Bischöfe fordern Bestrafung von Mordtaten gegen „Hexen“ und „Zauberer“

Papua-Neuguinea: Mörderischer Aberglaube

In Papua-Neuguinea tagten die katholischen Bischöfe, Priester und aktiven Laien des Landes Ende September in Mendi zu Beratungen über Straftaten und Morde an Menschen, die der schwarzen Magie und der Hexerei verdächtigt werden. Dabei handelt es sich besonders um Frauen, die Opfer willkürlicher Hinrichtungen werden. 038_35

Ende August waren drei Frauen und ein Mann in der Region beschuldigt worden, den Tod einiger Einwohner durch Verzauberung herbeigeführt zu haben. Ein “Volksgericht” beschloss, die vier Angeklagten mit glühenden Eisenstangen zu foltern.

Bischof Donald Lippert von Mendi bekräftigt: “Es ist kaum möglich, den Aberglauben der Menschen zu kontrollieren, doch man sollte zumindest die Reaktionen kontrollieren können. Übergriffe auf Personen, die der „schwarzen Magie“ beschuldigt sind, werden erst dann aufhören, wenn die Täter bestraft werden”.

Erst im Jahr 2013 schaffte das Parlament in Papua-Neuguinea ein Gesetz über Hexerei aus dem Jahr 1971 ab. Das Gesetz unterschied „gute” von “schlechter” Hexerei und betrachtete im Mordfall den Hinweis, dass das Opfer der schwarzen Magie verdächtigt wurde, als mildernden Umstand,

Nach dem geltenden Recht gilt dieser absurde „mildernde Umstand“ nicht mehr. Doch die Gesetze werden nicht ausreichend umgesetzt. Dabei übt die Regierung nicht genügend Druck auf Polizei und Richter aus.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


Die Schöpfung sehnt sich nach der Herrlichkeit der Kinder Gottes

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Röm 8,18-25:

Brüder! Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. 1523

Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.

Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?
Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.


Willy Wimmer (CDU) zum Asylchaos: Merkel betreibt eine „entsetzliche Form von Politik“

Kanzlerin hat irregulären „Aufnahmezustand“ verhängt

Der ehem. Staatssekretär Willy Wimmer war 33 Jahre lang Bundestagsabgeordneter der CDU. Jetzt kritisiert er mit deutlichen Worten die Migrationspolitik der Bundeskanzlerin, denn diese habe unser Land in eine „nicht mehr beherrschbare Situation geführt“, weil sie den „Aufnahmezustand“ über Deutschland und die EU verhängt habe. be2004_38_551

Der CDU-Politiker stellt klar: „Wir haben eine solche Situation in unserem Staatswesen noch nicht gehabt.“   –  An der Basis der CDU herrsche daher eine „dramatisch schlechte Stimmung“, erklärte Wimmer in einem Interview mit dem Kopp-Verlag weiter. Im Empfinden vieler Menschen stehe jetzt „die Existenz unseres Verfassungsstaats infrage“, warnte der Christdemokrat, der Merkels Vorgehen als „eine entsetzliche Form von Politik“ bezeichnet.

Er fordert daher einen „Bundeskanzler, der ein genuines Rechtsverständnis hat und der in der Lage ist, mit schwierigen Situationen fertig zu werden“. Wimmer schlägt hierfür den CDU-Politiker Schäuble vor. Andere Merkel-Kritiker werden stattdessen an CSU-Chef Horst Seehofer denken. Aus christlich-konservativer Sicht wäre z.B. die ehem. Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht (CDU), sicher eine gute Option.

