Familiensynode: Polnischer Erzbischof Gądecki will an der kirchlichen Lehre festhalten

Mathias von Gersdorff0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

Stanisław Gądecki ist Erzbischof von Posen und Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz; er hat am Samstag (17. Oktober 2015) in der Synoden-Aula vor allen Teilnehmern offen von einem Angriff auf die katholische Sexualethik gesprochen. Manche sagten zwar beschwichtigend, sie wollten die Lehre nicht ändern, doch in Wahrheit strebten sie genau das an, warnte Gadecki.

Die Vorschläge zur Änderung der Pastoral in der Sakramentenordnung seien in Wahrheit Versuche, die kirchliche Lehre durch die Hintertür abzuschaffen.

Die Intervention des Erzbischofs von Posen ist von großer Bedeutung, denn bislang wurden solche Vorwürfe eher vorsichtig vorgetragen. Zudem können die polnischen Delegierten mit der Unterstützung aller osteuropäischen Synodenteilnehmer rechnen.

Der Vorschlag der deutschen Delegation, den „Teilkirchen“ (gemeint sind wohl die Bischofskonferenzen) mehr Selbständigkeit in doktrinären Fragen zu geben, wurde von Kardinal Raymond Burke gegenüber Lifesitenews scharf kritisiert.

Die Kirche müsse die Wahrheit Christi verkünden und diese sei nicht von Ort und Zeit anhängig, betonte der Kurienkardinal, der selbst kein Synodenvater ist. Angesichts der desolaten Lage des deutschen Katholizismus würde der deutsche Vorschlang direkt zur Bildung einer Nationalkirche führen.

Änderungen in der Lehre über die Ehe und die neue Rolle der „Teilkirchen“ sind derzeit die am schärfsten diskutierten Themen auf der vatikanischen Familiensynode. Beide Pole in der Synode  –  Progressisten und Konservative  –  rüsten zunehmend verbal auf, wenn sie ihre Standpunkte vortragen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt und veröffentlicht hier seine aktuellen Berichte über die Synode: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Thomas von Aquin: Die Passion Christi zeigt uns seine Liebe, Demut und Geduld

Im heutigen liturgischen Tagesevangelium der katholischen Kirche erklärte Christus seinen Aposteln, daß er nicht gekommen sei, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen  – und wer von seinen Jüngern groß sein wolle, solle der Diener aller sein. Der bedeutende Kirchenlehrer Thomas von Aquin (1225 – 1274) schrieb in seiner „Konferenz über das Credo, 6“ folgendes zu diesem Thema:  media-390606-2 - Kopie

Welche Notwendigkeit war gegeben, dass der Sohn Gottes für uns litt?  –  Eine große, die sich in zwei Punkten darlegen läßt: die Notwendigkeit als Heilmittel im Hinblick auf unsere Sünden, die Notwendigkeit als Beispiel hinsichtlich unseres Verhaltens.

Die Passion Christi ist für uns ein Maßstab, der für das ganze Leben Gültigkeit besitzt. Wenn du ein Beispiel für die Liebe suchst: „Es gibt keine größere Liebe, als sein Leben für seine Freunde hinzugeben“ (vgl. Joh 15,13).

Wenn du ein Beispiel für die Geduld suchst, so findet man sie im höchsten Maße am Kreuz. Christus hat großes Leid am Kreuz erlitten, und das in Geduld, denn „mit Schmach bedeckt, drohte ER nicht“ (vgl. 1 Petr 2,23), „wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, … so tat auch ER seinen Mund nicht auf“ (Jes 53,7)  –  „ER hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten“ (Hebr 12,2).

Wenn du ein Beispiel für die Demut suchst, dann sieh auf zum Gekreuzigten. Denn Gott wollte von Pontius Pilatus gerichtet werden und sterben.

Wenn du ein Beispiel für den Gehorsam suchst, dann brauchst du bloß dem zu folgen, der dem Vater gehorsam wurde „bis zum Tod“ (Phil 2,8). „Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.“ (Röm 5,19).

