Erzbischof Johannes Dyba ging als „Löwe von Fulda“ in die Geschichte ein

In der österreichischen Zeitschrift „Vision 2000“ (Nr. 2/2016) erschien eine informative Besprechung des Gedenkbandes „Der Löwe von Fulda“, der im Dezember 2015 im KOMM-MIT-Verlag erschienen ist, um an den glaubensstarken Erzbischof Johannes Dyba aus Fulda zu erinnern.

Die katholische Theologin, Journalistin und Familienmutter Doris de Boer aus Kevelaer verfaßte zu diesem Buch folgenden Beitrag:Unsere PK pro Bischof DYBA (2)

In der Nacht zum 23. Juli 2000 war Erzbischof Johannes Dyba (1929 – 2000) plötzlich verstorben. Die Ordensfrau, die seinen Haushalt machte, fand ihn am frühen Morgen tot im Bett. Die Todesursache ist bis heute unklar.

Eine Woche vorher hatten Homosexuelle vor seinem bischöflichen Haus eine wüste Orgie veranstaltet. Die zum Teil nackt vor dem Bischofshaus tobenden Lesben und Schwulen stießen über Stunden Verwünschungen und Verfluchungen gegen den Fuldaer Erzbischof aus. In Dyba sahen sie ihren am meisten gehassten Gegner, denn er hatte den Mut, sich unerschrocken für die Heiligkeit der Ehe von Mann und Frau einzusetzen.

Der Fuldaer Oberhirte war ein Bischof, wie man ihn sich nur wünschen kann, denn er trat unbeirrbar für die Wahrheit und das Leben ein und ging für Gott und die Kirche keine faulen Kompromisse ein.

Mutig erhob er seine Stimme auch für den Schutz des Lebens, sei es geboren oder ungeboren, behindert oder gesund, alt oder jung. Er ging als „Löwe von Fulda“ in die Geschichte ein und ist heute noch im Herzen vieler Christen unvergessen.

Unter Federführung der Publizistin und Verlagsleiterin Felizitas Küble ist im Münsteraner KOMM-MIT-Verlag anlässlich des 15. Todestages von Erzbischof Johannes Dyba am 23. Juli 2015 ein sehr lesenswerter Erinnerungsband erschienen. Fürs CF verwenden

Der Titel der gut 200 Seiten umfassenden, vierfarbigen Gedenkschrift mit zahlreichen Fotos lautet: „Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.“

33 namhafte katholische und evangelische Persönlichkeiten aus Kirche, Kultur, Theologie, Kunst, Wissenschaft und Publizistik berichten darin über ihre persönlichen Erinnerungen an den Fuldaer Erzbischof.

So weiß etwa seine Schwester, Barbara Dyba-Roth, zu berichten:

„Ich habe noch nie einen Menschen mit einem so tiefen Glauben kennen gelernt wie meinen Bruder. Es war der sprichwörtlich Berge versetzende Glaube, deshalb konnte er auch den Glauben so klar und furchtlos verkünden. „Gott ist da und er liebt uns“  –  das war sein 7-Worte-Kurzkompendium des Glaubens.

Manchmal konnte dieser Glaube für mich auch etwas seltsame Blüten treiben. Ich bin von Beruf Apothekerin  –  und als ich ihm einmal einen Plan aufstellte, welche Tabletten und Sprays er für Herz und Bronchien nehmen sollte, sah er mich mit seinem entwaffnenden Lächeln an und sagte: „Es heißt: Kein Auge hat es gesehen und kein Ohr hat es gehört, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (vgl. 1 Kor 2,9)  – Und dann komme ich in den Himmel und sehe all diese Herrlichkeit und dann denke ich, wenn ich nun all diese Medikamente von Bärbel nicht genommen hätte, all diese Herrlichkeit hätte ich dann schon 10 Jahre früher haben können.“

Der Leser erfährt viele interessante Episoden aus dem Leben von Erzbischof Dyba, auch von langjährigen Weggefährten, von Mitkämpfern für den Lebensschutz, von Mitbrüdern im priesterlichen oder bischöflichen Dienst. flyerstralsund2

So kommt etwa seine behütete Kindheit in Berlin und Heiligenstadt zur Sprache sowie die regen Gespräche zwischen Vater und Sohn, die dem vierjährigen Dyba bereits den Ehrentitel „Philosoph“ einbrachten. Sie schildern seinen Mut und seine Entschiedenheit in Glaubensfragen, sein tiefes Vertrauen, das dem Bewusstsein seiner Gotteskindschaft entsprang; seine Schlagfertigkeit, seinen Witz und Humor, die ihn zu einem gern gesehenen Gast in Talkshows machten.

Er war ein impulsiver und entschlossener Charakter. Oft sagte er: „Des Teufels liebstes Möbelstück ist die lange Bank!“  –  Vor vielen Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft warnte er, doch oft mit Scherz: „Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir ein Stück weiter!“ 

Er sah die Krise der Kirche sehr kritisch und forderte oft eine theozentrische Wende. Er sagte: „In der Kirche soll Gott herrschen.“  – Und weiter: „Wir müssen als Kirche zum Wesentlichen unseres Auftrags zurückfinden. Nicht mehr soziale, gesellschaftspolitische, organisatorische Fragen dürfen weiter im Vordergrund stehen. Vor lauter Aktionismus vergessen wir Gott. Wir haben noch nie einen so breiten amtlichen Apparat und gleichzeitig noch nie so wenig Begeisterung in der Kirche gehabt wie gegenwärtig bei uns.“

Immer behielt er einen Blick für die Armen. Vor seiner Bischofsernennung war er Nuntius in Liberia. Dieses Land, das von einem Jahrzehnte langen Bürgerkrieg zerrissen war, hat er oft mit seinem privaten Vermögen unterstützt und auch als Bischof für dieses Land gebettelt.