Laut Wimmer ist die „entscheidende“ Frage die folgende:  „Wird dieses Land, so wie wir es kennen, überleben, wenn im Zusammenhang mit einer Flüchtlingsentwicklung in Budapest die Gesetze unseres Landes und auch der europäischen Gemeinschaft außer Kraft gesetzt worden sind, und zwar von der Bundeskanzlerin, und anschließend weder sie noch andere einen Versuch unternommen haben, die verfassungsmäßige Ordnung unseres Landes auf diesem Feld wiederherzustellen.“

„Staatsversäumnis auf dem Rücken der Migranten und unserer Bevölkerung“

Der frühere Staatssekretär fügt hinzu: „Und dieses Staatsversäumnis, um das handelt es sich nämlich, das kann nicht auf dem Rücken der Migranten, und das kann vor allem nicht auf dem Rücken unserer Bevölkerung ausgetragen werden.“ Asylverfahren-100_03

Die verhängnisvolle Tatsache, daß sich Merkel in der Asylproblematik über das Gesetz hinwegsetzt, wird von Wimmer wie folgt kommentiert:

„Wenn die Bundeskanzlerin anfängt, und das hat sie ja gemacht, mit Notverordnungen zu operieren, dann weckt sie vor dem Hintergrund – wenn sie ein Geschichtsverständnis haben würde, was ernsthaft zu bezweifeln ist – dann weckt sie dringende Erinnerungen an die ausgehende Zeit der Weimarer Republik. Deutschland weiß, was man davon hat, wenn die verfassungsmäßige Ordnung außer Kraft gesetzt wird. Und deswegen ist das der implizite Grund, warum die Bundeskanzlerin gescheitert ist.“

Zur Rolle der Medien merkt er kritisch an:

„Die Massenmedien sind neben einer Bundeskanzlerin, die offensichtlich ein anderes Land will, Einpeitscher für etwas, das das deutsche Volk nicht will, und wozu es auch nie seine Zustimmung in Wahlen gegeben hat. Das ist eine Situation, wie sie schlimmer nicht sein kann, weil die Presse durch dieses Vorgehen in nur eine Richtung das Volk niederhält. Und wenn man sich äußert, wird man in eine Ecke gestellt. Und das kann und darf nicht die Aufgabe einer Presse in einem freien Land sein.“

Zusatz-INFOs:

Hier ein klar dokumentiertes Beispiel für den Versuch, eine Migranten-Vergewaltigung schönzuschreiben: http://www.steinhoefel.de/blog/2015/10/polizei-und-presse-manipulation-taeuschung-verhoehnung-der-opfer.html

Artikel von Dr. David Berger über Homosexuellenfeindlichkeit unter muslimischen Flüchtlingen: http://www.huffingtonpost.de/david-berger/homophobe-fluechtlinge-_b_8366812.html

 


David Berger verteidigt die Meinungsfreiheit seines Kontrahenten Akif Pirinçci

Homosexueller Publizist beklagt „Rückfall in die Barbarei“

Akif Pirinçcis Ausdrucksweise ist bekanntlich alles andere als stubenrein  – und seine ständige Provokationssucht ist ebenfalls nichts Neues. Der Schriftsteller türkischer Herkunft ist wegen seiner Rede bei einem PEGIDA-Aufritt (wofür er dort übrigens Protest und Pfiffe erntete) in die Schlagzeilen geraten. Pegida_slide

Bei bei aller berechtigten Kritik an seinen zum Teil oberschrägen Auslassungen hat auch dieser Autor wie jeder Mensch einen Anspruch auf Fairneß. Genau diese wurde aber z.B. durch eine gezielte Fehldeutung seiner (zweifellos dennoch unsinnigen) Äußerungen mit Füßen getreten, auch im Wochenmagazin „Der Spiegel“. (Näheres dazu berichtet Dr. Josef Bordat: https://charismatismus.wordpress.com/2015/10/21/der-spiegel-und-seine-missdeutung-der-kz-aeusserung-von-akif-pirincci/

Ebenso verachtet wird in dieser Causa derzeit das Recht auf freie Meinungsäußerung, das gerade dann Geltung haben muß, wenn jemand sich jenseits des üblichen Meinungsklimas artikuliert. Für angepaßte Sprüche ist kein entsprechendes „Recht“ nötig. Wo bleibt jedoch der Anspruch auf Meinungsfreiheit, wenn Buchhändler nicht nur zum Boykott, sondern sogar zum Verschredern von unliebsamen Werken auffordern?!

