Die CDL warnt vor der Gefahr einer straffreien „Sterbebeihilfe“ (§217) in Deutschland

Von Christiane Lambrecht

Anfang November ist es soweit: ein neuer § 217 StGB droht, der einer aktiven Sterbebeihilfe in Deutschland die Tore weit öffnen könnte.

Damit könnte sich der Rechtsschutz für alte, kranke oder lebensmüde Menschen dramatisch ändern.

Am 6.11.2015 will der Deutsche Bundestag darüber entscheiden, ob es künftig in Deutschland erlaubt sein soll, dass Ärzte oder Angehörige einem Dritten (er muss nicht einmal krank sein) bei dessen Selbsttötung “helfen” dürfen. Das ist der sog. assistierte Suizid, § 217 StGB  –  die Vorstufe zur aktiven Sterbehilfe, wie sie in den Niederlanden oder Belgien erlaubt ist.

Momentan ist die Mehrheit der Abgeordneten für den straffreien assistierten Suizid, aber mindestens 300 Bundestagsabgeordnete sind noch unentschlossen.

Alle Infos stehen auf der Webseite http://keine-lizenz-zum-toeten.de/.
 
Eine Übersicht über die Gesetzentwürfe siehe Postkarte in der Anlage.

Auch eine neue online Petition von Citizen Go (links auf der Webseite) braucht viele Unterzeichner.

Christiane Lambrecht ist Landesvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben) in Bayern

Vollständiger Text dieses Aufrufs hier: http://www.cdl-online.de/dringender-aufruf-protestieren-wir-jetzt-gegen-straffreie-sterbehilfe-durch-assistierten-suizid-217/377

CDL-Themenrubrik Sterbehilfe & Suizid


Hat man die Alleinerziehenden bei der römischen Familiensynode vergessen?

Von Dr. med. Edith Breburda

In dem Offenen Brief von Katrina Fernandez, einer alleinerziehenden Mutter, an die Synodenväter in Rom heißt es: dr-breburda1

„Täglich schaute ich die Nachrichten über die Synode an. Ich wollte zwei Wörter finden. Sie haben bestimmt keine große Bedeutung. Aber ich fand nichts über „alleinerziehende Eltern“, so sehr ich auch hoffte.

Unter den Synodenvätern sind auch Nicht-Katholiken; sie kommen von überall her und sprechen über Geschiedene, Wiederverheiratete, Gleichgeschlechtliche, neue Rollen der Frau in der Kirche, Evangelische, die mit Katholiken verheiratet sind und auch zur Kommunion wollen… nur ein Thema fehlt: alleinerziehende Eltern. Warum wird so eine große Gruppe von Menschen andauernd ignoriert?“

In dem Schreiben heißt es u.a. weiter:

„Eines von vier Kindern in den USA wird von nur einem Elternteil großgezogen. Die Kinder und ihre sich abmühenden alleinerziehenden Väter oder Mütter haben es bestimmt verdient, in der Synode erwähnt zu werden. Man könnte fast denken, die Bischöfe interessieren sich nicht für Alleinerziehende.

Weil wir nicht in ihr Schema passen, wissen sie gar nicht, was sie mit uns tun sollen. Bei der außerordentlichen Synode letztes Jahr wurden Single-Eltern nur mit einem kleinen Satz im Schlussdokument erwähnt. Man sprach von der speziellen Aufmerksamkeit, die man Müttern zukommen lassen sollte, die alleine die Erziehungsverantwortung tragen. Was man damit aussagen wollte, war keinem klar. Und dieses Jahr ist kein einziges Wort über die „spezielle Aufmerksamkeit“ gefallen. Wer ist darüber nicht gekränkt? 

SAMSUNG CSCMan redet zwar über zerrüttete Familien. Die weitere Diskussion geht dann aber über zum Empfang der Sakramente. Obwohl es sich doch gerade hier anbieten würde, über Single-Eltern zu reden. Warum fragt sich die Kirche nicht, wie sie diesen Alleinerziehenden besser helfen könnte?

BILD: Auch Alleinerziehende und ihre Kinder bedürfen der aufmerksamen Sorge der Kirche (Foto: Dr. E. Breburda)

Wenn Alleinerziehende unter den Synodenmitgliedern wären, hätten sie diese Frage bestimmt gestellt. Alleinerziehende können genauso viel beitragen wie Geschiedene und Wiederverheiratete. Auch wir Single-Eltern brauchen eine spirituelle Begleitung. Wir brauchen noch mehr Unterstützung als Eltern, weil wir ja alleine sind, Kinder großzuziehen, ohne die Hilfe eines Ehemannes oder einer Ehefrau.