Sein großes Vorbild in all seinem Kämpfen und Ringen war der heilige Bonifatius. Möge uns dieser große Apostel der Deutschen auch heute Bischöfe vom Format eines Johannes Dyba schenken!

Unterstützungsunterschriften für eine Seligsprechung von Erzbischof Dyba können übrigens online hier abgegeben werden: http://forum-deutscher-katholiken.de/aufruf/

Buch-Daten: Felizitas Küble (Hg.): Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten. 33 Autoren schreiben über Erzbischof Johannes Dyba. Münster 2015. 207 Seiten im Hardcover, ISBN 978-3-921090-98-5


Irak: Kurdistan zahlt Gehälter an geflüchtete christliche Familien

Die Regierung der Autonomen Provinz Kurdistan verpflichtet sich bis Ende 2016 zur Zahlung der Gehälter an christliche Beamte und Mitarbeiter öffentlicher Institutionen, die in Mosul, der Ninive-Ebene und anderen, vom Islamischen Staat (IS) besetzten Gebieten arbeiteten und nun nach der Flucht in Erbil in der Autonomen Provinz im Nordirak leben.

Wie einheimische Beobachter berichten, wurde der Beschluss der Zahlung von Gehältern an irakische Beamte, die vor den Dschihadisten fliehen mussten, bereits im März vom Ministerrat der Provinz getroffen. Damit will man Tausenden von christlichen Familien helfen, die nach einer möglichen Rückeroberung der Gebiete auf eine Rückkehr in die eigenen Dörfer und Städte hoffen.


IGFM: Der türkische Präsident Erdoğan heizt die Flüchtlingskrise weiter an

„Bei Visumsfreiheit werden Hundertausende nach Deutschland fliehen“

Der kurdische Abgeordnete im Parlament der Türkei, Faysal Sarıyıldız, hat die Verbrechen der türkischen Regierung an der eigenen Bevölkerung scharf kritisiert. Auf der Jahresversammlung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Bonn erklärte er: IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

„In der Türkei herrscht Krieg. Krieg gegen ein Volk: Die Kurden. Nur durch die Gewalt der türkischen Regierung gegen Teile der eigenen Bevölkerung gibt es allein in der Türkei rund 400.000 Binnenflüchtlinge.

Deutschland verschließt die Augen vor den Verbrechen gegen die Minderheiten in der Türkei und macht sich damit indirekt mitschuldig. Deutschland wird die Konsequenzen davon selbst zu spüren bekommen – Wenn es eine Visumsfreiheit gibt, dann werden Hundertausende nach Deutschland fliehen.“

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin unterstrich, dass Menschen in der Region nicht nur vor dem Islamischen Staat fliehen:

„Erdoğan hat sich durch die Militärschläge gegen Kurden in Syrien de facto zum Verbündeten des Islamischen Staates gemacht. Das türkische Militär schwächt damit den wichtigsten Gegner des IS und hat dadurch weitere zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen“.

Die 90er Jahre sind zurück  –  nur noch schlimmer

Sarıyıldız berichtete über kollektive Strafaktionen gegen kurdische Zivilisten in mehreren Städten der Südost-Türkei, die eine bisher unbekannte Zahl von Menschenleben gefordert haben: Notizblock-Stacheldraht-klein_d5cbbd6dfa

„In der Türkei rollen wieder Panzer gegen die eigene Bevölkerung. Seit Dezember 2015 sind die 90er Jahre zurück. Doch inzwischen ist die Situation noch schlimmer. Damals fanden die Übergriffe in ländlichen Gebieten statt. Heute beschießt das türkische Militär selbst größere Ortschaften und Städte“.

Sarıyıldız ist Abgeordneter der Demokratischen Partei der Völker (HDP) für den Bezirk Şırnak, der im Dreiländereck Türkei, Syrien und Irak liegt. Wegen seines Eintretens für Minderheitenrechte innerhalb der Türkei war er fünf Jahre lang im Gefängnis.

Die HDP hat ihre Wurzeln in der Gezi-Park Bewegung des Jahres 2013. In ihr arbeiten Kurden, Türken und Vertreter aller Minderheiten der Türkei zusammen. Ihre 60 Abgeordneten gehören zu insgesamt 30 verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen aus der Türkei, darunter sind auch zwei Christen und zwei Jesiden.

Der Regierung Erdoğan verschärfe und instrumentalisiere den Konflikt für eigene parteipolitische Ziele. „Die HDP will überhaupt keine Veränderung der Grenzen. Wir wollen eine demokratische und rechtsstaatliche Türkei, die allen ihren Bürgern eine Heimat bietet. Das Problem der Kurden sind weder die Türkei noch die Türken. Das Problem ist die gegenwärtige Regierung und der von ihr geförderte staatliche Nationalismus“, betonte Sarıyıldız gegenüber der IGFM.

Kontakt-Daten:
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt a. Main
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