Akif Pirinçci hat sich auch gegenüber Schwulen bereits sehr scharf ausgelassen; sein neues Buch von der „großen Verschwulung“ verheißt nichts Besseres. Sachkritik an bestimmten Forderungen des homosexuellen Spektrums (etwa hinsichtlich der „Homo-Ehe/-Adoption“) sieht anders aus. Zwischen Kritik, auch harter Sachkritik einerseits und persönlichen Attacken besteht ein himmelweiter Unterschied.
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Auch der homosexuelle Autor und Philosoph Dr. David Berger (siehe Foto) bekam Pirinçcis Polemik bereits zu spüren. Gleichwohl verteidigt Berger jetzt auf der Webseite „Telepolis“ den derzeit von vielen Seiten hart attackierten deutsch-türkischen Schriftsteller – natürlich nicht dessen Ansichten, aber dessen Recht auf Meinungsfreiheit. 

Groß- und Kleinbuchhändler contra Pressefreiheit

In einem Artikel vom 26. Oktober schreibt Dr. Berger:

„Was ich allerdings im Hinblick auf die Meinungs- und Pressefreiheit noch tausendmal unerträglicher finde als die verunglückten Aussagen Pirinçcis ist der derzeitige Umgang der selbst ernannten Hüter der politischen Korrektheit mit seinen Büchern aus der Vergangenheit, besonders aber der Buchgroßhändler mit seiner aktuellen Neuerscheinung „Die große Verschwulung“.

Da gingen nicht nur kleinere Buchhändler aus dem Land der Dichter und Denker am vergangenen Wochenende durch die Presse, die allen Ernstes ein öffentliches Schreddern der Bücher Pirinçcis veranstalten wollten.

Jetzt haben auch die drei wichtigsten Buchgroßhändler Libri, Umbreit und KNV sein neues Buch über den Zustand der bislang noch nicht unter Naturschutz stehenden Homo-Szene aus dem Programm genommen. Auch Amazon und die Buchketten Thalia und Mayersche haben angekündigt, dass das Buch bei ihnen nicht kaufbar sein wird. Mit dieser groß angelegten Blockade wird es dem Endkonsumenten schlicht nahezu unmöglich gemacht, sich dieses Buch zu kaufen und sich selbst ein Bild davon zu machen.

Sogar die Inquisition ging differenzierter vor

Damit erleben wir derzeit einen in Deutschland nach 1945 nie gekannten Vorfall. So schnell kann man gar nicht schauen, wie Deutschlands wichtigste Buchhändler in voraufklärerische Verdammungspraktiken zurückfallen. picture-45

Selbst die katholische Inquisition hat es sich immer zur Devise gemacht, klar zwischen einem konkreten Werk und den anderen Äußerungen des Autors zu unterscheiden. Ob ein Werk auf den „Index der Verbotenen Bücher“ kam, durfte nur von dem abhängig gemacht werden, was in diesem konkreten Buch stand.“

Abschließend beklagt Berger einen „Rückfall in die voraufklärerische Barbarei von Bücherindex und Zensur“.  –  Er wird sogar noch deutlicher: 

„Im Namen der Verteidigung der politischen Korrektheit, stößt man – überheblich lächelnd und sich dabei auch noch lobwürdig glaubend – der Freiheit ein Messer in den Rücken.“

Der Publizist ruft jenen politisch überkorrekten Buchhändlern schließlich zu: „Ihr streicht von Eurem Programm die „große Verschwulung“ und zelebriert ganz offen die totalitäre Verdummung! Schämt Euch!“

Das ist exakt der springende Punkt: Es gibt hierzulande mitunter einen geradezu totalitären Eifer im Kampf gegen (angebliche oder tatsächliche) „Diskriminierung“. Meist bleibt neben der Meinungsfreiheit auch die einfachste Fairneß auf der Strecke. Umso besser, daß Dr. Berger so glasklar gegen eine diese intolerante Gleichschaltung Position bezieht.


CDL-Bundesversammlung in Mainz: Verbot der Beihilfe zum Selbstmord gefordert

Christdemokraten für das Leben pro Sensburg-Entwurf

Zu ihrer Bundesversammlung trafen sich die Mitglieder der CDL (Christdemokraten für das Leben) am vergangenen Samstag (24.10.) im Haus am Dom in Mainz.

