Zukunftsforscher sieht die Familie und konservative Werte im Kommen

Deutschland erlebt einen konservativen Wertewandel. Werte wie Ehrlichkeit, Anstand, richtiges Benehmen, Rücksichtnahme, Fleiß und Disziplin haben Konjunktur. Diese Ansicht äußerte der Hamburger Zukunftsforscher Prof. Horst Opaschowski in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. DSC_0199

Die junge Generation gehöre dabei zu den Pionieren des Wertewandels. Sie rücke dadurch die Wertmaßstäbe wieder zurecht. Die Revolutionäre der 1968er-Bewegung hätten die „Unlust an der Leistung“ vertreten. Diese Einstellung finde man heute kaum noch.

Es gebe allerdings einen wesentlichen Unterschied zwischen der Wirtschaftswunder-Generation und den jungen Menschen heute: „Die Jungen wollen heute in der Balance leben. Sie sind nicht mehr bereit, Familie, Freizeit und Gesundheit der Arbeit zu opfern.“  – Anstatt nach dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ zu leben, strebten sie heute ein Gleichgewicht von Arbeit und Vergnügen an.

Prof. Opaschowski zufolge kann man von einer Renaissance der Familie sprechen. Sie sei im Grunde „die neue Glaubensgemeinschaft der Deutschen“. Nach seinen Worten ist ein gutes Leben durch „vier F und drei G“ gekennzeichnet: Familie, Freunde, Freiheit und Frieden sowie Geld, Gesundheit und Geborgenheit.

Erfreulich sei, dass sich derzeit in Deutschland eine sinnvolle Lebensphilosophie ausbreite: „Gut leben statt viel haben.“  – So wollten junge Leute heute ein Mobiltelefon haben, verzichteten dafür aber beispielsweise auf ein eigenes Auto. 

Quelle und vollständiger IDEA-Artikel hier: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/deutschland-erlebt-einen-konservativen-wertewandel-93253.html

 


2 Kommentare on “Zukunftsforscher sieht die Familie und konservative Werte im Kommen”

  1. Tut mir leid, aber das ist zu schön, um wahr zu sein. Hier war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Denn die täglichen Erfahrungen von Lehrern, Polizisten und Sozialarbeitern sprechen eine völlig andere Sprache. Gutes Benehmen, Anstand, Tugendhaftigkeit im weitesten Sinne bei den Jugendlichen? Fehlanzeige! Ein Gegenbeispiel: Zum Kanon der klassischen Tugenden gehört auch die Sophia, zu Deutsch: Weisheit und Klugheit. Die aktuelle Generation Smartphone und Selfie ist gerade dabei, das Lesen und Verstehen längerer Textpassagen vollständig zu verlernen bzw. sich erst gar nicht anzueignen. Und unsere eifrigen Kultusbürokraten beschleunigen noch den Niedergang. Erst kürzlich wurden hier in NRW die Kopfnoten in den Schulzeugnissen abgeschafft. Fleiß, Aufmerksamkeit im Unterricht, Betragen? Brauchst Du nicht!

    Es ist richtig beobachtet, daß materielle Bedürfnisse heutzutage bei den Jüngeren einen geringeren Stellenwert haben als früher. Das ist indessen eher die Konsequenz einer mangelnden Leistungsbereitschaft und nicht die Folge eines selbstbestimmten Verzichtes. Die Erkenntnis, daß man es mit ehrlicher Arbeit in unserem Steuer- und Abgabenstaat ohnehin nicht mehr weit bringt, mag ein übriges dazu beitragen.

    Man möchte dem greisen Zukunftsforscher Opaschowsky zurufen: Träum weiter!

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    • Bernhard sagt:

      Ich halte es sehr wohl für möglich, dass es prinzipiell so ist, wie es in dem Text geschrieben steht. Irgendwann muss das Pendel ja wieder in die andere Richtung ausschlagen. Zumindest der Wunsch nach einer intakten eigenen Familie dürfte bei vielen jungen Menschen schon da sein.

      Dass nicht alle Jugendliche höflich und rücksichtsvoll sind, ist klar (wobei ich mich frage, ob sie das jemals waren). Es dürfte dort auch ziemliche Unterschiede zwischen den sozialen Schichten geben, die sich wegen des weiteren Auseinanderklaffens zwischen Arm und Reich („dank“ einer liberaleren Wirtschaftspolitik) noch verschärfen dürften. Oft fällt mir aber auch auf, wie nett manche Jugendliche doch sind, von denen man es gar nicht erwarten würde. Die Lage ist m.E. uneinheitlich.

      Ich persönlich finde es richtig, wenn die Leute eine Balance suchen. Viel arbeiten und dann viel Geld ausgeben, um sich für die harte Arbeit wieder zu „belohnen“, wem hilft das? Überhaupt: Woher haben Sie die Erkenntnis, dass der geringere Stellenwert materieller Bedürfnisse „die Konsequenz einer mangelnden Leistungsbereitschaft“ sei?
      Überhaupt habe ich mit dem Pochen auf „Leistungsbereitschaft“ so meine Probleme. Natürlich ist es gut, wenn man in seinem Leben etwas tun will, sei es im Beruf, sei es ehrenamtlich.
      Die Forderung nach immer mehr „Leistungsbereitschaft“ in der Arbeitswelt bedeutet aber nichts anderes als ein Drücken der Löhne und die Schaffung einer Ellenbogengesellschaft.

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