Suchst du ein Beispiel für die Verachtung der irdischen Güter, so folge dem, der „der König der Könige und HERR der Herren“ (1Tim 6,15) ist, in dem „alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind“ (Kol 2,3). Am Kreuz hängt ER entblößt, lächerlich gemacht, mit Speichel bedeckt, geschlagen, mit Dornen gekrönt, und schließlich löschte man ihm mit Galle und Essig den Durst.


Empörung beim Galgen-Symbol, Schweigen beim Fallbeil – warum zweierlei Maß?

Von Dr. Josef Bordat

Ein Bild macht die Runde. Eigentlich sind es zwei, die geschickt komponiert wurden. Es stellt die Aufnahme eines Galgens neben die eines Fallbeils. Beide Artefakte symbolisieren als Instrumente einer weithin bekannten Form von Hinrichtungspraxis (Erhängen oder Köpfen) den Wunsch nach Exekution. Sie nehmen gleichermaßen Bezug auf Vize-Bundeskanzler Sigmar Gabriel. paragraph_300x3001

Also: Einmal wird der Tod Gabriels durch den Galgen, ein andermal durch das Fallbeil gefordert. Beides ist bösartig, abscheulich, verwerflich – und dürfte zudem gleichermaßen strafbar sein. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen beider Entgleisungen gleichermaßen zur Rechenschaft gezogen werden.

Doch meine Hoffnung ist unbegründet. Denn nur in einem Fall – dem des Galgens – reagiert eine breite Öffentlichkeit mit Empörung und der Forderung nach Strafverfolgung. Im anderen Fall – dem des Fallbeils – schweigt sie.

Der Eindruck entsteht: Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Der ganz unterschiedliche Umgang mit den beiden Fällen hat weniger mit Galgen oder Feilbeil an sich zu tun (…), sondern vielmehr damit, in welchem Kontext die Artefakte auftraten. Der Galgen bei Pegida, das Fallbeil bei TTIP. Das ist der Unterschied.

Für “TTIP Fallbeil” liefert eine vielgenutzte Suchmaschine 7.130 Ergebnisse, für “TTIP Guillotine” immerhin 69.800. Für “Pegida Galgen” sind es hingegen gleich sechsmal so viele Treffer: 437.000. Eine Strafverfolgung findet derzeit nur in Sachen Galgen, nicht in Sachen Fallbeil statt. Die einschlägige “Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten” (§ 126 StGB) braucht Störung, aber auch Öffentlichkeit. 0022

Die Öffentlichkeit stört sich eher an Pegida als an TTIP. Das allein ist noch nicht das Problem – es gibt sogar gute Gründe, das eine Anliegen gegenüber dem anderen vorzuziehen. Da ist es nicht nur kein Problem, sondern es liegt gerade in der Natur der Verschiedenheit der Phänome diese mit zweierlei Maß zu bemessen und etwa zu der einen Veranstaltung zu gehen, zu der anderen aber nicht.

Das Problem beginnt dort, wo man gleichermaßen verwerfliches Handeln vor dem Hintergrund des unterschiedlich bewerteten Kontexts ebenfalls unterschiedlich bewertet. Es gibt aber keine gute “Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten”, die als solche nicht verfolgt werden muss. Zumindest dann nicht, wenn unser Rechtsstaat nicht auf Gesinnung, sondern auf Gerechtigkeit gebaut sein soll. (…)

Besonders verstörend ist das Messen mit zweierlei Maß aus ideologischen Gründen. Das beginnt in der Bewertung historischer Ereignisse. Während die Hexenverfolgung mit 50.000 Opfer in 350 Jahren in jedem aufgeklärten Munde ist, finden die 50.000 Terror-Opfer der Französischen Revolution aus dem Sommer 1794 kaum Beachtung (so man überhaupt von ihnen weiß).