Vor dem Hintergrund der am 6. November 2015 stattfindenden Entscheidung des Deutschen Bundestages über die Beihilfe zum Selbstmord stand der assistierte Suizid im Mittelpunkt der diesjährigen Diskussion.

Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident und Vorsitzender der CSU, betonte in seinem Grußwort: vaccine_2_360_250_s_c1

„Für die CSU ist das christliche Menschenbild Ausgangspunkt und grundlegende Orientierung für das politische Handeln. In unserem Grundsatzprogramm steht festgeschrieben: „Wir wollen einen wirksamen Schutz des menschlichen Lebens von seinem Anfang bis zu seinem Ende.“ –   Für mich gehört dazu, den Wert menschlichen Lebens auch in der Phase von Krankheit und Leid zu achten und die betroffenen Menschen gesellschaftlich wertzuschätzen.“

Dr. Peter Tauber, Generalsekretät der CDU, bedankte sich bei der CDL für ihren Einsatz: „Die Anliegen und Belange der Menschen zu vertreten, die noch nicht oder nicht mehr über eine eigene Stimme verfügen und für diese Menschen auf politischer Ebene Einfluss zu nehmen, verfolgen Sie mit Kompetenz und Selbstbewusstsein. Sie geben diesen Menschen eine Stimme.“

Prof. Dr. Patrick Sensburg weist in seinem Grußwort hin: „ Lebenserhaltende Therapie und unterstützter Selbstmord dürfen keine gleichwertigen Alternativen werden, sonst wird der Patient, der sich für die Lebenserhaltung entscheidet, den Angehörigen und der Gesellschaft gegenüber dafür begründungspflichtig.“

Deutliche Kritik am Brand-Entwurf

Bundesvorsitzende Mechthild Löhr griff die einzelnen Gesetzentwürfe in ihrem Jahresbericht auf und stellte ihre Gefährdung für den Zusammenhalt der Gesellschaft heraus. Vor allem der Entwurf des Bundestagsabgeordneten Brand werde in seinem Gefährdungspotenzial gravierend unterschätzt. Es sei notwendig, so Löhr, eine gesetzliche Regelung zu treffen, die „ausnahmslos alle schwachen und kranken, suizidgefährdeten und damit weitgehend wehrlosen Menschen“ umfassend schütze. Sensburg-Dörflinger-Hüppe_2

So sei der Gesetzentwurf der CDU-Parlamentarier Sensburg, Dörflinger und Hüppe (siehe Foto) „ein Glücksfall für die CDL“, stellte Mechthild Löhr fest. Die Beihilfe zum Selbstmord stehe in der Mehrheit der EU-Länder unter Strafe: „Aus gutem Grund hat das Parlament in Großbritannien erst kürzlich mit einer klaren Mehrheit beschlossen, dass die Beihilfe zum Selbstmord weiterhin ein Straftatbestand bleibt.“

Neben Information und Aufklärung gehören laut der CDL-Bundesvorsitzenden auch Einmischung Protest zu den Arbeitsfeldern der CDL. Löhr forderte die CDL-Mitglieder dann auch dazu auf, die verbleibenden zwei Wochen bis zur Abstimmung im Bundestag zu nutzen und sowohl selbst für den Gesetzentwurf von Sensburg/Dörflinger zu werben als auch entsprechende Aktionen zu unterstützen und gezielt auf Bundestagsabgeordnete zuzugehen.

Hauptredner des Tages war Prof. Dr. Sören Hoffmann. Der Professor für Philosophie an der Fern-Universität Hagen untersuchte in seinem Vortrag „Das gute Sterben und der Primat des Tötens – Wider die Normalisierung des Tötens“ die philosophiegeschichtlichen Hintergründe der Forderung nach der Einführung des assistierten Suizids.

