„Wir sind ein für allemal geheiligt durch die Opfergabe des Leibes Christi“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 10,5-10:

Darum spricht Christus bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen.  – Da sagte ich: Ja, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle -, um deinen Willen, Gott, zu tun. 0018

Zunächst sagt ER: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz des Moses dargebracht werden; dann aber hat ER gesagt: Ja, ich komme, um deinen Willen zu tun.

So hebt Christus das erste auf, um das zweite in Kraft zu setzen. Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Opfergabe des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt.

 


2 Kommentare on “„Wir sind ein für allemal geheiligt durch die Opfergabe des Leibes Christi“”

  1. zeitschnur sagt:

    Das ist ein eigenartiger Text. Ich habe ihn mir gerade auch in den Versen davor angesehen.

    „Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen.“ (V. 4)

    Natürlich stellt sich dann sofort die Frage, warum Gott das dennoch dem Mose als Gesetz auferlegte für alle Israeliten und sogar eine ganze Priesterkaste dafür berief.

    Um an die Sünden zu erinnern, sagt der hl. Paulus. (V.3)

    Die vielen Tiere mussten also sterben, um uns daran zu erinnern, in welcher elenden und gewalttätigen Verfassung wir sind vor Gott und Mensch.

    Im V. 1 sagt der Apostel, das ganze Gesetz habe wesenhaft nichts von den Gütern in Christus, es sei nur ein äußerer Schatten dessen gewesen, was eigentlich IST, der dennoch auf der Seinsebene damit nichts zu tun hat.

    Das ist für mich sehr „alarmierend“, weil wir doch alle dazu neigen, dem Schatten einen ontologischen Wert zuzumessen, der ihm nicht zukommt. Mir erscheint es oft so, als würden die meisten Katholiken die „Güter in Christus“ immer noch so auffassen, als wären sie dieser „Schatten“. Es geschieht eine merkwürdig verflachende Umdeutung und ein Rückfall ins „Gesetz“ bzw. die Spiritualisierung des Äußerlichen.

    Das ist eine Gratwanderung, denn man muss ja erst wiederbelebt werden von Jesus für das wahre und wesenhafte Gut. Vielleicht hat auch deshalb der hl. Paulus davor gewarnt, es sollten nur wenige Leute „Lehrer“ werden.

    Oft ging mir durch den Kopf – auch auf der Basis der jüdischen Überzeugung, dass im Blut das Leben eines (irdischen) Wesens sei (steht auch im Gesetz mehrfach) – , dass das Blut, also das Leben von Tieren neimals stellvertretend sein kann für den Menschen. Wer das glaubt, hält den Menschen ontologisch für ein Tier.
    Andererseits war das stellvertretende tierische Sühnopfer auch ein Hinweis darauf, wie tief wir abgesunken sind vor IHM, denn für eine Zeit konnte dieses Opfer ja genügen (1 Jahr wie Paulus es schreibt).

    Umso atemberaubender das Gut in Christus: Das Blut des Sohnes Gottes allein war in der Lage , ein adäquates Opfer anstelle des Menschen zu bieten.

    Das ist doch unglaublich und müsste uns zeigen, wie hoch Gott uns veranschlagt: in unmittelbarer Nähe bei sich selbst!

    Wenn man das bedenkt, kann man nicht mehr fahrlässig die Barmherzigkeit Gottes in Anspruch nehmen. Der Leib – der Leib! – ist „Tempel des Hl. Geistes, also Gottes! So wie bei Maria. Und natürlich auch die ganze Seele.

    Ja, es MUSS einem der Atem stocken, dass es das ist, wozu wir durch das Opfer Christi berufen sind.

    Aber wir debattieren, als gehe es um den Schatten des Gesetzes.
    Und dies nicht erst seit dem „Konzil“, sondern irgendwie von Anfang an parallel zur wahren Lehre.

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  2. Alex sagt:

    Man bedenke nun, dass das katholische
    „ein für alle mal“ bedeutet:

    Christus hat das Kreuzesopfer einmal auf blutige
    Weise dargebracht und dieses Opfer
    wird in allen Heiligen Messopfern
    wirksam vergegenwärtigt.

    alle mal = alle Messopfer
    einmal = Kreuzesopfer

    Der Spruch „ein für alle mal“ wird im Alltag
    leider missbraucht, weil man ihn eher
    in diesem Sinne verwendet: „ein für alle mal
    Schluss damit“.

    Und genau das ist in der Bibel nicht gemeint, sondern
    das „eine mal“ wird fruchtbar für die „vielen male“,
    also alle weiteren male und so lebt das „eine mal“ durch
    die Zeit fort.

    Gesegnete Vorfreude auf das „diesjährige mal“!

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