Kuba: Der Papst soll sich mit dem Volk, nicht mit der Diktatur solidarisieren

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, hat der ehem. politische Gefangene Jorge L. García Pérez, genannt „Antúnez“, angekündigt in den Hungerstreik zu treten, um so ein Treffen von Papst Franziskus mit kubanischen Bürgerrechtlern herbeizuführen. Notizblock-Stacheldraht-klein_d5cbbd6dfa

Die Bürgerrechtler wollen dem Papst direkt über die besorgniserregende Menschenrechtslage im kommunistisch regierten Kuba berichten. Die Aussage von Kardinal Ortega, dass es auf Kuba keine politischen Gefangenen mehr gäbe, hat das Vertrauen in kirchliche Vertreter beschädigt.

Alleine im vergangenen Monat wurden der IGFM 768 politisch motivierte Verhaftungen gemeldet, darunter 21 gewalttätige Übergriffe auf Bürgerrechtsaktivisten. Am vergangenen Sonntag wurden in Havanna rund 50 Mitglieder der Bürgerrechtsorganisation „Damen in Weiß“ verhaftet.

Die IGFM fordert Papst Franziskus auf, sich mit Angehörigen der Demokratiebewegung zu treffen und damit ein klares Zeichen für die Menschenrechte und gegen das willkürliche Vorgehen Raúl Castros gegen unliebsame Regimekritiker zu setzen. Außerdem solle Franziskus bei einer seiner öffentlichen Messen dem 2012 unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen kubanischen Christdemokraten Oswaldo Payá gedenken, so IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Anzeige-Kuba-Flagge-Gitterstaebe_8a1367f180

Nach der Aussage von Kardinal Ortega am 5. Juni, dass es auf Kuba „keine politischen Gefangenen mehr gibt, sondern nur Häftlinge, die wegen gewöhnlicher Straftaten inhaftiert“ seien, ist nach Ansicht der IGFM ein deutliches Signal des Vatikans notwendig, damit Raúl Castro diese Falschaussage nicht weiterhin für seine Zwecke als Propaganda missbraucht. Kein einziger der anlässlich des Papstbesuchs begnadigten 3522 Häftlinge war ein politischer Gefangener.

Hintergrund: Zwischen dem 19. und dem 22. September 2015 besucht Papst Franziskus Kuba, ein Zusammentreffen mit der kubanischen Demokratiebewegung sei aber trotz zahlreicher Petitionen verschiedenster Personen und Organisationen aus der Demokratiebewegung bisher nicht geplant. Nach Information der IGFM wird der Papst aber wie auch sein Vorgänger Benedikt XVI. bei seiner Kuba-Reise im März 2012 mit Raúl und Fidel Castro zusammentreffen.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba: www.igfm.de/laender/kuba/


2 Kommentare on “Kuba: Der Papst soll sich mit dem Volk, nicht mit der Diktatur solidarisieren”

  1. Erzengel sagt:

    Ja. warten wir mal ab, wie sich Papst Franziskus verhält. Denken wir aber auch daran, was Jesus gesagt hat, als sich die Menschen empört hatten, wie er im Haus des Sünders und Zöllners eingekehrt war. Jesus sagte: ,,Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken .“ –
    Heißt: wer glaubt und gerecht ist, der ist der Gesunde. Wer unterdrückt und ungerecht ist, der ist der Kranke, den es gilt gesund zu machen.

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  2. Reichert sagt:

    Das Verhalten des Papstes wird der zeigen,ob er bei den Menschenrechtsverletzungen ohne
    falsche Rücksichtnahme Ross und Reiter nennt. Oder wird er mal wieder sagen, wer bin ich,
    darüber zu urteilen?

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