Tiefe Trauer um CDL-Gründerin Johanna Gräfin von Westphalen

Pressemitteilung der CDL (Christdemokraten für das Leben):

In tiefer Trauer und großer Betroffenheit geben wir Nachricht vom Tod unserer Gründungs- und Ehrenvorsitzenden Johanna Gräfin von Westphalen, geb. Gräfin von Galen. Sie wurde am 24.9.1936 in Haus Assen/Lippborg geboren und verstarb unerwartet am 21.1.2016 in Garmisch.    portrait_westphalen-r

Wir trauern um eine außergewöhnliche und bewundernswürdige Persönlichkeit, die in Politik, Gesellschaft und Kirche über viele Jahrzehnte für das uneingeschränkte Recht auf Leben gekämpft hat. Mit ganzer Kraft, Mut und selbstloser Überzeugung setzte sich die Gräfin (siehe Foto) bis zuletzt an vorderster Stelle für das Lebensrecht Ungeborener und für ihren katholischen Glauben ein.
 
Ihr aufopferungsvolles Zeugnis für den Schutz jedes menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum Lebensende hat uns und vielen Menschen in Deutschland stets Orientierung und Ermutigung gegeben. Sie ist damit zu einem großen, prägenden Vorbild geworden und zum Maßstab für unerschrockenes und nachhaltiges Eintreten für christliche Glaubensüberzeugungen.
 images
Die Gründung, der Aufbau und die Entwicklung der Christdemokraten für das Leben (CDL) wären ohne ihr kompetentes und einsatzfrohes Wirken nicht denkbar gewesen. Sie hat es entscheidend ermöglicht, daß die CDL eine strukturierte und handlungsfähige Organisation entwickeln konnte.
Johanna Gräfin von Westphalen wurde 1985 zur ersten Vorsitzenden der von ihr mitgegründeten CDL gewählt. 17 Jahre lang hat sie diese Verantwortung unermüdlich durch viele Kontroversen bis 2002 getragen und dabei, neben hohem Respekt und Anerkennung, auch viel Kritik, Unverständnis und vehemente Ablehnung in Politik, Kirche und Gesellschaft ertragen.
 
Großzügig bot die Familie von Westphalen der CDL-Geschäftsstelle für die Gründungsphase Unterstützung durch Bereitstellung der Büros in einem Vorgebäude des Schlosses Haus Laer an. Erst im April 2005, also nach 20 Jahren, befreite die CDL die Familie  von Westphalen von ihrer „vorübergehenden“ Aufbauhilfe und zog nach Münster/Nordwalde.
DSC_0553.
Unser Geschäftsführer, die Praktikanten oder die zeitweiligen ehrenamtlichen Helfer bzw. Besucher der Geschäftsstelle wurden von der Gräfin stets herzlich aufgenommen und nicht selten auch beköstigt und beherbergt. Die offene, natürliche, warmherzige und zugleich humorvolle Art der CDL-Gründerin trug vielfach dazu bei, daß das Netzwerk der Beziehungen für den Lebensschutz immer weiter geknüpft werden konnte und stets auch öffentliche Wahrnehmung fand.
 .
Durch die Gründung von CDL-Landes-, Bezirks- und Kreisverbänden wuchs die Mitgliederzahl schnell an. In unzähligen Vorträgen, Presseartikeln und Gesprächen vor Ort oder mit hochrangigen Politikern und Kirchenvertretern prangerte Gräfin von Westphalen die Tötung ungeborener Kinder als gefährlichen Irrweg an.
 .
Sie bezeichnete die Abtreibung als schwere Verletzung der Menschenwürde und warnte schon vor Jahrzehnten vor den weitreichenden Folgen für Familie und Gesellschaft. Im Laufe der Jahre wuchs die Themenpalette der CDL enorm an, von der PID- bis hin zur Sterbehilfedebatte. Auch hier war sie stets von großer Konsequenz und Klarheit geprägt und trat gegen trügerische Kompromisse auf.
images (2).
Gräfin von Westphalen engagierte sich in der CDU und gehörte eine gewisse Zeit dem Landesvorstand von Nordrhein-Westfalen an. Lange Jahre war die Mutter von sechs Kindern zudem erste Vorsitzende im Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Meschede.
 .
Trotz größter Schwierigkeiten mit der Bundesleitung des SkFs wurden unter ihrem Vorsitz  in der Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle in Meschede keine Beratungsscheine ausgestellt. Um straffrei bis zum Ende der 12. Lebenswoche abtreiben zu können, muß eine Frau nur diesen Schein vorlegen. Die Gräfin wußte, daß sie diesen Schein nicht aushändigen lassen durfte, weil sich die jeweilige Beraterin andernfalls  an der Tötung des ungeborenen Kindes mitschuldig machen würde.  iStock_000014086034XSmall
.
So ist es auch nicht verwunderlich, daß die CDL sich sehr intensiv an der damalige  Kontroverse um die Ausstellung des Beratungsscheins in katholischen Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen beteiligte und diesen Schein bis heute ablehnt.
 .
Gräfin von Westphalen gründete 1988 gemeinsam mit ihrem Sohn Friedrich Wilhelm die Stiftung „Ja zum Leben“, deren Vorsitz sie ebenfalls übernahm. Zahlreiche Projekte konnte die Stiftung und die CDL in der Folge durch Gräfin von Westphalen gemeinsam auf den Weg bringen, so beispielsweise die Aktion gegen Spätabtreibungen unter dem Motto “Tim lebt“.
.
Über vier Jahrzehnte lang war Gräfin von Westphalen aktiv in Kirche und Politik, war Mitglied der Landesrundfunkkommission (LfR) NRW und engagierte sich u.a. bei der Katholischen Elternschaft Deutschlands, der KPE (Katholische Pfadfinderschaft Europas) und als Mitglied des Generalrates von „Kirche in Not“. Sie war Gründungsmitglied im Kuratorium des Forums Deutscher Katholiken und seit 2008 Schirmherrin des Kongresses Freude am Glauben.
.
Im Jahr 2002 erhielt sie auf Anregung des damaligen Glaubenspräfekten Joseph Ratzinger eine der höchsten Auszeichnungen des Papstes: das Großkreuz des Heiligen-Gregorius-Ordens. Auch die Bundesrepublik Deutschland erkannte ihre außerordentlichen Verdienste und verlieh der Gräfin das Bundesverdienstkreuz.
 .
Wir fühlen uns ihr in größter Dankbarkeit bleibend verbunden und werden ihren Einsatz für das uneingeschränkte Menschenrecht auf Leben und die Arbeit der Christdemokraten für das Leben ganz in ihrem Sinne fortführen.
.
Im Namen des Bundesvorstandes der
Christdemokraten für das Leben (CDL)
Mechthild Löhr, Vorsitzende

 



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s