Was kann uns die Kirche bieten? Alleinerziehende, die nicht von der Kirche aufgefangen werden, haben es schwer, den Glauben an ihre Kinder weiterzugeben. Sie sind durch all die Anforderungen, die man an sie stellt, zu erschöpft, um sich auch noch geistig um ihre Kinder zu kümmern.

Die Kirche kann von Alleinerziehenden durchaus profitieren. Das sehen wir an dem gerade heilig gesprochenen Louis Martin, der die hl. Theresa großgezogen hat. Auch der hl. Don Bosco oder der hl. Papst Johannes Paul II, Edith Stein, Elizabeth Ann Seton: sie alle wurden von einem alleinerziehenden Elternteil großgezogen.DSC_0553

Noch ist es Zeit, diese Diskussion in die Synode einzubringen, zu diskutieren, wie man uns helfen kann, damit wir spüren, dass auch unsere kleine Familie ein Anliegen für die Synode ist.“  –  Soweit Katrina Fernandez in ihrem besorgten Brief an die Synodenväter (1).

Eine Studie aus Finnland gibt der Mutter Recht. Sie eröffnet zudem eine ganz andere Perspektive:

Forscher fanden heraus, dass gut gebildete, verheiratete Frauen und Männer im Durchschnitt länger leben. Mit 40 Jahren ist in etwa die Lebensmitte erreicht. Was dann noch an Jahren hinzukommt, hängt nicht nur vom Geschlecht, sondern auch vom sozialen Stand ab. Der Verheiratet lebt im Durchschnitt 8 Jahre länger.

Der Grund: verheiratete Menschen erkranken seltener an Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Auch die selbstverschuldeten Todesursachen wie nikotin-oder alkoholbedingte Krankheiten oder Verkehrsunfälle, Morde, Selbstmorde sind in dieser Gruppe seltener. Lebensführung und soziale Umweltbedingungen spielen eine Rolle. Aber auch individuelle Faktoren wie die psychologische Gesundheit und die Fähigkeit, das eigene Leben zu kontrollieren, sind von Bedeutung für ein längeres Leben (2).

Literatur:
(1)Fernandez K.: A Single Mother’s open letter to the Synod Fathers. Single parents have raised saints; they need and deserve more pastoral care than they are getting. 19. Oktober 2015
(2) Jasilionis D. et al.: Do Vanguard Populations pave the way towards higher life expectancy for other population groups. Population, doiÖ10.3917-pope.1404.0531; 2014BookCoverImage

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin). 

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)


Dresden: Ein Pegida-Teilnehmer wurde schwerverletzt zusammengeschlagen

Pressebericht der Polizeidirektion Dresden vom 19.10.2015:

Das Einsatzgeschehen fokussierte sich auf die Dresdner Innenstadt. So hat es eine Versammlung des Pegida Fördervereins e.V. auf dem Theaterplatz geben. Mehrere Aufzüge und Kundgebungen eines Netzwerkes gegen Pegida standen dem gegenüber. Der Schutz aller Versammlungen konnte gewährleistet werden. f7e56f3557

Vor dem Beginn der Versammlung des Fördervereins Pegida e.V. standen sich am Schlossplatz mehrere hundert Teilnehmer aus beiden Lagern gegenüber. Sie bewarfen sich gegenseitig mit Gegenständen. Zudem wurde wiederholt Pyrotechnik abgebrannt. Die Polizeibeamten verhinderten ein Aufeinandertreffen der Gruppen.

Zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen kam es auf dem Gehweg zwischen Marienbrücke und dem Kongresszentrum. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Landfriedensbruch eingeleitet.

Devrientstraße: Mann erlitt schwere Verletzungen

An der Devrientstraße ist zudem ein Mann, der nach eigenen Angaben auf dem Weg zur Versammlung Pegida war, von einem Unbekannten geschlagen worden. Der Geschädigte erlitt schwere Verletzungen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Während der Versammlung des Fördervereins Pegida e.V. kam es an den Polizeiabsperrungen rund um den Theaterplatz wiederholt zu Angriffen auf Polizeibeamte. Die Angreifer versuchten auf den Theaterplatz zu gelangen. Einsatzkräfte mussten Pefferspray zur Abwehr einsetzten. 033_30

Im Verlauf des Abends versuchten mehrere hundert Personen den Heimweg der Pegida-Teilnehmer zu stören. So warfen sie beispielsweise auf der Ostra-Allee Verkehrsschilder und Gitter auf die Straße. Polizeibeamte, die in dem Bereich präsent waren, wurden unter anderem mit Pyrotechnik beworfen.

