinnlichkeit eine Rolle. Auch der hl. Thomas v. Aquin beschreibt den Vorgang im Garten Eden, was keine
    erfundene Begründungsgeschichte mit dem euphemisierten Namen „Äthiologie“ ist, sondern
    eine wahre Begebenheit. Pius XII. äußerte sich klar zum Monogenismusstreit und sagte, dass
    alle Menschen von Adam und Eva abstammen.

    Bei Valtorta geht es natürlich auch nicht um eine „sexuelle“ Erbsünde. Das sind alles
    Unterstellungen, weil man anscheinend die Erbsündenlehre selbst noch nicht verstanden hat.

    Außerdem weist Valtorta ausdrücklich darauf hin, wie ihre Schrift zustande kommt. Sie sieht
    Bilder und beschreibt sie mit ihren eigenen Worten. Dass es sich dabei um ein Diktat handele,
    wird meines Wissens nicht gesagt, denn bei einem Diktat übernimmt man Wort für Wort, ohne
    mit seinem eigenen Verstand Bilder und Geschehnisse mit eigenen Worten beschreiben zu
    dürfen. Diktat, innere Einsprechung, Vision, Audition, geistige Schauung ist jeweils etwas anderes.

    Da werden also im Artikel einige Dinge gehörig verdreht und missverstanden. Daher wiederhole
    ich das Bekenntnis Pius XII.:

    „Wer es liest, wird verstehen.“

    Also munter weiterlesen!
    Mit freundlichen Segensgrüßen,
    Alex

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    • Guten Tag,
      weder in diesem hier rezensierten Buch noch in unserem Artikel einige Dringe „gehörig verdreht und missverstanden“. Wo ist der Quellenbeweis für das angebliche Zitat von Pius XII.?! Die Tatsache, daß Valtortas Werke auf den Index kamen (und zwar bereits zur Zeit dieses Papstes), spricht Bände. Papst Benedikt hat das negative Urteil des Hl. Offiziums als Präfekt der Glaubenskongregation ausdrücklich bestätigt. Es geht bei der hier geäußerten Kritik betr. der Ursünde nicht um die spätere Weitergabe der Erbsünde, sondern um den Sündenfall als solchen, von dem Valtorta behauptet, er sei sexueller Natur. Dies wird in dem erwähnten Buch ausführlich belegt. Auch auf das angebliche Pius-XII-Zitat wird eingegangen. Sie können diese und viele weitere Punkte dort nachlesen. Wenn es Ihnen nicht ausreicht, daß die Valtorta-Bände vorkonziliar auf der „Liste der verbotenen Bücher“ (Index) gelandet sind, dann wissen Sie auch in dieser Causa wieder alles besser als die Kirche.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Alex sagt:

        Es kommt immer darauf an, was ein Mensch mit seinen Worten meint. Dies gilt sowohl
        für die Worte Jesu in der Hl. Schrift als auch für mystische Schriften als auch für jedes
        Wort jedes Menschen. Sprache ist überhaupt derlei Gestalt, dass verschiedene Worte
        für ein und dieselbe Bedeutung in Frage kommen. Jeder Mensch entscheidet, welches
        Wort er für eine bestimmte Bedeutung verwendet. Und das ist sehr wichtig für die
        Botschaften: Sie behaupten nicht, Bücher in Dogmatikform zu sein, aber sie wollen ohne
        weiteres in der richtigen Dogmatik sein. Eine Maria Valtorta möchte ebenso in der richtigen
        Dogmatik sein und alles was sie schreibt, ist in der richtigen Dogmatik gemeint.

        Wenn von einem sexuellen Hintergrund bei der Erbsünde ausgegangen wird, dann muss
        man eben wissen, wie sie das gemeint hat. Sie hat sicher nicht gemeint, dass Satan mit
        Eva ein sexuelles Verhältnis gehabt hat, denn das wäre blanker Unsinn. Mit dem Verständnis, sie würde die Erbsünde aber solcherweise (oder wie auch immer) sexuell interpretieren, läge man falsch. Denn das tut sie nicht.
        „Der Sündenfall sei sexueller Natur“ bedeutet:
        „Sündenfall“ ist ein Wort für den ganzen Kontext – eben des Sündenfalls. Und die sexuelle
        Natur spielt einmal eine Rolle dabei, dass Satan versucht hat, eine Frau zu verführen. Manche Väter sagen, Satan hätte gesehen, dass der Mann stabiler sei hinsichtlich Verführung. Danach hat Eva den Adam verführt. Er hat sich wahrscheinlich leichter dadurch
        verführen lassen, dass sie eine Frau war, sonst wäre er möglicherweise standhaft geblieben.
        Das ist z.B. ein sexueller Aspekt des Sündenfallkontexts. Und der zweite Aspekt wurde von
        mir ausführlich dargestellt. Die Übertragung der Erbsünde erfolgt geschlechtlich.

        Was folgt daraus? Dass man sich nicht auf Ausdrücke (wie hier „Sündenfall“) stürzen soll, die man noch gar nicht in der Tiefe betrachtet hat. Man muss sich
        erst mal fragen: Was meint denn „Sündenfall“ überhaupt? Und „sexueller Natur“. Nur weil
        es nicht mein eigener Sprachgebrauch zu sein scheint, heißt das noch lange nicht, dass
        es nicht richtig gemeint ist. Wir sollen demütig betrachten, nicht vorschnell urteilen.

        Natürlich ist der Sündenfall im Gesamtzusammenhang sexueller Natur. Weil man das heute
        nicht sehen will, deswegen wissen die Leute auch nicht, warum von Erbsünde die Rede ist
        und warum Mann und Frau bei der Zeugung diese Erbschuld weitergeben, wonach getauft
        werden muss.

        Gesegneten Sonntag.
        Alex

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      • Guten Tag,
        niemand unterstellt Valtorta, sie hätte mit sexuellem Sündenfall ein Verhältnis von Satan und Eva gemeint. Es geht darum, daß angeblich Adam und Eva vorzeitig intim geworden wären. Bringen Sie doch keine Nebenkriegsschauplätze, um die es in dem Artikel gar nicht geht.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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