Das setzt sich im Urteil der Medien über die Gegenwart fort. Für verfolgte Christen gibt es weit weniger Empathie als für verfolgte Jesiden.

Hier finden Sie den vollständigen Artikel unseres Gastautors Dr. Josef Bordat: https://jobo72.wordpress.com/2015/10/15/mit-zweierlei-mass/

GALGEN-Symbole bei linken Studentenprotesten der 90er Jahre: https://www.netzplanet.net/pegida-galgen-in-den-90er-jahren-kein-problem/


Kardinal Peter Turkson fordert die Afrikaner dazu auf, in ihrer Heimat zu bleiben

Kirchenführer kritisiert „demographische Ausblutung“ Afrikas

Der aus Ghana stammende Kardinal Peter Turkson äußerte sich bereits Mitte Juni dieses Jahres zur anhaltenden Flüchtlingswelle aus Afrika; diese Situation hat aus seiner Sicht negative Auswirkungen auf die Herkunftsländer: „Afrika kann diese demographische Ausblutung nicht länger verkraften“. bildma1

Dies sagte der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er erklärte, die vielen jungen Menschen dürften ihrer Heimat nicht verloren gehen.

Der Kurienkardinal beklagt, dass sich die meisten Flüchtlinge großen Illusionen über ihre Zukunft in Europa hingeben: „Die wirkliche Geschichte ihrer Wanderschaft wird daheim nie erzählt; über die Erniedrigung und die Schmerzen wird geschwiegen.“  – Deshalb müßten in Afrika realistische Informationen über die Gefahren der Flucht und die Situation in Europa verbreitet werden.

„Mildtätigkeit ist garantiert keine Lösung“

Der schwarzafrikanische Würdenträger ruft dazu auf, die Fluchtursachen in den jeweiligen Heimatländern zu bekämpfen: „Mildtätigkeit ist garantiert keine Lösung. Hier müssen gezielte Aufbauprogramme für die gefährdeten Staaten her, die gleichermaßen Bildung, Ausbildung und demokratisches Regierungshandeln auf allen Ebenen anpacken.“

Europa selber könne nicht immer mehr Menschen aufnehmen und integrieren: „Wir haben die Krisen in den EU-Ländern von Griechenland bis Frankreich; die Angst vor Überfremdung in der Bevölkerung. Europa muss versuchen, dort anzusetzen, wo die Menschen ihre Wanderung beginnen.“

Quelle bzw. vollständige Meldung hier: http://www.domradio.de/themen/fluechtlingshilfe/2015-06-15/kurienkardinal-turkson-fuerchtet-demographische-probleme-afrika


Gewalt gegen Asylbewerberheime und Gewalt unter Flüchtlingen entschieden bekämpfen

Die Zahl der Gewalttaten gegenüber Flüchtlingen steigt an. Nach Auskunft des Bundesinnenministeriums sind in diesem Jahr bereits knapp 500 Straftaten gegenüber Asylbewerberunterkünften verübt worden. 033_30

In einem gemeinsamen Papier fordern der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie die Deutsche Polizeigewerkschaft wirksamere Sicherheitsmaßnahmen und einen besseren Schutz dieser Einrichtungen.

Der Hauptgeschäftsführer des DStGB, Dr. Gerd Landsberg, und der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, betonten bei der Vorstellung dieses Papiers aber auch, dass die Sicherheit innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte deutlich verbessert werden und Gewalt unter Flüchtlingen und Flüchtlingsgruppen entschieden mit den Mitteln des Rechtsstaats begegnet werden muss.