Auch wenn der Tag im wesentlichen friedlich verlief, mussten aber auch diesmal einige Strafverfahren eingeleitet werden. Die Dresdner Polizei ermittelt derzeit unter anderem wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung sowie Verstöße gegen das Versammlungsgesetz.

Drei Person wurden in Gewahrsam genommen. Sie müssen sich wegen Körperverletzung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz verantworten.

Insgesamt waren rund 1.900 Polizeibeamte im Einsatz. Die sächsischen Beamten wurden dabei von Kollegen aus Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz sowie der Bundespolizei unterstützt.

Quelle: http://www.polizeibericht-dresden.de/bericht/17227-polizeibericht-dresden-polizeieinsatz-am-19.-oktober-2015
 


Der „Spiegel“ und seine Mißdeutung der KZ-Äußerung von Akif Pirinçci

Von Dr. Josef Bordat

Akif Pirinçci hat auf einer Pegida-Veranstaltung in Dresden eine Rede gehalten, in der er offenbar  –  ich habe sie nicht gehört und werde das auch nicht tun  –  eine Äußerung getan, in der von KZs die Rede ist. Das lässt aufhorchen. Auch mich. 038_35

Im Spiegel erfahre ich, er habe KZs für Politiker gefordert: “Es gäbe natürlich auch andere Alternativen, mit Politikern umzugehen, die bereit sind Flüchtlinge aufzunehmen, deutete er an. ‘Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb’”.

Ich denke, das ist eine Fehldeutung der Äußerung, die ich mir dann doch mal  –  neugierig wie ich bin  –  durchgelesen habe. Akif Pirinçci berichtet über einen Fall, in dem ein Politiker einem Flüchtlingsgegner die Ausreise aus Deutschland empfohlen habe.

Was Pirinçci tatsächlich geäußert hat

Er sagt dann: “Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn er gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich auch andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.” (Die Transkription fand ich im Focus.)

Akif Pirinçci meint, wenn ich ihn richtig verstehe, die Bundesrepublik befände sich heute in einer ähnlichen Situation wie Nazi-Deutschland in den 1930ern, als die “Macht” Juden zur Ausreise anhielt, ehe dann die Vernichtungslager im besetzten Osten Europas errichtet wurden. Er meint offenbar, die “Macht” richte sich heute gegen Flüchtlingsgegner und er unterstellt der “Macht”, zu einer ähnlichen Eskalation willens, aber eben “derzeit” noch nicht bereit zu sein. Akif Pirinçci hält seinen historischen Vergleich konsequent durch.

Er fordert nicht KZs, sondern unterstellt dies der „Macht“

Das ist konsequent unangemessen, konsequent falsch, konsequent irre, aber Akif Pirinçci fordert für Niemanden KZ-Haft, sondern unterstellt der “Macht”, eben diese KZ-Haft Flüchtlingsgegner künftig antun zu wollen, sobald dies eben wieder möglich sein werde. Das “leider” schiebt er dabei dem Denken der “Macht” unter, ohne sich das Bedauern zu eigen zu machen.

Im Gegenteil: Es handelt sich um die Unterstellung einer zynischen Haltung der “Macht”, die Akif Pirinçci – als Flüchtlingsgegner und insoweit potentielles Opfer – ausdrücklich ablehnt (die – bei Lichte betrachtet – aber auch völlig aus der Luft gegriffen ist).

Also: Akif Pirinçci fordert keine KZ-Haft für Politiker, sondern unterstellt ihnen, die momentane Unmöglichkeit einer solchen für Flüchtlingsgegner zu bedauern und zukünftig diesbezüglich Abhilfe schaffen zu wollen. Was jetzt moralisch verwerflicher und strafrechtlich einschlägiger ist, kann ich nicht sagen. Ich halte beides für eine unsinnige Entgleisung.

Aber auch Menschen, die eine Menge Unsinn erzählen, haben das Recht, fair behandelt zu werden. Insbesondere gehört zur fairen Behandlung die genaue Bestimmung von Art und Umfang des Unsinns. Auch, wenn es ins schier Unermessliche geht.

Quelle: https://jobo72.wordpress.com/2015/10/20/akif-pirinccis-kz-aeusserung/