Prof. Hoffmann rief dazu auf, alles Mögliche zu tun, dass der Suizid gesellschaftlich nicht akzeptiert werde als ein „Hilfs-Angebot“. Der ärztlich assistierte Suizid dürfe keine Behandlungsalternative Schwer- und Schwerstkranker werden. „Wer die Beihilfe zum Suizid zulässt“, so Hoffmann, „maßt sich an, Herr über Leben und Tod zu spielen.“

Christdemokraten für das Leben eV, Kantstr. 18 in 48356 Nordwalde
Tel.: 0 25 73 – 97 99 391 / Fax: 0 25 73 – 97 99 392
E-Mail: info@cdl-online.de
Internet: www.cdl-online.de

 


Globuli: Homöopathie mit ethischen Grundsätzen der Medizin nicht vereinbar

Gesundheitsexperte kritisiert Sonderstellung der Homöopathie

PRESSEMELDUNG der Universität Bremen:

Homöopathie gehört zu den beliebtesten Behandlungsmethoden der Alternativmedizin. Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass es keine methodisch anerkannten Belege für den Nutzen der Homöopathie gibt. shutterstock_114300748-140x94

Der Bremer Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Norbert Schmacke vom Institut für Public Health und Pflegeforschung im Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen hat in einer Literaturstudie sein Augenmerk auf einen anderen Aspekt gelegt: nämlich dass die Homöopathie in Deutschland als besonderes Therapieverfahren vom Gesetzgeber geschützt ist.

Die Frage, ob die politisch gewollte Doppelgleisigkeit in der Bewertung der Homöopathie und der Schulmedizin aus ethischen Gründen gerechtfertigt werden kann, beantwortet er mit Nein – und sieht den Gesetzgeber in der Pflicht. Denn hier werde, so Schmacke, „mit zweierlei Maß gemessen“.

Placebo-Effekt: „Falsche Heilversprechen“

Prof. Schmacke kritisiert, dass der Gesetzgeber die Homöopathie für die Behandlung von Erkrankungen bereits dann legitimiert, wenn ihre Vertreter dies für ausreichend begründet halten (‚Binnenkonsens‘) und eine entsprechende Nachfrage unter Kranken (‚Akzeptanz‘) besteht. cf502-cover-tiff

„Derart unterschiedliche Maßstäbe im Vergleich zur so genannten Schulmedizin sind unter dem Gesichtspunkt des gesundheitlichen Verbraucherschutzes ethisch nicht verantwortbar“, sagt Schmacke. „Der Glaube an die Wirkung von Globuli reicht nicht“.

Er sieht im Falle der Homöopathie ethische Prinzipien der Medizin auch in einem anderen Aspekt verletzt. Denn in der Homöopathie werden die Kranken nicht darüber aufgeklärt, dass nach vorliegender wissenschaftlicher Evidenz der erlebte Nutzen der Homöopathie ausschließlich auf Placeboeffekte zurückgeführt werden kann.

BILD: Kritisches Buch der ehem. Homoöpathin Dr. med. Natalie Grams (Näheres hier: Rezension)

Der Einsatz von Placebos unter falschen Heilversprechen – die Homöopathen sind gerade von der pharmakologischen Wirkung der kein einziges Molekül enthaltenden so genannten Hochpotenzen überzeugt – sei illegitim.

Prof. Schmacke zeigt in seiner Analyse, dass Homöopathen sogar so weit gehen, alleinige Heilungserfolge durch Homöopathika auch bei gravierenden Erkrankungsbildern wie Krebs und Schlaganfall zu versprechen. Nur der Gesetzgeber könne, fordert Schmacke, diese überkommene Tradition der Sonderbehandlung besonderer Therapieverfahren beenden.

Die Beliebtheit der Homöopathie sei kein Gegenargument. Allerdings appelliert der Bremer Gesundheitsforscher an die Schulmedizin, sich stärker als bisher für subjektive Krankheitstheorien und Bewältigungsstrategien zu interessieren.

Die Studie „Der Glaube an die Globuli – Die Verheißungen der Homöopathie“ erscheint Anfang November 2015 im Suhrkamp-Verlag.

Weitere Infos:
Universität Bremen, Prof. Dr. Norbert Schmacke
Institut für Public Health und Pflegeforschung
E-Mail: schmacke@uni-bremen.de

Quelle: https://idw-online.de/de/news640187