Einig waren sich die Vertreter von Polizei und Kommunen, dass auch die Gewalt innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte konsequent verfolgt werden müsse. Wer Straftaten begehe, müsse mit Konsequenzen rechnen.
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Rainer Wendt: „Für diejenigen, die trotz eindeutiger Aufklärung nicht bereit sind, sich rechtstreu und gewaltfrei zu verhalten, sollte die Prüfung von Asylbegehren unter Ausschluss weiterer Rechtswege im Eilverfahren erfolgen. Nach negativem Bescheid muss die sofortige Abschiebung erfolgen. Der Abschieberückstand in Deutschland muss konsequent beseitigt werden, wenn der Schutz bedrohter Menschen, die vor Gewalt, Terror und politischer Verfolgung bei uns Schutz suchen, gewährleistet werden soll.“
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„Aus unserer Sicht ist es dringend notwendig, dass den zu uns kommenden Menschen von Beginn an klare Regeln kommuniziert werden“, ergänzte DStGB Hauptgeschäftsführer Landsberg. „Die Menschen müssen wissen, was sie bei uns dürfen und was sie nicht dürfen. Dazu gehören auch die bei uns geltenden Werte, wie sie im Grundgesetz festgeschrieben sind, zu kennen und zu respektieren: Gleichberechtigung von Mann und Frau, Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit.“
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Münster-Hiltrup: Stuhlkreise statt Kniebänke in der alten St. Clemens-Kirche?

Pfarreirat will „vorgegebene Bedingungen aufbrechen“

Im Herbst 2013 wurde 80 geladenen Gästen in der alten St.-Clemens-Kirche in Münster-Hiltrup ein Gastmahl mitten im Gotteshaus geboten. Wir haben damals kritisch hierüber berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/04/protest-in-munster-ein-gastmahl-gehort-nicht-in-die-kirche/

Nun schildert eine aktuelle Mitteilung an die Clemens-Gemeinde, die bei den Pfarrei-Nachrichten der Bistumszeitung „Kirche und Leben“ veröffentlicht wurde, daß der Pfarreirat ein neues „Projekt“ beschlossen habe, nämlich „eine alternative Situation der Sitzplätze auszuprobieren“: P1020947 - Kopie

„In der Zeit vom 24. Oktober bis zum 21. November 2015 sollen die Bänke versuchsweise entfernt und durch eine provisorische Einzel-Bestuhlung ersetzt werden.“

Verschiedene Gruppen hätten den Wunsch nach einem „flexiblen“ Raum geäußert, heißt es weiter. So könnten zB. die Kinder „im Stuhlkreis eine Andacht feiern“ oder es könnten Bibelgespräche in der Kirche stattfinden etc. –  Man fragt sich, wozu es in dieser Gemeinde ein Pfarrheim bzw. Gemeindehaus gibt, um Stuhlkreise oder Bibelrunden anzubieten.

Nun bestehe also vier Wochen lang die Möglichkeit, den Kirchenraum „anders zu erleben“ sowie ein „Gefühl für eine Bestuhlung zu bekommen, die immer, je nach Bedarf, veränderbar ist“.

Am Schluß kommt jenseits der zunächst erwähnten „praktischen“ Überlegungen vermutlich das eigentliche Motiv zur Sprache:

„Wir wissen, dass der Kirchenraum Einfluss auf die Liturgie hat“, weshalb er „durch seine Gestaltung und somit auch durch die Bänke Bedingungen“ setze:

„Mit dieser Initiative wollen wir die vorgegebenen Bedingungen aufbrechen und einladen, neue Wege zu gehen.“

Mit anderen Worten: Die Kniebänke sollten entfallen. Damit wird für die Kirchgänger das Knien (etwa bei der hl. Wandlung bzw. Anbetung des Altarsakramentes) erheblich erschwert und ggf. bei alten oder kranken Personen unmöglich gemacht. Stattdessen ist das gemütlichere Sitzen und zumal der „Stuhlkreis“ angesagt.

Wird hier das Gotteshaus gezielt mit einem Gemeindehaus „verwechselt“?


CHRISTUS, unser Hohenpriester: „Laßt uns hintreten zum Thron der Gnade“

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche: Hebr 4,14-16:Herz-Jesu_01

Brüder! Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.

Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.

Laßt uns also voll Zuversicht hintreten zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.